Aussetzung des Vereinsbetriebs

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Aufgrund der Corona-Pandemie ist unser Vereinsheim bis auf Weiteres geschlossen und sämtlicher Trainings- und Spielbetrieb ausgesetzt.

In der Zwischenzeit bieten wir wieder einen virtuellen Vereinsabend freitags ab 19h auf unserem Discord-Server an.

Quarantäne-Liga

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Seit dem 15. März gibt es auf Lichess die Quarantäne-Liga. Bei der 21. Auflage am 26. April war auch das Team des „SK Neumarkt“ erstmals am Start, das seitdem jeweils donnerstags und sonntags zwei Stunden lang gegen Mannschaften aus der ganzen Welt um Arena-Punkte kämpft.

UPDATE 25.02.:
Nach zuletzt gleich vier unterdurchschnittlichen Auftritten in Folge, gelang uns in der Liga 14A endlich wieder eine überdurchschnittliche Leistung. Zwar waren die 111 Punkte fünfzehn zu wenig für den Aufstieg, aber nach unten war noch mehr Luft und wir belegten Rang sechs. Bester Scorer war Sebastian Mösl mit 31 Zählern (11,5/17 – Leistung 2243) vor Tino Müller mit 29 (10,5/18 – Leistung 2023), Erwin Hirn mit 27 (10,5/17 – Leistung 2021) sowie Martin Simon mit 24 (10,5/17 – Leistung 2092).

Sonntag 28.02. 20:01h: Quarantäne-Liga 14C (3+2)

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DSJ U12 Gründungsturnier 2021

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Traditionell findet zwischen Weihnachten und Silvester die DVM statt, die im Mai und Juni nachgeholt werden soll. Als Alternative führte die Deutsche Schachjugend das DSJ Weihnachtsturnier durch – ein Onlineturnier für Vierermannschaften in den Altersklassen U12, U16, U20 und U20w. Leider erwies sich die Plattform „Playchess“ als nicht geeignet für das große U12-Feld und das Turnier musste abgebrochen werden. Nun fand die Wiederholung als DSJ U12 Gründungsturnier auf Lichess statt. Denn mittlerweile hat der SK Kelheim ein hervorragendes Turniertool entwickelt mit dem sich Mannschaftsturniere im Schweizer System oder als Rundenturnier ohne großen Aufwand durchführen lassen und stellt dies dankenswerterweise anderen Vereinen und Verbänden zur Verfügung. So kämpften 92 Mannschaften in 7 Runden CH-System bei einer Bedenkzeit von 10+2 um den Turniersieg. Unser Team – Laura Sophie Bauer, Vinzenz Schilay, Andreas Hierl und Max Blank – befand sich an #31 der Setzliste, wobei diese anhand des DWZ-Schnitts gebildet wurde, während die Lichess-Schnellschachwertung ein anderes Bild ergeben hätte.
Zum Auftakt gab es einen wackligen Sieg gegen SF Dachau 1932. Zwar hatten Andi und Max ihre Partien gewonnen, aber Laura übersah eine Taktik und verlor einen Turm und auch Vinzenz stand mit Minusbauer nicht gut. Doch im weiteren Verlauf konnte er den Bauern zurückerobern, tauschte aber nicht die Damen, wonach mit ungleichfarbigen Läufern die Stellung leicht zu halten gewesen wäre. Mit unter fünf Sekunden auf der Uhr behielt Vinzenz die Übersicht und setzte seinen Gegner zum 3:1 Endstand Matt. Danach gab es gegen die #8 USG Chemnitz eine deutliche 0,5:3,5 Niederlage, bei der die Fehlerquote unisono einfach zu hoch war. Dafür gelang in Runde drei ein 3:1 Erfolg über die TSG Oberschöneweide 5, bei der sich nur Max geschlagen geben musste. Im Anschluss geriet man gegen die favorisierten SG Königskinder Hohentübingen mit 0:2 in Rückstand. Vinzenz konnte mit einem Abzugsangriff eine Figur gewinnen und verkürzen. Laura hatte einen Mehrbauern auf der Habenseite und setzte ihrer Kontrahentin mit aktivem Figurenspiel weiter zu, bis deren Verteidigung in Zeitnot endgültig kollabierte. In der fünften Runde ließ man gegen die TSG Oberschöneweide 3 einige Chancen aus und am Ende setzte es eine unerwartet deutliche 0:4 Niederlage. Dadurch war man in der Tabelle bis auf Rang 55 abgerutscht, doch unser Team nahm noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst wurde der SK Münster mit 4:0 bezwungen und zum Abschluss gab es auch gegen SK Johanneum Eppendorf 2 einen Erfolg in derselben Höhe. Damit belegte man am Ende mit 9:5 Punkten einen sehr guten 19.Platz.

Turnierseite

Champions Chess Tour 2021 (3) – Opera Euro Rapid

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Weiter geht es mit der Champions Chess Tour: die dritte Etappe das Opera Euro Rapid wird vom 6. – 14. Februar ausgetragen. Wie beim Auftakt der Tour treten 16 Spieler zunächst im Rundenturnier gegeneinander an, die besten Acht qualifizieren sich für die KO-Phase. Im Teilnehmerfeld befindet sich auch erstmals ein Deutscher bei der CCT. Kurz nachdem sich Alexander Donchenko beim Tata Steel Chess Masters in Wijk aan Zee in einem Top-Turnier beweisen durfte, bekommt mit Matthias Blübaum (23) – mit 2670 aktuell die #67 der Welt – ein weiteres Mitglied der ehemaligen Schachprinzen-Gruppe die Möglichkeit sich mit den Besten der Welt zu messen.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 17h.

