Rapid Garching

Posted by Sebastian in _Saison 10/11 | Kommentare deaktiviert für Rapid Garching

Am letzten Turnier der diesjährigen Bayerischen Rapidserie in Garching nahmen Maria, Lorenz und Eva Schilay sowie Simon Drechsel und Maximilian Lutter teil. Insbesondere für Lorenz – der im Vorjahr an gleicher Stelle sein erstes Turnier gewonnen hatte – ging es in der Gesamtwertung der U10 noch um alles, lag er doch knapp hinter Juliuan Shen (SK Rothenburg) auf Rang zwei und konnte mit einem Tagessieg noch an ihm vorbeiziehen. In der U8 lag Maria auf Rang 5, benötigte aber einen Podestplatz um evtl. noch aufs Treppchen klettern zu können. Auch Simon lag in der U14 auf Rang 5, doch diese Platzierung zu halten erschien äußerst schwierig.

Maria erwischte tatsächlich den benötigten Sahnetag, überhaupt war es das mit Abstand beste Turnier, das ich bislang von ihr gesehen habe. Das Niveau ihrer Partien war beeindruckend hoch, einen größeren Fehler habe ich nicht gesehen! Nach zwei problemlosen Siegen zum Auftakt traf Maria in der dritten Runde auf den starken Würtemberger Manuel Zebandt (SC Weiler im Allgäu), den sie in Deisenhofen noch schlagen konnte. Zwar kam Maria gut aus der Eröffnung und hätte in Vorteil kommen können, doch nachdem sie diese Chance ausließ übernahm Manuel das Zepter und eroberte dank starkem Angriff mit Turm und zwei Läufern per Abzugsschach die Dame. Aber unser Terminator ließ sich von der Niederlage nicht aus der Bahn werfen und ließ zwei Siege folgen. Damit hatte sich Maria mit 4/5 auf Rang fünf nach vorne gekämpft, traf nun aber auf den Sieger von Deisenhofen, Leon Hacklinger vom SK Buchloe. Die Partie war auf sehr hohem Niveau, wobei Leon immer wieder Drohungen aufstellte, die Maria aber gut parierte. Dennoch nutzte Leon seinen Raumvorteil geschickt zu einem Bauerngewinn und der Eroberung der siebten Reihe. Leon hatte nun großen Vorteil, doch Maria suchte noch einmal das Gegenspiel und hatte nun selbts einen aktiven Turm auf der zweiten Reihe. Prompt spielte Leon etwas zu sehr für die Galerie, doch Maria nahm die hängende Figur nicht, sondern deckte das drohende Matt und stellte damit ihrerseits Drohungen auf, die der Gegner einen Zug zu spät erkannte. Nun war für Weiß nichts mehr zu machen und Maria setzte matt – ganz stark gespielt! Damit lag sie vor der letzten Runde hinter dem verlustpunktfreien Massimo Longo (SC Unterpfaffenhofen) auf Platz zwei, punktgleich mit Manuel Zebandt. Letzterer traf nun auf den Spitzenreiter und Maria bekam es mit Vitalia Khamenya (SK Gräfelfing) zu tun. In einer geschlossenen Stellung mit noch allen Bauern am Brett drohte Maria einfach einzügig Matt auf h7, das die Gegnerin prompt übersah. Da der Spitzenreiter überraschend trotz vorteilhafter Stellung verlor, lag am Ende ein Trio mit jeweils sechs Punkten an der Spitze und leider hatte Maria die schlechteste Buchholz (vor der letzten Runde hatte sie noch mehr als die beiden anderen). Der Sieg ging somit an Manuel (28) vor Massimo (27) und Maria (26), die mit dem Treppchenplatz bei dieser starken Konkurrenz ein überragendes Ergebnis erzielt hat. Lohn des starken Turniers war der nicht mehr geglaubte Sprung aufs Podest in der Rapid Gesamtwertung. Hinter dem klaren Sieger Maximilian Lohr (TSV Mainburg) mit 79 Punkten teilten sich Leon Hacklinger und Maria Rang zwei mit jeweils 60 Punkten (fairerweise muss man erwähnen, dass Leon dafür nur drei Turniere brauchte und Maria vier).
