DeutscheEM 2019 – SKN on tour Part IV

Posted by Sebastian in Jugend 18/19, Saison 18/19 | Kommentare deaktiviert für DeutscheEM 2019 – SKN on tour Part IV

Seit 2016 nimmt der Schachklub Neumarkt mit größerer Delegation an den Deutschen Meisterschaften in Willingen teil, die dieses Jahr vom 08. – 15. Juni stattfinden. Bei unserem vierten Ausflug zum größten Deutschen Jugendschach-Event sind mehr Neumarkter denn je mit von der Partie. Allen voran Laura Sophie Bauer, die sich als Bayerische U10 Meisterin als erst viertes Mitglied des SK Neumarkt für die nationalen Titelkämpfe qualifizieren konnte. Sie ist in der U10w sogar an #10 gesetzt, aber da die DWZ-Zahlen in dieser Altersklasse noch nicht so aussagekräftig sind, sind Prognosen kaum zu treffen. Lassen wir uns also überraschen wie sich Laura im Kampf mit der Deutschen Spitze schlägt. In den offenen Turnieren gehen gleich zehn Neumarkter an die Bretter: #37 Kevin Beesk und #38 Lorenz Schilay in der U25 A, #37 Eva Schilay, #68 Timon Götz, #77 Maria Schilay sowie #89 Johannes Hierl in der U25 B, #17 Daiana Burger, #32 Christoph Reger und #36 Vinzenz Schilay in der U25 C sowie #27 Sebastian Reger im KIKA-Turnier.

Turnierseite

Wir werden wie immer versuchen Euch tagesaktuell auf dem Laufenden zu halten – drückt die Daumen!

Endstand DEM 2019
U10w:
16. Laura Sophie Bauer 6/11
U25A:
20. Kevin Beesk 5,5/9
50. Lorenz Schilay 4,5/9
U25B:
26. Timon Götz 5,5/9
27. Eva Schilay 5,5/9
69. Maria Schilay 4,5/9
90. Johannes Hierl 3,5/9
U25C:
17. Daiana Burger 5,5/9
29. Vinzenz Schilay 5/9
32. Christoph Reger 4,5/9
KIKA:
35. Sebastian Reger 3/7

Anreisetag:
Die Neumarkter Delegation kam problemlos in Willingen an. Sebastian hatte heute schon seine DEM-Premiere, musste sich in der ersten Runde im KIKA-Turnier aber geschlagen geben. Impressionen von der Eröffnungsfeier findet man im Live-Blog.

