Mädchen-Grand-Prix 2015

Posted by Sebastian in Jugend 14/15, _Saison 14/15 | Kommentare deaktiviert für Mädchen-Grand-Prix 2015

20150830_MädchenGP2015 (0)Die Deutsche Schachjugend führt 2015 erstmals eine Mädchen-Grand-Prix-Serie mit vier regionalen Qualifikationsturnieren sowie einem zentralen Finale durch. Eines davon richtete der Schachklub Neumarkt am 29./30. August am Habsberg in der Nähe von Neumarkt aus.
19 Teilnehmerinnen kämpften bei hochsommerlichen Temperaturen über 30 Grad um Sieg und Quali in den jeweiligen Altersklassen. Nach sieben spannenden Runden hießen die Siegerinnen Sarah Hausmann (MTV Ingolstadt/U16), Katja Fromm (SV Muldental Wilkau-Haßlau/U14 + Gesamtsiegerin), Maria Schilay (SK Neumarkt/U12) und Elisa Reuter (SV Empor Erfurt/U10).

Endstand

FST


Zur Mädchen-Grand-Prix-Premiere in Bayern fanden sich 19 Mädchen im Alter von 8 bis 15 Jahren ein. Damit hatten wir zwar fast doppelt so viele Teilnehmerinnen wie das erste Vorrundenturnier in Bremen, aber da wäre noch viel Luft nach oben gewesen. Dabei fanden nicht nur Bayerinnen bei bestem Sommerwetter den Weg zum Habsberg, sondern auch Spielerinnen aus Württemberg, Sachsen, Thüringen und sogar aus Irland (!).
Und wie kommt eine irische Jugendspielerin zu einem Turnier nach Neumarkt? Bei der Teilnahme von Schilays an der Schengen-Jugendfestival 2013 freundeten sich die beiden Familien und insbesondere Eva und Eibhia an und der Kontakt ist seitdem nie abgerissen. Mit dem Gedanken eines Besuchs wurde schon länger gespielt und jetzt zum Mädchen-Grand-Prix hat es gepasst und Familie O’Muireagain aus Manorhamilton (Provinz Connaught, Nahe der Nordostküste Irlands) machte eine Woche Urlaub in der schönen Oberpfalz bei Familie Schilay.
Nachdem alle pünktlich die Anreise geschafft hatten, konnten kurz nach 10h die Bretter zur ersten Runde freigegeben werden. Die mehrfache sächsische Meisterin Katja Fromm vom amtierenden Deutschen Mädchenmannschaftsmeister U14 SV Muldental Wilkau-Haßlau (bei der DVM holte Katja an Brett 3 7/7!) führte mit schon einigem Abstand die Setzliste an und wurde gegen Ellen Jünk (SC Leinzell) ihrer Favoritenrolle gerecht, in dem sie zwei Mehrbauern problemlos verwertete. Auch an den anderen Brettern konnten sich die nominellen Favoritinnen durchsetzen, hatten mitunter aber ihre liebe Mühe. So hatte Eibhia Ni Mhuireagain (The Ross Chess Club/Ireland) gegen Xenia Schmitt (SC Vaterstetten) zunächst eine Qualität eingebüßt, war aber besser entwickelt, eroberte später entscheidendes Material und entschied die Partie mit einem durchlaufenden Freibauern. Elisa Reuter (SV Empor Erfurt) gewann gegen Margarethe Wagner (Erfurter SK) einen Bauern und nutzte im Turmendspiel ihren aktiven Turm um zur Umwandlung zu kommen und mit weniger als einer Minute auf der Uhr Matt zu setzen. Derweil kam Lokalmatadorin Maria Schilay zu einem schnellen Erfolg im Vereinsduell gegen Daiana Burger. Zudem wollte es das Los, dass mit Sabrina und Vanessa Heinze (SC Ammersee) gleich ein Schwesternpaar aufeinandertraf (die beiden hatten es beim Frühstück ja auch verschrien), wobei sich die Ältere, Sabrina, durchsetzte. Nichts für schwache Nerven war die Partie von Eva Schilay, die Lisa Adelhardt (ST Röttenbach) zwar einen Bauern abgeluchst hatte, dafür aber in einer geschlossenen Stellung 5 gegen 25 Minuten auf der Uhr hatte. In der Folge kam ein zweiter Bauer hinzu, aber die Bedenkzeit wurde rapide weniger und ein Mattnetz war trotz aktiver Figuren nicht in Sicht. Die Entscheidung fiel letztlich durch einen Fehler von Eva, aber zu ihren Gunsten… Mit einem Schachgebot hätte sie eigentlich ihren Läufer verloren, da der Springer, der ihn hätte nehmen können seit dem Zug davor eben nicht mehr gefesselt war. Doch nach dem folgenden Königszug konnte Eva mit einer Abzugsbatterie zwei Figuren gewinnen, den verbliebenen Turm tauschen, umwandeln und mit 16 Sekunden auf der Uhr Matt setzen.
