Bayerische Mädchenmannschaftsmeisterschaften U14w 2014

Posted by Sebastian in Jugend 13/14 | Kommentare deaktiviert für Bayerische Mädchenmannschaftsmeisterschaften U14w 2014

20140524_BayMMU14w2014 (00)Acht Mannschaften nahmen an den diesjährigen Bayerischen Mädchenmannschaftsmeisterschaften U14w teil, die vom SK Neumarkt in der Theo- Betz Schule durchgeführt wurden. Nach sieben spannenden Runde setzte sich Titelverteidiger SK Gräfelfing ungeschlagen durch und gab dabei erst in der letzten Runde als man bereits als Meister feststand gegen den FC Ergolding 1932 ein Unentschieden ab. Die Vize-Meisterschaft sicherte sich ebenfalls wie im Vorjahr der SK Neumarkt und qualifizierte sich somit zum dritten Mal in Folge für die Deutsche Meisterschaft. Der „undankbare“ dritte Platz (undankbar weil man eine evtl. Relegation gegen eines der starken Teams aus Sachsen bestreiten müsste) ging an SK Tarrasch 45 München vor den Ergoldingern denen letztlich ein Brettpunkt zum Stockerl fehlte.

Ergebnisse

Endstand

Endstand mit Einzelspielern

Einzelspielerwertung


Zum ersten Mal fungierte der SK Neumarkt als Ausrichter der Bayerischen U14 Mädchenmannschaftsmeisterschaften zu denen man acht Teams aus sieben Vereinen in der Aula der Theo-Betz-Schule begrüßen konnte. Als Favoriten gingen Titelverteidiger SK Gräfelfing – Sarah Hausmann (MTV Ingolstadt), Kristina Shvartsman, Vitalia Khamenya und Julia Shvartsman – sowie der SK Tarrasch 45 München – Sofie Klenk, Alina Damrich (SK Mainaschaff), Julia Joebges und Katharina Herich – ins Rennen. Und natürlich wollte auch der Gastgeber nach den Rängen drei und zwei in den Vorjahren ein gehöriges Wörtchen um den Titel mitreden. Verstärkung erhielt das bewährte Team um Eva und Maria Schilay sowie Fabienne Held dabei von der zweifachen Deutschen Meisterin Jana Schneider (Spvgg Stetten 1946). Zudem schienen der FC Ergolding 1932 – Cora Klinkenberg, Claudia Laura Homfeldt (SC Noris Tarrasch Nürnberg), Maria Kühne und Anni Zhang – sowie der SC Bavaria Regensburg 1881 – Marie Oberhofer, Liliane Pavlov (Regensburger Turnerschaft), Sara-Marie Hauner und Laura Flöter – jederzeit in der Lage den Favoriten ein Bein zu stellen. Komplettiert wurde das Feld von den jungen Teams SC Vaterstetten – Sabrina Heinze (SC Ammersee), Lea Röll, Laura Röll und Xenia Schmitt – Zabo Eintracht Nürnberg – Alexandra Gerber (SW Nürnberg Süd), Berrak Albayrak, Mailina Geiler, Nese Pinar Albayrak, Ashana Maerz und Melissa Albayrak – sowie Neumarkt II – Jennifer Schächtel, Daiana Burger, Antonia Schmauser und Radena Burger – die bis auf eine Ausnahme durchweg mit U12- und U10-Spielerinnen antraten.
Das Los wollte es so, dass es gleich zum Auftakt zum Favoritenduell zwischen Gräfelfing und Tarrasch München kam. An den beiden vorderen Brettern setzte sich letztlich der Titelverteidiger durch, dafür musste sich Vitalia geschlagen geben. In der verbleibenden Partie hatte Katharina in der Zeitnotphase ein leichtes Zeitplus, stellte dann aber einzügig die Dame ein und Gräfelfing kam zu einem wichtigen 3:1 Auftaktsieg. Mit dem selben Ergebnis bezwang Bavaria Vaterstetten während Neumarkt I im vereinsinternen Duell genausowenig einen Zähler abgab wie Ergolding gegen Zabo.