Tag 1:
Laura musste sich bei ihrer DEM-Premiere zum Auftakt geschlagen geben. Die lange Rochade war dann doch zu riskant und gab der Gegnerin gute Angriffschancen. Zwar hatte Laura zwischenzeitlich sogar eine Figur mehr, aber nach einem falschen Zug musste sie selbst zu viel Material geben. Dafür konnte Christoph nach anfänglichem Bauernverlust Material einsammeln und gewinnen. Vinzenz bezwang die Setzlisten-Vierte dank eines Figurengewinns im Mittelspiel mit anhaltendem Angriff. Johannes musste mit besserer Bauernstruktur gegen das Läuferpaar spielen, aber nachdem sein Gegner nicht aktiv genug spielte, kam er ohne Mühe ins Leichtfigurenendspiel, wo er sogar einen Bauern gewann und damit einem 1700er ein Remis abnahm. Eva hatte im Mittelspiel einen kritischen Moment zu überstehen, kam aber unbeschadet ins Turmendspiel, wo sie ihre Erfahrung ausspielen und zwei Bauern erobern konnte. Kevin opferte die Quali für Angriff und einen gedeckten Freibauern auf d6 und letztlich schlug sein Angriff durch. Lorenz landete schnell im Leichtfigurenendspiel, verpasste aber die Siegmöglichkeit im Bauernendspiel. Am Ende hatte er zwar noch einen Bauern übrig, aber es war der Randbauer und der gegnerische Monarch nahm gerade rechtzeitig die Schlüsselfleder unter Kontrolle. Maria stand ausgangs der Eröffnung sehr gut, büßte dann aber einen Bauern ein. Eine gut versteckte taktische Möglichkeit hätte ees noch gegeben um in die Partie zurückzukommen, aber letztlich lief sie dem Minusbauern bis ins Endspiel vergeblich hinterher. Timon hatte gegen seinen favorisierten Gegner gut gegengehalten und durchaus auch Chancen selbst in Vorteil zu kommen. Letztlich kostete auch ihm ein Bauernverlust die Partie nach fast fünfstündigem Kampf. Im KIKA-Turnier gewann Sebastian die erste Partie des heutigen Tages, in Runde drei musste er sich geschlagen geben.
Nach der obligatorisch kurzen Mittagspause bei Doppelrunden ging es weiter. Den ersten Sieg vermeldete Daiana, die früh zu einem durchschlagenden Königsangriff kam. Vinzenz dagegen büßte aufgrund einer Fesselung eine Figur ein und musste sich geschlagen geben. Christoph hatte in der Eröffnung eine Figur gewonnen, gab diese aber zurück um die Damen zu tauschen, da er den gegnerischen Angriff überschätzte. So ging es mit zwei Mehrbauern ins Endspiel, dass er dann mit immer noch guten Gewinnchancen remis gab. Kevin musste in positionell schlechter Stellung einen Desperado-Angriff starten, aber zwei Qualitäten weniger waren dann nicht zu kompensieren. Lorenz hatte eine gute Stelung erreicht, doch nach dem Damentausch war der Vorteil dahin. Im Leichtfigurenendspiel büßte er einen Bauern ein und hätte noch um den halben Punkt bangen müssen, als dieser geteilt wurde. Timon sammelte zwei gegnerische Figuren per Doppelangriff ein, während Johannes einen wichtigen Bauern einbüßte und danach unter Beschuss geriet. Eva verpasste es ein gegnerisches Figurenopfer früh in der Eröffnung zu wiederlegen und spielte somit mit einem Bauern weniger. Daraus wurde im Laufe der Partie ein Mehrbauer, allerdings blieben zwei Chancen zur Vorentscheidung ungenutzt. Das Endspiel sieht zwar gewinnbar aus, aber ein klarer Gewinnweg war nicht in Sicht und da Eva zudem über eine Stunde weniger auf der Uhr hatte, remisierte sie. Maria übersah einen taktischen Schlag und büßte eine Figur ein. Später bekam sie diese sogar noch zurück, aber gegen das verbundene Freibauernpaar war nichts mehr zu machen. Laura behielt in einer taktisch geprägten Partie die Übersicht, eroberte entscheidendes Material und setzte zum erfolgreichen Mattangriff an. Sebastian war in Runde vier erfolgreich und steht jetzt bei 50%.

