1. Mannschaft in der Bezirksliga 2b: DRAMA bei Noris-Tarrasch

Posted by Kevin in Saison 17/18, Senioren 17/18 | Kommentare deaktiviert für 1. Mannschaft in der Bezirksliga 2b: DRAMA bei Noris-Tarrasch

Diesen Wettkampf irgendwie in Worten zu fassen, ist wirklich nicht einfach…
Zuversichtlich, unser erklärtes Ziel, den Aufstieg, heute klar zu machen, fuhren wir zu unserem Gegner Noris-Tarrasch Nürnberg. Schönes Wetter, gute Laune, Zuversicht, der Wettkampf konnte beginnen.
Nach einem Blick auf die Aufstellung unseres Gegners konnte man schon sehen, um was es für Noris-Tarrasch ging. Sie boten ziemlich alles auf, um den Abstieg zu verhindern, an Brett 1 ihren Spitzenspieler Florian Walter, dazu 2 Ersatzspieler, die sicher mindestens gleichwertig, wenn nicht besser als ihre Stammspieler sind.

Fangen wir mal an mit dem Verlauf des Wettkampfes, der sich bis 20 Uhr hinzog.
Nach ca. 2 Stunden ging ich mal durch die Reihen und schaute mir die einzelnen Stellungen an. An Brett 1 spielte Kevin Beesk gegen Florian Walter, und was man sah, schaute sehr gut aus. Brett 2 Jozef Smyk gegen Dimi Vogiatzis, wie immer spielte Dimi gnadenlos auf Angriff und zwischenzeitlich hatte Jozef die Partie einigermaßen im Griff. Brett 3 Lorenz Schilay gegen Carlos Corral, zu diesem Zeitpunkt schwer abzuschätzen, einigermaßen ausgeglichen. Brett 4 Erwin Hirn, der Schreiber dieses Berichtes, gegen Hermann Krauß, absolut ausgeglichene Stellung. Brett 5 Martin Simon gegen Manfred Lutzky, hier brannte das Brett, eine Prognose schwierig. Brett 6 Matthias Bothe gegen Alisa Semenova, hier war schon abzusehen, dass Matthias in Vorteil kommt. Brett 7 Wolfgang Brunner gegen Harald Lenz, ziemlich ausgeglichen. Brett 8 Andreas Niebler gegen Klaus Kelm, ebenso wie Brett 7 ziemlich ausgeglichen. Alles in allem schaute es nicht schlecht aus.

Nach einer weiteren Stunde fielen die ersten Entscheidungen. An Brett 2 hatte sich Jozef komplett befreit und er bot seinem Gegner Remis an, was Dimi auch annahm. 0,5 – 0,5

An Brett 5 hatte Martin die Dame gegen 2 Türme gegeben und stand sehr gedrückt, er fand dann aber einen Weg, um sich zu befreien, und bot seinem Gegner Remis an, auch dieser nahm das Angebot an. Stand 1 – 1.

An Brett 3 hatte ich gegen Hermann Krauß die Türme getauscht und damit die Gefahr abgewendet, dass er damit einen Angriff auf dem Königsflügel starten kann. Die Stellung war komplett ausgeglichen, und als ich sah, dass Matthias inzwischen klar auf Gewinn stand und es an Brett 7 und 8 inzwischen auch sehr gut ausschaute, bot ich ihm Remis an. Er verbrauchte fast seine komplette Zeit und nahm es dann an. 1,5 – 1,5.

Nachdem ich nun Zeit hatte, schaute ich mir die Partien genauer an und hatte den Eindruck, dass dieser Wettkampf zu unseren Gunsten ausgehen sollte. Also erstmal raus an die Luft, mit Jozef eine rauchen. Beide waren wir zuversichtlich, dass der Aufstieg heute festzumachen war. Nun aber ging das Drama los…

Als wir reingingen und uns umschauten, traute ich meinen Augen nicht. An Brett 6 hatte Matthias seine eigentlich klar gewonnene Stellung komplett vergeigt und stand trotz der großen Zeitnot seiner Gegnerin mit einer Figur weniger da, zwar mit 2 Bauern dafür, aber ob dies noch für Remis gereicht hätte, ist zweifelhaft. Er bot seiner Gegnerin daraufhin Remis an, was sie sicher aufgrund der Zeitnot annahm. Stand 2 – 2.