Viel Action war an Tag 1 geboten. Magnus Carlsen verlor gleich zum Auftakt gegen Wesley So, gewann aber die restlichen vier Partien und führt das Feld vor So und Ian Nepomniachtchi an. Von den 16 Spielern kam nur Teimour Radjabov ohne Niederlage davon. Matthias Blübaum holte an Tag eins gegen die Weltklasse 1,5 Zähler: drei Remis gegen Radjabov, Ding Liren und MVL, während er sich Carlsen und So geschlagen geben musste.
Am zweiten Tag verteidigte Carlsen seine Führung mit vier Remis und einem Sieg über Hikaru Nakamura. Ihm folgen mit einem halben Zähler Rückstand So und Anish Giri der heute 3,5/5 holte. Matthias Blübaum gelang zum Auftakt sein erster Sieg im Turnier gegen den Finalisten des Airthings Masters Levon Aronian. Auch in der folgenden Partie gegen Dubov stand Blübaum kurz vor einem Erfolg, musste nach einem Fehler aber mit einem Remis zufrieden sein. Danach gab es noch ein Remis und zwei Niederlagen, so dass er mit 3,5/10 auf Rang 14 liegt.
Das Hauen und Stechen mit vielen Wendungen und verpassten Chancen ging am dritten Tag munter weiter. Nachdem sich der Rauch nach 15 spannenden Runden verzogen hatte, lag dann doch wieder der Weltmeister in Front. Carlsen kassierte nur zwei Niederlagen, gewann dafür sechs Partien und kam somit auf 9,5 Punkte genauso wie Giri, der nur einmal die Sgeel streichen musste. Mit einem halben Zähler Abstand folgt Wesley So, vor Aronian und MVL (8,5), Jan-Krzysztof Duda und Radjabov (8). Der Sieger des Airthings Masters blieb zwar ungeschlagen, aber die super solide Spielweise hätte sich beinahe gerächt, da er nur eine Partie gewann und 14x (!) den Punkt teilte. Den letzten Platz im Viertelfinale sicherte sich Daniil Dubov mit 7,5 Punkten. Dagegen ist für den punktgleichen Nakamura aufgrund der schlechteren Drittwertung (3:4 Siege) überraschend bereits nach der Vorrunde Schluss, da er in der letzten Partie gegen Sam Shankland in klar besserer Stellung eine Verteidigungsressource übersah und danach sogar noch verlor. Dieses Schicksal teilen u.a. auch Nepo, der einen gebrauchten Tag mit drei Niederlagen und nur zwei Remis erwischte, Alexander Grischuk und Ding Liren. Die Nummer drei der Welt läuft weiterhin seiner Form hinterher und wurde mit 5 Punkten (bei acht Niederlagen!) Letzter. Einen Rang davor beendete Matthias Blübaum sein erstes CCT-Abenteuer mit 5,5 Zählern, wobei er heute seinen zweiten Sieg gegen Nepo holte.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Wie schon beim Airthings-Masters trafen Carlsen und Dubov im Viertelfinale aufeinander, dort mit dem besseren Ende für Dubov. Diesmal gewann Carlsen Match 1 mit 2,5:0,5 und auch in der ersten Partie des zweiten Tages hatte er eine Chance, doch Dubov fand einen Weg ins Remis. Danach nutzte Dubov konsequent seine Chancen und bezwang den Weltmeister gleich zweimal in 25 Zügen. Damit ging es in den Tie-Break und Dubov hatte das Momentum auf seiner Seite: in der ersten Partie stand er ausgezeichnet, doch er verpasste den besten Zug und überzog es danach. Nun musste er die zweite Blitzpartie gewinnen, aber Carlsen schaffte es mit präzisen Zügen den Druck abzuschütteln. Just als alle Klippen umschifft waren, griff er doch noch daneben und verlor zwei Bauern. Zwar waren ungleichfarbige Läufer auf dem Brett, aber Dubov spielte das Endspiel nach Hause. In der Armageddon-Entscheidung wählte Carlsen Weiß und nach einem Fehler seitens Dubov stand er klar besser. Mit dem Tausch der Damen wurde die Stellung wieder haltbar, aber letztlich setzte Carlsen auf seinen Zeitvorteil: aus zehn Sekunden Vorsprung wurden schnell dreißig und Dubov überschritt in mittlerweiler hoffnugnsloser Position die Zeit.
Das Duell Vachier-Lagrave gegen Aronian hatte es ebenfalls beim Airthings-Masters gegeben, dort hatte sich im Halbfinale Aronian durchgesetzt. Tag eins sah drei Remis und einen Sieg von MVL. Zum Auftakt von Match 2 gab es Opfer hüben wie drüben, erst mit Vorteil Aronian, doch letztlich gewann MVL die Partie. Nach einem Remis gelang Aronian der Ausgleich, doch es brauchte einen weiteren Sieg. MVL behielt die Kontrolle und sicherte in besserer Stellung das notwendige Remis zum Einzug ins Halbfinale.
Wesley So und Duda remisierten zunächst, ehe in Partie zwei das Duell Fahrt aufnahm. So hatte drei Leichtfiguren für seine Dame, aber ein Doppelangriff kostete eine davon. Unbeirrt von dem Rückstand gewann So die nächsten beiden Partien und damit Match 1. Dadurch war Duda am zweiten Tag unter Druck, erhöhte das Risiko und kassierte zwei Niederlagen.
Gespannt war man von dem Duell der beiden Freunde Giri und Radjabov. Letzterer war in 15 Partien der Vorrunde ungeschlagen geblieben (bei 14 Remis!) und auch Giri verlor nur einmal. Giri hatte zum Auftakt Vorteil, doch dann entglitt ihm die Partie und er war mit dem Remis noch gut bedient. Es folgte ein weiteres Unentschieden, ehe Radjabov in Partie drei Würze reinbrachte. Giri hatte zwei Bauern eingesackt, aber Radjabovs Königsangriff sah bedrohlich aus. Giri gab die Qualität, was im Endspiel für ein Remis gereicht hätte, wenn er seinen Läufer auf die richtige Diagonale gezogen hätte. So kam er in Zugzwang und musste das Handtuch werfen. Damit lag er 1:2 hinten und das gegen den Spieler, der keine der bisherigen 18 Partien verloren hatte. Doch Giri kam erneut in Vorteil und diesmal verwertete er diesen zum Ausgleich. Am zweiten Tag dann ein komplett anderes Bild: in keiner der vier Partien war das Gleichgewicht nennenswert gestört und so ging es in den Blitzentscheid. Dabei kam Radjabov im Mittelspiel in Vorteil, aber Giri hielt den Laden zusammen. In der zweiten Partie war es wiederum Radjabov der drückte und diesmal landete Giri in einem hoffnugslosen Endspiel mit Minusbauer, wo gegen das Läuferpaar kein Kraut gewachsen war.

