KJEM 2019

Posted by Sebastian in Jugend 19/20, Saison 19/20 | Kommentare deaktiviert für KJEM 2019

Bei den Kreis-Jugendeinzelmeisterschaften in Nürnberg waren diesmal leider nur fünf Neumarkter am Start und zum ersten Mal seit 2012 konnten wir keinen Titel an Land ziehen. Die besten Chancen hatte Maria Schilay in der U16, aber eine Niederlage in der letzten Runde bedeutete Rang zwei. Eine weitere Vize-Meisterschaft gab es durch Vinzenz Schilay in der U12 und auch Josef Franke stand als Dritter der U16 auf dem Podest. Leonhard Franke kam deutlich unter Wert auf Platz sechs in der U12, während Christoph Reger in der U14 Neunter wurde.


Zum Auftakt gab es in der U12 zwei Siege von Vinzenz Schilay und Leonhard Franke, die jeweils früh Material gewannen. In der U14 stand Christoph Reger im Mittelspiel ein bisschen schlechter, nachdem sein Gegenüber die c-Linie geöffnet und einen Turm nach c2 gebracht hatte. Danach konnte Christoph einen Bauern gewinnen, verpasste aber die Vorentscheidung und letztlich beendete der zweite ungültige Zug des Gegners die Partie, wobei Christoph mit zwei Mehrbauern auch so gute Chancen auf den ganzen Punkt hatte. Maria Schilay und Josef Franke traten in der U16/18 an. Maria hatte im Leichtfigurenendspiel leichten Vorteil, doch die Partie kam nie wirklich aus dem Gleichgewicht und so war nach knapp 3 1/2 Stunden Remis das folgerichtige Resultat. Josef geriet in eine schwierige Stellung und das mit nur noch wenigen Minuten auf der Uhr. Er goß mit einem Quali-Opfer zusätzliches Öl ins Feuer und trieb damit den gegnerischen König ins Freie. Leider verpasste er kurz vor der ersten Zeitkontrolle den finalen Schlag und er musste nach dem Damentausch ein schwieriges Endspiel mit Minus-Quali und gegnerischem Freibauern verteidigen. Auch sein Gegner ließ eine gute Möglichkeit aus und da Josef eine 3:1 Majorität am Damenflügel auf der Habenseite hatte, war das Remis zum Greifen nach. Als er jedoch unnötigerweise seine Bauernkette sprengte, wäre die Partie doch noch in die Binsen gegangen, aber sein Gegenüber versäumte es Josefs Läufer von der Verteidigungsdiagonalen fernzuhalten und so rettete sich Josef nach fast vier Stunden ins Remis.
Am nächsten Morgen trafen Vinzenz und Leonhard aufeinander und auf ihrem Brett brach das Chaos aus, so dass Beide nicht immer die beste Fortsetzung fanden. Als sich der Rauch verzogen hatte, konnte Vinzenz zwei Figuren für Turm und Bauer in die Waagschale werfen. Allerdings nannte er gleich vier isolierte Bauern sein Eigen, wohingegen Leonhard zwei gesunde Bauerninsel hatte. Beim naheliegenden Versuch die Türme auf die zweite Reihe zu bringen, konnte Vinzenz einen Turm einsperren, so dass Leonhard die Quali geben musste, wonach sich Vinzenz die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ. In der dritten Runde gewann Vinzenz früh eine Figur per Bauerngabel und traf danach auf den punktgleichen Setzlistenersten Arne Deschler (SC Noris Tarrasch Nürnberg), gegen den er zuletzt immer wieder den Kürzeren gezogen hatte. Vinzenz kam gut aus der Eröffnung, setzte aber nicht energisch genug nach, musste die Damen tauschen und verlor einen Bauern. Mit dem reduzierten Material wog seine schlechtere Bauernstruktur noch schwerer und letztlich ging ein zweiter Bauer über Bord. Leonhard wurde in Runde drei bei heterogenen Rochaden mit einem Figurenopfer konfrontiert und nach einem ungenauen Zug geriet er gewaltig ins Schwimmen. Aber Dame und König auf derselben Diagonalen wurden seinem Kontrahenten zum Verhängis und die Partie war gekippt. In der nächsten Runde wagte sich Leonhard mit seinem Springer zu weit hinter die gegnerischen Reihen und musste ihn für zwei Figuren geben. Doch auch sein Gegenüber büßte wenig später eine Figur ein und plötzlich hatte Leonhard einen Bauern mehr auf dem Brett. Allerdings hing er in einer lästigen Fesselung auf der Grundreihe. Leider fand Leonhard nicht das richtige Mittel dagegen und so ging entscheidendes Material verloren. Christoph bekam es in der Vormittagsrunde mit dem Setzlistenersten Quang Bach Duong (SK Nürnberg 1911) zu tun und sackte ausgangs der Eröffnung einen Bauern ein. Da er aber noch nicht rochiert hatte, wäre diese Vorgehensweise nur mit einem folgenden Figurenopfer für zwei weitere Bauern gerechtfertigt gewesen. So musste er bald eine Figur ohne Kompensation abgeben und der Favorit nutzte diesen Vorteil zielsicher aus. In der folgenden Partie übersah Christoph in einer Schlagvariante einen wichtigen Zwischenzug, der die Stellung im Gleichgewicht gehalten hätte. So wurde sein König über das ganze Feld gejagt, doch als einmal kein Schach geboten wurde, konnte er die Dame schlagen und kam zu einem glücklichen Sieg. Josef hatte einen spielfreien