Bezirksliga 2b – Runde 4

Posted by Sebastian in Saison 18/19, Senioren 18/19 | Kommentare deaktiviert für Bezirksliga 2b – Runde 4

Hochverdienter Sieg im Spitzenkampf

Heute war der Tag der sicherlich schon eine kleine Vorentscheidung bringen könnte, dementsprechend waren wir alle gut vorbereitet und bereit das Ding nach Hause zu schaukeln. Gehen wir mal wieder chronologisch voran:
Nach ca. 1,5 Stunden gab es die erste erfreuliche Meldung. Jozef Smyk hatte an Brett 4 seinen Gegner Thomas Werner in einer sehr scharfen Variante der slawischen Eröffnung mit den schwarzen Figuren gelenkt. Nun gab es in dieser Variante einen vergiftetetn Bauern oder die Möglichkeit die Variante weiter sehr scharf fortzusetzen. Der Gegner nahm nach längerer Überlegung den Bauern und als Jozef seinen nächsten Zug ausführte, sah der nun auch, dass dies zum Matt führt. Aufgabe – 1-0 für Neumarkt.
Nach ca. einer weiteren Stunde hatte Lothar Müller gegen Arthur Paul an Brett 8 eingesehen, dass ein weiterspielen
keinen Sinn mehr macht. Er hatte mit den schwarzen Figuren in der Eröffnung eine ziemlich ausgeglichene Stellung erreicht. Nach und nach erreichte sein Gegner im Mittelspiel immer mehr die Oberhand. Als er dann am Königsflügel die Stellung aufreissen konnte und Mattdrohungen ohne Verlust von Material nicht mehr abzuwenden war, gab er die Partie auf. (1-1)
Eine weitere halbe Stunde später hatte Wolfgang Brunner an Brett 7 von seinem Gegner Mark Stolpynskyy ein Remisangebot. Unser Manschaftsführer überlegte eine zeitlang und nahm das Remisangebot an. Wir hatten schon während des Wettkampfes bisschen Zeit uns seine Partie anzusehen und eine kleinen Analyse vorzunehmen. Nachdem er mit den weissen Steinen aus der Eröffnung heraus einen ausgeglichene Stellung hatte, kam er aus dem Mittelspiel bis zum Remisangebot mit einem Mehrbauern heraus. In der Analyse waren wir der Meinung, dass man sicher noch weiter hätte spielen können, aber sicher ist es zu diesem Zeitpunkt gegen einen Gegner mit guter DWZ der bis dato alle Partien gewonnen hatte, kein Fehler auch mal das Remis anzunehmen. (Stand 1,5 – 1,5)
Etwas später war nun Erwin Hirn an Brett 1 gegen Peter Konsek dran ein Remisangebot anzunehmen. Ich hatte natürlich gegen meinen Ex-Verein schon gute Kenntnisse über meinen Gegner und wusste dass er normalerweisse gegen d4 Holländisch spielt. Nachdem ich meine Vorbereitung so gestaltet hatte, dass ich nicht wie normalerweise Stounton Gambit spielte, was er auch wusste, sondern ein Abspiel das eigentlich selten in der Praxis vorkommt. Aber die Überraschung war perfekt als er auf d4 mit d5 antwortete. Ok also Damengambit, nach der Eröffnung mit kleinem Vorteil in der Stellung, aber insgesamt gesehen sicherlich ausgeglichen. Nachdem jeder noch zwei Türme, einen Läufer sowie je sechs Bauern auf dem Brett hatte, stand der Tausch der beiden Türme an. Bevor ich dies tat, hatte ich mir mal genauer die restlichen Partien angesehen und was man sah war, dass keine Partie schlechter stand und auf Brett 2 und 3 doch schon sehr vorteilhaft. Also Türme getauscht und Remis geboten. Zu meiner Überraschung spielte er weiter, was sicher daran lag, dass ich nur noch vier Minuten für ca. 15 Züge auf der Uhr hatte. Nachdem ich nun die nächsten ca. zehn Züge ruckzuck machte und nun schon fast sechs Minuten auf der Uhr hatte, bot er das Remis an. Bei der Stellung weiter zu spielen ohne jegliche Aussicht auf irgendwelche Chancen hatte keinen Sinn, daher Remis angenommen. (Stand 2-2)
An Brett 6 hatte Andreas Niebler gegen Peter Thürauf mit den schwarzen Figuren nach der Eröffnung und dem Mittelspiel
