Deutsche U10MM

Posted by Sebastian in Jugend 11/12 | Kommentare deaktiviert für Deutsche U10MM

Das Jahr 2011 war reich an Höhenpunkten, doch das Jahr ist noch nicht zu Ende und einen haben wir noch! Erstmals nimmt eine Jugendmannschaft unseres Vereins an einer Deutschen Meisterschaft teil. Lorenz Schilay, Paul Neppert, Maria Schilay und Johannes Hierl vertreten unsere Farben bei den 2. Offenen Deutschen U10 Mannschaftsmeisterschaften in Lüdenscheid. Unser junges Team ist im 26er Teilnehmerfeld an #15 gesetzt, wobei die DWZ-Zahlen natürlich noch nicht so aussagekräftig sind (umso unverständlicher finde ich die Regel dass streng nach DWZ aufgestellt werden muss weshalb nun Maria vor Johannes an Brett 3 spielt und das wegen eines DWZ-Punkts…).

Unser Nachwuchs landete nach sieben Runden auf Rang 20 mit einer Bilanz von 2 Siegen, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen. Da man aber zumeist auf den hinteren Brettern zu finden war, hätte es auch der ein oder andere Punkt mehr sein können, die Stellungen dazu hatte man immer wieder auf dem Brett. Lorenz punktete am ersten Brett souverän durch und hatte mit 7/7 die beste Bilanz aller Spieler und bekam einen Pokal für den besten Spieler an Brett 1. Allerdings war es ihm nicht vergönnt sich mit den drei nominell stärkeren Spielern zu messen. Paul, Maria und Johannes ließen leider den ein oder anderen Punkt liegen, ließen sich davon aber nicht unterkriegen und kämpften bis zum Schluss.
Die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft war für unser Team eine tolle Erfahrung und hat den Vieren viel Spaß gemacht, so dass man zufrieden die Heimreise antreten konnte.

Endstand

Kreuztabelle

Turnierseite


Runde 1:
15 SK Neumarkt (946) – 2 SK BS Paderborn I (1162) 6:10
Schilay Lorenz (1379) – Müller Noah (1208) 3:1
Neppert Paul (842) – Irkilmez Yakub (1173) 1:3
Schilay Maria (782) – Möller Lisa-Marie (1150) 1:3
Hierl Johannes (781) – Wanke Mathis (1115) 1:3

Gleich zum Auftakt ging es gegen einen der Favoriten, den SK BS Paderborn I, an #2 der Setzliste und nur eines von zwei Teams die an allen Brettern mind. 1000 DWZ Punkte aufweisen. Entsprechend war man hinten Außenseiter und musste auch drei Niederlagen hinnehmen, wobei hier Einsteller kräftig nachhalfen. Einzig Johannes hatte noch die Chance mit Minusquali in die Partie zurückzufinden, doch nach dem Damentausch spielte sein Gegenüber das Endspiel souverän herunter. Bei Lorenz war die Partie lange ausgeglichen, doch als er versuchte auf Sieg zu spielen geriet er in Nachteil. Nachdem sein Gegner einen Bauern gewonnen hatte bot er remis, was Lorenz zum Entsetzen seines Kontrahenten aber ablehnte (dabei brächte es doch angesichts des uneinholbaren Rückstands eh nichts mehr weiterzuspielen). Lorenz versuchte weiter die Verluststellung zu gewinnen und tatsächlich wurde er für seine Hartnäckigkeit belohnt. Nach einem Fehler wendete sich das Blatt und der Gegner gab mit einem Minusbauern das plötzlich verlorene Endspiel entnervt auf. Es war übrigens die längste Partie der 1.Runde. Wer sich über die angegebenen Punkte wundert, es gilt folgendes System: Sieg 3:1, Remis 2:2, Niederlage 1:3, kampflose Niederlage 0:3.

