DeutscheEM 2018 – SKN on tour Part III

Posted by Sebastian in Jugend 17/18, Saison 17/18 | Kommentare deaktiviert für DeutscheEM 2018 – SKN on tour Part III

Das dritte Jahr in Folge nimmt der Schachklub Neumarkt mit größerer Delegation an den Deutschen Meisterschaften in Willingen teil, wo vom 19. – 26. Mai die besten Spieler Deutschlands ihre Titelträger suchen. Nachdem sich Eva Schilay in den vergangenen beiden Jahren jeweils als Bayerische Vize-Meisterin für die U16 bzw. U18 qualifizieren konnte, gelang diesmal leider keinem unserer Talente dieses Kunststück. Dafür sind wir in den offenen Turnieren mit acht Spielern gut vertreten: #36 Kevin Beesk und #51 Lorenz Schilay in der U25 A, #49 Eva Schilay, #103 Maria Schilay, #104 Timon Götz sowie #107 Johannes Hierl in der U25 B, #52 Daiana Burger in der U25 C und #5 Vinzenz Schilay im KIKA-Turnier.

Turnierseite

Wir werden wie immer versuchen Euch tagesaktuell auf dem Laufenden zu halten – drückt die Daumen!

UPDATE: Ein sehr erfolgreicher Abschluss für unsere Teilnehmer – wie am Tag zuvor ohne Niederlage, diesmal aber mit vier Siegen. Eva, Maria, Daiana und Timon gewinnen ihre Partien, Kevin, Lorenz und Johannes remisieren. Eva belegt damit mit bärenstarken 6/9 Rang 13!

Endstand DEM 2018
U25A:
57. Kevin Beesk 4/9
80. Lorenz Schilay 2,5/9
U25B:
13. Eva Schilay 6/9
68. Timon Götz 4,5/9
93. Maria Schilay 3,5/9
116. Johannes Hierl 2,5/9
U25C:
32. Daiana Burger 4,5/9

Vinzenz gewinnt die beiden letzten Partien im KIKA-Turnier und wird mit bärenstarken 6/7 Dritter! Der erste Neumarkter auf dem Podest bei einer Deutschen Meisterschaft!!!

Anreisetag:
Bei bestem Wetter kam die Neumarkter Delegation gut in Willingen an. Für Vinzenz stand heute schon die erste Runde im KIKA-Turnier auf dem Programm, die er siegreich gestalten konnte. Die Anderen übten sich derweil im Holen eines verschossenen Fussballes, Rückwärtslaufen bergab und Kuchen essen.

Tag 1:
Die Auftaktrunde verlief weitestgehend erfreulich für unseren Nachwuchs. Kevin eroberte im Mittelspiel taktisch Material und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Lorenz hielt die Partie gegen einen nominell favorisierten Gegner lange im Ausgleich, im Endspiel erwies sich der Läufer besser als Lorenz Springer und ein Bauer kam zur Umwandlung. Im B-Turnier hatte Eva schon nach Zug drei einen Mehrbauern, den sie im Endspiel verwertete. Maria stand gegen ihren um 250 DWZ-Punkte schwereren Kontrahenten etwas gedrängt, gewann dann aber eine Figur, da die Fesselung in der ihre Figur stand nutzlos war. Timon wurde Opfer eines taktischen Übersehers in besserer Stellung während es Johannes im Leichtfigurenendspiel versäumte ein wichtiges Feld am Könisgflügel unter Kontrolle zu bringen, ehe er am anderen Flügel seine Majorität zur Geltung zu bringen versuchte. Daiana eroberte bei ihrer DEM-Premiere per Abzugsangriff eine Qualität, konnte aber einem Dauerschach nicht entkommen.
Nach einer kurzen Mittagspause für die Langspieler Kevin und Lorenz ging es weiter. Kevin geriet im Mittelspiel in eine unangenehme Stellung und nach einem falschen Springerzug kam sein Gegenüber zu einem ertragreichen Angriff basierend auf einem starken Freibauern. Lorenz verpasste in einer sonst ereignisarmen Partie eine sehr gute Möglichkeit und teilte den Punkt. Eva öffnete zum falschen Zeitpunkt das Zentrum und fand danach nicht den richtigen Weg die gegnerische Aktivität zu unterbinden, so dass sie ihre schlechte DEM-Live-Brett-Bilanz ausbaute. Dafür sorgte Maria für das nächste Highlight und bezwang auch den zweiten Gegner mit knapp 1700 DWZ. Allerdings stand sie nach der Eröffnung kritisch, da ihre Figuren keinen Manövrierraum hatten. Nachdem ihr Kontrahent aber eine gute Möglichkeit verstreichen ließ, konnte sie ihre Figuren in Szene setzen und letztlich brachte sie ein Abzugsangriff auf die Siegerstrasse. Johannes hatte im Endspiel das Läuferpaar gegen das Springerpaar, wählte dann aber die falsche Zugfolge und hatte eine Figur weniger statt eine mehr. Timon büßte zunächst einen Bauern ein und wenig später gingen obendrein seinem Springer die Felder aus. Daiana opferte zum falschen Zeitpunkt auf h6, hätte sich später aber noch ins Dauerschach retten können.
Vinzenz konnte im KIKA-Turnier Partie Nummer zwei und drei gewinnen, kassierte aber in Runde vier eine Niederlage nachdem er ein Zwischenschach übersehen hatte.

