Am zweiten Spieltag der diesjährigen Bezirks-Schnellschachmannschaftsmeisterschaften erwischten beide Neumarkter Teams einen Sahnetag und holten jeweils sieben von acht möglichen Punkten. Damit hat die Erste als Fünfter im dritten Jahr in Folge als Außenseiter die B1 gehalten, am Ende wäre man sogar beinahe noch in die Landesliga aufgestiegen… Neumarkt II hatte in der B3a ebenfalls einen Lauf und in der letzten Runde sogar die Meisterschaft in der eigenen Hand. Dem stark aufgestellten neuen Meister Heideck/Hilpoltstein rang man ein 2:2 ab und sicherte sich somit einen klasse zweiten Platz.
Ohne Punkt auf der Habenseite startete die Erste in den zweiten Spieltag und bekam mit dem Co-Tabellenführer TSV Cadolzburg gleich den nächsten Brocken serviert. Doch Martin Simon sorgte für eine frühe Führung, da er im Turmendspiel zwei Mehrbauern – und zwar verbundene Freibauern – hatte. Matthias Bothe musste einen kritischen Moment überstehen, konnte aber ebenfalls gewinnen. Nachdem Wolfgang Brunner seine Partie aufgeben musste (sein Gegenüber zeigte dabei eine klasse Endspielbehandlung), gelang es Sebastian Mösl sich trotz Zeitnachteils aus seiner gedrängten Stellung zu befreien und seinem 300 DWZ-stärkeren Gegner eine Figur abzujagen.
Nach diesem wichtigen 3:1 Sieg ging es gegen den SK Rothenburg, das nominell schwächste Team. Wieder sorgte Martin für die beruhigende Führung und erneut erhöhte Matthias auf 2:0. Deshalb nahm Wolfgang in besserer Stellung ein Remisgebot an und sicherte den zweiten Mannschaftserfolg. Ein spannendes Duell lieferten sich Sebastian und Ottmar Zeltner: Sebastian hatte in der Eröffnung einen Bauern geopfert und versuchte aus dem nicht entwickelten Damenflügel Kapital zu schlagen. Allerdings investierte er dabei viel Bedenkzeit und Ottmar konnte seine Figuren ohne materielle Einbußen ins Spiel bringen. Doch es blieb offen und auch zeitmäßig glichen sich die Beiden wieder an. Als es Sebastian gelang zwei Bauern zu erobern schien sich das Blatt zu wenden, doch in einem dramatischen Finale in dem beide Spieler mittlerweile unter einer Minute angekommen waren büßte Sebastian per Läuferschach seinen Springer ein. Später musste er seinen Turm für den gegnerischen Freibauern opfern, wobei hier ein kurioser ungültiger Zug seitens Ottmar unbemerkt blieb (ALLE Zuschauer haben es natürlich gesehen, erkennbar an dem lauten Raunen das durch die Menge ging…). Letztlich konnte Ottmar mit knapp 10 Sekunden auf der Uhr matt setzen, doch die Mannschaftspunkte gingen auf unser Konto.
Im nächsten Wettkampf gegen Nürnberg 1911 folgte der endgültige Beweis, dass wir einen Lauf hatten. Matthias musste sich geschlagen geben und bei Martin war der König in der Mitte verblieben, was sein Gegenüber zu einer schönen Kombination nutzte um die Dame für zwei Figuren zu bekommen. Danach allerdings befiel dem Gegenüber die Schachblindheit und er übersah einen Schlag nach dem anderen bis er mit wenig Bedenkzeit und mittlerweile drei Figurenn und Qualität gegen die Dame gefrustet aufgab. Sebastian konnte früh einen Bauernzug taktisch widerlegen und kam dadurch zu einem druckvollen Schwerfigurenangriff, bei dem das Matt nur noch unter Damenopfer zu verhindern gewesen wäre. Inzwischen hatte sich auch Wolfgang eine vorteilhafte Stellung erarbeitet und sicherte mit dem Punkt zum 3:1 den vorzeitigen Klassenerhalt.
Zum Abschluss wartete die SG Mühlhof-Reichelsdorf/Schwabach auf uns, die noch Aufstiegschancen hatte. Martin räumte in rasantem Tempo alles ab was zu schlagen war und einigte sich früh mit seinem Gegenüber auf Remis. Matthias holte seinen dritten Sieg, allerdings musste sich Wolfgang nach einem Fehler geschlagen geben. Sebastian hatte im Mittelspiel einen dreizügigen Figurengewinn erspäht und sah eigentlich wie der sichere Sieger aus. Doch dann öffnete er dem Gegner unnötig eine Linie und begann nur noch Gespenster zu sehen. Nachdem auch minutenlanges Überlegen keine befriedigende Lösung brachte (dabei wäre es so einfach gewesen…) gab er zwei Bauern um seine Figuren zu aktivieren. In der Folge konnte sein Kontrahent zwei Figuren für seinen Turm gewinnen, dafür bekam Sebastian aber das Freibauernpaar. Mit einer Qualität mehr und 2:50min gegen 9:24min bot er Remis was auch zum 2:2 Endstand akzeptiert wurde. Direkt im Anschluss wurde er dann von Martin aufgeklärt, dass wir bei einem Sieg von ihm vielleicht sogar noch aufgestiegen wären, da der souveräne Meister Nürnberg Süd 2 nicht aufsteigen darf…
Mit sieben Mannschaftspunkten (der besten Punktausbeute in der B1!) landeten wir am Ende auf einem guten fünften Rang und konnten einmal mehr im Konzert der stärksten Mannschaften gut mitspielen. Einzelbilanzen: Mösl 2,5/7, Simon 4/7, Brunner 3,5/7, Beesk 1,5/3 und Bothe 3/4.
Neumarkt 2 ging mit 4:2 Punkten in der Aufstellung Ralf Seitner, Lorenz Schilay, André Schilay und Christian Junker in den zweiten Spieltag. Zunächst traf man auf die SG Weißenburg/Gunzenhausen die man mit 3:1 bezwingen konnte. Zwar unterlag Lorenz unserem Bezirksvorsitzenden Thomas Strobl (Respekt vorm FIDE-Schiedsrichter?), doch dafür schlug André den 300 DWZ-stärkeren Reinhard Sikorsky. Danach folgte ein souveränes 4:0 gegen Schwanstetten 3 und auch die SG Büchenbach/Roth 2 wurde 3:1 geschlagen. Damit lag man vor der letzten Runde auf einmal auf Rang zwei, nur einen Punkt hinter Tabellenführer Heideck/Hilpoltstein, dem Gegner der letzten Runde. An den vorderen Brettern konnten Ralf und Lorenz (gegen den 1993 DWZ-schweren Norbert Kirchner!) gewinnen, aber leider mussten sich André und Christian geschlagen geben.
Damit hatte man mit elf Mannschaftspunkten einen hervorragenden zweiten Platz erzielt und die Meisterschaft nur ganz knapp verpasst. Einzelbilanzen: Seitner 5,5/6, Lutter 1/2, Beer 0/1, Schilay L 4/6, Drechsel 1/1, Schilay A 2,5/4 und Junker 3/4.