Tag 2:
Während die Großen ausschlafen durften, waren Laura und Sebastian am Vormittag im Einsatz. Bei Laura konnte die gegnerische Dame g7 schlagen und die Stellung war eigentlich sturmreif. Aber sie kam nur mit einer Minus-Quali ins Endspiel und konnte diese mit einer Springergabel zurückerobern. Im Turmendspiel gewann sie zwei Bauern und setzte die ihren siegbringend in Marsch. Sebastian blieb seinem Muster treu: einer Weißniederlage folgte ein Sieg mit Schwarz.
Am Nachmittag griffen dann auch die Ausgeschlafenen wieder an. Kevin übernahm von Anfang an die Initiative und sein Angriff schlug durch. Lorenz kam im damenlosen Mittelspiel in Vorteil, doch nachdem einige Figuren vom Brett gekommen waren, hatten die weißen Figuren die aktive Position. Dadurch hing Lorenz ziemlich in den Seilen, als aber sein Gegenüber den Turm getauscht hatte, gewann Lorenz einen Bauern und danach auch das Springerendspiel. Eva hatte eine hochtaktische unübersichtliche Mittelspielstellung auf dem Brett, wobei sie richtig eingeschätzt hatte, dass die Zentrumsöffnung gut für sie war. Mit einem Bauernopfer goß sie zusätzlich Öl ins Feuer und nachdem ihre Gegnerin den einzigen Zug nicht fand, gewann sie eine Figur. Timon übersah einen Röntgenangriff, der eine Quali kostete. Aber er ließ sich kurz darauf bei einer taktischen Chance für ihn nicht zweimal bitten und am Ende hatte er zwei starke Mehrbauern im Zentrum für die Quali, was zum Remis locker reichte. Maria bekam die Chance die Dame für zwei Türme zu geben, wonach auf der Grundreihe auch noch ein gefesselter Läufer eingesammelt werden konnte. Johannes übersah ein Ausschalten der Verteidigung-Motiv und die folgende Fesselung kostete die Dame. Vinzenz verfolgte den falschen Plan und so konnte der Gegner seine Figuren am Königsflügel positionieren bis ein Abzugsangriff die Dame kostete. Christoph kam ohne Probleme in ein ausgeglichenes Endspiel, hatte dort aber zu viel Angst vor dem gegnerischen Freibauern und gab eine Qualität. Dennoch akzeptierte sein Gegenüber ein Remisgebot. Daiana griff bei heterogenen Rochaden am Königsflügel an, fand aber kein Durchkommen. Im ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel entblößte sie ihre Grundreihe und verlor deswegen einen Turm. Bei Laura fand die Partie ein tragisches Ende: sie hatte in der Eröffnung einen Bauern gewonnen und stand leicht besser. Im Mittelspiel touchierte sie einen gegnerischen Bauern und dachte sie müsste diesen nun schlagen. Dies ging leider mit ihrem Turm und der war danach weg. Bei Sebastian gewann auch in Partie sieben schwarz – leider war er Weiß… Damit beendete er das KIKA-Turnier mit 3 Punkten auf Rang 35.

Tag 3:
Kevin musste gegen seinen starken Gegner zwar die schlechtere Baurnstruktur in Kauf nehmen, kam aber zu einem problemlosen Remis. Lorenz opferte in der Eröffnung eine Figur, fand aber nicht die beste Fortsetzung und so setzte sich das Mehrmaterial durch. Eva verlor im Mittelspiel den Faden, kam aus einer unangenehmen Fesselung nicht mehr heraus und verlor entscheidendes Material. Timon konnte einen Bauern erobern und nachdem er im Endspiel mit gleichfarbigen Läufern auch den aktiveren König hatte, gewann er auch den Zweiten und blockte den gegnerischen Läufer erfolgreich ab, so dass er nicht mit dem falschen Läufer verblieb. In Marias Partie kamen unterschiedliche Rochaden aufs Brett, wobei sie den gegnerischen König zurück in die Mitte trieb und dort dann erlegen konnte. Johannes hatte im Endspiel einen Springer gegen den gegnerischen Läufer und konnte sich den entscheidenden Freibauern schaffen. Christoph musste einen kritischen Moment in der Partie überstehen, ansonsten wurde viel getauscht und in einem verschachtelten Figurenendspiel der Punkt geteilt. Daiana riskierte bei ihrem Königsangriff zu viel und ließ eine Figur stehen. In den folgenden Verwicklungen hätte sie durchaus die Chance gehabt zurück in die Partie zu kommen, aber am Ende wurde sie selbst Opfer eines Mattangriffs. Vinzenz gelang es im Mittelspiel einen Läufer einzufangen und gewann in der Folge weiteres Material im Königsangriff. Bei Laura stand heute die Revanche gegen Katharina Lichtenegger an. Diese hatte ihr bei der Bayerischen die einzige Niederlage beschert, dafür hatte Laura den Titel geholt. Diesmal kam Laura gut aus der Eröffnung und war am Drücker, verpasste aber die Vorentscheidung. Danach riskierte sie zu viel, entblößte ihren König und bei der zweiten Chance griff Katharina zu und setzte Matt.
Den freien Nachmittag nutzte ein Großteil der Delegation zu einer Wanderung auf den Ettelberg, wo man vom dortigen Aussichtsturm (Plattformhöhe 44m) die Wolken besser beobachten konnte…