Tag 2:
Ein stressfreier Vormittag bedingt durch die Tatsache, dass erst am Nachmittag gespielt wurde, war ein angenehmer Gegenpol zur Doppelrunde tags zuvor und es konnte mit frischen Kräften ans Brett gehen. Dort landete Kevin in einem Schwerfigurenendspiel in dem die Punkteteilung das logische Resultat war. Derweil opferte Lorenz einen Bauern um die Initiative an sich zu reißen und nutzte dies zum Sieg im Endspiel. Maria spielte erstmals in ihrem Leben einen offenen Sizilianer und stellte sich mutig dem Drachen zum Kampf. Im taktischen Getümmel fand sie zwar nicht die beste Fortsetzung, sorgte mit ihren Opfern aber für Kompliaktionen und eroberte am Ende die gegnerische Dame. Dagegen standen Turm, Figur und drei Bauern – laut Engine minimal besser für Schwarz, praktisch vmtl. einfacher zu spielen für Schwarz. Doch leider kam es nicht mehr zu einem spannenden Kampf, da Maria ein einzügiges Matt übersah. Eva übernahm im Mittelspiel das Kommando, eroberte einen Bauern und verwertete diesen im Endspiel. Johannes kam in ein ausgeglichenes Endspiel, wo ihn ein falscher Zug auf die Verliererstrasse brachte. Timon hatte bereits Quali und Bauer mehr, hatte dann aber zu viel Respekt vor dem anrückenden h-Bauern. Nachdem er die Entscheidung verpasst hatte, kippte die Partie sogar noch. Daiana kam in einer mehrzügigen Kombination, in der die Gegnerin zwischenzeitlich die Dame opferte, eine Quali abhanden. Später gewann sie einen Bauern, wählte aber den falschen Schlagzug. So kam es später zu einem Röntgenangriff auf zwei Leichtfiguren, sonst hätte sie mit einem gedeckten Freibauern noch gute Chancen gehabt.
Im KIKA-Turnier trumpfte Vinzenz noch einmal groß auf und gewann beide Partien gegen starke Gegnerschaft. Damit kam er auf bärenstarke 6/7 und wurde Dritter!

Tag 3:
Heute war der Zeitplan genau andersherum als am Vortag: Runde am Vormittag, frei am Nachmittag. Die Runde begann alles andere als verheißungsvoll, hatten wir nach knapp über einer Stunde doch tatsächlich schon drei Nuller geschrieben. Lorenz geriet in einer scharfen Variante nach einem falschen Zug in einen unparierbaren Angriff, Johannes lief früh in eine Fesselung und Daiana unterlief ebenfalls ein kapitaler Fehler nachdem sie zunächst sehr aussichtsreich gestanden war. Maria stand lange Zeit besser, verpasste aber den richtigen Zeitpunkt für den Vorstoß ihres d-Bauern, so dass dieser abhanden kam und die Partie kippte. Umgekehrte Vorzeichen gab es bei Timon, der eine Figur für zwei Bauern eingebüßt hatte, aber sein Gegenüber versäumte den finalen Schlag und Timon holte noch den ganzen Punkt. Eva gewann gegen ihren favorisierten Gegner nach ausgeglichenem Partieverlauf einen Bauern, wehrte de Angriff auf der h-Linie ab und setzte sich im Endspiel souverän durch, womit sie mit 3/4 ausgezeichnet im Rennen liegt. Kevin landete in einem Schwerfigurenendspiel in dem zunächst viel laviert wurde, dann öffnete er die Stellung und wickelte in ein Damenendspiel ab, wo sein Gegner fehlgriff und er sich nach guten fünf Stunden durchsetzen konnte.
Am Nachmittag fiel der geplante Besuch der Sommerrodelbahn im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, dafür machten Kevin, Johannes, Timon und Lorenz das Schwimmbad unsicher.

