Aussetzung des Vereinsbetriebs

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Aufgrund der Corona-Pandemie ist unser Vereinsheim bis auf Weiteres geschlossen und sämtlicher Trainings- und Spielbetrieb ausgesetzt.

In der Zwischenzeit bieten wir wieder einen virtuellen Vereinsabend freitags ab 19h auf unserem Discord-Server an.

Mitropa-Online-Cup 2021

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Der im Jahr 2020 geplante Mitropa-Cup in Davos (Schweiz) wird nun vom 4. – 12. Mai als Hybrid-Turnier gespielt. Dabei treffen sich die Spieler der zehn Nationalmannschaften dezentral in ihrem jeweiligen Land und tragen die Partien unter Schiedsrichteraufsicht online aus. Die deutschen Herren spielen mit einer Perspektiv-Mannschaft bestehend aus IM Ashot Parvanjan, FM Ruben Gideon Köllner und FM Alexander Krastev. Komplettiert werden sie von den beiden GMs Daniel Fridman und dem in Parsberg lebenden Michael Prusikin, die als Trainer beider Teams fungieren. Im Frauen-Team – FM Jana Schneider (die Anfang April die DSB-Kader-Challenge gewonnen hat, WGM Hanna Marie Klek, WIM Annmarie Mütsch, WGM Melanie Lubbe und WIM Fiona Sieber – sind ebenfalls drei Spielerinnen Jahrgang 2000 und jünger.

Spielbeginn ist jeweils um 15h, die letzte Runde am 12.05. fängt um 10h an, GM Klaus Bischoff kommentiert die Partien auf SchachdeutschlandTV.

Turnierseite

Für die deutschen Damen lief das Turnier bislang hervorragend. Nach drei Siegen gegen die Schweiz (3:1), Österreich (2,5:1,5) sowie Kroatien (3:1) liegt man zusammen mit den topgesetzten Italienerinnen an der Spitze.
Die Erfolgsserie riß unglücklich in Runde vier mit einem 1,5:2,5 gegen Ungarn. Danach folgten ein 3:1 über Slowenien sowie ein glattes 4:0 gegen die Slowakei, so dass man mit 10:2 Punkten auf Rang zwei liegt, einen Zähler hinter dem morgigen Gegner Italien.
Die Herren mussten nach einem 3:1 Auftakterfolg über die Schweiz eine empfindliche 0,5:3,5 Niederlage gegen Österreich hinnehmen. Dank eines 3:1 gegen Kroatien liegt man nach einem Drittel auf Rang drei, einen Punkt hinter Tschechien und Frankreich.
In der vierten Runde gab es einen überraschenden 3:1 Erfolg über Ungarn und tags darauf einen ausgeglichenen Wettkampf gegen Slowenien mit vier Unentschieden. Dagegen musste man gegen die Slowakei mit 1:3 die zweite Niederlage hinnehmen. Damit liegt man mit 7:5 Punkten derzeit auf Rang fünf und bekommt es nun mit Drei der Top-4 zu tun.
Im letzten Turnierdrittel geht es noch gegen Italien, Tschechien und Frankreich.

Quarantäne-Liga

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Seit dem 15. März gibt es auf Lichess die Quarantäne-Liga. Bei der 21. Auflage am 26. April war auch das Team des „SK Neumarkt“ erstmals am Start, das seitdem jeweils donnerstags und sonntags zwei Stunden lang gegen Mannschaften aus der ganzen Welt um Arena-Punkte kämpft.

UPDATE 06.05.:
Eine gute Leistung zeigten wir in der Liga 15C, waren stets auf den Aufstiegsrängen zu finden und lagen 20 Minuten vor dem Ende 15 Punkte vor dem Viertplatzierten. Doch dann gaben die Verfolger nochmal mächtig Gas und am Ende verpassten wir als Vierter mit 97 Zählern den Aufstieg. Top-Scorer war Sebastian Mösl mit 32 Punkten (10/13), der mit 2323 erstmals eine Leistung über 2300 spielte, vor Martin Simon mit 20 (7/12 – Leistung 2112), Erwin Hirn mit 19 (8,5/14 – Leistung 2119), Tino Müller mit 17 (5/10 – Leistung 2067) sowie Mattias Birkner mit 9 (4,5/13).

Freitag 07.05. 19h: SF Tegernheim 50 Jahre Schach Teamkampf (5+5)
Sonntag 09.05. 20:01h: Quarantäne-Liga 15C (3+0)

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Champions Chess Tour 2021 (5) – New In Chess Classic

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Die fünfte Etappe der Champions Chess Tour findet vom 24. April – 02. Mai statt. Das New In Chess Classic überschneidet sich dabei mit dem Kandidatenturnier, so dass die Finalisten der letzten Etappe Giri und Nepo genauso wie weitere Hochkaräter diesmal nicht mit von der Partie sein werden. Aber mit den bisherigen Etappen-Siegern So und Radjabov, Weltmeister Carlsen, WM-Herausforderer Karjakin, Nachwuchsstar Firouzja (17) usw. ist hochklassiges Schach garantiert. Gespannt sein darf man auf das CCT-Debüt vom Sieger der ersten Etappe der Challengers Chess Tour Praggnanandhaa (15).

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 19h.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 3

Auch bei der fünften Etappe der CCT heißt der Sieger der Vorrunde Magnus Carlsen. An allen drei Tagen holte er 3,5/5 und blieb dabei ungeschlagen. Sechs Siege und neun Unentschieden bedeuteten wie zuletzt beim Magnus Carlsen Invitational 10,5 Punkte. Allerdings nutzte Carlsen der souveräne Sieg in der Vorrunde bislang nichts, läuft er doch dem ersten Turniersieg bei der CCT noch hinterher. Auch Hikaru Nakamura blieb ungeschlagen und kam mit 9,5 Punkten auf Rang zwei vor dem punktgleichen Shakhriyar Mamedyarov, der mit den meisten Siegen (7) erstmals die KO-Phase erreicht hat. Ein zweites neues Gesicht in den Playoffs ist Quang Liem Le, der mit 8,5 Zählern Siebter wurde. Die weiteren Qualifizierten sind der zweifache Etappen-Sieger Wesley So (4./9 Punkte), der sich nach schwerem Start mit drei Niederlagen aus den ersten sechs Partien zurück nach vorne kämpfte, Levon Aronian (5./9 Punkte), Alireza Firouzja (6./ 8,5 Punkte) sowie Etappen-Sieger Teimour Radjabov (8./8,5 Punkte), der nach Tag eins mit 4/5 in Front gelegen hatte, aber in der letzten Runde noch ein Remis gegen Vidit Gujrathi zur Quali benötigte. Vidit war derweil lange auf Kurs sich erstmals für die KO-Phase zu qualifizieren, lag nach acht ungeschlagenen Partien mit 5 Punkten auf Platz vier. Aber der vergebene Sieg gegen seinen Landsmann Praggnanandhaa in Runde acht brachte ihn aus der Spur und nach vier Niederlagen in Folge waren die Quali-Plätze außer Reichweite. Nachwuchsstar Pragg zeigte bei seinem CCT-Debüt eine bärenstarke Leistung und spielte auch gegen die großen Namen forsch auf Sieg. Gleich zum Auftakt bezwang er Jan-Krzysztof Duda und gewann auch gegen „Verteidigungsminister“ Sergey Karjakin, da er in einer taktischen Variante einen Zug weiter gerechnet hatte. Damit lag er nach Tag eins mit 3/5 auf dem geteilten vierten Platz. Die Ausbeute an Tag zwei mit 1,5 Zählern – darunter ein Erfolg über Radjabov – war dann zu gering für eine gute Ausgangslage um sogar um die Playoffs mitspielen zu können. In den letzten drei Partien holte er jeweils ein Unentschieden gegen Carlsen, Nakamura und Firouzja, wobei er auch den Weltmeister unter Druck setzte. Mit sieben Punkten kam Pragg auf einen guten zwölften Platz. Zwei Ränge vor ihm wurde punktgleich Aryan Tari bester Debütant, Gawain Jones (3) und Johan-Sebastian Christiansen (1,5) beendeten ihre erste CCT-Teilnahme auf den Plätzen 15 und 16.

