{"id":11713,"date":"2020-12-27T15:42:32","date_gmt":"2020-12-27T15:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfgang-kipferl.de\/sch_aktuell_blog\/?p=11713"},"modified":"2021-01-01T22:40:51","modified_gmt":"2021-01-01T22:40:51","slug":"lorenz-schilay-gewinnt-1-wittelsbacher-weihnachts-online-open","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfgang-kipferl.de\/sch_aktuell_blog\/?p=11713","title":{"rendered":"Lorenz Schilay gewinnt 1.Wittelsbacher Weihnachts-Online-Open!"},"content":{"rendered":"<p>Seit acht Jahren findet zwischen Weihnachten und Neujahr das Wittelsbacher Weihnachts-Open in Kelheim statt. Diesmal gab es den Umst\u00e4nden geschuldet eine besondere Ausgabe, das 1.Wittelsbacher Weihnachts-Online-Open. 96 Teilnehmer traten im KO-Modus an, wobei zun\u00e4chst zwei Schnellschach-Partien mit 10+5 gespielt wurden. Im Falle eines 1:1 folgten zwei Blitzpartien 3+2, bei erneutem Unentschieden stand 1+0 Bullet bis zur ersten Gewinnpartie auf dem Programm. Ausgeschiedene Spieler hatten in drei Arena-Turnieren (3+2) die M\u00f6glichkeit sich mit einem Sieg zur\u00fcck ins Turnier zu spielen.<\/p>\n<p>Unter den 96 Teilnehmern befand sich Lorenz Schilay (#15 der Setzliste), der in Runde eins mit Christoph Eichinger (DWZ 2241) gleich auf den Setzlistenzweiten traf. Doch Lorenz kam in der ersten Partie zu einem druckvollen K\u00f6nigsangriff mit Dame und L\u00e4uferpaar und ging in F\u00fchrung. In Partie zwei eroberte er per Ausschalten der Verteidigung entscheidendes Material und zog somit mit 2:0 in die zweite Runde ein.<br \/>\nDort wartete mit Maximilian Lohr ein Top-50 Schnellschachspieler auf Lichess. Wiederum war Lorenz taktisch auf der H\u00f6he und ging mit zwei Mehrbauern ins Endspiel, wo sich sein verbundenes Feribauernpaar durchsetzte. In der zweiten Partie brachte Maximilian ein aktiver K\u00f6nigszug in Schwierigkeiten, wonach Lorenz mit tempo zu einer Fesselung kam, die ihm eine Figur f\u00fcr zwei Bauern einbrachte. In Zeitnot gelang es Lorenz bis auf ein Bauernpaar und ungleichfarbige L\u00e4ufer alles vom Brett zu bekommen und qualifizierte sich mit dem resultierenden Remis f\u00fcr die n\u00e4chste Runde.<br \/>\nHier ging es gegen Manuel Kues und Lorenz konnte erneut in F\u00fchrung gehen, nachdem er die K\u00f6nigsstellung ge\u00f6ffnet und den Monarchen \u00fcber das halbe Brett gejagt hatte. Doch diesmal konnte Lorenz den Vorsprung nicht konservieren, da er im T+S-Endspiel einen Bauern verlor und die wei\u00dfen Figuren im Anschluss \u00fcber seinen K\u00f6nig herfielen. In den Blitzpartien dasselbe Bild: Lorenz ging in F\u00fchrung, Manuel gelang der Ausgleich. Somit musste Bullet die Entscheidung bringen und Lorenz war die ganze Partie \u00fcber auf der Uhr unter Druck mit konstant um die zehn Sekunden R\u00fcckstand und letztlich war die Zeit abgelaufen.<br \/>\nDank des Formats war das Turnier f\u00fcr Lorenz aber nicht vorbei. W\u00e4hrend sich die zw\u00f6lf Sieger der dritten Runde sowie die beiden Qualifikanten aus den Arenen 1 und 2 in Runde vier um den Einzug ins Viertelfinale duellierten, k\u00e4mpfte Lorenz mit neun anderen Spielern in Arena 3 um den letzten Platz im Viertelfinale. Nach einer Stunde 3+2 hatte Lorenz mit sieben Siegen und zwei Niederlagen das Turnier mit 14 Punkten f\u00fcr sich entschieden und damit einer der acht Viertelfinalisten.<br \/>\nDer Gegner im Viertelfinale hie\u00df Robert Wagner, der auf seinem Weg in acht Partien nur zwei Unentschieden abgegeben hatte. Doch Lorenz setzte seine Serie der gewonnenen ersten Partien fort: er wehrte den Bauernangriff auf seine Rochadestellung ab und behielt im folgenden taktischen Gemenge die \u00dcbersicht. In Partie zwei war Lorenz ebenfalls auf Kurs mit besserer Stellung und deutlichem Zeitvorteil. Aber beides entglitt ihm und als beide unter 30 Sekunden angekommen waren, fand sich Lorenz in einem Turmendspiel mit zwei Minusbauern wieder. Dies bedeutete zwei Blitzpartien, wobei Lorenz in der ersten im Schwerfigurenendspiel Druck auf den r\u00fcckst\u00e4ndigen c3-Bauern machte, in Zeitnot aber den m\u00f6glichen Bauerngewinn \u00fcbersah und die Z\u00fcge wiederholte. Im Anschluss gewann Lorenz fr\u00fch einen Bauern und Robert war bald unter zehn Sekunden angekommen. In seiner Zeitnot gelang es Lorenz seine Dame zu fangen und Robert musste das Handtuch schmei\u00dfen.