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Wie schon im Viertelfinale gelang Carlsen auch im Halbfinale gegen MVL an Tag eins ein Sieg in nur drei Partien. Zum Auftakt wickelte in ein Endspiel ab, wo der gegnerische Springer auf b8 klar vom Läufer dominiert wurde. In der zweiten Partie war MVL auf einem guten Weg – die Experten sahen ihn bereits gewinnen – doch Carlsen fand einen Weg mit Turm gegen zwei Figuren selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und letztlich musste MVL das Remis halten. Im Anschluss opferte Carlsen die Qualität und demonstierte die Stärke eines zentraliserten Läuferpaars. Doch nachdem er ein Mattmotiv übersehen hatte, nutzte MVL die Chance die Quali zurückzugeben und mit ungleichfarbigen Läufern war die Stellung wieder haltbar. Aber der Weltmeister fand auch mit reduziertem Material eine feine Angriffsidee und MVL musste die Waffen strecken. Am zweiten Tag war MVL mit einem Mehrbauern auf dem Weg zur Führung, aber Carlsen rettete sich ins Remis. Nach einem weiteren Unentschieden, unterlief Carlsen in Partie drei ein grober Fehler: er verstellte seinem Läufer das letzte sichere Rückzugsfeld, wonach MVL diesen einfing. Dadurch konnte Carlsen in den Kamikaze-Modus schalten, denn Niederlage oder Remis würden einen Tie-Break erforderlich machen, nur mit einem Sieg wäre er vorzeitig im Finale gewesen. Zunächst stand Carlsen besser, aber als er eine starke Riposte übersehen hatte, wendete sich das Blatt und ein unmittelbar folgender mouse-slip beendete die Partie. Im Blitz-Tie-Break war Carlsen früh auf Kurs und gewann die erste Partie problemlos. Aber MVL schlug zurück und erzwang damit wie Dubov im Viertelfinale eine Armageddon-Entscheidung gegen den Weltmeister. Carlsen wählte erneut Weiß und das Plus an Bedenkzeit, was sich auch diesmal auszahlte.
Im Duell zwischen So und Radjabov opferte So in der ersten Partie eine Qualität um den abgeschnittenen König mit der Dame zu jagen. Die Engine zeigte trocken 0.00 an, aber tatsächlich war der Weg zur Rettung der Zug, den man intuitiv ausschließt, da er erlaubt hätte eine weitere Figur mit Schach in den Angriff zu bringen. Doch Radjabov schlug umgehend zurück und gewann das Turmendspiel mit entferntem Mehrbauern. Danach überzog Radjabov es und So widerlegte sein Figurenopfer zur erneuten Führung. Zum Abschluss hielt So die Partie remis und gewann damit Match 1. Umso verwunderlicher war es, dass Radjabov Tags darauf mit Weiß bei noch fast vollem Brett die Züge wiederholte. So forcierte daraufhin ein schnelles Remis, was Radjabov noch mehr unter Druck setzte. In der zweiten Weißpartie riskierte er mehr, kam aber nicht gut aus der Eröffnung. Nach einem Fehler im Mittelspiel musste er die Dame für Turm und Figur geben. Da So später noch einen Freibauern am Damenflügel auf der Habenseite hatte, der den Läufer kostete war die Sache bereits vor der letzten Partie entschieden.

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Wie zum Auftakt der CCT hieß das Finale erneut Carlsen gegen So. Nach einem Remis in Partie eins, verpasste So an der entscheidenden Stelle die richtige Fortsetzung, wonach Carlsen im Endspiel mit seinem entfernten Freibauern gewann. Es folgte ein weiteres Unentschieden und zum Abschluss ergriff So diesmal die sich ihm bietende Chance und glich zum 2:2 aus. Am zweiten Tag kam So mit Weiß erneut in eine gute Position, was Carlsen zu einem inkorrekten Figurenopfer brachte. Den Materialvorteil verwertete So problemlos und auch in der zweiten Partie hielt er den Angriffsversuchen des Weltmeisters stand. Komplizierter wurde es in Partie Nummer drei: ständig lagen Opferideen auf h3 sowie g2 in der Luft und an einer Stelle hätte Sxg2 großen Vorteil gebracht. Carlsen entschied sich kurz darauf zu Sxh3, doch jetzt war die Stellung verteidigungsfähig. Carlsen bekam drei Bauern für die Figur, was letztlich in ein ausgeglichenes Turmendspiel mündete. Damit musste er zum Abschluss gewinnen und er bekam die dafür notwendige scharfe Partie, in der nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich war, welcher König sich denn nun in der gefährlicheren Lage befand. Einen versteckten Gewinnzug übersah Carlsen und in der Folge wurde sein Angriff pariert. Am Ende stand So auf Gewinn, wählte aber den sicheren Weg der Zugwiederholung um sich nach dem CCT-Auftakt nun auch den Sieg in Turnier drei zu sichern.
Im Spiel um Platz drei endete die Auftaktpartie remis. Danach gewann Radjabov einen Bauern und wanderte mit seinem König nach a5, wo er unangreifbar für die schwarzen Figuren stand, ehe er seinen Mehrbauern mit feiner Taktik verwertete. Doch MVL schlug umgehend zurück: er attackierte erst am Damenflügel, doch dann folgte der entscheidende Schlag am Königsflügel. Zum Abschluss kam wiederum Radjabov in eine angenehme Stellung, wo er gefahrlos Druck ausüben konnte, bis dem Verteidiger ein Fehler unterlief. Am zweiten Tag erhöhte MVL das Risiko, doch der Schuss ging nach hinten los. Zwar war Radjabovs Vorteil im Doppelturmendspiel an einer Stelle dahin, aber letztlich musste MVL seinen Turm geben, während Radjabov den gegnerischen Freibauern ohne Turmopfer aufhalten konnte. In der folgenden Partie brachte MVL nichts heraus und als das Remis unterschriftsreif war, passierte Unvorhergesehenes. Entweder hatte MVL einen kompletten Blackout oder war total entnervt, als er die Türme tauschte und damit den Kampf um die Schlüsselfelder verlor.