In Runde zwei geriet der Titelverteidiger erneut in Bedrängnis. Die frischgebackene Bayerische U14 Meisterin Marie gewann gegen Sarah und Kristina geriet gegen Liliane unter Druck. Jedoch wendete Kristina das Blatt und auch Schwester Julia konnte ihre Partie für sich entscheiden. Aber Vitalia hatte in materiell ausgeglichener Stellung gegen Sara-Marie zwei gegen fünf Minuten auf der Uhr. Gerade als Vitalia zum entscheidenden Schlag auszuholen schien verlor sie Dame gegen Turm und Figur. Mit noch 34 Sekunden gegen 2:33 min rettete sie ein ungültiger Zug von Sara-Marie der Vitalia nicht nur zwei Minuten Zeitaufschlag brachte sondern auch die Dame, die unglücklicherweise das Schach abwehren konnte, wonach die Partie entschieden war. Derweil schlug Neumarkt I auch Vaterstetten mit 4:0 und Tarrasch hielt sich gegen Zabo ebenfalls schadlos. Neumarkt II kam gegen Ergolding immerhin zum viel umjubelten ersten Brettpunkt, da Radena frech auf Schäfermatt gespielt hatte…
In Runde drei kam es zur Wiederauflage des Vorjahres-Thrillers – erst die Berliner Wertung im Stichkampf brachte eine Entscheidung – zwischen Gräfelfing und Neumarkt I. Die Ausgangslage verhieß erneut einen spannenden Wettkampf: an den hinteren Brettern war Gräfelfing favorisiert, vorne hatte Neumarkt nominelle Vorteile. Maria geriet gegen Vitalia aufgrund eines häßlichen Lochs auf g2 in Bedrängnis und verlor eine Qualität. Später konnte der gefährliche Freibauer nur noch unter Figurenverlust aufgehalten werden und Vitalia gewann. Fabienne verbrauchte gegen Julia schon zu Beginn viel zu viel Bedenkzeit und irgendwann war die Zeit schlichtweg aufgebraucht. Damit gerieten Jana und Eva unter Zugzwang. Jana bekam aus der Eröffnung heraus eine starke Stellung, verpasste aber die Möglichkeit ihren Läufer für drei Bauern mit anhaltendem Angriff zu opfern. Danach kam Sarah besser ins Spiel, doch mit Glück und Geschick holte Jana doch noch den ganzen Punkt. Bei Eva und Kristina war nicht viel passiert, aber Eva hatte auf der Suche nach dem Gewinnplan zu viel Zeit investiert. Mit einer gegen zwei Minuten war nur noch wenig Hoffnung zumal Eva das Risiko scheute. Am Ende zogen beide nur noch hin und her, so dass einer Remisreklamation stattgegeben wurde, wonach Gräfelfing mit 2,5:1,5 die Oberhand behielt und damit nach drei Runden die schwersten Brocken schon ohne Punktverlust hinter sich gebracht hatte. Im Verfolgerduell setzte sich Tarrasch gegen Ergolding dank Siegen von Alina und Katharina mit 3:1 durch. Vaterstetten holte gegen Neumarkt II mit 4:0 den ersten Sieg und Bavaria schlug Zabo mit demselben Ergebnis.
Nach der Mittagspause, in der sich Spieler und Betreuer mit Pizza und Leberkässemmeln gestärkt hatten (nur der Turnierleiter bekam keine ab…), setzte Gräfelfing seinen Siegeszug mit einem 4:0 gegen Vaterstetten fort. Doch die Verfolger blieben dran: Neumarkt I bezwang Zabo mit 4:0, Tarrasch setzte sich gegen Neumarkt II mit 4:0 durch und auch Ergolding schlug Bavaria überraschend glatt. Damit gab es in der vierten Runde viermal ein 4:0…
Runde fünf sah ein schnelles 4:0 von Gräfelfing gegen Neumarkt II und Tarrasch setzte sich mit 3:1 gegen Bavaria durch, wobei einzig Sofie gegen Marie aufgeben musste. Zabo war kurz davor Vaterstetten einen Punkt abzujagen, am Ende stand „nur“ der Sieg von Nesche gegen Laura auf der Habenseite der Nürnberger. Nichts für schwache Nerven war der Wettkampf zwischen Neumarkt I und Ergolding, der die Betreuer schier zur Verzweiflung brachte. Fabienne hatte unfassbare zwei gegen zwanzig Minuten auf der Uhr und zudem eine Figur zu wenig auf dem Brett. Im Duell der beiden Marias hatte die Neumarkterin zunächst eine