Runde 2:
24 Caissa Kassel (804) – 15 SK Neumarkt (946) 9:7
Mastmeyer Lars (855) – Schilay Lorenz (1379) 1:3
Fromm Nick (802) – Neppert Paul (842) 3:1
Rudolph Sebastian (738) – Schilay Maria (782) 3:1
Krömer Alexander – Hierl Johannes (781) 2:2

Auch die zweite Runde endete mit einer Niederlage obwohl Lorenz schnell gewann. Aber die lange Anreise und die ungewohnte Spielzeit um 18:45h war vermutlich nicht gerade konzentrationsförderlich – Maria war zwischen den Runden sogar schon eingeschlafen. Paul wickelte in einer Variante in der eigentlich der Gegner eine Figur verloren hätte falsch ab und hatte stattdessen selbst eine weniger. Auch Maria war schnell Material hinten und Johannes hatte Glück, dass sein Gegner statt der Dame nur die Quali nahm. Dennoch war das Endspiel verloren, doch der Gegner gab die Partie angesichts der 2:1 Führung remis.

Runde 3:
15 SK Neumarkt (946) – 19 SK Endingen I (882) 6:10
Schilay Lorenz (1379) – Schillinger Julius (922) 3:1
Neppert Paul (842) – Schneider Xenia (855) 1:3
Schilay Maria (782) – Zimmermann Robin (828) 1:3
Hierl Johannes (781) – Meyer Robin (807) 1:3

Auch der zweite Turniertag begann mit einer Niederlage. Dabei geriet man schnell in Rückstand, da Johannes schon nach 14 Zügen die Waffen strecken musste. Lorenz hatte sich anfangs den Attacken der gegnerischen Springer zu erwehren. Nach dem Damentausch nahm Lorenz das Heft in die Hand, brachte seine Läufer aktiv ins Spiel, eroberte zwei Bauern und setzte alsbald matt. Maria hatte in der Eröffnung einen Bauern eingebüßt, griff aber beherzt am Königsflügel an und hatte Kompensation. Als sie versuchte mit einem Springeropfer den offenen König mattzusetzen übersah sie leider ein Abzugsschach, das entscheidenden Materialverlust zur Folge hatte. Pauls Partie stand unter dem Motto „vergebene Chancen“. Die größte bot ein mögliches Matt in 2 nach Sf6+, doch Paul entschied sich leider für das weniger starke Sxh6+. Später wogte die Partie hin und her, doch als Paul mit einem schönen Ablenkungsopfer eine Qualität gewann schien die Sache gelaufen. Aber mit ablaufender Bedenkzeit agierte Paul zu passiv und irgendwann waren die gegnerischen Figuren in Stellung gebracht und der weiße König stand auf verlorenem Posten.

Runde 4:
23 SF Paderborn 2000 (816) – 15 SK Neumarkt (946) 9:7
Kruse Bjarne (911) – Schilay Lorenz (1379) 1:3
Neuwald Felix (876) – Neppert Paul (842) 3:1
Plöger Anneli (795) – Schilay Maria (782) 3:1
Kemper Joshua (683) – Hierl Johannes (781) 2:2

Es will einfach nicht klappen mit dem ersten Punktgewinn. Dabei sorgt Lorenz zuverlässig für den vollen Punkt am Spitzenbrett, so auch diesmal als er aus der Eröffnung heraus zwei Bauern gewann und diesen Vorteil sukzessive ausbaute. Paul nahm einen wichtigen Bauern nicht sofort zurück und geriet so in eine gedrängte Stellung in der er letztlich eine Figur verlor. Maria verzichtete auf die Rochade und sah sich einem starken Angriff der gegnerischen Schwerfiguren in der Mitte ausgesetzt. Doch als die Gegnerin im Mattangriff einen Turm einstellte sah Maria bereits wie die sichere Siegerin aus. Die Kontrahentin gab noch ein paar Schächer mit der Dame und prompt zog Maria aufs falsche Feld und wurde einzügig mattgesetzt. Johannes profitierte in ausgeglichener Stellung von einem Figureneinsteller und befand sich ebenfalls bereits auf der Siegerstraße. Allerdings tauschte er einen gefährlichen Bauern nicht ab und plötzlich hatte der Gegner drei Bauern für die Figur und man einigte sich auf Remis.