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

Tata Steel Chess Masters 2021

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GM Alexander Donchenko bei der DSEM 2019 in Neumarkt (© Klaus Steffan)

Vom 16.-31. Januar findet das 83. Tata Steel Chess Masters in Wijk aan Zee statt. Dieses Jahr in abgespeckter Version ohne B- und C-Turnier sowie Amateur-Events. Im Masters befindet sich unter den 14 Teilnehmern neben Magnus Carlsen und Fabiano Caruana auch die Deutsche Nummer 1 Alexander Donchenko, der 2019 die Deutsche Schnellschachmeisterschaft in Neumarkt gewonnen hat.

Live-Übertragung bei Chess24

In Runde 12 sah alles danach aus als stünde Anish Giri kurz davor sein Heimturnier erstmals gewinnen zu können. Doch dann ließ er Alireza Firouzja noch ins Remis entschlüpfen und ging nur mit einem halben Punkt Vorsprung vor einem Verfolgertrio in die letzte Partie. Hier stand er gegen David Anton früh mit dem Rücken zur Wand und drohte sogar noch aus den Top-3 zu purzeln. Nach knapp 5 1/2 Stunden stand Giris Remis fest und da sein junger Landsmann Jorden Van Foreest seine Partie gegen Grandelius sehensswert gewinnen konnte, musste zwischen den beiden 8,5-Punktern die Entscheidung um den Turniersieg im Tie-Break fallen. Dieser sah zunächst zwei 5+3-Partien vor in denen Giri jeweils besser stand, aber nicht über ein Remis hinaus kam. Also musste eine Armageddon-Partie die Entscheidung bringen: Giri hatte mit Weiß 5 gegen 4 Minuten auf der Uhr, musste aber gewinnen. Im Mittelspiel investierte er eine volle Minute für einen Zug, stand aber klar besser. Als er von einem gegnerischen Zug überrascht wurde, überlegte er wiederum eine Minute und gab mit dem folgenden Zug seinen ganzen Vorteil aus der Hand. Mit 50 Sekunden gegen 1:30min hatte er nun einen Bauern weniger und obendrein ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Trotz der notwendigen Zuggeschwindigkeit stellte Giri Drohungen auf und Van Foreest verlor den Mehrbauern. Und nun nahm das Drama seinen Lauf… Im Zeitnotgetümmel verlor Van Foreest seinen Läufer und nun stand Giri mit wenigen Sekunden auf der Uhr auf Gewinn. In der Online-Übertragung endete die Partie nach dem 58.Zug von Giri mit Bedenkzeitüberschreitung, was besonders bitter gewesen wäre, da es ab Zug 60 drei Sekunden Inkrement je Zug gegeben hätte. Was tatsächlich passierte kann man sich auf dem Video der Live-Übertragung anschauen (Armageddon beginnt bei 6:56:20). Bei seinem 58.Zug hatte Giri mehrere Figuren umgeworfen, so dass das DGT-Brett mit der Übertragung stoppte. Tatsächlich folgten noch vier Züge, wobei Giri im 60.Zug fehlgriff und den Bauern von Van Foreest nicht mehr stoppen konnte. Damit sorte der 21-jährige für eine riesige Überraschung, war er doch als #11 der Setzliste (2671) ins Turnier gegangen. Doch mit der höchsten Leistung aller Teilnehmer (2839) mit vier Siegen und neun Unentschieden katapultierte er sich in den 2700er-Club. Die Deutsche Nummer 1 Alexander Donchenko blieb leider ohne Sieg – dieses Schicksal teilte er mit Duda, Wojtaszek und Anton – und belegte mit 3,5 Punkten den letzten Platz. Dabei war er u.a. gegen Vachier-Lagrave auf bestem Weg zum ganzen Punkt, aber auf dem Niveau werden kleine Fehler sofort bestraft. Donchenko spielte mutig und verlor damit auch den ein oder anderen halben Punkt.

Bericht Runde 1
Bericht Runde 2
Bericht Runde 3
Bericht Runde 4
Bericht Runde 5
Bericht Runde 6
Bericht Runde 7
Bericht Runde 8
Bericht Runde 9
Bericht Runde 10
Bericht Runde 11
Bericht Runde 12
Bericht Runde 13

Champions Chess Tour 2021 (2) – Airthings Masters

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Nach dem Skilling Open steht vom 26. Dezember – 3. Januar die zweite Etappe der Champions Chess Tour vor der Tür: das Airthings Masters. Im Gegensatz zu den sechs regulären Turnieren, treten bei den drei Masters 12 statt 16 Spieler an, ansonsten bleibt der Modus gleich. Qualifiziert sind die besten Acht des Skilling Open, hinzu greifen erstmals u.a. Alexander Grischuk und Daniil Dubov ins Geschehen ein, die beide sowohl auf als auch neben dem Brett immer für Unterhaltung gut sind. Dubov spielte erst vor kurzem eine Glanzpartie bei der Russischen Meisterschaft gegen Sergej Karjakin.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 15h.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Die Vorrunde ist beendet, am Dienstag und Mittwoch steht das Viertelfinale auf dem Programm.