aktive Stellung, bekam irgendwann auch einen gegnerischen Turm allerdings für zwei Figuren. Kurz darauf gewann sie aber eine Figur zurück und hatte obendrein einen starken Freibauern. Diesen hatte auch Eva gegen Claudia auf dem Brett und nach der Umwandlung war die Partie entschieden. Jana opferte gegen Cora indes munter eine Figur, was manch Außenstehendem die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Letztlich konnte Jana aber auch diese Partie für sich entscheiden und da Maria mittlerweile einen ganzen Turm mehr hatte schien der Wettkampf doch noch ein positives Ende zu nehmen. Zudem waren auch bei Fabienne merkwürdige Dinge passiert: mittlerweile hatte sie einen Mehrbauern im Turmendspiel, allerdings eine Minute gegen acht. Aber das Drama nahm seinen Lauf… Maria Kühne hatte noch ein Freibauernpaar um das sich die andere Maria zu kümmern hatte. Doch sie agierte zu leichtsinnig, ließ den gegnerischen König heran laufen und plötzlich waren die Bauern nicht mehr aufzuhalten. Gleichzeitig stellte Anni ihren Turm einzügig zum Schlagen hin, Fabienne machte in Zeitnot einen Königszug und nun war ihr Turm weg – Endstand 2:2…
Nach diesem Nackenschlag für die beiden Jüngsten im Neumarkter Team stand unmittelbar danach das entscheidende Duell gegen die nun Zweitplatzierten Tarrascher auf dem Programm. Julia wurde ihrer Favoritenrolle gegen Maria gerecht und sorgte nach einem schnellen Damengewinn für die Führung. Dafür hatte Fabienne den Ratschlag etwas schneller zu spielen beherzigt und Katharina obendrein eine Figur abgejagt. Danach agierte sie aber zu vorsichtig und konnte ihre Mehrfigur nicht zur Geltung bringen. Daher nahm sie mit ablaufender Bedenkzeit vorsichtshalber ein Remisgebot an. Da Eva zu diesem Zeitpunkt bereits einen Turm mehr hatte und auch Jana sehr aktiv stand, sollte dieser halbe Zähler sehr wichtig werden. In der Tat brachte Jana ihre Partie siegreich zu Ende und auch Eva stand klar auf Gewinn und hatte obendrein die bessere Zeit. Allerdings übersah sie mit knapp zwei Minuten gegen 18 Sekunden tatsächlich noch ein Schachgebot, wonach es zumindest zeitlich noch einmal interessant hätte werden können. Da sich Alina aber einer undeckbaren Mattdrohung gegenüber sah konnte sie Eva nur noch zum Sieg gratulieren. Neumarkt II holte gegen Bavaria den zweiten Brettpunkt und wieder zeichnete Radena dafür verantwortlich, die gegen Laura gewinnen konnte. Ergolding schlug Vaterstetten mit 4:0 und auch Gräfelfing gewann gegen Zabo glatt.
Damit stand Gräfelfing schon vor der letzten Runde als Meister fest, dagegen war das Rennen um Rang zwei noch völlig offen. Neumarkt I und Ergolding waren punkt- und brettpunktgleich, wobei Neumarkt nach Berliner Wertung den direkten Vergleich gewonnen hatte. Tarrasch lag einen Zähler dahinter und musste auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Und mit einem glatten 4:0 gegen Vaterstetten setzten sie diese auch unter Druck. Neumarkt I hatte es gegen Bavaria in der eigenen Hand, doch Maria war nun vollkommen von der Rolle und stellte gegen Sara-Marie erst Qualität und dann eine Figur ein. Sara-Marie holte sich im Endspiel noch eine Dame und setzte dann patt. Inzwischen hatte Fabienne ihre Partie schon für sich entschieden und am Spitzenbrett im Duell zwischen der Deutschen und der Bayerischen Meisterin war eine bedrohliche Ansammlung von gegnerischen Figuren vor Marie´s König zu sehen. Marie investierte viel Bedenkzeit um