Deutsche Meisterschaft 2013 – Lorenz Schilay wieder auf der Bühne

Posted by Sebastian in Jugend 12/13 | Kommentare deaktiviert für Deutsche Meisterschaft 2013 – Lorenz Schilay wieder auf der Bühne
Foto: Deutsche Schachjugend

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Vom 18. – 26. Mai finden in Oberhof wieder die Deutschen Meisterschaften statt und erneut ist der SK Neumarkt mit von der Partie. Maria Schilay hat sich als Dritte der Bayerischen Meisterschaften in der U10w als zweites SKN-Mitglied für die Deutsche qualifiziert und darf sich nun mit der versammelten deutschen Spitze messen. Unter den 32 Teilnehmerinnen ist Maria an #16 gesetzt, allerdings müssen die Mädels zusammen mit den Jungs spielen (hier ist sie an #65 von 94) weshalb es sogar gut möglich ist, dass Maria gegen gar keine direkte Konkurrentin spielt.
In der offenen U25 gehen Lorenz Schilay und Eva Schilay in der Gruppe B an den Start. Im 92köpfigen Feld ist Lorenz an #1 gesetzt und wird versuchen ein Wörtchen um die Podestplätze mitzusprechen. Wie es sich auf der großen Bühne bei der Siegerehrung anfühlt weiß er ja vom Vorjahr als er als Fünfter der U10 für Furore gesorgt hat. Eva ist als #44 fast genau in der Mitte positioniert und schnuppert erstmals „DJEM-Luft“.

Alle Infos gibt es auf der Turnierseite – Daumen drücken!

UPDATE:
Die verflixte letzte Runde von Oberhof! In einem dramatischen Finale musste sich Lorenz nach über fünf Stunden dem neuen Meister Christian Gheng (TSV Schönaich) doch noch geschlagen geben. Schon ein Remis hätte Lorenz zum Titel gereicht, so fiel er undankbar noch auf Platz fünf zurück. Allerdings durfte er als Fünfter wie schon im Vorjahr bei der Siegerehrung auf die große Bühne – eine klasse Leistung!
Eva konnte ihre letzte Partie gewinnen und belegte mit guten 5/9 Rang 39, bei Maria blieb es leider bei 4 Punkten die für Rang 22 bei den Mädchen gut waren.


Anreisetag:
Bei strahlendem Sonnenschein traf die Neumarkter Delegation in Oberhof ein. Diesmal ist Familie Schilay vollzählig mit von der Partie und auch der Nürnberger Teil der „Prag-Delegation“ in Person von Hermann Krauß sowie Ruben und Hubert Mantel sind vor Ort. Am Abend gesellte sich dann auch noch unser 1. Vorsitzender dazu, der zuvor noch beim Zabo-Triathlon die Neumarkter Farben vertreten hatte. Um 19:30h stand die große Eröffnungsfeier auf dem Programm, wobei hierbei Lorenz in einer Diashow mit Bildern des Vorjahres vertreten war.