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Mit Carlsen, So, Nakamura und Nepomniachtchi hatten die vier Halbfinalisten des Skilling Opens die ersten vier Plätze in der Vorrunde belegt und sind nun unisono im Viertelfinale ausgeschieden! Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Carlsen und seinem Sekundanten Dubov hielt was es versprach, da Dubov es schaffte den Weltmeister fast in allen Partien unter Druck zu setzen. Zwar gewann Carlsen im ihm eigenen Stil den Auftakt an Tag eins, doch in den anderen Begegnungen stand er mitunter mit dem Rücken zur Wand und musste sich in Partie drei geschlagen geben. Nach dem 2:2 startete Dubov mit einem Sieg in den zweiten Tag und hielt die folgende Partie Remis. Die Entscheidung fiel bereits in der dritten Partie: Dubov drückte, Carlsen kam zurück und in Zeitnot stellte Dubov eine Figur ein. Aber der schwarze König war nicht in Sicherheit und prompt unterlief auch dem Weltmeister ein Fehler, sein König zappelte im Mattnetz und Dubov hatte den Topfavoriten aus dem Turnier genommen.
Levon Aronian gelang es mehr als einmal Nakamura zu überspielen, gewann Tag eins mit 2,5:1,5 und stand nach zwei Siegen an Tag zwei als erster Halbfinalist fest. Dagegen gingen die beiden anderen Duelle über die volle Distanz.
Maxime Vachier-Lagrave setzte sich am ersten Tag gegen Wesley So mit 3:1 durch, aber der Sieger des Skilling Opens schlug am zweiten Tag in Partie eins zurück und hielt die restlichen Spiele remis. In den Blitzpartien ging MVL erneut in Führung, doch So schaffte wiederum den Ausgleich. Im Armageddon wählte So Weiß, aber MVL hielt den Laden zusammen und holte das notwendige Remis.
An Drama nicht zu überbieten war das Duell zwischen Nepo und Radjabov. Tag eins sah vier Remispartien, aber Nepo war zweimal kurz davor auf die Bretter geschickt zu werden. Am zweiten Tag nutzte Radjabov zum Auftakt einen Fehler von Nepo zur Führung aus und manövrierte sich in Partie zwei aus einer schwierigen Lage ins Remis. Ein weiteres Unentschieden folgte und in der vierten Partie war Radjabov am Drücker und es sah danach aus, als würde er den Sack zumachen können. Allerdings entglitt ihm die Partie mit abnehmender Bedenkzeit und Nepo fand im Endspiel einen hübschen Gewinnplan. Damit schien das Momentum auf Nepos Seite, aber in der ersten Blitzpartie war es wiederum Radjabov der sich eien starke Stellung erspielen konnte. Doch einmal mehr verpasste er den finalen Schlag und verlor am Ende sogar noch. Die zweite Partie spielte Radjabov entsprechend mit offenem Visier und behielt in einer hochtaktischen Stellung die Übersicht. So kam es auch hier zur Armageddon-Entscheidung und Nepo wählte Weiß. Radjabov übernahm im Mittelspiel das Kommando, verpasste zwar eine schöne Gewinnidee, holte aber ohne Schwierigkeiten das notwendige Remis.

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Levon Aronian knüpfte im Halbfinale nahtlos an seine starke Leistung vom Viertelfinale an und ging nach einem Figurenverlust von MVL in Führung. In Partie zwei war Aronian drauf und dran diese auszubauen, doch MVL hatte noch einen Pfeil im Köcher und rettete sich ins Remis. Danach war erstmals MVL am Drücker, doch auch hier wurde der Punkt geteilt. In der letzten Partie von Tag eins stellte Aronian in gewonnener Stellung eine Figur ein, doch das Leichtfigurenendspiel mit zwei Bauern für die Figur war immer noch gut genug für das notwenige Unentschieden und am Ende gewann Aronian sogar noch. Tag zwei begann mit zwei Remis, ehe Aronian zum finalen Schlag ansetzte. Aber das Leichtfigurenendspiel mit zwei Mehrbauern war gegen MVLs Läuferpaar gar nicht so einfach und es gab wieder Remischancen. Letztlich übersah MVL eine Kombination und Aronian blieben L+S übrig.
Radjabov gelang es am ersten Tag sehr gut die Stellungen nicht zu wild werden zu lassen, in denen sich Dubov so wohl fühlt. Nach zwei Remis gewann Radjabov Partie drei im Endspiel mit zwei Mehrbauern. Im letzten Spiel des Tages war Radjabov gerade dabei die Initiative zu übernehmen, als Dubov mit einem Springeropfer Schwung in die Partie brachte. Objektiv zwar nicht korrekt, aber in Radjabovs Zeitnot die beste Chance, zumal die folgenden taktischen Verwicklungen auf den ersten Blick schwer zu bewerten waren. Radjabov reagierte pragmatisch, gab die Figur zurück und setzte darauf, dass sein zentraler Freibauer im Zusammenspiel mit dem unsicheren weißen König stärker war als Dubovs Freibauernpaar am Damenflügel. Mit teilweise nur noch einer Sekunde auf der Uhr fand Radjabov starke Züge, u.a. ein feines Ablenkungmotiv, dass ihm eine Quali einbrachte, die letztlich den Sieg einbrachte. Am zweiten Tag sprang Dubov seinen Kontrahenten schon in der Auftaktpartie mit 5.g4 an, doch Radjabov hielt cool im Zentrum dagegen. In der resultierenden hochtaktischen Mittelspielstellung war Radjabov auf der Höhe und konnte in ein gewonnenes Springerendspiel abwickeln. Dort machte er die Tür für ein Remis nochmal auf, aber ein falscher Königszug von Dubov ließ das schwarze Freibauernpaar am Königsflügel durchmarschieren. Die zweite Partie verlief zunächst ruhig und als Dubov zum Angriff übergehen wollte, wurde er ausgekontert. Mit unter 10 Sekunden auf der Uhr musste Radjabov noch einige genaue Züge finden, da Dubov noch kreative Angriffsideen in petto hatte, doch als alle Klippen umschifft waren, blieb Dubov nichts anderes übrig als das Handtuch zu schmeißen.