Am ersten Tag des Viertelfinales endeten alle vier Partien zwsischen Carlsen und Radjabov remis, wobei der Weltmeister Glück hatte, dass ihn Radjabov in der zweiten Partie nochmal vom Haken ließ. Tags darauf hatte Carlsen alles unter Kontrolle, gewann die zweite Partie mit druckvollem Spiel von Anfang an und geriet in den restlichen Spielen nie in Gefahr.
Wesley So wurde in der Auftaktpartie gegen Aronian ein Mouseslip zum Verhängnis und auch Partie zwei ging verloren. Hier hatte er sich auf seinen Mattangriff verlassen, doch Aronian konterte mit einer Unterverwandlung in einen Springer und da dies mit Schach erfolgte war es nun der schwarze König der im Mattnetz zappelte. So verkürzte nochmal auf 1:2, aber auch in der vierten Partie schlug der Taktikhammer nochmal zu und Aronian gewann mit zwei Leichtfiguren für einen Turm das erste Match. Am zweiten Tag gab es die ersten beiden Unentschieden zwischen den beiden, was So noch mehr unter Druck setzte. Die Entscheidung fiel in der dritten Partie als So eine Figur stehen ließ, um mit beiden Türmen auf die zweite Reihe zu kommen. Aber Aronian konnte in ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern abwickeln und So gab sich geschlagen.
Erstaunlich einseitig verlief das Duell zwischen Mamedyarov und Firouzja. Das Top-Talent hatte schon in der Vorrunde gegen Mamedyarov verloren und bekam im Match kein Bein auf den Boden. Meist kam er schon schlecht aus der Eröffnung und übersah ungewöhnlich viele taktische Möglichkeiten. Mamedyarov gewann Partie eins und nach einem Remis schien die Entscheidung nach einem Qualigewinn in Partie drei bereits gefallen. Zwar zog Firouzja nochmal den Kopf aus der Schlinge und in Partie vier hatte er erstmals eine vorteilhafte Stellung erreicht, doch wenige Züge später befand er sich erneut auf der Verliererstraße. Tag zwei ging schnell über die Bühne. In Partie zwei wurden schnell die Züge wiederholt und die beiden Weißpartien stellte Firouzja ein.
Nakamura konnte die Auftaktpartie gegen Le gewinnen und brachte seinen Vorsprung mit drei ungefährdeten Unentschieden nach Hause. Großes Spektakel gab es dafür zu Beginn von Tag zwei: Le opferte eine Figur und bot in der Folge weiteres Material an. Nakamura gelang es die erste Angriffswelle abzuwehren und Dauerschach von ihm war nun die objektiv beste Bewertung der Engine. Aber Le gab einen Turm um aus dem Dauerschach rauszukommen, was Nakamura klar in Vorteil brachte. Doch im weiteren Verlauf war die Stellung mal 0.00, dann zu Gunsten von Le, wiederum 0.00 und am Ende doch noch gewonnen für Nakamura. Die zweite Partie konnte Nakamura in ruhigem Fahrwasser halten, aber danach war Le erneut am Drücker mit zwei Mehrbauern im Doppelturmendspiel. Nach langem Kampf verflachte der Vorteil, aber nach dem Tausch eines Turmpaars verpasste Le seine letzte Chance, als er den Übergang in ein gewonnenes Bauernendspiel übersah.

Carlsen – Radjabov 2:2 2,5:1,5
So – Aronian 1:3 1:2
Mamedyarov – Firouzja 3:1 2,5:0,5
Nakamura – Le 2,5:1,5 2:1

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Aronian ging in der ersten Partie des Halbfinales die Sache mit Schwarz gleich aggressiv an und gewann tatsächlich einen Bauern. Aber Carlsen reduzierte das Gewinnpotential und rettete sich im Damenendspiel ins Dauerschach. Nach einem ereignislosen Unentschieden, musste sich Carlsen mit Weiß erneut um Ausgleich bemühen. Im Damenendspiel hätte Aronian die Züge wiederholen können, tauschte aber die Damen und brachte sich mit dem folgenden Bauernzug umgehend auf die Verliererstraße. Doch Aronian gelang es in der letzten Partie des Tages im Endspiel den schwarzen Monarchen einzuschnüren und zum 2:2 auszugleichen. Es war Carlsens erste Niederlage in der 27. Partie des Turniers!
Tag zwei sah zunächst ein komplett ausgeglichenes Remis, ehe Carlsen in Partie zwei eine feine Kombination auspackte. Allerdings verpasste er es den Sack zuzumachen und nachdem er eine Verteidigungsressource übersehen hatte, konnte er mit eienr Minus-Quali froh sein, dass Aronian aufgrund seiner gerignen Bedenkzeit die Züge wiederholte. Dafür lief die folgene Partie ganz in seinem Sinne und wie schon Tags zuvor ging er mit 2:1 in Führung. Diesmal hatte er zum Abschluss Weiß und Aronian griff schon im sechsten Zug zu g5. Carlsen ließ aber keinen Angriff zu und bald war es Schwarz der Materialverlust nicht mehr verhindern konnte.

Im Duell zwischen Nakamura und Mamedyarov gab es am ersten Tag vier entschiedene Partien. Zum Auftakt konnte Mamedyarov den Druck am Damenflügel nie abschütteln und musste letztlich eine Figur geben. Umgekehrt war es in der folgenden Partie und Mamedyarov kam mit druckvollem Spiel zum Ausgleich. Erneut konnte Nakamura in Führung gehen, nachdem Mamedyarov eine Taktik der einfacheren Art übersehen hatte. Doch diesmal konnte Mamedyarov nicht zurückschlagen. Er opferte eine Quali um die Königsstellung zu öffnen, aber Nakamuras Verteidigung hielt stand.
Hatta Nakamura an sechs Turniertagen von 26 Partien nur eine gegen Mamedyarov in derem ersten Match verloren, ging Match zwei unerwartet mit 0:3 verloren. Dabei war Nakamura in den ersten beiden Partien jeweils lange Zeit besser gestanden. Zum Auftakt griff er letztlich im Damenendspiel daneben, in der folgenden Partie büßte er eine Figur ein. In Partie Nummer drei musste Nakamura gewinnen, doch Mamedyarov hatte die Lage stets im Griff und erzwang einen Blitz-Tiebreak. Da beide Blitzpartien nie das Gleichgewicht verließen musste eine Armageddon-Partie die Entscheidung bringen, bei der Nakamura die schwarzen Steine wählte. Mamedyarov kam gut aus der Eröffnung, fand dann aber keinen guten Plan gegen Nakamuras Aufbau. Er verbrauchte seinen Zeitvorsprung, verlor einen Bauern und Nakamura machte die Türe nicht mehr auf.

