Bezirksliga 1 – Runde 7

Posted by Sebastian in Saison 19/20, Senioren 19/20 | Kommentare deaktiviert für Bezirksliga 1 – Runde 7

Spitzenkampf gegen Herzogenaurach verloren

Heute sollte die Entscheidung um die Meisterschaft entschieden werden und es ging schon mal „gut“ los, der Schreiber dieses Berichtes saß gemütlich vor seinem Laptop und schlürfte seinen Cappuchino, in aller Ruhe als das Handy schellte. Am Telefon der MF Wofgang Brunner und fragte ob ich schon unterwegs bin, erst da bemerkte ich dass ich mich um 1 Stunde vertan hatte. Also fertig machen und mit 20 Minuten Verspätung fuhren wir los, angekommen und keiner wusste so recht wo denn das Spiellokal ist, bis aus dem Fenster einer der Spieler von Herzogenaurach uns winkte und erklärte wo der Eingang ist. Guter Start in den Tag 🙂

Nun zum Wettkampf Herzogenaurach II gegen Neumarkt I, Herzogenaurach mit 12-0 Punkten gestartet und im Schnitt ca. 70 DWZ Punkten mehr als wir, war natürlich der klare Favorit, Neumarkt mit 10-2 Punkten und 5,5 Brettpunkten weniger musste gewinnen um noch eine Chance zu haben. Beide Manschaften traten jeweils mit einem „Ersatzspieler“ an.
Nach ca. 2 Stunden gab es tatsächlich schon die erste Entscheidung. An Brett 2 hatte Lorenz Schilay in einem Spanier mit den schwarzen Steinen seinen Gegner Alexander Steinmüller mit einer sicherlich eher seltenen Variante mit Figurenopfer überrascht, als sein Gegner nach ca. 12 Zügen auch noch einen schlechten Zug machte, war es für Lorenz eine Sache der Technik die Partie sicher nach Hause zu bringen und somit 1-0 für Neumarkt, das war wieder mal eine Partie von Lorenz so wie wir ihn kennen!
Leider sollte der Vorsprung nicht lange halten, Martin Simon hatte es in einem Skandinavier mit Bagrat Ter-Akopyan zu tun. Man muss sagen Martin kam nie zu seinem Spiel, er spielte sehr defensiv und nach 15 Zügen sah es schon sehr düster aus. Es dauerte auch nicht mehr lange und nach weiteren sieben Zügen schmiß Martin das Handtuch, 1-1.
Kurz darauf einigte sich an Brett 3 Jozef Smyk mit den weißen Steinen gegen Ivica Saric auf ein Remis. Nach 24 Zügen war eine Stellung entstanden, die man sicher von beiden Seiten aus noch weiter hätte spielen können. Jozef hatte noch nicht mitgekriegt, dass Martin seine Partie bereits aufgegeben hatte und dachte bei einem Spielstand von 1-0 und einem so erfahrenen und DWZ-starken Spieler wie Ivica kann man das Remis durchaus als Erfolg verbuchen, somit 1,5 – 1,5.
Der nächste Nackenschlag ließ aber nicht lange auf sich warten: an Brett 6 hatte es Andreas Niebler mit den schwarzen Steinen mit dem Topscorer der Liga zu tun, Csaba Seregelyes. Andreas kam eigentlich ganz gut aus der Eröffnung, er hatte zwar den Isolani auf der d-Linie und sein Gegner übte darauf auch Druck aus, aber bis zum ca. 25.Zug ging das auch ganz gut. Sein Gegner machte nun richtig Druck und als Andreas fehlgiff war es schnell aus. Mit dem 28.Zug seinens Gegners kostete es eine Figur und somit gab Andy die Partie auf – 2-5-1,5 für Herzogenaurach.
Unser Mannschaftsführer Wolfgang Brunner hatte mit Weiß sicher auch einen sehr starken Gegner mit Martin Glitz. Ich denke auch hier kann man das gleiche wie an Brett 3 schreiben: aus der Eröffnung gut herausgekommen und nach 30 Zügen entstand eine Stellung die ziemlich ausgeglichen und geschlossen war. Für beide Spieler kann man sagen, dass ein weiterspielen sicher noch gut möglich wäre, aber die Spieler einigten sich auf ein Remis und somit der Spielstand 3-2 für Herzogenaurach.