Tag 4:
Kevin kam schon in der Eröffnung dank aktiver Figuren zu einem druckvollen Angriff. Sein Gegenüber bekam seine Figuren nicht entwickelt, der König musste nach f8 und letztlich fing Kevin die Dame ein. Lorenz büßte ausgangs der Eröffnung einen Bauern ein, im weiteren Verlauf kam noch ein Zweiter hinzu und schließlich beendete eine Fesselung die Partie. Eva übernahm mit den schwarzen Steinen schnell die Initiative und gewann einen Bauern. Als die Gegnerin Schlagen en passant nicht bedacht hatte, kam eine ganze Figur hinzu. Timon stand anfangs gut, doch nach dem Damentausch übernahm sein Kontrahent das Kommando und eroberte einen Bauern. Im Endspiel hatte Weiß seine Chancen, doch der Punkt wurde geteilt. Maria hielt sich in einem taktisch geprägten Mittelspiel schadlos und eroberte im Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer zwei Bauern. Allerdings waren die gegnerischen Figuren aktiv und sie wurde zurückgedrängt. In mittlerweile ausgeglichener Stellung fand sie dann den einzigen Zug der die Partie hält nicht, verlor ihren Springer und musste eine sehr ärgerliche Niederlage hinnehmen. Johannes stand im Mittelspiel leicht besser und landete in einem ausgeglichenen Turmendspiel, als ihm ein falscher Bauernzug zum Verhängnis wurde. Christoph belagerte erfolgreich den gegnerischen Isolani und im Endspiel kam noch eine Quali hinzu, während Vinzenz einen vergifteten Bauern schlug, woraufhin eine Fesselung eine Figur kostete. Daiana brachte im Mittelspiel ihre Figuren in Stellung und kam zu einem durchschlagenden Königsangriff. Laura hatte heterogene Rochaden auf dem Brett, wobei sie mit ihrem Angriff schneller war und zwei Figuren erobern konnte.
In der Nachmittagsrunde geriet Kevin im Mittelspiel zunehmend unter Druck und als sich der Rauch verzogen hatte, waren drei Minusbauern im Damenendspiel zu viel. Lorenz verlor im Schwerfigurenendspiel einen Bauern und hatte Glück, dass sein Gegner eine dreifache Stellungswiederholung übersah. Eva war nach erneut starker Partie kurz davor ihren vierten Schwarzsieg zu landen, dank eines Freibauers im Leichtfigurenendspiel. Leider verpasste sie die Chance mit ihrem König die Verteidigunglinie zu durchbrechen, wonach der Bauer nur unter Figurenopfer aufzuhalten gewesen wäre und musste sich nach über vier Stunden Spielzeit über ein unnötiges Remis ärgern. Timon dagegen verfolgte den falschen Plan und seine Gegnerin kam zu einem gefährlichen Angriff am Königsflügel. Er versuchte den Laden mit Müh und Not zusammenzuhalten und nachdem die Kontrahentin das Matt nicht gefunden hatte, kippte die Partie vollends und Timon setzte zweizügig Matt. Maria wählte nach dem Nackenschlag am Vormittag die vorsichtigere Variante und kam zu einem problemlosen Remis, wobei sie in der Endstellung noch Perspektiven gehabt hätte. Johannes nutzte die schwachen schwarzen Felder, setzte Nadelstiche und eroberte letztlich taktisch eine Figur. Christoph machte ein paar ungenaue Züge und geriet positionell unter Druck, bis ein Doppelangriff eine Figur kostete und damit seine erste Niederlage besiegelte. Daiana griff einmal mehr beherzt am Königsflügel an, öffnete die Rochadestellung und kam zu einem durchschlagenden Mattangriff. Vinzenz übersah in der Eröffnung eine gute Fortsetzung und wurde im Mittelspiel zurückgedrängt. Im Endspiel stand er passiv und wurde aufgrund einer Fesselung Matt gesetzt. Laura hatte die etwas bessere Stellung als sie einen am Brettrand gestrandeten Läufer mit dem König einfangen konnte.