Tag 4:
Die zweite Doppelrunde fand diesmal erst am Mittwoch statt. Kevin lief in die gegnerische Vorbereitung und stand mit Dame und Bauer gegen Turm und zwei Figuren letztlich auf verlorenem Posten. Lorenz schwächte nach ausgeglichenem Partieverlauf im Endspiel seine Königsstellung und hatte kein Rezept mehr gegen den Riesenspringer, der erst eine Figur kostete und nachher dem Turm den Weg zum Matt ebnete. Eva hatte eine vielversprechende Stellung mit Raumvorteil auf dem Brett. Da sie diese aber nicht gut kannte, scheute sie das Risiko und auch ihr Gegenüber war unzufrieden, so dass der Punkt geteilt wurde. Maria spielte in der Eröffnung zu passiv, hätte aber trotzdem im Mittelspiel eine gute Möglichkeit gehabt in Vorteil zu kommen. So wurde es ein Turmendspiel in dem Maria einen Trippelbauern ihr Eigen nannte. Beide Spielerinnen fanden nicht immer die besten Züge, aber letztlich kam Maria entscheidend vom Weg ab und konnte das Endspiel nicht mehr halten. Timon überstand eine kritische Phase in der Eröffnung unbeschadet, bekam seinen König aus der Mitte und remisierte. Johannes ging mit einer Mehrfigur ins Endspiel, wo er diese zur Vorbereitung der Bauernumwandlung opfern konnte. Daiana brachte ein Standardopfer auf f7 an und kam zu ihrem ersten Sieg.
Nach der obligatorisch sehr kurzen Vorbereitungszeit zwischen den Runden ging es wieder an die Bretter. Den ersten Erfolg vermeldete Daiana, die mit einem Figurenopfer ihres Gegners konfrontiert wurde. Im Anschluss blieb sie etwas zu lange in der Fesselung, so dass die Mehrfigur wieder weg war. Allerdings übersah nun der Gegner, dass sein Läufer gefesselt war und Daiana konnte zweizügig Matt setzen. Kevin zog ob der Anstrengungen der letzten Tage in ausgeglichener Stellung ein Remisgebot einem langen zähen Kampf vor. Johannes eroberte einen Bauern, geriet dann aber in einen starken Königsangriff, der eine Figur kostete, wobei er an einer Stelle sich noch per Läuferopfer ins Dauerschach hätte retten können. Maria baute sich etwas unglücklich auf und wurde am Königsflügel angesprungen, was sie letztlich nicht parieren konnte. Eva wurde ebenfalls mit einem Figurenopfer konfrontiert, behielt aber die Übersicht bis im taktischen Gemetzel der Vorteil nochmal dahin hätte sein können, aber nach einem Fehler ihres Gegenüber konnte sie Matt setzen. Damit beendete sie ihren „Live-Brett-Fluch“ bei der DEM und konnte im sechsten Anlauf das Brett als Sieger verlassen. Timon stand zunächst etwas schlechter, setzte dann aber seine Schwerfiguren in Szene. In nun besserer Stellung hatte er Respekt vor den vorgerückten Bauern am Königsflügel und remisierte. Lorenz wäre in starker Zeitnot dank seines vorgerückten Freibauern besser gestanden, verlor diesen aber und fiel nach dem Ausführen des 39. Zugs auf Zeit.
Nach sechs von neun Runden liegt Kevin mit 3 Punkten auf Platz 37 knapp hinter seinem Setzlistenplatz, während Lorenz mit 1,5 Zählern auf Rang 80 mit seiner Ausbeute nicht zufrieden sein kann. Dagegen spielt Eva ein klasse Turnier und ist mit 4,5 Punkten bärenstarke Zehnte. Maria fiel nach ihrem sehr guten Auftakt mit zwei Erfolgen bis auf Rang 94 zurück, Timon belegt mit ebenfalls zwei Punkten Platz 108, Johannes mit 1,5 Rang 117. Daiana befindet sich mit 2,5 Punkten auf Platz 42.