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

Finaltag eins sah zunächst drei Unentschieden, wobei Radjabov in der ersten Partie drückte und Aronian in der zweiten zwei Mehrbauern sein Eigen nannte, aber Radjabov dank eines agilen Springers ausreichend Gegenspiel hatte um eine Zugwiederholung zu provozieren. Im letzten Spiel ging Radjabov Risiko und im Mittelspiel hatte er einen Bauern mehr, aber sein Lf8 hatte kein Feld, weshalb auch der Th8 aus dem Spiel war. Doch mit präzisen Zügen gelang es ihm seine Figuren zu koordinieren und als alle im Spiel waren, kam ein zweiter Mehrbauer hinzu und Radjabov entschied Match eins für sich. Tag zwei begann mit einer hochdramatischen Partie in der Aronian mit einem Opfer zur Attacke bließ. Tatsächlich gab es eine Wiederlegung, aber den Unterschied, den dieser Bauernzug machen würde, war im Voraus kaum zu ahnen. So stand Aronian auf Gewinn, musste aber seinerseits noch einen wichtigen Zug finden, den er mit Sekunden auf der Uhr verpasste. So konnte Radjabov mit einem Damenopfer das Matt abwehren und hatte zwei Türme und Läufer für die Dame. Allerdings waren zwei seiner Figuren nicht aktiv und er fand keinen Weg aus der Schachserie der Dame. In der zweiten Partie probierte Aronian ein Bauernopfer als nur noch Türme und ungleichfarbige Läufer auf de Brett waren. Er hatte in der folgenden Varainte aber einen wichtigen Zug übersehen und lief dem Bauern letztlich vergeblich hinterher. Damit brauchte Radjabov nur noch ein Remis aus den folgenden zwei Partien. Er hielt den Angriffsversuchen von Aronian stand, wickelte in ein ausgeglichenes Turmendspiel ab und bekam alles vom Brett, womit er sich den Turniersieg sicherte.

Im Spiel um Platz drei zeigte sich Dubov sehr gut aufgelegt und gewann die ersten beiden Partien. Danach verkürzte MVL auf 1:2, doch zum Abschluss stand Dubov sehr aussichtsreich. Allerdings verdarb er mit einem Zug den ganzen Vorteil und auch wenn er später eine Quali für einen Bauern auf dem Brett hatte, entschied der schwarze Freibauer auf der b-Linie zum 2:2 Endstand. Tag zwei begann wie Tag eins geendet hatte: Dubov stand ausgangs der Eröffnung klar besser, doch am Ende gewann MVL die Partie. Nach einem Remis konnte Dubov in Partie drei ausgleichen. Aber in der letzten Partie riskierte er zu viel und nach einer kleinen Kombination entschied der a-Bauer von MVL.

Lorenz Schilay gewinnt 1.Wittelsbacher Weihnachts-Online-Open!

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Seit acht Jahren findet zwischen Weihnachten und Neujahr das Wittelsbacher Weihnachts-Open in Kelheim statt. Diesmal gab es den Umständen geschuldet eine besondere Ausgabe, das 1.Wittelsbacher Weihnachts-Online-Open. 96 Teilnehmer traten im KO-Modus an, wobei zunächst zwei Schnellschach-Partien mit 10+5 gespielt wurden. Im Falle eines 1:1 folgten zwei Blitzpartien 3+2, bei erneutem Unentschieden stand 1+0 Bullet bis zur ersten Gewinnpartie auf dem Programm. Ausgeschiedene Spieler hatten in drei Arena-Turnieren (3+2) die Möglichkeit sich mit einem Sieg zurück ins Turnier zu spielen.