Auch an Brett 3 war Lorenz nun auf Abwege geraten und hatte eine Figur weniger in sehr schwieriger Stellung. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis er dann die Partie aufgab. Stand 2 – 3.

Es liefen noch 3 Partien, an Brett 7 und 8 hatten beide Gegner die falsche Entscheidung getroffen und eine Figur abgetauscht, die eigentlich für die Stellungen enorm wichtig war, also an beiden Brettern gute Gewinnchancen. An Brett 1 spielte Kevin, nachdem sein Gegner in der Eröffnung zeitlich und spielerisch alles aufbieten musste, um die Stellung zu halten, nun in einem Endspiel mit Turm und Springer gegen 2 Türme, Kevin hatte 2 Mehrbauern, wobei abzusehen war, dass einer davon verloren geht. Diese Stellung abzuschätzen, ist sicher eher was für Computer oder Großmeister, ich kann hier keine Wertung abgeben.

An Brett 8 hatte Andreas nach dem Turmtausch in einem Bauernendspiel mit seinem Springer gegen Läufer sich große Vorteile erkämpft. Alle Bauern auf schwarze Felder gegen den weißfeldrigen Läufer und nun Zug um Zug die Stellung verbessert. Nachdem er auf dem Königsflügel die Bauern bis auf je einen getauscht hatte, auf zum Damenflügel und mit ganz routiniertem Schach den Sack zugemacht. Stand 3 – 3.

Inzwischen hatte an Brett 7 Wolfgang seinen Gegner so weit, dass er ihn mit einer schönen Kombi dazu zwang, je einen Turm und Läufer zu tauschen, aber mit dem großen Vorteil von 2 Mehrbauern. An Brett 1 hielt Kevin die Stellung zusammen und schaffte es bis auf einen je 1 Bauern, diese abzutauschen. Also, so wie es ausschaute, im schlechtesten Fall 4 – 4…

Wieder zu Brett 7, Wolfgang hatte nun 5 verbundene Bauern gegen 3 Bauern und je einen Turm, eigentlich sollte dies schon reichen, auch weil er den gegnerischen König auf die 7. Reihe gezwungen hatte. Auch zeitmäßig war er seinem Gegner weit voraus, nun aber begann Wolfgang sichtlich nervös zu werden und zog hin und her und hin und her, obwohl der Gewinnweg eigentlich schon ersichtlich war. Die Zeit verrann und man sah das Unglück kommen, nochmal zog Wolfgang kopfschüttelnd hin und her, bis sein Gegner dreimal gleiche Stellung reklamierte; da ich die ganze Zeit zuschaute, war mir das eigentlich auch schon bewusst geworden. Die Uhr wurde abgestellt und die Partie nachgespielt… Was rauskam, kann man sich denken, dreimal gleiche Stellung, Remis.
Für Wolfgang tut es mir sehr leid, er war ja auch heuer wieder absoluter Punktesammler ohne Niederlage, aber ich glaube, er hatte heute einfach nicht die Nerven, um das Ding sicher nach Hause zu bringen. Stand 3,5 – 3,5.

Nun lief noch die Partie an Brett 1, trotz großer Mühe und Gegenwehr gelang es Kevin nicht, das nun notwendige Remis einzufahren. Wie bereits geschrieben, kann ich es einfach nicht einschätzen, wie solche Stellungen einzuschätzen sind. Natürlich hatte sein Gegner eine Qualität mehr, aber selbst wenn ein Fachmann oder Computer dies als Remis einschätzen würde, muss dies erst mal am Brett gespielt werden. Endstand 3,5 – 4,5

Wenn man die 3 letzten Spieltage betrachtet, ist es natürlich sehr bitter, welche Chancen wir vergeben haben, der Aufstieg könnte längst besiegelt sein. Jeder trägt sicher sein Scherflein dazu bei. Wenn man sieht, dass Heideck auch nur Unentschieden gespielt hat, ist diese Niederlage umso bitterer. Jetzt heißt es zittern bis zum letzten Spieltag, ob Heideck noch einen Punkt abgibt. Der einzige Vorteil für uns ist, dass Anderssen die Punkte unbedingt gegen einen Abstieg braucht. Hoffen wir auf einen „Schachgott“, der Mitleid mit uns hat…

Erwin Hirn

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