Nach dem Mittagessen ging es weiter mit Runde zwei und auf Brett 1 sah es nach einer großen Überraschung aus: Eibhia hatte die Partie gegen Katja lange im Gleichgewicht gehalten, dann die aktivere Stellung erhalten und im Schwerfigurenendspiel mit zwei Mehrbauern beste Chancen. Doch sie verpasste die Möglichkeit einen entfernten Freibauern am Damenflügel auf dem Brett zu lassen und so wäre es im Turmendspiel mit 3:2 Bauern am Königsflügel auf ein Remis hinausgelaufen, wenn nicht ein – quasi Selbst- – Matt jäh die Partie zu Gunsten der Favoritin beendet hätte, die damit mit einem blauen Auge davongekommen war. Dagegen kam Sarah Hausmann (MTV Ingolstadt) sicher zu ihrem zweiten Punkt gegen Sijia Anna Liu (SV Stuttgart-Wolfbusch) und Elisa eroberte zwei Bauern von Maria und gegen die Macht des Freibauernpaars war kein Kraut mehr gewachsen. Victoria Wagner hatte zwar zwei Bauern mehr am Brett als Annika Petzold (PTSV SK Hof), aber diese besaß dafür einen bedrohlichen Freibauern und daher einigte man sich auf Remis. Schwester Margarethe Wagner musste derweil früh die Segel streichen, nachdem ein Läuferopfer auf h6 von Daiana durchgeschlagen hatte. Deren Schwester Radena musste sich dagegen Ekaterina Alferova (TuS Fürstenfeldbruck) geschlagen geben. An der längsten Partie war wie schon zum Auftakt Eva beteiligt: gegen Sabrina hatte sie erneut bis zu 20 Minuten Zeitnachteil in einer geschlossenen Stellung. Mit einem Abzugsangriff gewann sie einen Bauern, aber Sabrina stellte mit den Schwerfiguren gefährliche Drohungen gegen Evas König auf. Aber im Bestreben eine Angriffslinie zu öffnen, übersah sie, dass auf der offenen Linie nun ihre Dame an den König gefesselt war und musste diese nun für einen Turm opfern. Dies war zu viel, Eva schuf sich einen Freibauern, der den zweiten Turm kostete und erlegte den gegnerischen König – diesmal mit 12 Sekunden auf der Uhr.
In der dritten Runde hing Eibhia die unnötige Niederlage wohl noch etwas nach und sie verlor überraschend schnell gegen Ekaterina. Sarah und Elisa landeten in einer Stellung mit ungleichfarbigen Läufern und teilten den Punkt. Daiana büßte auf sehr „originelle“ Art und Weise zwei Figuren gegen Sabrina ein und Radena wurde bei Lisa´s „Figureneinsteller“ nicht misstrauisch und spielte fortan mit einer Dame weniger. Annika erzielte auch gegen die zweite Wagner-Schwester Margarethe ein Remis und Anna knöpfte Xenia entscheidendes Material ab. Beinahe über die kompletten zwei Stunden duellierten sich Eva und Katja am Spitzenbrett. In einer geschlossenen Stellung mit Raumvorteil für Katja brach diese nichts vom Zaun. Eva hatte durchweg um die sieben Minuten Zeitrückstand und konnte auch kaum etwas Besseres machen als abzuwarten. In der Endphase schwächte Eva dann ein wichtiges Feld, wonach sich Katja einen Freibauern auf der a-Linie schaffen konnte, der die Partie entschieden hätte, wenn Eva nicht vorher gefallen wäre. Damit hatten alle drei Runden nahezu die kompletten zwei Stunden gedauert und Eva lag nach Gesamtspielzeit deutlich in Führung…
Als kleines Rahmenprogramm folgte dann ein Uhren-Simultan. Die Turnierleiter Sebastian und André traten an jeweils neun Bretttern gegen die Mädels an und das ganze sehr ambitioniert mit 25 gegen 10 Minuten. Zudem bekamen die Beiden noch Eibhias´s Vater Colm O’Muireagain (ELO 927) und den fünfjährigen Vinzenz Schilay als „Assistenten“ zur Seite gestellt, wobei fraglich war ob die beiden mit ihren Zügen den Simultanspielern oder den Gegnerinnen eine Hilfe sein würden… Dabei hatte Colm gute Erfahrungen im Simultan gemacht, allerdings auf der anderen Seite des Brettes im Rahmen der 200-Jahrfeier der Züricher Schachgesellschaft. Dort traten am 22. August 2009 200 Amateure gegen acht Champions (Kasparov, Karpov, Kortschnoj, Spasski, Topalov, Anand, Kramnik und Judith Polgar) an und Colm gewann einen der 200 Plätze. Er überraschte – dank Top-Vorbereitung! – Ex-Weltmeister Boris Spasski mit einer Neuerung und stand somit klar besser. Spasski ließ sich sogar einen Stuhl holen um die Stellung einer genauen Analyse zu unterziehen. Am Ende bleib ihm aber nichts anderes übrig als zähneknirschend Colm´s Remisgebot anzunehmen (Bild bei Chessbase, Video bei YouTube).