Tag 5:
Heute war kein guter Tag für die Neumarkter Delegation. Den unheilvollen Anfang machte Lorenz, der per Doppelangriff eine Figur einbüßte. Daiana hatte sich eine aussichtsreiche Stellung mit einem gedeckten Freibauern auf d3 erspielt, nahm aber dennoch ein Remisgebot ihres Gegners an. Johannes verwechselte in der Eröffnung die Varianten und verlor einen Bauern, rettete sich aber ins Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Dafür übernahm Timon als Schwarzer schnell die Initiative, brachte alle Schwerfiguren gestützt von einem Freibauern auf c3 auf die zweite Reihe und setzte Matt. Eva übersah eine Kombination, die Quali für Bauer kostete, wobei es im Endspiel noch eine Remisabwicklung gegeben hätte. Kevin landete in einem Turmendspiel mit Minusbauer, übersah kurz vor der Zeitkontrolle eine Abwicklung ins gewonnene Bauernendspiel (allerdings eine lange Variante bei der zunächst beide Spieler eine Dame bekommen) und konnte den gegnerischen Freibauern letztlich nicht stoppen. Maria stand zunächst etwas besser, versäumte es aber den in der Mitte verbliebenen König zu attackieren. Als dieser dann doch wegrochierte, kamen die schwarzen Figuren besser ins Spiel und der Angriff schlug durch.

Tag 6:
Ein Tag ohne Niederlage aber auch erstmals ohne einen einzigen Sieg – sieben Remispartien war die heutige Ausbeute. Den Anfang machte Johannes mit einer bis ins Endspiel ausgeglichenen Partie. Daiana dagegen lieferte sich mit ihrem Gegner ein wildes taktisches Gemetzel. Dabei hatte zunächst sie Vorteile, dann aber hatte sie zwei Figuren gegen Turm und vier Bauern. Doch nach einem falschen Zug ihres Kontrahenten konnte sie die Damen tauschen und dank ihrer guten Figurenkoordination drei Bauern zurückerobern. Dies nutzte sie zu einem Remisgebot, wobei sie nun schon deutlich besser gestanden wäre. Lorenz vertauschte in der Eröffnung zwei Züge und stand lange Zeit etwas schlechter. Im Bauernendspiel bot er remis im Glauben auf Verlust zu stehen. Tatsächlich hätte er bei korrektem Spiel die Oberhand behalten. Maria hatte leichten Vorteil, ein konkreter Plan war aber für beide Kombattanten nicht in Sicht und man wiederholte die Züge. Kevin brachte mit einem Quali-Opfer Würze in seine Partie und wurde im weiteren Verlauf mit einer sehr aussichtsreichen Stellung belohnt, fand aber die Gewinnfortsetzung nicht und musste Dauerschach geben. Eva hatte von Beginn weg die komfortablere Stellung und im Damenendspiel dank eines gedeckten Freibauers auf d4 beste Gewinnchancen, unterschätzte aber das Potential dieses Bauern und remisierte. Timon kam per Springergabel eine Quali abhanden und im folgenden taktischen Handgemenge noch eine Zweite. Doch er kämpfte lange mit seinen zwei Springern + Läufer gegen zwei Türme + Springer und piesackte den König mit Springerschächern bis sein Gegenüber nach 70 Zügen die gewonnene Stellung remis gab.
Das gute Wetter am freien Nachmittag nutzte die Neumarkter Delegation zu einer Wanderung und am Abend wurde der Grill angeschmissen.

Tag 7:
Am letzten Tag hat der Neumarkter Nachwuchs noch einmal groß zugeschlagen. Wie tags zuvor gab es keine Niederlage, diesmal aber gleich vier Siege. Daiana konnte ausgangs der Eröffnung die gegnerische Köniugsstellung öffnen, setzte aber nicht energisch genug fort. Als die Stellung wieder im Ausgleich war, unterlief dem Kontrahenten ein grober Fehler. Timon griff am Königsflügel mit seinen Bauern an und eroberte dank eines agilen Springers entscheidend Material. Dagegen wurden bei Johannes früh die Züge wiederholt. Maria griff am Königsflügel an und als die Gegnerin im Zentrum kontern wollte, gewann Maria eine Figur. Kevin versuchte viel, aber sein Gegenüber tauschte bis ins Endspiel runter und der Punkt wurde geteilt. Bei Lorenz kamen unterschiedliche Rochaden aufs Brett, wobei sein Angriff zu langsam war. Aber der Gegner beorderte Kräfte zum Damenflügel, Lorenz war aus dem Gröbsten raus und man einigte sich auf Remis. Eva hatte von Beginn an die Initiative und lavierte mit ihren Schwerfiguren so lange am Königsflügel bis sie entscheidend Material erobern konnte.

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