Unter den 96 Teilnehmern befand sich Lorenz Schilay (#15 der Setzliste), der in Runde eins mit Christoph Eichinger (DWZ 2241) gleich auf den Setzlistenzweiten traf. Doch Lorenz kam in der ersten Partie zu einem druckvollen Königsangriff mit Dame und Läuferpaar und ging in Führung. In Partie zwei eroberte er per Ausschalten der Verteidigung entscheidendes Material und zog somit mit 2:0 in die zweite Runde ein.
Dort wartete mit Maximilian Lohr ein Top-50 Schnellschachspieler auf Lichess. Wiederum war Lorenz taktisch auf der Höhe und ging mit zwei Mehrbauern ins Endspiel, wo sich sein verbundenes Feribauernpaar durchsetzte. In der zweiten Partie brachte Maximilian ein aktiver Königszug in Schwierigkeiten, wonach Lorenz mit tempo zu einer Fesselung kam, die ihm eine Figur für zwei Bauern einbrachte. In Zeitnot gelang es Lorenz bis auf ein Bauernpaar und ungleichfarbige Läufer alles vom Brett zu bekommen und qualifizierte sich mit dem resultierenden Remis für die nächste Runde.
Hier ging es gegen Manuel Kues und Lorenz konnte erneut in Führung gehen, nachdem er die Königsstellung geöffnet und den Monarchen über das halbe Brett gejagt hatte. Doch diesmal konnte Lorenz den Vorsprung nicht konservieren, da er im T+S-Endspiel einen Bauern verlor und die weißen Figuren im Anschluss über seinen König herfielen. In den Blitzpartien dasselbe Bild: Lorenz ging in Führung, Manuel gelang der Ausgleich. Somit musste Bullet die Entscheidung bringen und Lorenz war die ganze Partie über auf der Uhr unter Druck mit konstant um die zehn Sekunden Rückstand und letztlich war die Zeit abgelaufen.
Dank des Formats war das Turnier für Lorenz aber nicht vorbei. Während sich die zwölf Sieger der dritten Runde sowie die beiden Qualifikanten aus den Arenen 1 und 2 in Runde vier um den Einzug ins Viertelfinale duellierten, kämpfte Lorenz mit neun anderen Spielern in Arena 3 um den letzten Platz im Viertelfinale. Nach einer Stunde 3+2 hatte Lorenz mit sieben Siegen und zwei Niederlagen das Turnier mit 14 Punkten für sich entschieden und damit einer der acht Viertelfinalisten.
Der Gegner im Viertelfinale hieß Robert Wagner, der auf seinem Weg in acht Partien nur zwei Unentschieden abgegeben hatte. Doch Lorenz setzte seine Serie der gewonnenen ersten Partien fort: er wehrte den Bauernangriff auf seine Rochadestellung ab und behielt im folgenden taktischen Gemenge die Übersicht. In Partie zwei war Lorenz ebenfalls auf Kurs mit besserer Stellung und deutlichem Zeitvorteil. Aber beides entglitt ihm und als beide unter 30 Sekunden angekommen waren, fand sich Lorenz in einem Turmendspiel mit zwei Minusbauern wieder. Dies bedeutete zwei Blitzpartien, wobei Lorenz in der ersten im Schwerfigurenendspiel Druck auf den rückständigen c3-Bauern machte, in Zeitnot aber den möglichen Bauerngewinn übersah und die Züge wiederholte. Im Anschluss gewann Lorenz früh einen Bauern und Robert war bald unter zehn Sekunden angekommen. In seiner Zeitnot gelang es Lorenz seine Dame zu fangen und Robert musste das Handtuch schmeißen.
Im Halbfinale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Manuel Kues und der Matchverlauf war zunächst wie derjenige in Runde drei. Lorenz hatte in Partie eins ein angenehmes Endspiel erreicht wo sein Läuferpaar stärker war als die Kombination L+S. Mit einem taktischen Trick eroberte er einen Bauern, schuf sich einen Freibauern und wickelte in ein gewonnenes Bauernendspiel ab. In der zweiten Partie kam Lorenz gut aus der Eröffnung und nannte wiederum das Läuferpaar sein eigen. Aber Manuel setzte ihn mit seinen Springern unter Druck, so dass Lorenz viel Bedenkzeit verbrauchte. Er setzte zum Gegenspiel am Damenflügel an und gewann auch einen Bauern, doch gab er eine Quali für einen weiteren Bauern, da der einzige Zug der die Springerdrohungen abwehrte schwer zu finden war. Die Engine zeigte Ausgleich, aber wenn man weniger als eine Minute in einer komplizierten Stellung mit materiellen Ungleichgewichten hat, passiert das, wovor auch die Top-GMs nicht gefeit sind: es unterlaufen einem Fehler und die Verteidigung brach auseinander. Dies bedeutete erneut zwei Blitz-Partien zwischen den Beiden und Lorenz ging wie in Runde drei in Führung. In der Eröffnung opferte er einen Bauern und sein Angriff brachte eine Quali sowie einen Mehrbauern ein. Im Gegensatz zum vorherigen Duell konnte Manuel diesmal nicht zurückschlagen. Lorenz nutzte seine L-D-Batterie auf der langen Diagonale für den entscheidenden taktischen Schlag und zog damit ins Finale ein.
Sein Gegner dort war der topgesetzte Tobias Kolb (DWZ 2261), der in letzter Zeit sowohl am Brett als auch online starke Resultate erzielt hatte und Ende Oktober in Willingen Deutscher Vize-Meister in der U16 geworden war. Tobias musste nur in Runde zwei eine Niederlage hinnehmen und in den Blitzentscheid, gewann ansonsten alle Duelle mit 2:0. Doch die erste Partie hatte kaum begonnen, da hatte Lorenz schon das Kunststück geschafft auch im sechsten Duell Partie eins für sich zu entscheiden, nachdem Tobias in der Eröffnung eine Figur eingebüßt hatte. In Partie zwei hatte Lorenz wieder Mal das Läuferpaar und machte damit Druck auf die gefesselten Springer. Doch dann gab er beide Läufer für die Springer, weil er dachte dass sein Springer dem gegnerischen Läufer überlegen sei. Allerdings büßte er genau wegen diesem agilen Läufer einen Bauern ein und musste in ein Turmendspiel mit Minusbauer und passiven Figuren gehen. Dort spielte Tobias mit wenig Bedenkzeit auf der Uhr den ein oder anderen ungenauen Zug und Lorenz schaffte es seinen Turm zu aktivieren und gerade rechtzeitig Gegenspiel zu kreieren. Am Ende kam der letzte Bauer von Tobias durch und Lorenz musste seinen Turm geben, da aber auch sein letzter Bauer kurz vor der Umwandlung stand, blieben nur die blanken Könige übrig. Damit hatte Lorenz das gut besetzte und hervorragend organisierte Turnier gewonnen – starke Leistung!

Turnierseite

Im Halbfinale und Finale gab es eine Live-Übertragung kommentiert von Constantin Blodig und GM Leon Mons.

Online Herbstserie

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für Online Herbstserie

Chessbase führt auf seiner Online-Plattform Playchess eine Serie an neunründigen Blitzturnieren (3+2) durch, an denen Kevin Beesk und Johannes Hierl teilnehmen.

Im ersten Turnier konnte Kevin als Neunter mit 5,5 Punkten gleich ein starkes Resultat erzielen, wobei er nur dem Ersten, Dritten und Fünften unterlag.

Endstand

Noch besser lief es für Kevin in Turnier Nummer drei: zum Auftakt musste er sich dem späteren Zweiten Nikola Potpara (ELO 2383) aus Montenegro geschlagen geben, holte dann 4,5 Punkte aus den nächsten sechs Partien. Das Highlight war der folgende Sieg in Runde acht gegen IM Sebastian Plischki (2352), wodurch er bis auf Platz vier kletterte. Zum Abschluss nahm er dem souveränen Turniersieger Veaceslav Cofmann (2292) das einzige Remis ab und beendete das Turnier als hervorragender Sechster mit 6/9. Johannes Hierl hatte gegen die starke Konkurrenz, die durchweg mindestens 200 Wertungspunkte mehr auf die Waage brachte einen schweren Stand. Er konnte eine Partie für sich entscheiden und belegte Rang 33.

Endstand

Turnier Nummer vier begann für Kevin mit dem nächsten Highlight: ein Sieg gegen den späteren Turniersieger IM Christian Köpke (2342). Den Schwung konnte er in die folgenden Partien nicht ganz mitnehmen. Am Ende landete er mit fünf Zählern auf Rang 16 und damit zum dritten Mal vor seinem Setzlistenplatz. Johannes Hierl belegte mit 1/4 Rang 44.

Endstand

So langsam scheint Kevin Gefallen daran gefunden zu haben gegen IMs zu gewinnen. Im fünften Turnier musste er sich zwar IM Plischki in der Auftaktrunde geschlagen geben, bezwang aber später sowohl IM Klaus Klundt als auch IM Köpke, der sich nicht mit einem Remis begnügen wollte und die Stellung überzog. Am Ende gab es aber doch noch einen Wermutstropfen: in der letzten Runde hatte Kevin Turniersieger Veaceslav Cofmann überspielt, fand aber den Gewinn nicht und verlor die Partie sogar noch. So stand am Ende statt eines sensationellen dritten Platzes, Rang zwölf mit 5,5 Punkten zu Buche.