Nicht ganz unerwartet hatten Sebi und André einen schweren Stand und hinten raus reichte die Zeit einfach nicht mehr. André konnte dreimal Matt setzen und musste sich an sechs Brettern geschlagen geben. Sebi unterlag Sarah nach einem plumpen Einsteller, fiel gegen Ekaterina (hier „durfte“ Sebi dank Colm Königsgambit spielen…) und Margarethe in besserer Stellung und lief gegen Eibhia mit schon einer Minute weniger kurz vorm Fallen ins Grundreihenmatt. Dafür wurden Vanessa, Radena, Xenia sowie Victoria Matt gesetzt und Eva gerade noch so über die Zeit gehoben nachdem sich André für wenige Züge eingemischt und in besserer Stellung die Dame hergeschenkt hatte… Am Gesamtsieg der Mädels (10:8) änderte dies nichts mehr.
Nach diesem – für die Simultanspieler – schweißtreibenden Intermezzo bei 30 Grad aufwärts stand Runde vier auf dem Programm. Das Spitzenduell zwischen den beiden verlustpunktfreien Führenden Katja und Ekaterina war dann doch eine sehr einseitige Angelegenheit für die Setzlistenerste. Auch Sarah setzte sich souverän gegen Sabrina durch, wohingegen Anna eher schmeichelhaft zu ihrem Erfolg über Maria kam, da sie mit einem Zug entscheidenden Vorteil erzielte, der eigentlich die Partie gekostet hätte… Eibhia sah mit einer Mehrfigur gegen Sviatlana Antonava (SGem Fürth) schon wie die sichere Siegerin aus, vergaß dann aber ihren angegriffenen Turm wegzuziehen und rettete sich mit Springer und drei Bauern gegen Turm und zwei Bauern noch ins Remis. Preisfrage: wer spielte die längste Partie? Natürlich Eva, die es mit Elisa zu tun bekam. Wieder war eine geschlossene Stellung auf dem Brett, aber diesmal hatte Eva lange die bessere Zeit. Doch irgendwann war zumindest dieser kleine Vorteil dahin und obendrein schaffte es Eva in der geschlossenen Stellung eine Quali einzubüßen, weil sie die Züge falsch herum gespielt hatte. Mit neun gegen vier Minuten und Mehrmaterial sah es nun sehr gut für Elisa aus, aber es gab keine offene Linie und sie musste immer ein Auge auf ihren rückständigen d4-Bauern haben, den Eva mit allen verbliebenen Figuren ins Visier nahm. So wurde ein wenig herumlaviert ohne dass sich die Stellung verändert hatte und es kam der G4 zum Einsatz. In der Folge hätte Elisa sicher ein wenig riskanter spielen sollen, zur Not auch den schwachen Bauern hergeben, wenn dafür Linien für ihre Türme aufgehen. Daher pendelte Eva mit ihren Figuren, Elisa suchte nach Möglichkeiten, fand aber nichts und plötzlich hatte sie fast eine Minute weniger auf der Uhr und zog einmal mit nur noch einer Sekunde auf der Uhr. Zwei weitere Pendelzüge später einigten sich die beiden auf Remis und hatten diesmal sogar über zwei Stunden gespielt.
Somit führte nach vier Runden Katja das Feld mit 4/4 an vor Sarah (1.U16) mit 3,5 sowie einem Quartett mit je 3 Punkten bestehend aus Elisa, Anna, Ekaterina und Lisa. Damit befanden sich gleich drei U10-Spielerinnen unter den Top-6!. Führende der U12-Wertung war Maria auf Rang neun mit zwei Zählern.
