Challengers Chess Tour (4)

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für Challengers Chess Tour (4)

Mit der Hou Yifan Challenge findet vom 18. – 21. September die letzte Etappe der Challengers Chess Tour statt.

Chess24 überträgt live, Spielbeginn ist jeweils um 16h.

Der erste Tag sah Vincent Keymer und Praggnanandhaa vorne wegmarschieren. Dabei hatte Keymer mit Awonder Liang und Volodar Murzin, dem er bei allen drei bisherigen Etappen unterlegen war, ein hartes Auftaktprogramm. In Runde 5 musste Keymer gegen Yoo die erste Niedelage quittieren, als er in Zeitnot im Endspiel daneben griff, während Pragg mit 5/5 durchzog. Wegen des ungeraden Teilnehmerfeldes gab es ein Freilos, weshalb Keymer am zweiten Tag nur drei Partien hatte. Diese gestaltete er allesamt siegreich, aber Pragg baute seine Serie auf beeindruckende 9/9 aus. Doch zu Beginn von Tag drei erwischte es auch den Inder, der sich Yoo geschlagen geben musste. Derweil konnte Keymer gewinnen und kam mit einer Partie weniger auf einen Punkt heran. In Runde 11 kam es zum direkten Duell und Keymer zeigte seine positionelle Klasse, drückte mit dem Läuferpaar und gewann einen Bauern. Pragg verteidigte sich zäh, doch wie so oft wenn man die ganze Partie über mit dem Rücken zur Wand steht, kam noch ein Fehler. Er übersah, dass Keymer den Turmtausch erzwingen konnte und das folgende Läuferendspiel war klar gewonnen. Damit hatte Keymer mit 9/10 die Führung vor Pragg 9/11 und Yoo 8/10 übernommen. Doch gegen Leya Garifullina kam umgehend ein Dämpfer. Zwar konnte sich Keymer mehrfach in die Partie zurückkämpfen, aber der letzte Fehler war dann einer zu viel. Pragg übernahm mit einem Remis wieder die Spitze und Yoo schloss nach Punkten zu Keymer auf. In Runde 13 ließ die Konkurrenz Punkte liegen, während Keymer seine Partie gewann und somit mit einem halben Zähler Vorsprung in den letzten Tag ging. Bei den bisherigen Turnieren bot dieser großes Drama und auch diesmal sollte es nicht anders sein. Runde 14 gewann Keymer im Endspiel, während Yoo ein Remis abgab. Gegen die Chinesin Zhu berechnete Keymer seine geplante Variante falsch, nahm Abstand von ihr und geriet in arge Bedrängnis. Mit einem Quali-Opfer verschaffte er sich Luft und hielt die Partie remis. Da gleichzeitig die Konkurrenz verlor, hatte er vor den letzten beiden Runden eine exzellente Ausgangsposition. Keymer führte mit 11,5/14 vor Pragg mit 10,5/15 und Yoo mit 10/14. Also reichte ein Punkt zum Turniersieg. Mit Yahli Sokolovsky wartete ein Gegner, der bislang erst 4,5 Zähler erzielt hatte, aber gerade gegen Yoo gewonnen hatte. Und auch Keymer geriet in eine aussichtslose Lage, hatte zwei Bauern weniger und die Freibauern am Damenflügel marschierten unaufhaltsam nach vorne. Aber mit Sekunden auf der Uhr kann alles passieren und als die Engine schon Matt in 10 anzeigte, übersah Sokolovsky ein Abzugsschach, verlor die Dame und Keymer holte einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass Yoo seine Partie aus mißlicher Lage gedreht hatte, Keymer stand vor der letzten Runde als Turniersieger fest. Hier konnte er einen weiteren Erfolg einfahren und hatte am Ende mit 13,5/16 sogar zwei Punkte mehr auf dem Konto als Yoo und Pragg. Nach seinem Sieg bei der Kramnik Challenge ist es Keymers zweiter Triumph in Folge und er ist der Einzige dem auf den vier Etappen zwei Turniersiege gelangen. Mit den Rängen 6, 3, 1 und 1 gewinnt er mit 73 Punkten die Gesamtwertung und zieht souverän ins Finale der besten Acht ein, das vom 14. – 17. Oktober ausgetragen wird.

Bericht bei Chess24

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