Tag 5:
Kevin gewann einen Bauern mittels Ausschalten der Verteidigung durch wegjagen. Im weiteren Verlauf der Partie nutzte er die halboffene h-Linie zum Angriff, gewann noch eine Qualität und nach der Vertrippelung seiner Schwerfiguren auf der h-Linie wurde das weiße Handtuch geschmissen. Lorenz landete schnell in einem Endspiel wo beide Spieler das Läuferpaar hatten. Mit etwas besserer Bauernstruktur hatte Lorenz leichten Vorteil, kam aber nicht durch. Eva konnte im Gegensatz zu Kevin ihren „Live-Brett-Fluch“ nicht abschütteln. Gegen den Setzlistenersten wählte sie eine andere Bauernstruktur und geriet im Mittelspiel in die Defensive. In der unangenehmen Stellung war es für den Gegner leichter zu spielen und nach einem falschen Zug war nichts mehr zu reparieren. Timon lieferte sich einen Positionskampf im Mittelspiel, bekam dann die gegnerische Dame für Turm, Figur sowie Bauer und man teilte den Punkt in leicht besserer Stellung für Timon. Johannes gewann eine Quali per Abzugsangriff, während Maria ausgangs der Eröffnung zu einem fulminanten Königsangriff ansetzte und den König ins Freie zerrte. Die Engine zeigt schon Matt in Acht an, aber Maria spielte es nicht direkt genug und so konnte der Gegner seinen Damenflügel entwickeln. Im weiteren Verlauf stand Maria immer noch besser, selbst als sie eine Quali einbüßte, da sie drei Bauern dafür hatte. Nachdem sie zwei davon verloren hatte, baute sie eine Festung mit dem Läufer. Zwar konnte der Gegner die Quali zurückopfern, aber ihm blieb nur der Randbauer und Marias König war just in time zur Stelle. Christoph kam bei symmetrischer Bauernstruktur in ein ausgeglichenes Endspiel. Dort übernahm er die Inititative, öffnete die a-Linie, brachte seinen Turm auf der siebten Reihe in Stellung und sammelte Bauer um Bauer ein. Daiana und ihre Gegnerin lieferten sich ein taktisches Handgemenge, in dem zuerst Daiana eine Figur hätte gewinnen können, dann aber auch mit einem Damenopfer hätte Matt gesetzt werden können. Letztlich war es aber Daiana, der der entscheidende Schlag gelang. Vinzenz kam in einer wilden Eröffnung unbeschadet ins Mittelspiel, einzig ein weißer Bauer auf c7 drohte Ungemach. In der Folge gelang es dem Gegner entscheidend in Vorteil zu kommen und gerade als schon ein mehrzügiges Matt drin war, schlug er mit dem Turm statt mit dem c7-Bauern auf d8 und wurde Opfer eines Grundreihenmatts. Laura versäumte es in der Eröffnung daraus Kapital zu schlagen, dass ihre Gegnerin nicht rochiert hatte. Danach stand sie dank der besseren Bauernstruktur immer noch besser, bis sie übersah, dass die gefesselte Figur die sie angegriffen hatte mit Schach schlagen kann. Zwar konnte sie den gegnerischen Läufer später fangen, aber das Bauernendspiel war mit zwei Minusbauern trotzdem verloren.