Carlsen – Aronian 2:2 3:1
Nakamura – Mamedyarov 3:1 0:3 2:1

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Im lange nicht mehr gesehenen Finale zwischen Carlsen und Nakamura kam Carlsen in der ersten Partie einem gewinnversprechenden Vorteil nahe, aber Nakamura verteidigte ein schwieriges Endspiel. Nach einem weiteren Unentschieden war es wiederum Carlsen, der mit den weißen Steinen eine aussichtsreiche Stellung auf dem Brett hatte. Allerdings übersah er in einer Schlagvariante eine Verteidigungsressource und musste fortan mit zwei Bauern für eine Figur spielen. Aber auch Nakamura griff noch einmal fehl, Carlsen gewann die Figur zurück und in der Folge das Damenendspiel nach 90 Zügen. Zum Abschluss von Tag eins war Nakamura drauf und dran auszugleichen, aber er verlor seinen Vorteil und später die Partie. Zum Auftakt von Match zwei erspielte sich Nakamura einen noch größeren Vorteil, aber an einer Stelle hätte Carlsen die Partie für sich entscheiden können. Er wählte eine Variante die ausgleicht, griff aber kurz danach fehl und Nakamura ging in Führung. Diese hätte er danach versuchen können auszubauen, wiederholte aber in etwas besserer Stellung die Züge. Dies nutzte Carlsen umgehend mit einem fein vorgetragenen Königsangriff zum Ausgleich. Damit reichte dem Weltmeister ein Remis in der letzten Partie, die er von Anfang an dominierte und sich somit seinen ersten Sieg auf der CCT sicherte.

Im Kampf um Platz drei ließen es Aronian und Mamedyarov richtig krachen und es gab vier Schwarzsiege im ersten Match. Tags darauf ließ Mamedyarov einen weiteren Erfolg mit den schwarzen Steinen folgen, forcierte ob der Ereignisse des Vortags dann aber ein Remis mit Weiß. In der dritten Partie schlug er dann wiederum mit Schwarz zu und sicherte sich somit Rang drei. In den Playoffs hatte er somit 12 der 19 Partien gewonnen (bei vier Remis).

Carlsen – Nakamura 3:1 2:2
Aronian – Mamedyarov 2:2 0,5:2,5

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

Bayerische Online Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2021

Posted by Sebastian in Online-Schach, Saison 20/21 | Kommentare deaktiviert für Bayerische Online Blitz-Mannschaftsmeisterschaft 2021

An der ersten Bayerischen Online Blitz-Mannschaftsmeisterschaft (3+2) nahmen 33 Mannschaften teil. Unser Team – Kevin Beesk, Ralf Seitner, Sebastian Mösl, Erwin Hirn und Martin Simon – ging von Setzlistenplatz #22 aus ins Rennen.

Zum Auftakt trafen wir auf #6 SC 1868 Bamberg, die in der ersten Runde nur zu Dritt antreten konnten, so dass uns Erwin kampflos in Front brachte. Aber Sebastian stellte früh zwei Bauern ein und auch Kevin geriet im Mittelspiel zusehends unter Druck. Dafür hatte Ralf eine gute Chance zum Ausgleich, doch die Stellung verflachte trotz Mehr-Quali.
In Runde zwei wartete mit #29 SC Windischeschenbach eine junge unterbewertete Mannschaft. Ralf und Erwin brachten uns 2:0 in Front, aber sowohl Kevin als auch Sebastian verpassten ein taktische Chance und verloren ihre Partien noch. Im Anschluss folgte die nächste vermeidbare 1,5:2,5 Niederlage gegen #28 SK Landau-Dingolfing und gegen #28 SC Heilsbronn 1951 kamen wir nicht über ein 2:2 hinaus. Auch in Runde fünf gab es eine Punkteteilung, diesmal gegen #19 SK Kriegshaber.
Den lange ersehnten ersten Sieg feierten wir endlich in Runde sechs mit einem 3:1 gegen #30 SC Königsspringer Dombühl. Diesem ließen wir gleich den nächsten folgen und bezwangen #23 SK Dinkelsbühl ebenfalls mit 3:1, auch wenn es Sebastian als neues persönliches Tageshighlight gelang mit einem ganzen Turm mehr die Partie noch wegzuschmeißen. In Runde acht wurde unser Vorwärtsdrang jedoch von #11 SC Roter Turm Altstadt unsanft mit 4:0 gestoppt, wobei wir uns unisono selbst ein Bein stellten und Erwin seine erste Niederlage hinnehmen musste, nachdem er in gewonnnener Stellung ein einzügiges Matt übersehen hatte.
Nach der 30-minütigen Mittagspause trafen wir auf den #31 SC Ansbach, die ausschließlich mit Jugendlichen antraten. Beim 3:1 Erfolg musste sich nur Kevin Senkrechtstarter Markus Albert, der letztes Jahr sensationell Deutscher U14-Meister wurde, geschlagen geben, nachdem er die ganze Partie über besser gestanden war und in Zeitnot fehlgegriffen hatte. Danach wartete mit dem #26 SK Kelheim 1920 die nächste junge hungrige Truppe. Erwin musste seine zweite Niederlage quittieren, doch Kevin brachte beim Stand von 2:1 sein gewonnenes Endspiel sicher nach Hause.
Durch den vierten Sieg in fünf Runden lagen wir nach zwei Dritteln des Turniers mit erstmals positivem Punkteverhältnis auf Rang zehn. Dafür bekamen wir mit #5 SC Gröbenzell einen Hochkaräter mit einem Schnitt von über 2200 zugelost. Hierbei waren wir beim 0:4 letztlich chancenlos, einzig Sebastian verpasste eine taktische Chance. Im Anschluss ging es gegen den nächsten starken Gegner, #14 SK 1911 Herzogenaurach. In Erwins Partie blieb alles symmetrisch und der Punkt wurde früh geteilt. Dafür ging es an den anderen Brettern wild zu. Martin hatte sich ausgiebig warmgelaufen und war gleich auf der Gewinnerstraße. Allerdings machte er es nach einem Figurenverlust nochmal spannend, aber am Ende ging die Taktik in seinem Sinne auf und der Freibauer auf c7 entschied die Partie. Ralf war schon fast auf den Brettern als sein Gegenüber die Dame hängen ließ, womit der Mannschaftssieg in trockenen Tüchern war. Kevin stand nach einem Quali-Opfer seines Kontrahenten permanent unter Druck und gerade als er sich aus dem Gröbsten befreit hatte, entschied ein Zeitnotfehler die Partie.
Somit waren wir wiederum auf Rang zehn angekommen und durften nun gegen den Setzlistenzweiten FC Bayern München (Schnitt 2326) antreten, wobei wir uns ausgezeichnet verkauften. Zwar war Erwin früh in Probleme geraten, aber an den restlichen Brettern war die Sache nicht so klar. Martin stand lange schlechter, doch dann war er am Drücker bis seine Zeit ablief. Ralf hielt die Partie gegen IM Thomas Reich fast druchgehend im Ausgleich und griff erst im Turmendspiel fehl. Total unübersichtlich war die Stellung die Kevin gegen IM Alexander Belezky auf dem Brett hatte. Optisch schien die Sache in Richtung des Favoriten zu laufen, die Engine gibt Kevin aber durchgehend Vorteil. Mit einem feinen Springerzug öffnete Kevin das Zentrum und plötzlich drohte der gegnerische König in ein Mattnetz zu geraten. Sich schon im Inkrement befindend fand Kevin den sofortigen Gewinn nicht, doch auch danach ist die Stellung +5. Da aber kein einfacher Plan in Sicht war, wiederholte Kevin die Züge zum 0,5:3,5 Endstand.
In der vorletzten Runde kreuzten wir mit dem #10 SC Unterhaching die Klingen. Erwin hielt dem gegnerischen Druck stand und am Ende konnte sein Kontrahent froh über die dreifache Stellungswiederholung sein. Ralf kam früh in Vorteil und spielte die Partie sicher nach Hause. Derweil kam Martin im Mittelspiel vom Weg ab und büßte eine Figur ein. Als der Gegner aber seine Dame verschmähte, gewann er die Figur zurück und es war ein Remisendspiel entstanden. Dort verteidgte Martin mehrere Male die Matt-Drohung, doch ein unachtsamer Moment sorgte für ein bitteres Ende. Dies ereilte auch Kevin, in dessen Partie die Waage in beide Richtungen ausgeschlagen hatte, aber der letzte Fehler verliert halt.
Damit waren wir in dem engen Mittelfeld auf Platz 26 abgerutscht, ein Sieg hätte Rang acht bedeutet. Vorteil der ärgerlichen Niederlage war das Freilos in der letzten Runde, womit wir nochmal einen Sprung machten und das Turnier mit 15:15 Punkten und 29,5 Brettpukten auf einem guten 15.Platz beendeten. Dabei konnten Kevin (4,5/14) und Sebastian (3,5/11) leider nicht an die zuletzt guten Leistungen in der Quarantäne-Liga anknüpfen. Beide nahmen zu viele Geschenke der Gegner nicht an, verteilten dafür aber genügend. Ralf (8,5/14) und Erwin (8/14) waren wichtige Stützen der Mannschaft, Martin holte aus seinen drei Partien einen Punkt.