Tag 1:
Von dem gestrigen Sonnenschein ist nicht viel übrig geblieben und es ist obendrein recht frisch – aber wir befinden uns ja auch oebn auf dem Berg. Als das Duo Hermann/Sebi am frühen Morgen im Tal aufbrach schien auch noch die Sonne, doch über der Kuppe gab es urplötzlich nur noch Nebelsuppe…
Maria bekam es zum Auftakt mit der #18 Maximilian Hüls (Treptower SV 1949/1419) zu tun. In einer geschlossenen Stellung stand Maria leicht besser und hatte sogar die Chance einen Bauern zu erobern. Beim Übergang ins Endspiel büßte Maria einen Bauern ein, hatte ob der ungleichfarbigen Läufer aber noch sehr gute Remischancen. Doch leider besiegelte ein weiterer Bauernverlust nach beinahe dreistündigem Kampf die knappe Niederlage.
Lorenz stand schon in der Eröffnung besser und gewann dank seiner aktiven Figuren einen Bauern. Den gedeckten Freibauern nutzte er anschließend seinen Vorteil weiter auszubauen und nachdem alle Figuren getauscht waren lief ein Bauer ungehindert durch.
Eva agierte gegen die aggressive Eröffnung ihrer Gegnerin umsichtig und kam ausgeglichen aus der Eröffnung. Im Mittelspiel bot sich ihr eine taktische Möglichkeit und Eva eroberte die Qualität sowie zwei Bauern. Ein Blackout hätte die Sache beinahe nochmal spannend gemacht, doch dank aktivem Figurenspiel und dreier verbundener Freibauern brachte sie die Partie siegreich zu Ende.
Am Nachmittag fand sich Maria am letzten Brett wieder und traf auf einen gut vorbereiteten Gegner. Gegen Ende der Eröffnung wählte sie eine falsche Abwicklung und hatte in der Folge zwei Minusbauern. Doch Maria kämpfte und wurde im weiteren Verlauf mit einem Qualitätsgewinn belohnt. Einmal hatte sie sogar die Chance in großen Vorteil zu kommen, ansonsten war die Partie ausgeglichen bis eine Springergabel einen Turm kostete und Maria sich nach über 2 1/2 Stunden Kampf geschlagen geben musste.
Lorenz eroberte im Mittelspiel mit einem Figurenopfer einen Bauern, den er in der Folge versuchte zu verteidigen. Dabei ergab sich für die Gegnerin die Möglichkeit einen Turm für zwei Figuren zu opfern. Doch wenig später gab sie das Material zurück und wickelte in ein Endspiel T+L gegen T+S mit Mehrbauer ab. Lorenz nutzte seinen aktiven Turm um den Bauern zurückzugewinnen und nach dem Tausch der Leichtfiguren war ein Remisendspiel erreicht. Doch unerwarteterweise tauschte seine Kontrahentin die Türme und das resultierende Bauernendspiel war für Lorenz gewonnen.
Eva übersah leider früh in der Partie eine taktische Möglichkeit und bekam wegen dieses Übersehers einen unangenehmen Doppelbauern im Zentrum. Diesen belagerte die Gegnerin bis ein Bauern nicht mehr zu halten war. Dadurch geriet Eva noch mehr unter Druck und als ein zweiter Bauer und die Qualität hinzukamen, musste Eva nach über vier Stunden die Segel streichen.
Fazit des ersten Tages: Lorenz hatte Glück dass die weiße Weste noch keinen Flecken abbekam, unsere Mädels haben leider mögliche Punkte liegengelassen, Sebi und Hermann haben ein paar graue Haare mehr und es regnet und regnet und regnet…