Tag 6:
Das Brett von Kevin stand schnell in Flammen, bei heterogenen Rochaden wurde munter mit den Bauern nach vorne gestürmt. Letztlich konnte Kevin dem Monarchen nicht zu Leibe rücken und nach dem Damentausch hatte er zwei Minusbauern. Lorenz konnte im Mittelspiel der gegnerischen Dame sämtliche Felder nehmen, die nur per Figurenopfer noch zu retten war. Timon war die ganze Partie über am Drücker, verpasste aber eine gute Gelegenheit im Mittelspiel. Im Schwerfigurenendspiel hatte der Gegner einen Freibauern auf der a-Linie, Timon einen auf der d-Linie. Aufgrund der latenten Grundreihenmatt-Problematik war der a-Freibauer gefährlicher und als Timon den besten Zug nicht fand, war die Umwandlung nicht mehr zu verhindern. Eva kam schon in der Eröffnung in eine klar vorteilhafte Stellung und setzte im 14. Zug Matt. Johannes verlor früh ersatzlos einen Bauern und konnte die gegnerischen Attacken mit folgendem Materialverlust nicht stoppen. Maria spielte strategisch exzellent gegen den Isolani: sie blockierte den Isolani, schuf eine zweite Schwäche, tauschte die Leichtfiguren und eroberte den Isolani. Leider belohnte sie sich nicht für die stark geführte Partie, denn als die Gegnerin ihr Heil im Gegenspiel auf der siebten Reihe suchte, wäre sogar ein mehrzügiges Matt oder zumindest Damengewinn für Turm drin gewesen. Auch in der Folge hatte Maria gute Gewinnchancen, gab sich aber mit Dauerschach zufrieden. Christoph verlor ausgangs der Eröffnung einen Bauern, später kam ein weiterer hinzu und er gab sich geschlagen. Daiana dagegen kam mit einem blauen Auge davon. Sie versuchte es mit einem Bauernangriff am Königsflügel, was sich als zu optimisitsch herausstellte. Mit zwei Minusbauern strandete auch noch ihr Springer am Rand, später bekam sie immerhin eine Quali zurück und es gab wieder Hoffnung auf einen halben Zähler. Letztlich wickelte der Gegner in ein Endspiel mit Mehrfigur ab, dort hätte ein Zug die Partie im Ausgleich gehalten, danach war sie eigentlich für den Kontrahenten gewonnen, aber es wurde der Punkt geteilt. Vinzenz bekam seinen Punkt kampflos, da der Gegner erkrankt war. Laura griff im Mittelspiel mit dem g-Bauern an und ihr Mut wurde mit einer Matt-Kombination belohnt.
In der Nachmittagsrunde kamen bei Laura heterogene Rochaden aufs Brett, sie griff mit dem h-Bauern an, öffnete die h-Linie und setzte zum finalen Schlag mit den Schwerfiguren an. Der Rest genoß am freien Nachmittag das gute Wetter am Diemelsee und beim Grillen.