Endstand

Turnierseite

Kandidatenturnier 2020/21

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Im März 2020 musste das Kandidatenturnier in Jekaterinenburg nach sieben von vierzehn Runden abgebrochen werden. Nun findet vom 19. – 28. April die zweite Hälfte der Suche nach dem nächsten Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen statt.

Alle Runde werden auf Chess24 live kommentiert. Montag, Dienstag und Mittwoch gehört der Weltmeister persönlich zum Kommentatoren-Team, danach übernimmt Judith Polgar. Runde 13 beginnt am Montag um 13h.

Die ersten drei Partien liefen für Nepo sehr günstig: er holte 2/3, während MVL eine Niederlage hinnehmen musste. In Partie Nummer vier hielt Nepo mit einem Remis seinen Verfolger Caruana auf Distanz. Dafür konnte Giri mit einem Erfolg über Ding Liren auf einen halben Zähler an den Spitzenreiter heranrücken. Dagegen musste MVL einen weiteren Rückschlag hinnehmen und unterlag Grischuk. Runde zwölf sah einen wichtigen Sieg von Giri gegen Caruana, aber auch Nepo holte gegen Wang Hao einen ganzen Punkt. MVL wahrte seine Chancen mit einem Erfolg über Alekseenko.

Die vorletzte Runde brachte die Entscheidung über den neuen Herausforderer von Magnus Carlsen. MVL musste gegen Nepo unbedingt gewinnen und versuchte es mit einem Doppel-Fianchetto-Aufbau. Dabei geriet er in eine schlechte Stellung, die er letztlich halten konnte, da Nepo mit Blick auf die Partie seines ärgsten Verfolgers die sichere Variante wählte. Denn Giri hatte gegen Grischuk ob des sich abzeichnenden Siegs von Nepo das Risiko erhöht, was sich nicht bezahlt machte. Da Nepo den direkten Vergleich gegen Giri mit 1,5:0,5 für sich entschieden hatte, steht er mit einem Punkt Vorsprung als Herausforderer im WM Kampf Ende des Jahres (24.11. – 16.12.) fest.
In der letzten Runde unterlag Nepo Ding Liren, der das Turnier mit drei Siegen am Stück beendete. Rang zwei sicherte sich MVL mit einem Erfolg über Wang Hao, da Giri gegen Alekseenko eine Niederlage kassierte.

Endstand nach 14 Runden:

1. Ian Nepomniachtchi 8,5
2. Maxime Vachier-Lagrave 8,0
3. Anish Giri 7,5
4. Fabiano Caruana 7,5
5. Ding Liren 7,0
6. Alexander Grischuk 7,0
7. Kirill Alekseenko 5,5
8. Wang Hao 5,0

DSB-Kader-Challenge 2021

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Vom 05. – 11. April findet in Magdeburg die „DSB-Kader-Challenge 2021“ statt. Zehn Männer und acht Frauen tragen jeweils ein Rundenturnier aus, um Spielpraxis im klassischen Schach zu sammeln. GM Klaus Bischoff kommentiert die Partien auf SchachdeutschlandTV.

Zeitplan:

05.04. 14h R1/1
06.04. 14h R2/2
07.04. 10h R3
07.04. 16h R4/3
08.04. 14h R5/4
09.04. 10h R6
09.04. 16h R7/5
10.04. 14h R8/6
11.04. 10h R9/7

Nach vier von sieben Runden führte bei den Frauen Jana Schneider, der wir als Mitglied unserer U14-Mädchenmannschaft bei der DVM 2014 natürlich besonders die Daumen drücken, mit 3/4 vor einem Verfolgerinnentrio bestehend aus Annmarie Mütsch, Antonia Ziegenfuß und Elisabeth Pähtz mit einem halben Zähler Rückstand. Nachdem Jana in Runde fünf eine kritische Stellung gegen Josefine Heinemann überstanden hatte, verteidigte sie ihre Führung mit Sieg Nummer vier gegen Antonia Ziegenfuß. Damit kam es in der letzten Runde zum direkten Duell um den Turniersieg mit der topgesetzten Elisabeth Pähtz, die mit einem halben Zähler Rückstand in die Partie ging. Jana verteidigte sich bis in Damenendspiel und sicherte sich per Dauerschach den Turniersieg mit 5/7. Hinter Pähtz (4,5) komplettierte Annmarie Mütsch (4) – Siegerin der Deutschen Frauen-Schnellschachmeisterschaft 2019 in Neumarkt – das Podest.