Tag 2:
Über Nacht zog ein gewaltiger Sturm auf und auch im Laufe des Tages machte der Wind den Weg vom Hotel zur Ferienwohnung bergauf recht mühsam…
Maria musste als Einzige des Schilay-Trios schon am Vormittag ran. Sie gewann schon in der Eröffnung einen Bauern und hatte eine schöne Stellung. Doch dann griff sie mit dem f-Bauern an ehe sie fertig entwickelt war und gab unverständlicherweise freiwillig ihr Rochaderecht auf. Dadurch blieb ihr König in der Mitte und der Ta1 war aus dem Spiel, wonach die Gegnerin im Zentrum Linien öffnete. Dennoch hätte Maria noch eine Qualität gewinnen können, doch am Ende kam es wie es kommen musste: der nicht entwickelte Turm wurde Opfer eines Röntgenschachs.
In der Nachmittagsrunde lief Maria zu allem Überfluss im schottischen Gambit in einen taktischen Schlag auf f7. In der schwierigen Stellung fand sie nicht den richtigen Plan und als die Linien offen waren rückten die gegnerischen Figuren dem nicht rochierten König zu Leibe.
Lorenz kam gegen das gegnerische Gambit in keine Schwierigkeiten. Nur einmal hätte sein Kontrahent in einer längeren taktischen Kombination in Vorteil kommen können. Im Turmendspiel aktivierte Lorenz seinen König und gewann so einen Bauern. Zwar verpasste er eine hübsche forcierte Gewinnvariante, zwang seinen Gegenüber dank des Mehrbauern aber trotzdem zur Aufgabe.
Eva dagegen eifert ihrer kleinen Schwester nach was liegengelassene Punkte angeht. Zunächst landete sie in einer Variante, die sie eigentlich vermeiden wollte, kam aber noch ordentlich aus der Eröffnung. Dann vertauschte sie die Züge und büßte so eine Figur ein. Kurioserweise gab der Gegner diese später sogar unnötigerweise wieder zurück, verwertete aber seine beiden Mehrbauern im Turmendspiel.
Damit liegt Lorenz mit 3/3 voll im Soll und hielt sich als einziger der nominellen Favoriten bislang schadlos. Die morgige Doppelrunde wird für den weiteren Turnierverlauf richtungsweisend sein. Bei Eva war mehr drin und zu Maria passt ein denkwürdiges Andreas Brehme Zitat wie die Faust aufs Auge: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.“

Tag 3:
Neuer Tag – neues Glück, und nun durfte auch Maria ihren ersten Sieg bei einer DEM feiern. Sie griff im Mittelspiel am Königsflügel an, was ihrer Gegnerin soviel Respekt einflößte, dass sie die Dame für zwei Figuren opferte. Doch der Angriff rollte weiter, Maria trieb den König aus der Rochadestellung und setzte Matt.
Lorenz bekam es mit Leander Arnold (SV Rot-Weiß Neuenhagen/1435) zu tun, gegen den er sich letztes Jahr in der U10 in einem taktischen Fight mit beiderseitigen Chancen geschlagen geben musste. Im Mittelspiel wollte Lorenz seinen Springer aktivieren, doch nach einem Zwischenangriff hatte sein Läufer plötzlich kein Feld mehr. Die Partie war objektiv nicht mehr zu retten, doch sein Gegner erlaubte es ihm ein verbundenes Freibauernpaar am Damenflügel zu schaffen, was wohl so gefährlich anmutete, dass Leander ein Remisgebot akzeptierte.
Eva hatte nach 30 Zügen ein ausgeglichenes Turmendspiel erreicht, hatte aber die günstigere Bauernstruktur. Also spielte sie auf Turmtausch und als ihre Kontrahentin diesen zuließ brachte Eva das Bauernendspiel souverän siegreich zu Ende.
Am Nachmittag hatte Maria nach fünf anstregenden Runden erstmals Gelegenheit ein wenig zu verschnaufen, ihre Geschwister mussten dagegen nochmal ran.
Lorenz kam früh zu einem gedeckten Freibauern auf c5 und diesen positionellen Trumpf versuchte er auszunutzen. Seine Gegnerin tauschte alle Schwerfiguren und es entstand ein Endspiel mit jeweils drei Leichtfiguren bei dem nicht ersichtlich war wie man das gewinnen kann. Doch Lorenz probierte und probierte in Carlsen-Manier weiterhin einen Gewinnweg zu provozieren. Schwarz verteidigte sich gut und nach einigem Lavieren waren nur noch je ein Springer und fünf Bauern auf dem Brett. Lorenz versuchte weiter seinen Freibauern zu mobilisieren, präzise Züge waren nun erforderlich und tatsächlich fand seine Gegnerin in dem schwierigen Endspiel nicht die beste Verteidigung und Lorenz zwang den schwarzen Springer auf c8 um den Einzug des c-Bauern zu verhindern. Sein Springer war dagegen mobil und nach einigem Manövrieren eroberte er die gegnerischen Bauern um nach über 4 1/2 Stunden doch noch mit dem ganzen Punkt belohnt zu werden. Eine klasse Partie von Lorenz die wohl viele schon längst Remis gegeben hätten.
Eva gelang im Mittelspiel ein Schlag auf h2 mit dem Läufer den sie mittels Sg4 befestigte. Danach überführte sie die Dame auf die h-Linie und setzte nach einem Abzugsschach auf h2 matt.

