Die vorletzte Runde der Stadtmeisterschaft brachte 3 entschiedene und 2 kampflose Partien hervor.
Der Tabellenführer Wolfgang Brunner hatte es mit den schwarzen Steinen mit dem Turniersenior Rudi Appl zu tun, der sich in der Frühphase der Partie durch beherztes Spiel einen komfortablen Vorteil hätte sichern können, stattdessen aber eine Figur verlor, und Wolfgang zur Verteidigung der Tabellenspitze verhalf.
Mattias Birkner musste sich mit Schwarz mit den Turnierjunior Simon Koberstein messen. In der italienischen Partie kam es rasch zu einer relativ symmetrischen Stellung, doch Simon griff kurz vor dem 20. Zug fehl und musste seinen Springer auf ewig auf dem Eckfeld h1 beerdigen und zudem einen Bauern geben. Doch den Berichterstatter ereilte gleich darauf der vielen Schachfreunden bekannte Moment, in dem man seinen Stein loslässt und denkt: „Das kann nicht richtig sein.“.Das war es auch nicht, der Enginebalken schwankt von minus vier auf plus vier, weil auf einmal Mattias Dame kein Rückzugsfeld mehr hat, und sie nur durch Aufgabe einer Figur und gleichzeitiger Wiederbelebung der Springermumie auf h1 gerettet werden kann. Simon spielte seinen Vorteil dann relativ sicher aus und verwertete seinen Vorteil in einem hübschen Finale souverän zum Sieg.
Das Drama der Nacht ereignete sich beim „Kampf der Titanen“ zwischen Jozef Smyk und Martin Simon. Jozef besaß mit einem Turm gegen einen Läufer die Qualität mehr, Martin hatte dafür einen Freibauern am Rand. Nun gibt es bekanntlich vier Möglichkeiten, ein Schachspiel zu gewinnen: Matt, Aufgabe, Zeitüberschreitung oder plötzlicher Tod des Gegners, nach diesem Abend noch zu ergänzen um das Müdespielen des Gegners. Die Partie plätscherte ca. 50 Züge in der Remisbreite dahin, und die anwesenden Zuschauer fragten sich gegen halb zwei morgens schon, wann denn endlich die Friedenspfeife geraucht würde, doch das Zauberwort „Remis?“ wollte nicht fallen. Als schließlich Martin mit seinem Läufer Jozefs Turm angriff, und Jozef beherzt mit dem König nach vorne stürmte, anstatt den Turm zu retten – unter Missachtung von Tartakowers Ratschlag: „Es ist stets besser, die Figuren des Gegners zu opfern“ – fand der Abend nach 111 Zügen ein jähes Ende und Martin wahrte sich die Chance auf den Gesamtsieg.


Die letzte Runde findet am kommenden Freitag, 09.12.2022 statt
Vorankündigung: am 16.12.2022 findet die Blitz-Stadtmeisterschaft statt!
am 30.12.2022 findet der Simon-Silvester-Cup (Schnellschach) statt!