Bei den Herren lag Rasmus Svane nach fünf Runden mit 3,5 Zählern an der Spitze, vor Matthias Blübaum, Alexander Donchenko sowie Andreas Heimann mit je 3 Punkten. In der siebten Runde musste sich Svane Donchenko geschlagen geben, der damit zusammen mit Blübaum und Dmitrij Kollars die Führung übernahm. Das Trio wurde in Runde acht um Daniel Fridman zum Spitzenquartett erweitert und da zum Abschluss alle Partien remis endeten änderte sich daran nichts mehr. Der Turniersieg ging dank der besten Zweitwertung (Sieg gegen Fridman, während alle anderen direkten Duelle der Vier unentschieden endeten) an Alexander Donchenko, der 2019 die Deutsche Schnellschachmeisterschaft in Neumarkt gewonnen hatte. Rang zwei belegte Dmitrij Kollars vor Matthias Blübaum und Daniel Fridman, Rasmus Svane wurde mit einem halben Punkt Rückstand Fünfter.

Turnierseite

Challengers Chess Tour

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Vom 08. – 11. April findet mit der „Polgar Challenge“ das erste Turnier der Challengers Chess Tour statt. Judit Polgar und Vladimir Kramnik haben je ein Team aus fünf U25-Damen sowie fünf U18-Jungs zusammengestellt und begleiten ihre Teams zusammen mit sechs Trainern wie Hou Yifan und Boris Gelfand auf der fünfmonatigen Tour. Es werden vier Rundenturniere mit 10+5 ausgetragen, wobei der Sieger eine Wildcard für das folgende Turnier der Champions Chess Tour erhält. Die besten Acht der Challengers Chess Tour qualifizieren sich für das Finale. Unter den 20 Teilnehmern befindet sich im Team Polgar auch die große deutsche Nachwuchshoffnung GM Vincent Keymer (16).

Polgar und Kramnik kommentieren live auf Chess24. Spielbeginn ist jeweils um 16h.

Bereits eine Runde vor Schluss stand der Turniersieg von einem der hoffnugsvollsten indischen Talente Praggnanandhaa fest. In dem starken Teilnehmerfeld hatte er am Ende 15,5/19 auf dem Konto und lag damit 1,5 Zähler vor einem Quartett bestehend aus dem Usbeken Abdusattorov, den Indern Gukesh und Sarin sowie dem Russen Murzin. Knapp dahinter ging mit 13,5 Punkten Vincet Keymer als Sechter durchs Ziel. Er hatte am ersten Tag 3,5/5 geholt und dabei nur gegen Gukesh verloren. Eine Doppelnull in den Runden acht und neun gegen Abdusattorov und Murzin warf ihn dann weiter zurück. Zum Auftakt von Turniertag drei hatte Keymer Nihal Sarin in den Seilen, konnte seinen Vorteil aber nicht konservieren. Danach spielte er sich mit sieben Siegen am Stück u.a. gegen den Turniersieger auf den geteilten zweiten Platz nach vorne. In der letzten Runde war Keymer drauf und dran mit einem weiteren Erfolg Zweiter zu werden, verlor die Partie aber noch.

Die weiteren Termine:

10. – 13. Juni „Gelfand Challenge“
15. – 18. Juli „Hou Yifan Challenge“
12. – 15. August „Kramnik Challenge“
tba Finale

Champions Chess Tour 2021 (4) – Magnus Carlsen Invitational

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Mit dem Magnus Carlsen Invitational findet vom 13. – 21. März die vierte Etappe der Champions Chess Tour statt. Es handelt sich dabei um das Zweite der drei Masters, d.h. es geht um mehr Punkte für die Tour-Wertung. Eine Änderung gegenüber dem Airthings Masters gibt es: wie bei den regulären Turnieren sind es ab sofort auch bei den Masters 16 Teilnehmer, da bei nur zwölf Spielern die Remis-Quote sehr hoch war, um die Quali für die KO-Phase abzusichern.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 17h.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Nach der Vorrunde hatten sich fast durchweg die üblichen Verdächtigen durchgsetzt, einzig Alireza Firouzja war neu in den Playoffs der CCT. Dagegen mussten u.a. Radjabov und Dubov die Segel streichen. Vorrundensieger Magnus Carlsen setzte sich im Viertelfinale erstauntlich probemlos gegen Aronian durch. Zwei Siege und ein Remis in besserer Stellung im ersten Match waren eine klare Ansage. Match zwei startete mit einem weiteren Carlsen-Sieg und erst in Partie Nummer drei hatte Aronian den Weltmeister erstmals in den Seilen, doch dieser entkam noch einmal in ein Endspiel mit Randbauer und falscher Läufer.
Einen unerwarteten Verlauf nahm das Match zwischen Nakamura und Nepo: zunächst ging Nakamura dank dreier Leichtfiguren gegen einen Turm in Führung, aber Nepo konterte mit exzellenter Eröffnungsvorbereitung. Es folgten zwei Unentschieden, wobei Nepo deutlich näher am Match-Sieg war. Diesen Schwung nahm er in den zweiten Tag und holte zwei Siege, die fast schon einfach aussahen. Mit einem Remis sicherte er danach den Halbfinaleinzug.
Wesley So hatte bei den CCT zwei der drei Turniere für sich entschieden und zeigte auch im Duell mit Top-Nachwuchsstar Firouzja seine Klasse. Zweimal 2,5.0,5 hieß es am Ende, wobei die Partien alles andere als einseitig waren, aber So hatte immer die bessere Antwort. Ein Highlight war dabei sein Läuferopfer auf d3 in der zweiten Partie von Match zwei.
Einen schlechten Start ins VF erwischte Anish Giri, als er eine gute Möglichkeit ausließ und später sogar noch verlor. Aber er konnte sofort ausgleichen und danach gab es zwei Unentschieden. Im zweiten Match ging Giri dank eines Sieges in Partie zwei in Führung. Nach einem Remis musste MVL unbedingt gewinnen und daher das Risiko erhöhen, aber er landete schnell in einer hoffnungslosen Stellung.

Carlsen – Aronian 2,5:0,5 2:1
Nakamura – Nepomniachtchi 2:2 0,5:2,5
So – Firouzja 2,5:0,5 2,5:0,5
Giri – Vachier-Lagrave 2:2 3:1