Endstand

In Turnier sechs war Kevin zu Beginn noch nicht richtig „wach“ und kam gegen FM Tomislav Gruskovnjak aus Slowenien schon in der Eröffnung in Nachteil. Danach spielte er vier starke Partien und holte dabei 3,5 Zähler. Runde sechs nach einer kurzen Pause ging wiederum schnell in die Binsen, nachdem sich Kevin in eienr Schlagvariante verzählt hatte. Es folgte ein weiteres denkwürdiges Duell mit IM Köpke: zunächst kam Kevin gut aus der Eröffnung, wollte später aber angesichts zweier Minusbauern sowie 45 Sekunden weniger Bedenkzeit schon die weiße Fahne hissen, als er unverhofft zwei Figuren für seinen Turm bekam. Dadurch war die Stellung wieder unklar und dank eines starken Springers für Kevin einfacher zu spielen. In Zeitnot griffen dann beide daneben, letztlich nahm der IM doch ein Geschenk in Form eines Läufers an. Aber die Sache war immer noch nicht gelaufen, denn auch dieser machte nochmal einen Fehler und die Partie mündete in ein Endspiel Turm gegen Springer. 20 Züge lang fand Kevin den richtigen Weg, aber in Zug 106 kam dann doch der entscheidende Fehler. In den letzten beiden Partien holte Kevin noch einen Zähler und belegte mit 4,5 Punkten Rang 16. Johannes konnte drei Partien gewinnen und kam damit auf Platz 30.

Endstand

Im neunten Turnier wurde Kevin mit 5 Punkten Elfter, wobei er in der letzten Runde erneut IM Klundt bezwingen konnte.

Endstand

Deutsche Meisterschaft 2021

Posted by Sebastian in Jugend 20/21, Saison 20/21 | Kommentare deaktiviert für Deutsche Meisterschaft 2021

Tolle Nachrichten gibt es von der Deutschen Schachjugend. In der 1.Freiplatzrunde für die Deutsche Meisterschaft 2021 erhielt Laura Sophie Bauer einen Freiplatz in der U12w!

Champions Chess Tour 2021 (1) – Skilling Open

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für Champions Chess Tour 2021 (1) – Skilling Open

Von April bis August hat mit der Magnus Carlsen Chess Tour eine hochkarätige Online-Turnierserie stattgefunden: vier Turniere und das große Finale, bei dem sich Magnus Carlsen knapp mit 4:3 gegen Hikaru Nakamura durchsetzen konnte. Nun gibt es eine Fortsetzung: die Champions Chess Tour – eine Serie über zehn Turniere bis September 2021 mit den besten Spielern der Welt.

Den Auftakt macht vom 22. – 30. November das Skilling Open. 16 Teilnehmer – darunter sieben aus den Top10 der Weltrangliste – spielen zunächst an drei Tagen im Modus Jeder-gegen-Jeden bei einer Bedenkzeit von 15min + 10sek. Die besten Acht spielen danach im KO-Format den Sieger aus, wobei jeweils zwei Matches über vier Partien auszutragen sind. Beim Stand von 1:1 folgen zwei Blitz-Partien und bei abermaligem Gleichstand heißt es Armageddon.

Die Partien beginnen jeden Tag um 18h und werden auf Chess24 live übertragen. Dabei hat man eine große Auswahl an Kommentatoren-Teams. Neben dem deutschen Kommentar mit GM Jan Gustafsson und Star-Trainer GM Rustam Kasimdzhanov gibt es gleich vier in englischer Sprache: IM Tania Sachdev und GM Peter Leko, GM Simon Williams mit wechselnden Co-Kommentatoren, ChessbaseIndia-Macher IM Sagar Shah zusammen mit Amruta Mokal und WGM Soumya Swaminathan sowie GM David Howell und IM Jovanka Houska zusammen mit der norwegischen Moderatorin Kaja Snare aus einem TV-Studio in Oslo.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Eine spannende Vorrunde mit vielen interessanten und dramatischen Partien ist zu Ende. In dem starken Feld konnte jeder jeden schlagen und so lag am Ende zwischen Platz eins und zehn gerade mal ein Punkt. Anish Giri startete exzellent mit 4/5 und beendete nach fünf Remisen auch Tag zwei als Spitzenreiter. Doch am dritten Tag kamen nur noch 1,5 Zähler hinzu und plötzlich war er auf Schützenhilfe angewiesen um sich überhaupt für das Viertelfinale zu qualifizieren. Die bekam er in Person von Quang Liem Le, der in der letzten Runde Alireza Firouzja bezwang, damit zu den Spielern mit 8 Punkten aufschloss und somit Giri in der Feinwertung an Firouzja vorbeihievte. Dieser war nach 13 von 15 Runden noch in Führung gelegen, doch durch zwei Niederlagen zum Abschluss fiel er auf Rang neun zurück und ist somit trotz der meisten Siege aller Teilnehmer (sechs) ausgeschieden. Dabei ist er in illustrer Gesellschaft und teilt das Schicksal mit Ding Liren und Sergey Karjakin. Sieger der Vorrunde wurde Magnus Carlsen mit 9/15 vor dem punktgleichen Hikaru Nakamura.

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

Nach einem dramatischen Viertelfinale mit drei Blitz-Stichkämpfen und zwei Armageddon-Entscheidungen, stehen die Halbfinalpaarungen fest.

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Im Finale konnte Wesley So die Online-Siegesserie von Magnus Carlsen durchbrechen. Match 1 sah vier Weißsiege, wohingegen der zweite Tag mit zwei Schwarzsiegen begann. Es folgten zwei Remis, so dass es zum Blitzentscheid kam. Hier gewann So die erste Partie, hielt die Zweite remis und krönte sich somit an Carlsens Geburtstag zum Turniersieger.

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2