Tag 4:
Nach der kurzen Verschnaufpause gestern Nachmittag standen für Maria wieder zwei Runden auf dem Programm. Am Vormittag übernahm sie im Mittelspiel das Kommando und kam dank eines druckvollen Königsangriffs inklusive Figurenopfer zu ihrem zweiten Punkt.
Am Nachmittag gab es kurioserweise dann gleich drei bayerische Derbys. Das ist natürlich sehr unglücklich, schließlich will man sich ja nicht gegenseitig die Punkte wegnehmen.
Maria traf auf die bayerische Vize-Meisterin Vitalia Khamenya (SK Gräfelfing) der sie bei der Bayerischen die einzige Niederlage beibringen konnte. Maria kam gut aus der Eröffnung und hatte einen Bauern mehr als sie ein Überseher im Angriff eine Figur kostete. Diesen Vorteil ließ sich Vitalia nicht mehr nehmen und revanchierte sich für die Niederlage in Kreuth.
Lorenz setzte gegen den Engländer von Matthias Reimann (SK 1908 Göggingen) auf einen Bauernsturm am Königsflügel. Matthias investierte viel Bedenkzeit und versuchte möglichst viele Figuren vom Brett zu bekommen. So entstand ein Endspiel mit jeweils L+S sowie sieben Bauern, bei dem nichts zu gewinnen war weshalb Lorenz nach 34 Zügen remisierte.
Eva hatte gegen Thomas Rank (SG Traunstein/Traunreut) im Mittelspiel zwar einen Bauern mehr, dafür geriet sie jedoch auf der c-Linie unter Druck. Dieser wurde schließlich so groß, dass aus dem Mehrbauern ein Minusbauer wurde und als später auch noch eine Qualität verloren ging musste Eva die Segel streichen.

Tag 5:
In der heutigen Einzelrunde ist es endlich geglückt: ein Schilay-Dreier! Allerdings hatte Maria in ihrer Partie eine gehörige Portion Glück. Im Mittelspiel gelangte der gegnerische e-Bauer bis auf die sechste Reihe und sorgte dafür dass ein Abzugsangriff von Maria auf die Dame zum Boomerang wurde. Im Endspiel hatte Maria zwar nur eine Qualität weniger, aber angesichts des Freibauernpaars auf f7 und e6 war die Sache eigentlich gelaufen. Als sich aber der gegnerische König aus der Deckung wagte hatte Maria noch eine Idee und setzte prompt mit einem Läuferzug matt.
Lorenz kam zu seinem ersten Kurzsieg in diesem Turnier, da Maxim Grüninger (SC Erlangen 48/88) einen vergifteten Bauern schlug und bereits nach 13 Zügen die Waffen strecken musste.
Eva hatte dieselbe Variante auf dem Brett, aber hier agierte die Gegnerin vorsichtig, so dass ein ausgeglichenes Doppelturmendspiel mit Springer und allen Bauern entstand. Eva nutzte die halboffene f-Linie um Druck auf f7 zu erzeugen und wurde mit einem Qualitätsgewinn belohnt. Diesen Vorteil nutzte Eva mit aktivem Turmspiel zum vierten Sieg.