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Das Halbfinale zwischen Carlsen und Nepo sah zunächst zwei Unentschieden, ehe Carlsen in der dritten Partie auf dem Weg zur Führung schien. Doch er übersah einen Konter und verlor die Partie sogar noch. Ein weiteres Remis brachte den Match-Sieg für Nepo. Tag zwei begann mit einem Remis, ehe das Drama seinen Lauf nahm. Zunächst hatte Carlsen gute Chancen auf den ersten Sieg, doch in Zeitnot kippte die Partie, so dass Nepo nur noch ein Remis vom Finaleinzug entfernt war. Dieses Remis war in Partie drei zum Greifen nahe, doch Nepo verpasste das Springeropfer mit folgendem Dauerschach. So kam Carlsen mit einem Figurenopfer dank starker Freibauern in Vorteil. Eine Ungenauigkeit in der Zugreihenfolge machte die Tür für Nepo wieder auf, aber er fand den Weg zum Ausgleich nicht. Doch Carlsen benötigte einen weiteren Sieg in Partie vier und dieser kam überraschend schnell, da Nepo überhaupt kein Bein auf den Boden brachte. Somit standen zwei Blitzpartien auf dem Programm und in der ersten wickelte Nepo in ein Endspiel mit Turm gegen Turm und Springer ab. Carlsen spielte weiter und nach 44 Zügen stellte er per Mouseslip seinen Turm ein. Dies nutzte Nepo um noch weitere 36 Züge mit Turm gegen Springer zu spielen, ehe eine dreifache Stellungswiederholung auf dem Brett war. In der zweiten Blitzpartie war Carlsen am Drücker, verpasste aber den Moment in dem es besser gewesen wäre das Remis abzusichern und nicht mehr weiter auf Gewin zu spielen. Denn im Damenendspiel rückte der Freibauer von Nepo immer weiter nach vorne und war letztlich nicht mehr aufzuhalten.
Für Giri begann das HF ähnlich wie das VF gegen MVL: wieder hatte er eine bessere Stellung und diesmal griff er gleich richtig daneben und lag erneut zurück. Es folgte ein schnelles Remis und danach erhöhte Giri das Risiko und prompt unterlief auch Wesley So ein Fehler. In turbulenter Stellung mit zwei offenen Königen, allen Schwerfiguren am Brett, Abzugsdrohungen und Fesselungen musste Giri noch ein paar einzige Züge finden, meisterte diese Aufgabe aber mit Bravour. In der letzten Partie schien So seine gewohnte Ruhe zu verlieren und als die Lage unübersichtlich zu werden drohte, überzog er und fand sich auf der Verliererstraße wieder. Am zweiten Tag verpassten beide je eine gute Möglichkeit in den ersten beiden Partien und auch die Dritte endete Remis. Damit musste So zum Abschluss unbedingt gewinnen, übersah aber einen taktischen Trick, der eine Figur kostete.

Carlsen – Nepomniachtchi 1,5:2,5 2,5:1,5 0,5:1,5
So – Giri 1,5:2,5 1,5:2,5

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Am ersten Finaltag gab es vier Unentschieden zwischen Giri und Nepo, wobei Ersterer in Partie eins mit zwei Mehrbauern nah am Erfolg war, aber aufgrund eines Mattnetzes Dauerschach geben musste. Match zwei sah zunächst ein weiteres Unentschieden, ehe Giri den ersten Treffer landete. Dieser hielt mit Schwarz stand und war nur noch ein Remis vom Turniersieg entfernt. Doch Nepo zeigte die Stärke des Läuferpaars gegen zwei Springer und erzwang somit einen Blitzentscheid. Hier versuchte Giri mit einem Figurenopfer dem in der Mitte verbliebenen Monarchen zu Leibe zu rücken, aber Nepo verteidgte sich umsichtig. Mit einem falschen Turmzug legte er allerdings doch noch einen taktischen Gewinn auf und Giri griff zu. In der zweiten Blitzpartie gelang es Giri eine Abwicklung zu forcieren, die ihm einen traumhaften Springervorposten auf c5 einbrachte, während der gegnerische Läufer auf d3 unwesentlich mehr als ein Bauer war. Diesen Vorteil nutzte Giri zur Schaffung eines unaufhaltsamen Freibauern, womit er sich den Masters-Sieg sicherte und damit als zweiter Spieler nach Radjabov für das CCT-Finale qualifiziert ist.

Zweimal musste sich Carlsen bei der CCT Wesley So im Finale geschlagen geben, so dass die Antwort auf die Frage was er tun müsse um ein Turnier zu gewinnen logisch erschien: „endlich Wesley So schlagen“. Doch nun spielten die beiden nur den dritten Platz aus. Magnus gewann die erste Partie und man gewann den Eindruck, dass er sich mehr für dieses Duell motivieren konnte. Nach zwei Remis gab es den nächsten Carlsen-Sieg zum 3:1. Am zweiten Tag konnte Carlsen wiederum die Auftaktpartie für sich entscheiden und mit zwei Unentschieden sicherte er den dritten Platz.

Nepomniachtchi – Giri 2:2 2:2 0:2
Carlsen – So 3:1 2:1

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

DSJ U12 Gründungsturnier 2021

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für DSJ U12 Gründungsturnier 2021

Traditionell findet zwischen Weihnachten und Silvester die DVM statt, die im Mai und Juni nachgeholt werden soll. Als Alternative führte die Deutsche Schachjugend das DSJ Weihnachtsturnier durch – ein Onlineturnier für Vierermannschaften in den Altersklassen U12, U16, U20 und U20w. Leider erwies sich die Plattform „Playchess“ als nicht geeignet für das große U12-Feld und das Turnier musste abgebrochen werden. Nun fand die Wiederholung als DSJ U12 Gründungsturnier auf Lichess statt. Denn mittlerweile hat der SK Kelheim ein hervorragendes Turniertool entwickelt mit dem sich Mannschaftsturniere im Schweizer System oder als Rundenturnier ohne großen Aufwand durchführen lassen und stellt dies dankenswerterweise anderen Vereinen und Verbänden zur Verfügung. So kämpften 92 Mannschaften in 7 Runden CH-System bei einer Bedenkzeit von 10+2 um den Turniersieg. Unser Team – Laura Sophie Bauer, Vinzenz Schilay, Andreas Hierl und Max Blank – befand sich an #31 der Setzliste, wobei diese anhand des DWZ-Schnitts gebildet wurde, während die Lichess-Schnellschachwertung ein anderes Bild ergeben hätte.
Zum Auftakt gab es einen wackligen Sieg gegen SF Dachau 1932. Zwar hatten Andi und Max ihre Partien gewonnen, aber Laura übersah eine Taktik und verlor einen Turm und auch Vinzenz stand mit Minusbauer nicht gut. Doch im weiteren Verlauf konnte er den Bauern zurückerobern, tauschte aber nicht die Damen, wonach mit ungleichfarbigen Läufern die Stellung leicht zu halten gewesen wäre. Mit unter fünf Sekunden auf der Uhr behielt Vinzenz die Übersicht und setzte seinen Gegner zum 3:1 Endstand Matt. Danach gab es gegen die #8 USG Chemnitz eine deutliche 0,5:3,5 Niederlage, bei der die Fehlerquote unisono einfach zu hoch war. Dafür gelang in Runde drei ein 3:1 Erfolg über die TSG Oberschöneweide 5, bei der sich nur Max geschlagen geben musste. Im Anschluss geriet man gegen die favorisierten SG Königskinder Hohentübingen mit 0:2 in Rückstand. Vinzenz konnte mit einem Abzugsangriff eine Figur gewinnen und verkürzen. Laura hatte einen Mehrbauern auf der Habenseite und setzte ihrer Kontrahentin mit aktivem Figurenspiel weiter zu, bis deren Verteidigung in Zeitnot endgültig kollabierte. In der fünften Runde ließ man gegen die TSG Oberschöneweide 3 einige Chancen aus und am Ende setzte es eine unerwartet deutliche 0:4 Niederlage. Dadurch war man in der Tabelle bis auf Rang 55 abgerutscht, doch unser Team nahm noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst wurde der SK Münster mit 4:0 bezwungen und zum Abschluss gab es auch gegen SK Johanneum Eppendorf 2 einen Erfolg in derselben Höhe. Damit belegte man am Ende mit 9:5 Punkten einen sehr guten 19.Platz.