Runde 5:
15 SK Neumarkt (946) – 25 SF Berghofen-Hörde (787) 10:5
Schilay Lorenz (1379) – Pahna Sadeghi (890) 3:1
Neppert Paul (842) – Blinov Segie (770) 3:0
Schilay Maria (782) – Rapoport Valerie (767) 3:1
Hierl Johannes (781) – Kantor Tim (721) 1:3

Der Bann ist gebrochen, der erste Sieg eingefahren – denn diesmal hatten wir das nötige Glück auf unserer Seite. Da unser Gegner aufgrund eines kurzfristigen Ausfalls das komplette Turnier mit drei Mann bestreiten musste gewann Paul seine Partie kampflos. Maria stand nach der Eröffnung sehr gut und hatte eine schöne Angriffsposition ehe ein Figureneinsteller alles zu verderben drohte. Doch die Figur wurde zurückgestellt und Maria setzte den eingeklemmten König schön mit T+L matt. Lorenz hatte bereits in der Eröffnung eine Figur gewonnen, agierte dann aber zu sorglos und erlaubte dem Gegner unnötigerweise ein starkes Freibauernpaar (v.a. auch deswegen weil er den Gegner durchs Schach rochieren ließ…). Lorenz musste eine Figur opfern, kam dann aber dank einer Fesselung wieder entscheidend in Vorteil, was er sich nicht mehr nehmen ließ. Johannes kam ausgeglichen ins Mittelspiel, doch mit einem falschen Plan kippte die Partie rasant und gegen Dame und Läuferpaar war die Rochadestellung nichts mehr wert.

Runde 6:
22 Lübecker SV von 1873 II (837) – 15 SK Neumarkt (946) 6:10
Schnell Fabian (919) – Schilay Lorenz (1379) 1:3
Schwerdt Alwin (789) – Neppert Paul (842) 1:3
Bosselmann Tom (770) – Schilay Maria (782) 1:3
Schönweiler Elisabeth (762) – Hierl Johannes (781) 3:1

Der Auftakt von Tag drei brachte den zweiten Sieg. Lorenz setzte bereits in Zug 16 den entblößten schwarzen König matt und Maria nutzte ebenfalls die erste Möglichkeit zum Gewinn. Paul eroberte im Mittelspiel eine Figur, ließ dann aber den Gegner zurückschlagen. Dieser nutzte die sich ihm bietende Möglichkeit aber auch nicht, hatte am Ende aber ein Dauerschach auf dem Brett. Der Gegner wollte mehr und sah sich umgehend mit einem Matt konfrontiert. Johannes stand lange ausgeglichen, musste sich nach einem Fehler aber geschlagen geben.

Runde 7:
15 SK Neumarkt (946) – 26 SK Endingen II (784) 8:8
Schilay Lorenz (1379) – Galli Michael (922) 3:1
Neppert Paul (842) – Wagner Anna (779) 3:1
Schilay Maria (782) – Wagner Lena (766) 1:3
Hierl Johannes (781) – Buchmüller Axel (735) 1:3

Die letzte Runde begann vielversprechend da Lorenz schnell zwei Figuren dank der Fesselung des f2-Bauers gewann und Paul zügig matt setzte. Johannes ließ den Gegner im Mittelspiel zu aktivem Leichtfigurenspiel kommen, was dieser auszunutzen wusste. Dafür hatte Maria eine Mehrfigur, jedoch geriet ihr König aufgrund der halb-offenen c-Linie in Gefahr. Lange verteidigte Maria zäh, verpasste dann aber einen Qualitätsgewinn und zog schließlich auf der Suche nach aktivem Gegenspiel den wichtigen Verteidigungsspringer weg und wurde matt gesetzt.

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