Tag 6:
Der sechste Turniertag und erneut stand für Maria eine Doppelrunde auf dem Programm. Am Vormittag geriet sie nach einem gegnerischen Figurenopfer zunächst etwas unter Druck. Doch Maria wehrte den Angriff ab, übernahm selbst das Kommando und setzte mit einem schönen Figurenopfer Matt.
In der zweiten Runde musste sie gegen die #23 Tobias Röhr (USV Potsdam/1389) antreten. Es kam nicht die vorbereitete Variante aufs Brett und Maria musste sich in der unbekannten Struktur selbst zurechtfinden. Dabei ging ein Bauer verloren, doch diesen konnte Maria im weiteren Verlauf zurückerobern. Im Endspiel wollte sie dann das gefährliche gegnerische Bauernpaar sprengen, übersah dabei aber einen Zwischenzug und verlor den letzten Bauern am Damenflügel. Danach war gegen das vorrückende Freibauernpaar nichts mehr zu machen und Maria musste sich nach hartem Kampf geschlagen geben.
Lorenz übersah in der Eröffnung einen taktischen Schlag der ihm aufgrund einer Fesselung einen Bauern kostete. Dadurch bekam sein Gegenüber im Doppelturmendspiel einen gedeckten Freibauern. Aber Lorenz verstand es aktiv zu spielen und als er selbst einen Freibauern schuf, hatte sein Kontrahent so viel Respekt, dass er ein Remisgebot akzeptierte.
Eva hielt ihre Partie lange Zeit ausgeglichen ehe aus heiterem Himmel eine Qualität hing. Da Eva aber gleich eine ganze Figur abgab war es schnell vorbei.
Am Abend trat Maria zusammen mit Vitalia Khamenya im Tandemturnier an. Da Maria wenig Tandemerfahrung hat war ihr König fast in jeder Partie im freien Feld zu finden… Dennoch kam das Team „Smiley Face“ zu einem Sieg. Nach sechs Runden musste Vitalia dann das Turnier abbrechen, immerhin ging es für sie am nächsten Tag um den Meistertitel. Da das Turnier mit circa 30 Minuten Verzögerung begann, zog es sich leider etwas hin. Für die letzten drei Runden ersetzte Maria Sebastian Astner im Team „Eiffelturm“ und kam zusammen mit Alexander Brückner noch zu einem Sieg.

Tag 7:
Die Auslosung bescherte Maria erneut ein bayerisches Duell und mit Sebastian Astner (FC Ergolding) einen alten Bekannten, schließlich haben die beiden bei Jugendturnieren schon so manchen Strauß ausgefochten. Doch statt des erwartet spannenden Kampfs gab es ein schnelles Ende: Maria übersah eine taktische Möglichkeit die gleich die ganze Partie kostete.
Lorenz hatte es heute selbst in der Hand sein tolles Turnier zu krönen. Er traf auf den einzigen Punktgleichen: Christian Gheng (TSV Schönaich/1471) der schon 2005 mit knapp sechs Jahren das erste Mal die offene DEM mitgespielt und schon fast 1800 DWZ hatte. In einer sehr positionellen Partie hatte Schwarz leichten Raumvorteil, aber Lorenz hielt den Laden dicht. Es wurde viel laviert und nach der ersten Zeitkontrolle hatten beide jeweils einen gedeckten Freibauern, der jedoch von einer gegnerischen Figur blockiert war. Eigentlich sah es nach einem Remis aus, da waren sich alle „Experten“ einig. Doch im 46. Zug packte Christian den unerwarteten Sprengungszug b5 aus, der Weiß urplötzlich vor große Probleme stellte. Der Computer zeigt zwar stoisch 0.00 an, aber diese Variante hätte wohl kaum jemand gespielt. Lorenz grübelte 20 Minuten und wählte eine andere Fortsetzung. Tatsächlich fand er in der schwierigen komplexen Stellung einen starken Springerzug, der die Mitfiebernden am PC noch einmal hoffen ließ (das Lorenz immer am Live-Brett spielte ist mehr Fluch als Segen – die Spannung war unerträglich…). Beide Spieler waren mittlerweile bei knapp drei Minuten Restbedenkzeit und im Zug darauf wählte Lorenz den falschen Springerzug (wir wissen aber eigentlich immer noch nicht warum die beiden anderen Möglichkeiten mit Ausgleich bewertet werden…). Danach waren die schwarzen Drohungen nicht mehr alle zu parieren, beide lebten nur noch vom Increment und letztlich setzte Schwarz nach über fünf Stunden Spielzeit Matt. Lorenz war natürlich bitter enttäuscht, denn schon ein Remis hätte zum Titelgewinn gereicht, so wurde es „nur“ Rang fünf. Aber er hat sich nichts vorzuwerfen, die Stellung nach b5 hätten sicher viele nicht halten können.
Eva gewann in der Eröffnung einen Bauern, hatte aber einmal Glück als ihre Gegnerin einen Figurengewinn dank einer Fesselung übersah. Nach dem Damentausch spielte Eva schön aktiv, gewann weitere Bauern und verwertete ihren Vorteil problemlos.
Während Lorenz noch um den Titel kämpfte war die Familienmeisterschaft bereits gestartet. Hier waren das Team „Schilay 1“ (Eva und Erich) sowie Team „Schilay 2“ (André und Maria) mit von der Partie. Die Ergebnisse sind noch nicht online.
Um 18:20h begann dann die große Siegerehrung und als erster Spieler wurde Lorenz als Fünfter der U25B auf die Bühne gerufen. Damit gelang es ihm wie im Vorjahr vor der großen Kulisse geehrt zu werden – eine starke Leistung. Einziger Wermutstropfen: im folgenden obligatorischen Spiel mussten die ersten Fünf der U25B Fähnchen basteln und zwar für Borussia Dortmund…
Nach der Siegerehrung wurde auf der Leinwand das Championsleague-Finale übertragen. Eigentlich hatten wir an diesem Tag schon genügend Nerven gelassen, aber Gott sei Dank wurden wir wenigstens hier mit einem erfreulichen Ende versöhnt 😉