<br \/>\nIm Halbfinale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Manuel Kues und der Matchverlauf war zun\u00e4chst wie derjenige in Runde drei. Lorenz hatte in Partie eins ein angenehmes Endspiel erreicht wo sein L\u00e4uferpaar st\u00e4rker war als die Kombination L+S. Mit einem taktischen Trick eroberte er einen Bauern, schuf sich einen Freibauern und wickelte in ein gewonnenes Bauernendspiel ab. In der zweiten Partie kam Lorenz gut aus der Er\u00f6ffnung und nannte wiederum das L\u00e4uferpaar sein eigen. Aber Manuel setzte ihn mit seinen Springern unter Druck, so dass Lorenz viel Bedenkzeit verbrauchte. Er setzte zum Gegenspiel am Damenfl\u00fcgel an und gewann auch einen Bauern, doch gab er eine Quali f\u00fcr einen weiteren Bauern, da der einzige Zug der die Springerdrohungen abwehrte schwer zu finden war. Die Engine zeigte Ausgleich, aber wenn man weniger als eine Minute in einer komplizierten Stellung mit materiellen Ungleichgewichten hat, passiert das, wovor auch die Top-GMs nicht gefeit sind: es unterlaufen einem Fehler und die Verteidigung brach auseinander. Dies bedeutete erneut zwei Blitz-Partien zwischen den Beiden und Lorenz ging wie in Runde drei in F\u00fchrung. In der Er\u00f6ffnung opferte er einen Bauern und sein Angriff brachte eine Quali sowie einen Mehrbauern ein. Im Gegensatz zum vorherigen Duell konnte Manuel diesmal nicht zur\u00fcckschlagen. Lorenz nutzte seine L-D-Batterie auf der langen Diagonale f\u00fcr den entscheidenden taktischen Schlag und zog damit ins Finale ein.<br \/>\nSein Gegner dort war der topgesetzte Tobias Kolb (DWZ 2261), der in letzter Zeit sowohl am Brett als auch online starke Resultate erzielt hatte und Ende Oktober in Willingen Deutscher Vize-Meister in der U16 geworden war. Tobias musste nur in Runde zwei eine Niederlage hinnehmen und in den Blitzentscheid, gewann ansonsten alle Duelle mit 2:0. Doch die erste Partie hatte kaum begonnen, da hatte Lorenz schon das Kunstst\u00fcck geschafft auch im sechsten Duell Partie eins f\u00fcr sich zu entscheiden, nachdem Tobias in der Er\u00f6ffnung eine Figur eingeb\u00fc\u00dft hatte. In Partie zwei hatte Lorenz wieder Mal das L\u00e4uferpaar und machte damit Druck auf die gefesselten Springer. Doch dann gab er beide L\u00e4ufer f\u00fcr die Springer, weil er dachte dass sein Springer dem gegnerischen L\u00e4ufer \u00fcberlegen sei. Allerdings b\u00fc\u00dfte er genau wegen diesem agilen L\u00e4ufer einen Bauern ein und musste in ein Turmendspiel mit Minusbauer und passiven Figuren gehen. Dort spielte Tobias mit wenig Bedenkzeit auf der Uhr den ein oder anderen ungenauen Zug und Lorenz schaffte es seinen Turm zu aktivieren und gerade rechtzeitig Gegenspiel zu kreieren. Am Ende kam der letzte Bauer von Tobias durch und Lorenz musste seinen Turm geben, da aber auch sein letzter Bauer kurz vor der Umwandlung stand, blieben nur die blanken K\u00f6nige \u00fcbrig. Damit hatte Lorenz das gut besetzte und hervorragend organisierte Turnier gewonnen &#8211; starke Leistung! <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wwoo.schachklub-kelheim.de\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Turnierseite<\/a><\/p>\n<p>Im Halbfinale und Finale gab es eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_gsac8zanpo&#038;feature=youtu.be\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Live-\u00dcbertragung<\/a> kommentiert von Constantin Blodig und GM Leon Mons.<\/p>\n<h3>Related Images:<\/h3>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit acht Jahren findet zwischen Weihnachten und Neujahr das Wittelsbacher Weihnachts-Open in Kelheim statt. 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