Turnierseite

Champions Chess Tour 2021 (3) – Opera Euro Rapid

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für Champions Chess Tour 2021 (3) – Opera Euro Rapid

Weiter geht es mit der Champions Chess Tour: die dritte Etappe das Opera Euro Rapid wird vom 6. – 14. Februar ausgetragen. Wie beim Auftakt der Tour treten 16 Spieler zunächst im Rundenturnier gegeneinander an, die besten Acht qualifizieren sich für die KO-Phase. Im Teilnehmerfeld befindet sich auch erstmals ein Deutscher bei der CCT. Kurz nachdem sich Alexander Donchenko beim Tata Steel Chess Masters in Wijk aan Zee in einem Top-Turnier beweisen durfte, bekommt mit Matthias Blübaum (23) – mit 2670 aktuell die #67 der Welt – ein weiteres Mitglied der ehemaligen Schachprinzen-Gruppe die Möglichkeit sich mit den Besten der Welt zu messen.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 17h.

Viel Action war an Tag 1 geboten. Magnus Carlsen verlor gleich zum Auftakt gegen Wesley So, gewann aber die restlichen vier Partien und führt das Feld vor So und Ian Nepomniachtchi an. Von den 16 Spielern kam nur Teimour Radjabov ohne Niederlage davon. Matthias Blübaum holte an Tag eins gegen die Weltklasse 1,5 Zähler: drei Remis gegen Radjabov, Ding Liren und MVL, während er sich Carlsen und So geschlagen geben musste.
Am zweiten Tag verteidigte Carlsen seine Führung mit vier Remis und einem Sieg über Hikaru Nakamura. Ihm folgen mit einem halben Zähler Rückstand So und Anish Giri der heute 3,5/5 holte. Matthias Blübaum gelang zum Auftakt sein erster Sieg im Turnier gegen den Finalisten des Airthings Masters Levon Aronian. Auch in der folgenden Partie gegen Dubov stand Blübaum kurz vor einem Erfolg, musste nach einem Fehler aber mit einem Remis zufrieden sein. Danach gab es noch ein Remis und zwei Niederlagen, so dass er mit 3,5/10 auf Rang 14 liegt.
Das Hauen und Stechen mit vielen Wendungen und verpassten Chancen ging am dritten Tag munter weiter. Nachdem sich der Rauch nach 15 spannenden Runden verzogen hatte, lag dann doch wieder der Weltmeister in Front. Carlsen kassierte nur zwei Niederlagen, gewann dafür sechs Partien und kam somit auf 9,5 Punkte genauso wie Giri, der nur einmal die Sgeel streichen musste. Mit einem halben Zähler Abstand folgt Wesley So, vor Aronian und MVL (8,5), Jan-Krzysztof Duda und Radjabov (8). Der Sieger des Airthings Masters blieb zwar ungeschlagen, aber die super solide Spielweise hätte sich beinahe gerächt, da er nur eine Partie gewann und 14x (!) den Punkt teilte. Den letzten Platz im Viertelfinale sicherte sich Daniil Dubov mit 7,5 Punkten. Dagegen ist für den punktgleichen Nakamura aufgrund der schlechteren Drittwertung (3:4 Siege) überraschend bereits nach der Vorrunde Schluss, da er in der letzten Partie gegen Sam Shankland in klar besserer Stellung eine Verteidigungsressource übersah und danach sogar noch verlor. Dieses Schicksal teilen u.a. auch Nepo, der einen gebrauchten Tag mit drei Niederlagen und nur zwei Remis erwischte, Alexander Grischuk und Ding Liren. Die Nummer drei der Welt läuft weiterhin seiner Form hinterher und wurde mit 5 Punkten (bei acht Niederlagen!) Letzter. Einen Rang davor beendete Matthias Blübaum sein erstes CCT-Abenteuer mit 5,5 Zählern, wobei er heute seinen zweiten Sieg gegen Nepo holte.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Wie schon beim Airthings-Masters trafen Carlsen und Dubov im Viertelfinale aufeinander, dort mit dem besseren Ende für Dubov. Diesmal gewann Carlsen Match 1 mit 2,5:0,5 und auch in der ersten Partie des zweiten Tages hatte er eine Chance, doch Dubov fand einen Weg ins Remis. Danach nutzte Dubov konsequent seine Chancen und bezwang den Weltmeister gleich zweimal in 25 Zügen. Damit ging es in den Tie-Break und Dubov hatte das Momentum auf seiner Seite: in der ersten Partie stand er ausgezeichnet, doch er verpasste den besten Zug und überzog es danach. Nun musste er die zweite Blitzpartie gewinnen, aber Carlsen schaffte es mit präzisen Zügen den Druck abzuschütteln. Just als alle Klippen umschifft waren, griff er doch noch daneben und verlor zwei Bauern. Zwar waren ungleichfarbige Läufer auf dem Brett, aber Dubov spielte das Endspiel nach Hause. In der Armageddon-Entscheidung wählte Carlsen Weiß und nach einem Fehler seitens Dubov stand er klar besser. Mit dem Tausch der Damen wurde die Stellung wieder haltbar, aber letztlich setzte Carlsen auf seinen Zeitvorteil: aus zehn Sekunden Vorsprung wurden schnell dreißig und Dubov überschritt in mittlerweiler hoffnugnsloser Position die Zeit.
Das Duell Vachier-Lagrave gegen Aronian hatte es ebenfalls beim Airthings-Masters gegeben, dort hatte sich im Halbfinale Aronian durchgesetzt. Tag eins sah drei Remis und einen Sieg von MVL. Zum Auftakt von Match 2 gab es Opfer hüben wie drüben, erst mit Vorteil Aronian, doch letztlich gewann MVL die Partie. Nach einem Remis gelang Aronian der Ausgleich, doch es brauchte einen weiteren Sieg. MVL behielt die Kontrolle und sicherte in besserer Stellung das notwendige Remis zum Einzug ins Halbfinale.
Wesley So und Duda remisierten zunächst, ehe in Partie zwei das Duell Fahrt aufnahm. So hatte drei Leichtfiguren für seine Dame, aber ein Doppelangriff kostete eine davon. Unbeirrt von dem Rückstand gewann So die nächsten beiden Partien und damit Match 1. Dadurch war Duda am zweiten Tag unter Druck, erhöhte das Risiko und kassierte zwei Niederlagen.
Gespannt war man von dem Duell der beiden Freunde Giri und Radjabov. Letzterer war in 15 Partien der Vorrunde ungeschlagen geblieben (bei 14 Remis!) und auch Giri verlor nur einmal. Giri hatte zum Auftakt Vorteil, doch dann entglitt ihm die Partie und er war mit dem Remis noch gut bedient. Es folgte ein weiteres Unentschieden, ehe Radjabov in Partie drei Würze reinbrachte. Giri hatte zwei Bauern eingesackt, aber Radjabovs Königsangriff sah bedrohlich aus. Giri gab die Qualität, was im Endspiel für ein Remis gereicht hätte, wenn er seinen Läufer auf die richtige Diagonale gezogen hätte. So kam er in Zugzwang und musste das Handtuch werfen. Damit lag er 1:2 hinten und das gegen den Spieler, der keine der bisherigen 18 Partien verloren hatte. Doch Giri kam erneut in Vorteil und diesmal verwertete er diesen zum Ausgleich. Am zweiten Tag dann ein komplett anderes Bild: in keiner der vier Partien war das Gleichgewicht nennenswert gestört und so ging es in den Blitzentscheid. Dabei kam Radjabov im Mittelspiel in Vorteil, aber Giri hielt den Laden zusammen. In der zweiten Partie war es wiederum Radjabov der drückte und diesmal landete Giri in einem hoffnugslosen Endspiel mit Minusbauer, wo gegen das Läuferpaar kein Kraut gewachsen war.