Vormittag, während Maria ausgangs der Eröffnung den falschen Plan verfolgte und dadurch in einer gedrückten Stellung gelandet war. Dies nutzte der Gegner zum Läuferopfer auf h7, was Maria aber nicht annahm, da sie die resultierende Position mit zwei Figuren für Turm und zwei Bauern als schlecht für sie bewertete. Objektiv war die Sachlage mit dem Minusbauern deutlich schlimmer, aber eine Fesselung brachte ihr den Bauern zurück und mit offenem Zentrum war nun sie es die deutlich aktiver stand. Ein ungenauer Damenzug ermöglichte es dem Kontrahenten jedoch viel Material zu tauschen und der Vorteil verflachte ins Remis. Am Nachmittag stand das nächste Vereinsduell auf dem Programm, doch nachdem Josef im Bestreben mit der besseren Bauernstruktur weiterzuspielen Maria die b-Linie öffnete, kostete eine Fesslung auf der Grundreihe entscheidendes Material und die Partie war schnell zu Ende.
Turniertag drei begann mit einer spannenden Partie zwischen Leonhard und Arne. Letzterer spielte auf Angriff und konnte auch einen Bauern gewinnen, aber mit drei Schwerfiguren auf dem Brett befand sich die Stellug im dynamischen Gleichgewicht. Doch ab Zug 28 begann die Phase, die den interessierten Beobachter vor einige Rätsel stellte. Zuerst büßte Leonhard erstazlos einen Turm ein, nachdem er die Deckungsfigur weggezogen hatte. Doch nur einen Zug später übersah Arne in einer Schlagvarainte einen Zwischenzug, der auch ihn einen Turm kostete. Dies war allerdings verkraftbar, denn das resultierende Bauernendspiel war für ihn gewonnen. Doch dann kam die Wende im dritten Akt: Arne ließ einen Bauerndurchbruch zu und aus dem Nichts wandelte Leonhard zuerst um. Nun hatte er zwar noch einen Bauern weniger, aber das erste Schach, weshalb er nun wieder sehr gute Remischancen hatte. Schnell bekam Leonhard den Freibauern, aber dies erwies sich als Boomerang, denn so kam Arne aus seiner passiven Position und nachdem er auch die Damen vom Brett bekam war die Sache gegessen. Vinzenz machte derweil im Verfolgerduell einen riesigen Schritt Richtung Platz zwei. Er stand im Mittelspiel zunächst etwas besser, verlor dann aber einen Bauern. Er griff auf den weißen Feldern am Königsflügel an und als sein Kontrahent die Königsstellung schwächte gewann er eine Figur. In der sechsten Runde gelang es Vinzenz die gegnerische Dame zu fangen und zum Abschluss kam er zu einem schnellen Mattangriff. Damit ist seine beeindruckende Erfolgsserie – bei seinen bisherigen vier Teilnahmen hatte er immer den Titel geholt – zwar gerissen ist, aber mit der Vize-Meisterschaft kann er ebenfalls sehr zufrieden sein. Leonhard gestaltete die sechste Runde siegreich und war auch in Runde sieben mit Quali und zwei Bauern mehr auf Kurs, ehe ein Blackout die Partie kostete und er mit drei Punkten als Sechster unter Wert geschlagen wurde. Christoph war in der Vormittagsrunde in der Eröffnung im Experimentier-Modus unterwegs, was sich nicht bewährte: Schwächen auf den weißen Feldern und ein unrochierter König ergaben eine nicht zu haltende Stellung. Dafür kam er in der letzten Partie im Mittelspiel mit aktivem Figurenspiel in eine sehr gute Position. Einen Mehrbauern hatte er schon auf der Habenseite und weiterer Materialgewinn stand in Aussicht. Doch sein Gegenüber hatte noch ein feines Motiv erspäht und nach einem Quali-Opfer gab es für Christophs eingesperrten König kein Entkommen vor den Springerschächern. Somit beedente er das Turnier auf Rang neun, mit dem möglichen halben Zähler mehr, wäre es der fünfte Platz gewesen. Josef nahm den Fehdehandschuh auf und es kam eine scharfe Variante aufs Brett. Er hatte einen Mehrbauern, sein Kontrahent pochte auf das Läuferpaar. Damit schuf er sich einen Freibauern, der ausreichend Kompensation im Endspiel bot, da Josef seine Figuren zur Blockade brauchte und der Punkt wurde geteilt. Am Nachmittag verpasste es Josef im Turmendspiel früher aktiv zu spielen. Als er sich dann doch entschloss einen Bauern zu geben, um seinen Turm zu aktivieren, hatte er schon wertvolle Zeit verschenkt. Noch wäre nicht aller Tage Abend gewesen, aber Josef lief mit seienm König ins Matt. Maria hatte nach einem freien Vormittag den Turniersieg in der eigenen Hand. Aber sie wählte in der Eröffnung den falschen Plan und musste zwei Bauern geben um größeren Schaden zu vermeiden. Dieser kam dann doch noch und so konnte sich ihr Gegenüber sogar noch den Luxus eines Figurenverlusts erlauben, da die drei Mehrbauern im Endspiel immer noch mehr als ausreichend waren. Damit blieb Maria der Titel in der U16 verwehrt, den sie 2015 in der U12 und 2017 in der U14 geholt hatte und sie wurde als Gesamtdritte Zweite in der U16 vor Josef.

Endstand U12

Endstand U14

Endstand U16/18

Comments are closed.