Bezirks-Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2017

Posted by Kevin in Saison 17/18, Senioren 17/18 | Kommentare deaktiviert für Bezirks-Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2017

An den diesjährigen Bezirks-Blitz-Mannschaftsmeisterschaften, die am 15. Oktober zum wiederholten Male im Südstadtforum in Nürnberg über die Bühne gingen, nahmen 14 Mannschaften teil, darunter erneut auch ein Team unseres Vereins. In der Mitte der Setzliste angesiedelt und im Vergleich zu unserem erfolgreichen Schnellschachabenteuer Mitte September nur geringfügig verändert – Lorenz und Jozef tauschten einvernehmlich die Plätze –, wollten wir die Vorqualifikation (Rang 1-7) für die kommende Saison anpeilen und gerne auch den ein oder anderen Favoriten ein wenig ärgern.

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Dass dies ein schwieriges Unterfangen werden würde, wurde gleich zu Beginn offenbar, standen wir doch nach drei gespielten Runden noch immer mit leeren Händen da. Schon in der ersten Runde kam es zum Derby mit Postbauer-Heng, das wir diesmal mit 1,5:2,5 verloren geben mussten. Erwin meldete früh seine Niederlage, und auch ich musste nach einem Figureneinsteller bald darauf die Segel streichen. Lorenz erkämpfte sich im Turmendspiel mit Minusbauer zumindest noch ein Remis, sodass es Jozef vorbehalten war, seinen Materialvorteil in den ersten und in dieser Runde auch einzigen Neumarkter Brettsieg zu verwandeln.
Besser wollten wir es anschließend in Runde zwei im Duell mit der zweiten Erlanger Mannschaft machen, doch am Ende stand auch hier eine 1:3-Niederlage zu Buche. Erwin überspielte seinen Gegner am vierten Brett souverän, während Jozef, Lorenz und ich selbst uns unisono geschlagen geben mussten. Ich hatte dabei in der Eröffnung zwei Züge vertauscht, was ich im weiteren Verlauf nie vollständig reparieren konnte; mit ablaufender Bedenkzeit war die Stellung dann endgültig nicht mehr zu halten. Lorenz hingegen hatte nach eigener Aussage seinen Kadertrainer Thomas Walter bereits an die Wand gespielt, bevor er dann in Zeitnot leider nicht mehr die richtigen Züge fand und am Ende sogar noch eine Niederlage quittieren musste.
Gegen den amtierenden bayerischen Vizemannschaftsmeister im Blitzschach, den SC Noris-Tarrasch Nürnberg, gab es in der dritten Runde nichts für uns zu holen. Alle Partien gingen relativ deutlich zugunsten der vier Nürnberger FIDE-Meister aus; immerhin sollte das aber unsere einzige 0:4-Klatsche an diesem Tage bleiben.

Tatsächlich gelang uns dann auch postwendend die Revanche, als wir in Runde vier die zweite Garnitur von Gastgeber SW Nürnberg Süd mit 4:0 auf die Bretter schicken konnten. Von den Partien unserer Spieler habe ich allerdings nicht viel mitbekommen, da ich selbst bis zum Ende kämpfen musste, bevor der Blättchenfall meines Gegners mir meinen ersten Punktgewinn nach einer „großen Rochade“ zum Auftakt bescherte.
In der fünften Runde konnten wir nachlegen und die SF Fürth ebenfalls deutlich mit 3,5:0,5 bezwingen. Jozef und Erwin überspielten ihre Kontrahenten, während Lorenz sich in unübersichtlicher Stellung bei beiderseitiger Zeitnot mit seinem Gegner auf Unentschieden einigte. Am Spitzenbrett hatte ich schon aus der Eröffnung heraus eine klar überlegene Stellung erreicht, was alsbald in Materialgewinn resultierte. Zwar machte ich mir danach das Leben selbst noch unnötig schwer und ließ mein Gegenüber wieder in die Partie zurückkommen, konnte am Ende dann aber doch den ganzen Punkt einfahren.
Runde sechs brachte den dritten Mannschaftserfolg nacheinander, wobei uns mit dem SC Forchheim niemand Geringeres als der amtierende mittelfränkische Mannschaftsmeister im Blitzschach gegenübersaß. Im Vergleich zu ihrem Triumph im Januar waren die Forchheimer diesmal zwar schwächer aufgestellt, uns aber nominell immer noch deutlich überlegen. Dennoch gingen wir überraschend in Führung, da es mir gelungen war, den zentralen Gegenstoß von FM Manfred Heidrich als verfrüht nachzuweisen. Die weißen Figuren waren in der Folge deutlich aktiver als die schwarzen, was alsbald zu Materialgewinn führte und der Partie so ein schnelles Ende bereitete. Kurze Zeit später erhöhte Erwin auf 2:0, und da auch Jozef seine Partie gewinnen konnte, änderte die abschließende Niederlage von Lorenz, der im Endspiel noch lange gekämpft hatte, letztlich aber keinen Fehler seines Gegners mehr hatte provozieren können, nichts mehr an unserem unerwarteten Erfolg über den Meister.