Nun zu dem Spieler der die Zeitverzögerung verursacht hatte, Erwin Hirn. Ich spielte mit den schwarzen Steinen gegen Helmar Bock, hatte das Budapester Gambit vorbereitet und so kam es auch. Mein Gegner hatte es anscheinend noch nicht so oft auf dem Brett, für die ersten fünf Züge verbrauchte er ca. 45 Minuten. Die Hoffnung, dass er vielleicht nicht gerade das beste aufs Brett bringt, war aber dann auch dahin. Er spielte genau das, was ich in dieser Eröffnung am wenigsten mag und so war eine Stellung am Brett, wo zwar nichts verloren war, aber mit einem Bauern weniger war doch ich derjenige der ums Remis kämpfen musste. Als er die offene d-Linie mit dem Turm besetzte fand ich den Zug, der mir den Vorteil brachte den ich mir erhofft hatte. Bei beidseitiger knapper Zeit stellte er auch noch einen Bauern ein und so konnte ich die Partie dann sicher nach Hause bringen. Spielstand 3-3
Zwei Partien liefen jetzt noch, Kevin an Brett 1 und unser „Ersatzspieler“ und Präsident Sebi an Brett 8. Wenn man sich zu diesem Zeitpunkt die Partien anschaute, konnte man noch keine Prognose abgeben, wie dieser Wettkampf ausgehen würde. An Brett 8 hatte es Sebastin Mösl mit Schwarz mit Erik Zeilinger zu tun, ein junger hungriger Spieler, der von Beginn an versuchte Druck zu machen. Wenn man die Partie nachspielt, kann man trotzdem keine großen Vorteile für einen der beiden entdecken. Zum oben beschriebenen Zeitpunkt schätzten wir die Partie remis ein und es ging auch noch ein paar Züge weiter ohne große Veränderungen. Als Sebi aber auf b6 den Springer zum Tausch anbot gab es keinen Zweifel, wer hier noch auf Gewinn spielen kann: ein Läufer der keine Angriffspunkte hat, ist einfach nicht so stark wie der Springer seines Gegners. Erik Zeilinger schaffte es die Bauernstellung am Königsflügel aufzulockern und hätte es auch ohne den nun folgenden Bauerneinsteller bei richtiger Spielweise geschafft die Partie für sich zu entscheiden. 4-3 für Herzogenaurach.
Ein Manschaftssieg war nun nicht mehr möglich, aber Kevin Beesk an Brett 1 mit den weißen Figuren gegen Stefan Sattler, probierte und riskierte alles, um noch einen Sieg und damit ein Mannschaftsremis zu schaffen. Nach der Eröffnung ging es in ein Spiel, wo beide Seiten erstmal einige Positionen betonierten. Nachdem dies erledigt war, versuchten beide Vorteile am Königsflügel zu erlangen. Hier gab sein Gegner einen Bauern um Stellungsvorteil zu haben. Wenn man die Partie da nachspielt schwankt die Bewertung teilweise von + 3 inerhalb von ein paar Zügen zu -2. Nachdem einiges abgetauscht wurde, ging es ins Finale: beide Spieler „lebten“ nur von den 30 Sekunden pro Zug. Kevin schaffte es hinter dem König am Damenflügel zu kommen und verleibte sich mit dem Springer einen Bauern ein. Das war wahrscheinlich der Fehler, denn hier leuchtet vor dem Fraß eine +4 für Weiss auf. Sein Gegner schaffte es ebenfalls mit Dame und Läufer einzudringen und Kevin matt zu setzen. Eine sicher bittere Niederlage, vor allen Dingen wenn man das Remis sicher gehabt hätte.
Endstand 5-3 für Herzogenaurach, Gratulation zum Aufstieg!!

Fazit dieses Wettkampfes: als Aufsteiger bis jetzt auf Platz 2 zu stehen und dem absoluten Topfavoriten einen harten Kampf geliefert zu haben, ist sicher nicht das schlechteste.

(Erwin Hirn)

Bezirksliga 1

Comments are closed.