Fazit:
Zum zweiten Mal war der SKN bei der DJEM mit von der Partie und wieder fand die Siegerehrung mit Neumarkter Beteiligung statt. Lorenz meisterte die undankbare Aufgabe als Setzlistenerster der Gejagte zu sein sehr gut, befand sich fast immer in der Spitzengruppe und spielte mit Ausnahme von Runde fünf stets an Brett 1. Die Krönung blieb ihm aufgrund seiner einzigen Niederlage in der letzten Runde nach einem fünftstündigen Fight zwar verwehrt, doch er kann auf ein starkes Turnier zurückblicken und wurde mit der erneuten Ehrung auf der großen Bühne belohnt. Er muss sich wenig vorwerfen, taktisch hatte er nur zwei Überseher und zeigte sehr gute Endspielbehandlung. Die schwierige Stellung in der letzten Runde hätten sicher viele nicht halten können. Zwei DJEM-Teilnahmen, zwei fünfte Plätze – wahrlich keine schlechte Bilanz!
Bei Eva schleichen sich immer wieder mal taktische Überseher ein, die ein noch besseres Ergebnis verhindern. Aber in den ruhigen Stellungen zeigte sie schönes Schach und verstand es positionelle Vorteile in Gewinnstellungen umzumünzen. Überhaupt einmal so ein langes Turnier mitgespielt zu haben wird ihr bei den kommenden Aufgaben sicher zu Gute kommen.
Maria kam leider auch in Oberhof nicht aus dem Formtief der vergangenen Zeit. Gegen die beiden nominell stärksten Gegner hielt sie gut mit und musste sich letztlich nur wegen eines verlorenen Bauers geschlagen geben. Dagegen kosteten einige Überseher und seltsame Züge Punkte gegen schlagbare Gegner. Dass die beiden anderen bayerischen Mädels – mit denen Maria schon auf Augenhöhe gewesen ist – mit zwei Punkten mehr die Ränge zwei und vier belegten, zeigt was möglich wäre wenn es gut läuft. Mal sehen was die kommende Saison bringen wird.
Oberhof war auf jeden Fall wieder eine Reise wert (gut das Wetter war natürlich unter aller Sau – Highlight war der Schneeregen(!) Donnerstagnacht…) – es war wieder so viel geboten und man hat eigentlich viel zu wenig Zeit für die ganzen Programmpunkte drumherum. Und alle Daheimgebliebenen sollten sich für die Pfingstferien nächstes Jahr nichts vornehmen, denn wir kommen auf jeden Fall wieder und bei so einer DJEM muss man einfach mal dabei gewesen sein!