Da sich der Zeitplan im Laufe des Tages sukzessive nach hinten verschoben hatte, war es für die vorgesehene Nutzung des Sportplatzes schon zu dunkel. Und da der lange Tag viel Kraft gekostet hatte, war auch die geplante Fackelwanderung nicht mehr mehrheitsfähig und die Mädels beschlossen den Abend auf den Zimmern mit Kartenspielen o.Ä. ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen gab es in Runde fünf ein Kuriosum, denn das Los wollte es so, dass gleich drei Schwesternduelle anstanden. Bei Wagners sorgte die Ältere Victoria für klare Verhältnisse während Daiana und Radena relativ schnell remisierten und auch Eva unternahm trotz besserer Bauernstruktur keine Gewinnversuche mehr. Sabrina nutzte ihren materiellen Vorteil nach langer Gegenwehr von Ellen zum Sieg und auch Ekaterina holte einen ganzen Punkt gegen Lisa. In einem vorentscheidenden Duell um den Sieg in der U10 zwischen Anna und Elisa konnte sich keine Spielerin einen entscheidenden Vorteil erkämpfen und auch die Spitzenpaarung zwischen Sarah und Katja endete mit einer Punkteteilung. Dabei stand Sarah lange Zeit etwas besser und hatte auch Zeitvorteil in der Endphase, wollte das Turmendspiel aber „nicht noch verbocken“. Damit war Runde fünf mit 1:40h die bislang schnellste Runde des Turniers – und sie sollte es auch bleiben.
In der sechsten Runde bezwang Katja Anna und machte damit einen großen Sprung Richtung Gesamtsieg, zumal ihre direkten Verfolgerinnen Ekaterina und Sarah remisierten und damit einen ganzen Zäher Rückstand aufwiesen. Dies galt auch für Elisa nach ihrem Sieg gegen Lisa. Derweil gelang Vanessa ihr viel umjubelter erster Sieg gegen Radena, womit nun beide Teilnehmerinnen aus dem Jahrgang 2007 einen Erfolg auf dem Konto hatten, nachdem dies Sviatlana schon in der Runde zuvor gegen Xenia gelungen war. Letztere musste sich diesmal Annika geschlagen geben, die damit in der U12-Wertung Boden gut machte. Diese wurde von Maria angeführt, die Sviatlana einen Turm abknöpfen konnte. Beinahe über die vollen zwei Stunden kämpften die beiden Freundinnen Eva und Eibhia Seite an Seite, aber mit gegensätzlichen Resultaten. Eva eroberte im späten Mittelspiel eine Figur per Abzugsschach von Victoria und hatte obendrein einen entfernten Freibauern der weiteres Material einbrachte. Dagegen ging Eibhia im Endspiel ein wichtiger Bauer verloren und diesen Vorteil ließ sich Sabrina nicht mehr nehmen.
Da wir in Runde fünf 20 Minuten im Zeitplan gewonnen hatten, nutzten wir die Zeit bis zum Mittagessen zum letzten Rahmenprogrammpunkt. Da schon seit dem frühen Morgen die Sonne vom Himmel brannte und für ordentliche Hitze sorgte, verzichteten wir auf die geplante Kondi-Blitz-Staffel auf dem Sportplatz, der auch zu einem späteren Zeitpunkt noch voll in der Sonne gelegen wäre. Also nutzten wir den schmalen Streifen Schatten am Jugendhaus und bauten dort unser Gartenschachfeld auf. Die Mädels wurden nach Setzliste auf zwei Teams aufgeteilt (#1 S, #2/#3 W, #4/#5 S, etc.) und mussten sich in einer Reihe mit dem Rücken zum Brett stellen. Sobald eine Spielerin am Zug war, wurde sie angetippt und durfte sich umdrehen. Gespielt wurde mit einer Bedenkzeit von 10 Minuten und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie in der Slawischen Verteidigung mit frühem Damentausch, wobei sich die beiden Mannschaften auch zeitlich beinahe während der kompletten Partie dicht beieinander befanden. Im Mittelspiel schlug dann zweimal das Läuferpaar zu: zunächst wurde bei Weiß ein angegriffener Turm nicht weggezogen, wenig später landete ein schwarzer Turm in einer Läuferdiagonalen. Danach bekam Schwarz einen Freibauern, der nach anfänglichem Zögern doch unaufhaltsam zur Grundreihe wanderte. Allerdings hatten sich zwei Spielerinnen von Team Schwarz dabei etwas zu viel Zeit gelassen und aus einem Vorsprung von circa 20 Sekunden war auf einmal ein Rückstand von 20 Sekunden geworden. Zwar wurde nun deutlich das Tempo angezogen, wobei die Umwandlung in eine Dame nochmals wertvolle Zeit gekostet hatte, und in der Hektik auch nicht mehr aufs Antippen gewartet, aber am Ende überschritt Schwarz mit Mehrfigur die Bedenkzeit, während Weiß noch acht Sekunden auf der Uhr hatte.
