U20 Bayernliga – Runde 2+3

Posted by Sebastian in Jugend 18/19, Saison 18/19 | Kommentare deaktiviert für U20 Bayernliga – Runde 2+3

Zur zentralen Doppelrunde der U20 Bayernliga durften wir die besten Jugendmannschaften Bayerns in der Theo-Betz-Schule begrüßen. Unser Team musste sich gegen die Schwergewichte SK München Südost und SF Augsburg, die jeweils 300 DWZ-Punkte im Schnitt mehr auf die Waage brachten, erwartungsgemäß geschlagen geben, aber es wäre durchaus auch mehr drin gewesen als ein 1:5.

U20 Bayernliga


Am Vormittag hieß unser Gegner SK München Südost und die Rollen waren angesichts der DWZ-Schnitte (1926:1570) klar verteilt. Allerdings erinnern wir uns gerne an das letzte Duell gegen die Münchner in der Bayernliga 2015 zurück: auch damals waren wir klarer Außenseiter und sorgten mit einem 3,5:2,5 Erfolg für eine Riesenüberraschung. Diesmal sah es aber schon nach eineinhalb Stunden nicht gut aus: Eva Schilay hatte zwar schon gesehen, dass nach dem Figurentausch die h-Linie halboffen ist und Ungemach auf h7 drohte, konnte sich danach aber nicht erklären warum sie den Reinschlag zuließ der bald im Matt endete. Johannes Hierl hatte derweil eine Figur eingebüßt, da seine Figuren schlecht koordiniert waren. Timon Götz versuchte es mit einem Figurenopfer für zwei Bauern um den gegnerischen König in der Mitte zu halten, bekam aber nie ausreichend Kompensation für das investierte Material. Paul Neppert griff am Königsflügel beherzt mit seinen Bauern an, fand aber keinen Weg weiter. Er hätte gegen den starken Gegner ruhig riskieren sollen, so verbrauchte er sehr viel Bedenkzeit und verlor die Initiative. Letztlich fiel in schon verlorener Stellung sein Blättchen. Maria Schilay wurde mit einem Damenopfer konfrontiert, dass ihrem Kontrahenten drei Figuren einbrachte. Allerdings bekam Maria zwei davon für einen Turm zurück und spielte diesen Vorteil souverän nach Hause. Lorenz Schilay eroberte trotz ruhiger Stellung zwei Bauern und hatte seinen starken Gegner (DWZ 2188) kurz vor der Niederlage. Die Engine zeigt bereits Matt in 18 an, doch dann übersah Lorenz doch noch eine hübsche Mattkombination und stand mit leeren Händen da.
Nach der Mittagspause wartete mit Augsburg der nächste dicke Brocken auf uns (Schnitt 1856), immerhin mussten sie die Bretter 5+6 ersetzen. Aber die Hoffnung auf mögliche Punkte hinten war schnell dahin: Maria übersah eine Bauerngabel und war mit zwei Bauern für die Figur in der Folge chancenlos. Timon kam im Mittelspiel vom Weg ab und stand nach der Zentrumsöffnung schon bedenklich, als ein taktischer Überseher das schnelle Ende brachte. Dagegen konnte Paul einen Bauern gewinnen und war damit der heißeste Kandidat auf den Ehrentreffer. Doch er übersah einen taktischen Schlag und spielte fortan mit zwei Bauern gegen die Figur. Im weiteren Verlauf kam noch ein dritter Bauer hinzu, nach dem Damentausch hätte sich aber doch die Figur durchgesetzt, wenn Pauls Gegner ihm mit einem verfrühten Bauernvorstoß nicht die Möglichkeit gegeben hätte so abzuwickeln, dass Randbauer und falscher Läufer übrigblieben. Johannes wurde es in einer unübersichtlichen Partie letztlich zum Verhängnis nicht rochiert zu haben. In Zeitnot büßte er dann in schon schwieriger Stellung die Dame ein. Eva sah sich einem frühen Vorstoß des g-Bauern ausgesetzt und rochierte deshalb nicht. Dadurch hätte ihr Gegner gute Angriffsoptionen gehabt, die von ihm gewählte Angriffswelle mittels Bauernopfer konnte Eva aber abwehren. Als Evas König am Damenflügel ein sicheres Plätzchen gefunden zu haben schien, goß Weiß am anderen Flügel erneut Öl ins Feuer. In der Analyse sahen wir gute Chancen für Weiß, die Engine zeigt trocken deutlichen schwarzen Vorteil an, denn auch der weiße König stand alles andere als sicher. Sorgen musste man sich wegen Evas Bedenkzeit machen: drei Minuten für rund 15 Züge in dieser scharfen Stellung sind kein Zuckerschlecken. Aber Eva fand den Zauberzug der die Damen vom Brett brachte und viel Druck aus der Stellung nahm. Tatächlich hätte sie mit einem Zwischenzug sogar eine ganze Figur gewinnen können, so entstand letztlich ein ausgeglichenes Turmendspiel, wo man sich auf Remis einigte. Damit hatte Eva erstmals gegen einen Gegner dieser Klasse (DWZ 2136) gepunktet! Daneben hatte Lorenz dasselbe Kaliber vor sich und geriet im Mittelspiel zunehmend unter Druck. Sein Kontrahent wickelte schließlich in ein Turmendspiel mit 4:3 Bauern am Königsflügel ab. Dies wäre bei bestem Spiel zu halten gewesen, aber in Zeitnot unterlief Lorenz noch der entscheidende Fehler.

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