Für Lorenz lief es dagegen nicht wie gehofft, dies war hauptsächlich dem zu schnellem Spielen und der mangelnden Konzentration geschuldet. Schon in den ersten Runden deutete sich dies an, hier reichte es aber noch zu deutlichen Siegen. In Runde vier gegen den ersten Mitfavoriten Dominik Maier (SK Freising) wurden die Fehler bestraft und Lorenz verlor nicht nur einen Bauern, sondern bekam mit seinem König in der Mitte nicht zu lösende Überdeckungsprobleme, die schnell zur Niederlage führten. Schon in der Folgerunde wartete mit Julian Shen der nächste Hochkaräter auf Lorenz und diesmal profitierte er von kleineren Fehlern und kam in großen Vorteil. Diesen nutzte Lorenz konsequent aus und gewann die Partie. In der sechsten Runde wartete in David Lisson (SAbt TuS Fürstenfeldbruck) ein Gegner den Lorenz normalerweise im Griff hat, doch einen eingestellten Turm konnte er natürlich trotz dreier Mehrbauern nicht kompensieren und verabschiedete sich damit aus dem Rennen um die Podestplätze sowie dem Sieg in der Gesamtwertung. Seinen Frust bekam in der letzten Runde der Forchheimer Christian Schubert ab, der sich nach wenigen Minuten geschlagen geben musste. Die erzielten 5 Punkte reichten am Ende nur zu Rang sieben, einen halben Buchholzpunkt hinter Rang fünf und sechs. Dies war umso bitterer da Lorenz in der Gesamtwertung um einen Punkt das Podest verpasste, wohingegen schon Rang sechs für Platz drei gereicht hätte. So blieb nur der undankbare vierte Rang mit 64 Punkten hinter Dominik Maier (70), Julian Shen (69) und Josef Sebastian Ott von der SG Traunstein/Traunreut (65). Den Tagessieg holte sich der Freisinger Marcel Daoud (6,5) vor Dominik Maier (6,5) und Josef Sebastian Ott (5,5).
In der U12 ging es für Eva darum mal wieder die 50% Hürde zu knacken, nachdem sie bei den letzten Turnieren eher unglücklich agierte. Nach zwei souveränen Siegen bekam sie es in Runde drei mit dem späteren Turniersieger Lorenz Gauchel (SC Unterpfaffenhofen) zu tu. In geschlossener Stellung verpasste Eva einen wichtigen Bauenzug, nach dem es für den Gegner schwer geworden wäre einen Vorteil herauszuspielen. So konnte Lorenz die Stellung öffnen und einen Bauern gewinnen. Mit dem richtigen Plan hätte man evtl. noch ums Remis kämpfen können, doch nachdem Eva einzügig ihren Turm einstellte war die Partie gelaufen. In der nächsten Runde opferte Eva eine Figur für den Mattangriff, übersah dabei jedoch eine Verteidigungsmöglichkeit des Gegners und konnte im weiteren Verlauf die Minusfigur nicht mehr kompensieren. Aus den letzten drei Runden holte Eva dann noch zwei Punkte und landete somit mit 4 Punkten auf Rang 20.
Für Maxi ging es in der U14 gut los und er konnte die ersten beiden Runden für sich entscheiden. In Runde drei bekam er es mit dem späteren Turniersieger Tobias Schoepe (FC Ergolding) zu tun. Es wurde unterschiedlich rochiert und entsprechend entwickelte sich ein spannender Kampf um den gefährlicheren Angriff. Mit ablaufender Bedenkzeit entschied sich Maxi für einen zweifelhaften Abtausch, der dem Gegner die b-Linie öffnete, geriet dann aber im Zentrum derart unter Druck, dass die Stellung auseinanderbrach. Nach einer weiteren Niederlage die insbesondere auch der schlechteren Zeiteinteilung geschuldet war, konnte Maxi die beiden folgenden Partien gewinnen. Dabei hatte er aber in Runde sechs Glück, da sein Gegner im Remisendspiel trotz besserer Zeit eine Qualität einstellte. Zuvor gab es eine spannendes Endspiel mit jeweils T+L zu sehen, bei der beide Spieler abwechselnd gefährliche Freibauern schufen und die gegnerischen neutralisieren mussten. In der letzten Runde eroberte Maxi gegen Yannick Häusler (Spvgg Stetten) per Abzugsangriff einen Bauern, jedoch bekam der Gegner dafür beide Türme mit tempo auf die zweite Reihe. Da Maxi aber seinerseits Drohungen hatte wählte der Stettener die sichere Variante und gab Dauerschach. Damit landete Maxi mit sehr guten 4,5 Punkten auf Rang neun.
Dagegen verpasste Simon mit 3,5 Punkten auf Platz 17 das angestrebte Ziel vier Punkte. Knackpunkt war nach 2/3 zum Auftakt die vierte Runde in der er sich mit Mehrfigur in einer hochtaktischen Stellung relativ plump mattsetzen ließ. Auch in der letzten Runde wäre mehr drin gewesen, doch nach einem Fehler rettete er sich in ein Endspiel S gegen L + Randbauer und reklamierte kurz vorm Blättchenfall remis.
In der Gesamtwertung verlor Simon leider noch einige Plätze und landete mit 31 Punkten auf Rang neun. Maxi – mit nur zwei gespielten Turnieren – wurde mit 22 Punkten Zwölfter.
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