Gegner der siebten Runde war der SC Jäklechemie, der ebenfalls mit 3:1 besiegt werden konnte. Den Siegen an den Weißbrettern durch Lorenz und Erwin standen zwei Schwarzremisen durch Jozef und mich gegenüber. Dabei hatte ich ausgangs der Eröffnung eine sehr angenehme Stellung erreicht, ehe mich ein Überseher einen wichtigen Bauern kostete und ich noch lange ums Remis kämpfen musste.
Zur achten Runde erwartete uns nun die starke erste Mannschaft des Ausrichters, der wir uns aber dennoch nicht geschlagen geben mussten. Nach einem Remis von Erwin teilte auch ich selbst am Spitzenbrett mit FM Johannes Fischer den Punkt, nachdem ich zuvor aus meiner klar vorteilhaften Stellung nicht genug herausgeholt hatte und nun allmählich in Zeitnot zu geraten drohte. Jozef brachte uns im Anschluss einmal mehr an diesem Tage in Führung, doch leider konnte Lorenz das Endspiel mit zwei Minusbauern trotz ungleichfarbiger Läufer auf Dauer nicht halten. Unterm Strich stand somit also ein 2:2 zu Buche, wobei wir dem Mannschaftssieg sicher näher waren als unsere klar favorisierten Kontrahenten.
Für Runde neun galt die Devise, dass jeder halbe Brettpunkt ein Erfolg sein würde, denn wir trafen auf den Topfavoriten SC Erlangen 1, der an keinem Brett weniger als 2300 DWZ-Punkte auf die Waage brachte. Entsprechend schnell standen Erwin und Lorenz dann leider auf verlorenem Posten, woraufhin Jozef ein Remisgebot von FM Florian Ott erhielt, welches er auch annahm. Meine Begegnung mit Alexander Hilverda konnte ich lange Zeit offen gestalten und hätte an einer Stelle sogar in Vorteil kommen können, was allerdings nicht leicht zu sehen war. So befand sich die Stellung immer noch im dynamischen Ausgleich, als mir mit beginnender Zeitnot ein unnötiger Figureneinsteller unterlief und ich mich geschlagen geben musste.

Einen Rückschlag galt es nach der zehnten Runde zu verdauen, als wir gegen die nominell hinter uns eingestufte Mannschaft des SC Ansbach mit 1:3 unterlagen. Den Anfang machte dabei Erwin, der seinen König im Schach stehen ließ, weil er ihn auf einem anderen Feld wähnte, als dieser sich tatsächlich befand. Ich lieferte meine schwächste Partie an diesem Tage ab und wurde, obwohl ich die weißen Steine führte, von meinem Gegner einfach zusammengeschoben. Auch Lorenz hatte ein verlorenes Endspiel auf dem Brett und gab auf, als sein Gegner einen letzten Patttrick durchschaute. Jozef hatte im Mittelspiel das Kommando übernommen und setzte seinen Kontrahenten immer weiter unter Druck, bis dieser schließlich bei ablaufender Bedenkzeit zusammenbrach.
Gegen die erste der beiden Mannschaften der SG Fürth mussten wir in Runde elf eine weitere Niederlage hinnehmen. Zwar konnte ich uns durch einen unerwartet glatten Erfolg am Spitzenbrett rasch in Führung bringen; nach Niederlagen von Erwin, Jozef und Lorenz hieß es am Ende aber trotzdem 1:3, womit unsere zweite „große Rochade“ an diesem Tage perfekt war.
Die zwölfte Runde bescherte uns gleich im Anschluss das Duell mit der Fürther Jugendmannschaft, die allerdings unter anderem auch gegen die etatmäßige erste Mannschaft des eigenen Vereins die Oberhand behalten hatte – wir waren also gewarnt. Erwin legte mit einem souveränen Sieg vor, der bald darauf von mir ausgebaut wurde, nachdem mein Gegner in komplizierter Stellung einen ungültigen Zug gemacht hatte. Zwar musste sich Lorenz wenig später mit Joseph Homi einem „alten Bekannten“ geschlagen geben, doch Jozef hatte sich materiellen Vorteil erspielt und verwertete diesen im Endspiel routiniert zum 3:1-Endstand für den SKN.

Zum Abschluss der Meisterschaften stand nun in der dreizehnten Runde noch die Begegnung mit dem SC Heilsbronn auf dem Programm, der Überraschungsmannschaft des Turniers, die sich als späterer Drittplatzierter sogar die Qualifikation für die bayerische Ebene sichern konnte. Trotz eines verheißungsvollen Auftakts mit einem Sieg von Lorenz und einem Remis durch Erwin sah es ganz danach aus, als würden auch wir uns den Heilsbronnern beugen müssen, denn sowohl Jozef als auch ich selbst waren in Schwierigkeiten geraten. Während meine Stellung dann leider irgendwann nicht mehr zu halten war, hoffte Jozef im Endspiel mit Minusfigur und Zeitnachteil noch auf einen Patzer seines Kontrahenten, welcher kurz vor dem Blättchenfall unseres Spielers dann auch tatsächlich eintrat: Patt und damit 2:2!

In der Endabrechnung belegten wir nach diesem Unentschieden mit 12:14 Mannschafts- und 25,5 Brettpunkten den neunten Tabellenplatz unter vierzehn Mannschaften, womit wir unser Ziel der Vorqualifikation für das kommende Jahr leider knapp verfehlt haben. Eifrigster Punktesammler unseres Teams war diesmal Jozef an Brett drei mit 8,5 Punkten aus dreizehn Partien, gefolgt von Erwin, der am vierten Brett sieben Punkte erzielen konnte. Lorenz an Brett zwei und ich selbst am Spitzenbrett blieben mit vier beziehungsweise sechs Punkten leider unter der Marke von fünfzig Prozent und hätten beide sicher gerne noch etwas mehr geholt. Hoffentlich auf ein Neues im nächsten Jahr!

Kevin Beesk

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