U20 Bayernliga – Runde 6+7

Posted by Sebastian in Jugend 18/19, Saison 18/19 | Kommentare deaktiviert für U20 Bayernliga – Runde 6+7

In der letzten Runde der U20 Bayernliga in Regensburg bekam es unser Team nochmal mit zwei richtigen Hochkarätern zu tun. Gegen den FC Ergolding setzten unsere Jungs und Mädels ein fettes Ausrufezeichen und punkteten beim 3:3 gegen eine Mannschaft mit über 300 DWZ mehr im Schnitt (1900:1571). Zum Abschluss wartete mit dem alten und neuen Meister Bavaria Regensburg ein noch größerer Brocken (Schnitt über 2000), wobei wir aber immerhin einen Brettpunkt mitnehmen konnten. Leider reichte das doch nicht um noch einen Platz gut zu machen und wir beenden unser drittes Bayernliga-Abenteuer der Vereinsgeschichte auf Rang sieben. Schade – denn ein durchaus möglicher Sieg gegen Schwandorf in der Auftaktrunde hätte schon zum Klassenerhalt gereicht, so greifen wir nächste Saison wieder in der Landesliga an.

U20 Bayernliga


Gegen den FC Ergolding waren wir einmal mehr klarer Außenseiter, wollten uns aber trotz des im Prinzip feststehenden Abstiegs so teuer wie möglich verkaufen, zumal der Sprung auf Rang sechs noch möglich war. Der Wettkampf begann aber mit einer schnellen Niederlage von Paul Neppert, der im Mittelspiel seinen Läufer zu passiv gestellt hatte und daraufhin unter Druck geraten war. Dies kostete letztlich zwei Bauern und Paul hisste die weiße Fahne. Allerdings hätte die schwarze Stellung doch noch dynamisches Potential gehabt: die Engine verzieht natürlich keine Miene, aber vier Menschen fanden in der Analyse immer wieder Probleme, den weißen Vorteil zu verwerten. Johannes Hierl übersah im Positionskampf einen Bauerngewinn seines Gegenübers, wonach die Dinge ihren Lauf nahmen. Dafür nutzte Lorenz Schilay seine aktiven Figuren zum Gewinn eines Bauern und gewann schließlich im Turmendspiel mit zwei Mehrbauern. In der Partie von Maria Schilay kamen unterschiedliche Rochaden aufs Brett, doch während Maria am Königsflügel marschierte, verzichtete ihr Kontrahent auf Gegenspiel am Damenflügel. Als er dann doch dazu ansetzte, war Marias Angriff auf der h-Linie bereits erntrereif und es stand 2:2. Eva Schilay verpasste ausgangs der Eröffnung eine bessere Fortsetzung und war fortan in der Defensive. Ein ungenauer Zug verschärfte die Situation und ein taktischer Überseher kostete schließlich die Qualität. Nun kämpfte Timon Götz um den erhofften Mannschaftspunkt. Er hatte im taktischen Gemetzel einen Bauern erobert, konnte diesen Vorteil aber nicht festhalten. Das Endspiel mit gleichfarbigen Läufern und symmetrischer Bauernstruktur wäre Remis gewesen, aber ein falscher Läuferzug brachte Timon das notwendige Tempo um den a-Bauer einzusacken und umzuwandeln. Durch das starke 3:3 – immerhin erst der zweite Punktgewinn gegen einen Gegner dieses Kalibers nach dem 3,5:2,5 gegen München Südost im Dezember 2015 – überholten wir die Fürther und lagen vor der letzten Runde auf Rang sechs.
Dort wartete dann mit Bavaria das stärkste Team der Liga und hier war angesichts von DWZ-Unterschieden zwischen 250 und 550 jeder halbe Brettpunkt schon ein großer Erfolg. Da Johannes zur Passionsspiel-Probe nach Neumarkt zurück musste und wir die zweite Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt in der B1 nicht erneut schwächen wollten, rutschten Timon und Maria auf und wir gaben Brett sechs kampflos ab. Timon versuchte mit einem Bauernopfer Druck auf den gegnerischen Damenflügel zu machen, übersah dann aber den drohenden Angriff der Kavallerie und war fortan mit einer Quali weniger auf verlorenem Posten. Eva verwechselte in der Eröffnung die Zugfolge und musste eine schlechtere Stellung in Kauf nehmen, was ein Gegner dieser Klasse auszunutzen wusste. Lorenz war schon in der Eröffnung in eine schlechte Stellung geraten und versuchte den Laden zusammenzuhalten. Letztlich ging dann doch ein Bauer verloren und es entstand ein Turmendspiel mit dem a-Bauern als Mehrbauern. Hier hätte Lorenz mehr Widerstand leisten können, jedoch ließ er zu, dass sich der Turm von der a-Linie befreien konnte. Maria war nach einem falschen Zug früh in einer hoffnungslosen Stellung gelandet und wollte schon aufgeben. Ihr Kontrahent verpasste eine bessere Fortsetzung und es kam eine Stellung aufs Brett in der es genau einen Gewinnzug für Weiß gab. Dieser war für die Kiebitze zwar offensichtlich, die Fortsetzung aber doch nicht so trivial. Nach 40 Minuten wählte der Gegner einen anderen Zug, wonach Maria wieder in der Partie war. Mehr noch, nun war sie am Drücker und Weiß musste genau spielen um Ausgleich zu halten. Mit knapper Bedenkzeit gelang dies nicht und Maria holte einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. Paul geriet am Damenflügel unter Druck und verknotete sich. Trotzdem hätte er Gegenspiel am Königsflügel lancieren können, wonach die Sache nicht so klar gewesen wäre. So nutzte sein Gegner den Raumvorteil um seine Figuren in Stellung zu bringen. Beim Versuch in Zeitnot Figuren vom Brett zu bekommen wurde die weiße Aktivität größer und mit seinem 40. Zug legte Paul einen taktischen Schlag auf, der mittels Damenopfer auch verwertet wurde.
Leider fielen wir in der Endabrechnung doch wieder auf Rang sieben zurück. München Südost konnte nur mit dem allerletzten Hemd – nur zu Viert und ab Brett 2 mit 1231 und weniger DWZ – antreten und so zog Fürth mit einem unerwarteten 4,5:1,5 an uns vorbei.
Zumindest Rang sechs hätten wir gerne noch erobert, aber auch der Klassenerhalt wäre wie prognostiziert drin gewesen. Vor der Saison war klar, dass zwei Erfolge gegen die Teams auf Augenhöhe – Schwandorf und Fürth – reichen sollten. Genauso wäre es gewesen, letztlich hätte schon ein Sieg gegen Schwandorf gereicht. In beiden Wettkämpfen haben wir leider den Sieg aus der Hand gegeben – umso schöner ist es, dass sich die Mannschaft mit dem starken 3:3 gegen Ergolding mit einem Achtungserfolg belohnt hat.

Comments are closed.