schlimmeres Ungemach zu verhindern, letztlich musste sie sich aber geschlagen geben. Eva und Liliane lieferten sich ein Zeitnotduell in dem zunächst Eva über eine Minute Vorsprung hatte, dann aber Liliane eine halbe Minute mehr aufwies. Letztlich waren beide unter zehn Sekunden und die Partie endete Remis. Äußerst spannend verlief auch das Duell zwischen Gräfelfing und Ergolding. Einzig Kristina hatte auf Gräfelfinger Seite früh eine bessere Stellung und obendrein deutlichen Zeitvorsprung, dagegen hatte Vitalia einen Bauern weniger, griff dafür aber an. Bei Julia und Anni wurde viel getauscht ohne dass sich ein materielles Ungleichgewicht ergeben hatte. Vogelwild ging es dagegen am Spitzenbrett zwischen Sarah und Cora zu: beide hatten kurz rochiert, aber es gab keine Bauern mehr am Königsflügel… Für wen das nun gut oder schlecht war, vermochte keiner so recht zu beurteilen. Nachdem die Damen vom Brett waren hatte Cora zwar einen Mehrbauern, jeodch nur noch zweieinhalb gegen knapp fünfzehn Minuten und gab daher Remis. Auch Julia und Anni remisierten, wobei Anni den aktiveren Springer im Endspiel hatte. Kristina brachte ihre Partie siegreich zu Ende, aber bei Vitalia und Maria war noch viel Pfeffer drin. Vitalia hatte inzwischen eine Quali gewonnen, aber Maria drei Bauern mehr am Damenflügel. Diese wurden im weiteren Verlauf immer stärker und kosteten Vitalia zu viel Material. Somit gelang es Ergolding dem Meister das einzige Unentschieden an diesem Tage abzuringen. Indes kämpften Zabo und Neumarkt II in der letzten Runde im direkten Duell um den vorletzten Platz. Radena und Daiana brachten die Neumarkter in Führung, wobei sich im Nachhinein herausstellte, dass bei Radena nicht wirklich ein Matt die Partie beendete… Doch Alexandra und Mailina schlugen für Zabo zurück, so dass beide Teams mit einem Mannschaftspunkt nach Hause fahren konnten.
Bei der anschließenden Siegerehrung gab es dann für alle Spielerinnen einen Pokal sowie eine mit Süßigkeiten gefüllte „SK Neumarkt Mädchenschach“-Tasse. Für die besten drei Teams gab es obendrein auch einen Mannschaftspokal. Ein herzlicher Glückwunsch geht an den SK Gräfelfing zur erfolgreichen Titelverteidigung. Rang zwei erkämpfte sich wie im Vorjahr der SK Neumarkt, dem damit auch im dritten Anlauf die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft gelang. Das Podest komplettierte Tarrasch München knapp vor den punktgleichen Ergoldingern. Rang fünf ging an Bavaria vor Vaterstetten, Neumarkt II und Zabo. Beste Spielerin auf Brett 1 und des ganzen Turniers war Jana mit exzellenten 7/7 vor Cora und Marie mit je 5 Punkten. Die beste Bilanz auf Brett 2 wies Kristina mit 6,5 Punkten auf, vor Eva (6) und Alina (5). Julia und Maria Kühne erzielten jeweils 6,5 Punkte an Brett 3, Vitalia kam auf 5 Punkte. An Brett 4 holte Julia mit 6,5 die meisten Zähler vor Katharina (5,5) und Anni (5). Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Betreuer für die reibungslose Durchführung und hoffentlich trauen sich in Zukunft noch ein paar mehr Mannschaften mitzuspielen – das würde dem Turnier guttun.

Ein großes Dankeschön geht an unseren Sponsor die Neumarkter Nachrichten für die großzügige Unterstützung sowie an die Theo-Betz-Schule für die unkomplizierte Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Bericht beim MTV Ingolstadt

Bericht beim FC Ergolding

Bericht beim SC Vaterstetten

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