Nach dem Mittagessen hieß es dann schon Bretter frei zur letzten Runde. Sabrina und Ekaterina beschlossen aber die Mittagspause zu verlängern und einigten sich schnell auf Remis. Im Duell der U8-Spielerinnen behielt Sviatlana gegen Vanessa die Oberhand, während Eibhia und Victoria den Punkt teilten. Maria bot in ausgeglichener Stellung taktisch Remis um den Sieg in der U12 abzusichern, was Ellen auch akzeptierte. Zwar setzte sich Annika gegen Anna durch und zog mit 3/3 am zweiten Turniertag mit Maria sogar noch nach Punkten gleich, hatte aber einen Buchholzpunkt weniger auf dem Konto. Margarethe eroberte im Endspiel eine Figur von Radena und Lisa erkämpfte sich mit einem Erfolg über Daiana Rang zwei in der U10. Nach 1 ½ Stunden Spielzeit liefen damit nur noch die beiden Spitzenpaarungen. Sarah und Eva kämpften im direkten Duell um den Sieg in der U16, wobei Sarah einen halben Punkt Vorsprung hatte. Sie bekam eine schöne Angriffsstellung am Königsflügel und Eva musste eine Qualität geben. Damit schien die Partie durch zu sein, doch auf einmal sah sich Sarah einem gefährlichen Angriff mit Turm, Springer und Läufer ausgesetzt, wonach Eva die Qualität mit Zinsen in Form eines Mehrbauern zurückbekam. Das entstandene Endspiel hätte Eva trotz 7 gegen 30 Minuten eigentlich noch relativ gefahrlos versuchen können zu gewinnen, zumal sie den besseren Läufer hatte, aber sie gab die Partie remis. Damit hatte Sarah mit drei Remis in Serie den Sieg in der U16 ins Ziel gebracht und lag in der Gesamtwertung vorläufig auf Rang zwei. Diesen hätte ihr noch Elisa streitig machen können, die gegen Katja über die komplette Distanz ging. Lange Zeit waren Stellung und Zeit ausgeglichen, am Ende konnte Katja die weißen Figuren aber zunehmend zurückdrängen und eroberte dank ihrer Aktivität zwei Bauern. Hinzu kam noch die größere Abgezocktheit von Katja bei unter fünf Minuten und letzten Endes fiel Elisa in verlorener Stellung. Sie konnte sich aber mit dem Sieg in der U10 trösten und der Tatsache, dass sie auch bei einem Erfolg den Gesamtsieg um einen halben Buchholzpunkt verpasst hätte.
Bei der folgenden Siegerehrung gab es Pokale für die besten Drei jeder Altersklasse sowie Urkunden und ein Sachpreispaket der Deutschen Schachjugend für alle Teilnehmerinnen. In der Gesamtwertung wurde die Favoritin Katja ihrer Rolle gerecht und war mit 6,5/7 am Ende deutlich vor Sarah und Ekaterina mit je 5 Punkten. Eva, Elisa und Sabrina verpassten das Podest um einen halben Zähler.
Den Sieg in der U16 sicherte sich Sarah (5,0) vor Eva (4,5) und Eibhia (3,0). In der U14 gewann natürlich Katja (6,5) vor Ekaterina (5,0) und Sabrina (4,5). Beste U12-Spielerin war Maria (4,0) als Gesamtachte vor Annika (4,0) und Victoria (3,0). Elisa (4,5) holte den Sieg in der U10 vor Lisa (4,0) und Anna (3,5).
Damit endete ein schönes Turnier, das bei bestem Wetter und ohne Zwischenfälle über die Bühne ging. Der SK Neumarkt bedankt sich beim Diözesanjugendhaus Habsberg, das sehr gute Turnierbedingungen bot sowie bei allen Teilnehmerinnen für ein faires und spannendes Turnier und wünscht den Qualifizierten viel Erfolg beim Grand-Prix-Finale.

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