Tag 7:
Kevin schlug erneut am Live-Brett zu. Er griff früh mit g- und h-Bauer an und trieb den König mit einem Bauernopfer aus der sicheren Rochadestellung. Nachdem der Gegner die erste Angriffswelle unbeschadet überstanden hatte, wollte er selbst die Initiative an sich reißen, doch das erwies sich schnell als falscher Plan. Lorenz versuchte einen Angriff am Königsflügel zu lancieren, nahm dafür aber eine schlechte Bauernstruktur in Kauf. Es wurde viel getauscht und letztich wiederholte man im Endspiel die Züge. Eva kam einmal mehr mit Schwarz problemlos aus der Eröffnung, versäumte diesmal aber den Hebel im Zentrum, der ihr gutes Spiel beschert hätte. Auch so sah der Gegner Ungemach auf ihn zukommen, tauschte Figuren und man einigte sich auf Remis. Timon hätte auf einem Isolani sitzen bleiben können, später opferte die Gegnerin ohne Not die Quali und letztlich kam noch eine ganze Figur für Timon hinzu. Maria hatte Glück, dass eine mögliche Springergabel unentdeckt blieb,. Danach kam sie zum Angriff auf der g-Linie, eroberte einen Bauern und nutzte im Endspiel ihre aktiven Figuren, um mit T+S ein Mattnetz zu knüpfen. Johannes verlor im Mittelspiel einen Bauern und im Endspiel entschied der gedeckte Freibauer der Gegnerin. Im zweiten Neumarkter Vereinsduell in Willingen kämpften Daiana und Christoph mit offenem Visier, ließen ihre Könige in der Mitte und zogen munter mit den Bauern am Königsflügel nach vorne. Dabei stand zunächst Christoph etwas besser, doch dann büßte er in einer Schlagkombination eine Figur ein. Diese bekam er später zurück, aber dafür stellte Daiana Christophs König nach und nachdem er diesen auf das falsche Feld gezogen hatte, entschied Daiana die Partie für sich. Bei Vinzenz kamen heterogene Rochaden aufs Brett und zunächst ließ seine Kontrahentin eine taktische Chance aus. Danach konnte Vinzenz die b-Linie öffnen und kam zum entscheidenden Schwerfigurenangriff. Laura geriet derweil gegen die Setzlistenerste von Anfang an unter Druck, hatte erst mit der einen Fesselung zu kämpfen, dann mit der nächsten. Aber die Kontrahentin ließ ihr immer wieder Luft zum Atmen, doch am Ende versuchte es Laura mit der Brechstange, was keinem Erfolg beschieden war.

Fazit:
Unser vierter großer Ausflug nach Willingen war wieder eine tolle Sache, zumal unsere Delegation nochmal kräftig angewachsen ist. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, gleichwohl auch der ein oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre, und wir hatten wieder viel Spaß in dieser Woche. Kevin polierte unsere Live-Brett-Bilanz auf und schaffte es mit einer 2100er Leistung auf Rang 20 im A-Turnier. Eva knüpfte beinahe an ihr starkes Turnier vom Vorjahr (Rang 13 mit 6 Punkten) an und landete mit 5,5 Zählern zehn Ränge vor ihrem Setzlistenplatz. Bester Neumarkter im B-Turnier war aber Timon, der sich um einen halben Buchholz-Punkt noch vorbeigeschoben hatte. Nachdem er schon im Vorjahr die größte Differenz Setzlisten-Endplatzierung aufwies (von 108 auf 68), toppte er dies noch einmal von 68 auf 26 und knackte damit fast die 1700. Maria holte erstmals 50% bei diesem Turnier, wähend Lorenz und Johannes traditionell ihre PS in Willingen leider nicht immer auf die Strecke bringen. Daiana kam im C-Turnier nach schelchtem Start mit 4,5/5 noch auf ihren Setzlistenplatz und Christoph sowie Vinzenz schlugen sich bei ihrer U25-Premiere gut. In der U10w kann Laura mit ihren 6/11 bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft zufrieden sein, zumal sie ja im jüngeren Jahrgang der AK ist und nächstes Jahr gerne den nächsten Anlauf starten darf. Sebastian hatte im KIKA leider viermal Weiß, was angesichts der Tatsache, dass in seinen Partien immer Schwarz gewann eine unglückliche Auslosung war.
Der SK Neumarkt war mit 10 Jugendlichen übrigens der Verein mit den meisten Teilnehmern in den offenen Turnieren! Nimmt man die gesamte Meisterschaft hatte nur der größte Verein Deutschlands, der Hamburger SK, mit 17 (vier in den Offenen) mehr Jugendliche an den Brettern als wir mit 11. Besonders freuen wir uns auch über den bärenstarken Auftritt von Jana Bardorz (TSV Rottendorf), die 2017 Gastspielerin unserer U14-Mädchenmannschaft war und sich nach Rang drei in der U14w im Vorjahr nun den Titel in der U16w geholt hat – Herzlichen Glückwunsch!

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