U10:
R1: Schilay Maria (1048) – Hüls Maximilian (Treptower SV 1949/1419) 0:1
R2: Müller Marvin (Hamburger SK/774) – Schilay Maria (1048) 1:0
R3: Schilay Maria (1048) – Glinzner Alva (Lübecker SV von 1873/974) 0:1
R4: Indilewitsch Marie-Claire (Schachpinguine Berlin/963) – Schilay Maria (1048) 1:0
R5: Schilay Maria (1048) – Wellmann Darja Rizo (KSV Rochade Göttingen/956) 1:0
R6: Höfs Cederik (TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt/915) – Schilay Maria (1048) 0:1
R7: Schilay Maria (1048) – Khamenya Vitalia (SK Gräfelfing/1210) 0:1
R8: Wachinger Nikolas (SAbt SV Werder Bremen/1007) – Schilay Maria (1048) 0:1
R9: Schilay Maria (1048) – Kurzweil Naemi (SV „Glück auf“ Rüdersdorf/980) 1:0
R10: Röhr Tobias (USV Potsdam/1389) – Schilay Maria (1048) 1:0
R11: Schilay Maria (1048) – Astner Sebastian (FC Ergolding 1932/886) 0:1

U25B:
R1: Schilay Lorenz (1543) – Steiner Maximilian (USC Viadrina Frankfurt (Oder)/1195) 1:0
R2: Hagenbeck-Hübert Lara (SV 1919 Grimma/1338) – Schilay Lorenz (1543) 0:1
R3: Schilay Lorenz (1543) – Granzin David (SC Kreuzberg/1391) 1:0
R4: Arnold Leander (SV Rot-Weiß Neuenhagen/1435) – Schilay Lorenz (1543) remis
R5: Schilay Lorenz (1543) – Usczeck Alina (SV Turm Lahnstein/1380) 1:0
R6: Reimann Matthias (SK 1908 Göggingen/1475) – Schilay Lorenz (1543) remis
R7: Schilay Lorenz (1543) – Grüninger Maxim (SC Erlangen 48/88/1445) 1:0
R8: Preißler Niklas (SV Grün-W. Niederwiesa/1480) – Schilay Lorenz (1543) remis
R9: Schilay Lorenz (1543) – Gheng Christian (TSV Schönaich/1471) 0:1

R1: Müdder Melanie (Rheydter Schachverein 1920/712) – Schilay Eva (1223) 0:1
R2: Schilay Eva (1223) – Reyher Susan (SG Blau-Weiß 1948 Leegebruch/1382) 0:1
R3: Reif Richard (SV Friedrichshafen/1016) – Schilay Eva (1223) 1:0
R4: Schilay Eva (1223) – Kluge Helene (BSV 63 Chemie Weißensee (1020) 1:0
R5: Graf Lennard (SAbt TuS Makkabi Ffm/979) – Schilay Eva (1223) 0:1
R6: Schilay Eva (1223) – Rank Thomas (SG Traunstein/Traunreut/1407) 0:1
R7: Schilay Eva (1223) – Arnold Alexandria (SV Rot-Weiß Neuenhagen/999) 1:0
R8: Schramm Anna-Lena (TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt/1352) – Schilay Eva (1223) 1:0
R9: Schilay Eva (1223) – Lange Cecilia (TSG Oberschöneweide/1116) 1:0

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