ein „Endspiel“ mit gleichem Material erreicht. Hier schaute es nach einem Remis aus, aber nun opferte Peter Thürauf seinen Läufer gegen zwei Bauern. Das hieß Dame und Läufer gegen Dame und zwei Mehrbauern. Aber es kam nicht weit, Andy zeigte ganz schnell wie man den König des Gegners, der ziemlich offen stand, unter Beschuss nimmt. Nachdem er erst mal die Schachs der Dame abgewehrt hatte, ging er mit Läufer und Dame auf den Köng los und konnte seinem Gegner zeigen, dass ein weiterspielen keinen Sinn mehr macht und dieser dann auch aufgab. (Stand 3-2 für Neumarkt)
An Brett 5 standen sich die zwei Spieler gegenüber die bis jetzt alle Ihre Partien gewonnen hatten. Martin Simon mit den weissen Figuren gegen Mikkhail Petrov. Nach der Eröffnung war eine Stellung entstanden, bei der eine Prognose in die eine oder andere Richtung nur schwer zu stellen war. Nachdem Martin am Damenflügel den Druck erhöhte und der a-Bauer so rumstand, schlug er zu und holte sich den Bauern. Es war natürlich bei vollem Brett nicht ohne Risiko verbunden sich den einzuverleiben. Sein Gegner schaltete auf Angriff um und versuchte die Dame einzufangen. Nachdem Martin sich den nächsten Bauern geholt hatte, war abzusehen dass es für die Dame eng werden würde. Er opferte einen Läufer und hatte nun drei Bauern gegen einen Figur. Für die Dame gab es nun kein entkommen mehr und so versuchte Martin mit dem Rest seiner Armee den gegnersichen König zu attackieren, was sein Gegener aber gekonnt abwehrte. Martin sah einige Züge später, dass ein Weiterspielen sinnlos war und gab die Partie auf. Eine scharfe Partie hatte ihren Sieger gefunden.
Stand 3-3 – schaut zwar knapp aus, aber wenn man die beiden restlichen Partien betrachtete konnte man schon davon ausgehen, dass der Wettkampf zu unseren Gunsten ausgehen würde.
An Brett 3 standen sich zwei Youngster gegenüber, Lorenz Schilay mit den weissen Steinen gegen Alexander Wagner. Aus der Eröffnung heraus stand Lorenz die ganze Zeit stellungsmässig überlegen. Nachdem er einen Bauern erobern konnte, tauschte er die Damen und es ging nun in ein Endspiel mit Turm und drei Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Jeder hatte einen a Bauern, Lorenz auf der anderen Seite noch f und h Bauer gegen h Bauer. Nachdem die beiden a Bauern vom Brett waren schaffte es Lorenz, unter mithilfe seines Gegners, seinen König in die Mitte zu treiben und dort auszusperren. Wie er nun seinen Gegner ausspielte war schulbuchmässig, was soll man sagen bei Lorenz: 4 Punkte aus 4 Partien, super. (Stand 4-3 für Neumarkt)
Nun zur letzten laufenden Partie, Brett 2 Kevin Beesk mit den schwarzen Figuren gegen Helmut Luther. Wie bei Kevin üblich: gute Vorbereitung auf den Gegner ist die halbe Miete… Nachdem er aus der Eröffnung gut herausgekommen war und eine Qualität gegen zwei Bauern hatte, spielte er bis zur ersten Zeitkontrolle das ganze erst mal auf Sicherheit und baute mit jedem Zug seine gute Stellung weiter aus. Als die Zeitkontrolle vorbei war und sicher immer mit einem Auge auch die Partie von Lorenz im Blick, spielte er die Partie in gewohnter Manier weiter und stellte sich den Gegner zurecht. Nachdem nun die Partie von Lorenz beendet war, hätte er sicher seinen Gegner remis bieten können, was dieser dann bestimmt auch genommen hätte, trotz der Niederlage der Süder dann. Aber wer Kevin kennt weiß, dass er solch eine Partie nicht remis gibt. Er hatte wie gesagt sich den Gegner zurechtgestellt und erntete nun die Früchte seiner Arbeit. Das hieß er holte sich den ersten Bauern zurück und hätte nun nach und nach die Bauern und somit auch den Sieg geholt. Bevor es aber soweit kam gab Helmut Luther die Partie auf und der Sieg für Kevin und somit auch Neumarkt war perfekt.
Endstand 5-3 für Neumarkt – ein Sieg der hochverdient und meiner Meinung zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war. Weiter so und es könnte doch mal klappen mit dem Aufstieg!

(Erwin Hirn)

Bezirksliga 2b

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