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Wie schon im Viertelfinale gelang Carlsen auch im Halbfinale gegen MVL an Tag eins ein Sieg in nur drei Partien. Zum Auftakt wickelte in ein Endspiel ab, wo der gegnerische Springer auf b8 klar vom Läufer dominiert wurde. In der zweiten Partie war MVL auf einem guten Weg – die Experten sahen ihn bereits gewinnen – doch Carlsen fand einen Weg mit Turm gegen zwei Figuren selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und letztlich musste MVL das Remis halten. Im Anschluss opferte Carlsen die Qualität und demonstierte die Stärke eines zentraliserten Läuferpaars. Doch nachdem er ein Mattmotiv übersehen hatte, nutzte MVL die Chance die Quali zurückzugeben und mit ungleichfarbigen Läufern war die Stellung wieder haltbar. Aber der Weltmeister fand auch mit reduziertem Material eine feine Angriffsidee und MVL musste die Waffen strecken. Am zweiten Tag war MVL mit einem Mehrbauern auf dem Weg zur Führung, aber Carlsen rettete sich ins Remis. Nach einem weiteren Unentschieden, unterlief Carlsen in Partie drei ein grober Fehler: er verstellte seinem Läufer das letzte sichere Rückzugsfeld, wonach MVL diesen einfing. Dadurch konnte Carlsen in den Kamikaze-Modus schalten, denn Niederlage oder Remis würden einen Tie-Break erforderlich machen, nur mit einem Sieg wäre er vorzeitig im Finale gewesen. Zunächst stand Carlsen besser, aber als er eine starke Riposte übersehen hatte, wendete sich das Blatt und ein unmittelbar folgender mouse-slip beendete die Partie. Im Blitz-Tie-Break war Carlsen früh auf Kurs und gewann die erste Partie problemlos. Aber MVL schlug zurück und erzwang damit wie Dubov im Viertelfinale eine Armageddon-Entscheidung gegen den Weltmeister. Carlsen wählte erneut Weiß und das Plus an Bedenkzeit, was sich auch diesmal auszahlte.
Im Duell zwischen So und Radjabov opferte So in der ersten Partie eine Qualität um den abgeschnittenen König mit der Dame zu jagen. Die Engine zeigte trocken 0.00 an, aber tatsächlich war der Weg zur Rettung der Zug, den man intuitiv ausschließt, da er erlaubt hätte eine weitere Figur mit Schach in den Angriff zu bringen. Doch Radjabov schlug umgehend zurück und gewann das Turmendspiel mit entferntem Mehrbauern. Danach überzog Radjabov es und So widerlegte sein Figurenopfer zur erneuten Führung. Zum Abschluss hielt So die Partie remis und gewann damit Match 1. Umso verwunderlicher war es, dass Radjabov Tags darauf mit Weiß bei noch fast vollem Brett die Züge wiederholte. So forcierte daraufhin ein schnelles Remis, was Radjabov noch mehr unter Druck setzte. In der zweiten Weißpartie riskierte er mehr, kam aber nicht gut aus der Eröffnung. Nach einem Fehler im Mittelspiel musste er die Dame für Turm und Figur geben. Da So später noch einen Freibauern am Damenflügel auf der Habenseite hatte, der den Läufer kostete war die Sache bereits vor der letzten Partie entschieden.

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Wie zum Auftakt der CCT hieß das Finale erneut Carlsen gegen So. Nach einem Remis in Partie eins, verpasste So an der entscheidenden Stelle die richtige Fortsetzung, wonach Carlsen im Endspiel mit seinem entfernten Freibauern gewann. Es folgte ein weiteres Unentschieden und zum Abschluss ergriff So diesmal die sich ihm bietende Chance und glich zum 2:2 aus. Am zweiten Tag kam So mit Weiß erneut in eine gute Position, was Carlsen zu einem inkorrekten Figurenopfer brachte. Den Materialvorteil verwertete So problemlos und auch in der zweiten Partie hielt er den Angriffsversuchen des Weltmeisters stand. Komplizierter wurde es in Partie Nummer drei: ständig lagen Opferideen auf h3 sowie g2 in der Luft und an einer Stelle hätte Sxg2 großen Vorteil gebracht. Carlsen entschied sich kurz darauf zu Sxh3, doch jetzt war die Stellung verteidigungsfähig. Carlsen bekam drei Bauern für die Figur, was letztlich in ein ausgeglichenes Turmendspiel mündete. Damit musste er zum Abschluss gewinnen und er bekam die dafür notwendige scharfe Partie, in der nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich war, welcher König sich denn nun in der gefährlicheren Lage befand. Einen versteckten Gewinnzug übersah Carlsen und in der Folge wurde sein Angriff pariert. Am Ende stand So auf Gewinn, wählte aber den sicheren Weg der Zugwiederholung um sich nach dem CCT-Auftakt nun auch den Sieg in Turnier drei zu sichern.
Im Spiel um Platz drei endete die Auftaktpartie remis. Danach gewann Radjabov einen Bauern und wanderte mit seinem König nach a5, wo er unangreifbar für die schwarzen Figuren stand, ehe er seinen Mehrbauern mit feiner Taktik verwertete. Doch MVL schlug umgehend zurück: er attackierte erst am Damenflügel, doch dann folgte der entscheidende Schlag am Königsflügel. Zum Abschluss kam wiederum Radjabov in eine angenehme Stellung, wo er gefahrlos Druck ausüben konnte, bis dem Verteidiger ein Fehler unterlief. Am zweiten Tag erhöhte MVL das Risiko, doch der Schuss ging nach hinten los. Zwar war Radjabovs Vorteil im Doppelturmendspiel an einer Stelle dahin, aber letztlich musste MVL seinen Turm geben, während Radjabov den gegnerischen Freibauern ohne Turmopfer aufhalten konnte. In der folgenden Partie brachte MVL nichts heraus und als das Remis unterschriftsreif war, passierte Unvorhergesehenes. Entweder hatte MVL einen kompletten Blackout oder war total entnervt, als er die Türme tauschte und damit den Kampf um die Schlüsselfelder verlor.

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2