Erstmals hatten sich gleich sechs Nachwuchskräfte des SK Neumarkt für die Bayerischen Meisterschaften qualifiziert, die vom 21. – 25. April in Bad Kissingen sowie Kreuth am Tegernsee stattfanden. Leider liefen die Turniere nicht ganz wie erhofft und nach den Erfolgen in den beiden Jahren zuvor gelang diesmal keine Qualifikation für die Deutsche. Maria Schilay gehörte in der U10w zu einem Kreis von sechs Kandidatinnen für die drei Quali-Plätze und belegte mit 4 Punkten ihren Setzlistenplatz fünf. Radena Burger sammelte bei ihrer ersten Bayerischen wichtige Erfahrungen und wurde mit 2 Punkten Zwölfte. Fabienne Held war in der U12w an #7 gesetzt und hätte mit einem möglichen Sieg in der letzten Runde einen sehr guten vierten Platz erzielen können, so wurde sie mit 3,5 Punkten Neunte. Eva Schilay gehörte als #13 der U14w zu einer von bis zu 15 Kandidatinnen für einen Podestplatz in einem sehr ausgeglichen besetzten Teilnehmerfeld. Sie ließ einige Chancen aus und klassierte sich mit 3,5 Punkten auf Rang zehn. Bei den Jungs gehörte Lorenz Schilay als #4 der Setzliste zu einem der heißen Kandidaten auf einen der vier Quali-Plätze. Doch es war nicht das Turnier des Bayerischen U10 Meisters von 2012, der mit 3,5 Punkten Zehnter wurde. In der U18 sicherte sich Maximilian Lutter mit einem starken Endspurt mit 4 Punkten Rang sieben bei seiner ersten Bayerischen und landete damit vor seinem Setzlistenplatz 9.
Tag 1:
Die erste Überraschung gab es für uns beim Betreten der Jugendherberge die gerade erst umgebaut und renoviert wurde. Der alte Betreuerraum sowie da Bistro sind Geschichte, dafür gibt es jetzt einen Seminarraum jedoch in überschaubarer Größe.
Maria kam zu einem problemlosen Auftaktsieg gegen Xenia Schmitt (Schach-Club Vaterstetten) die schon im sechsten Zug eine Figur hinstellte.
Radena bekam es mit Liliane Pavlov (Regensburger Turnerschaft) zu tun und ignorierte dass ein Bauer ihren Läufer attackierte was kein gutes Ende nahm.
Fabienne wurde von der unorthodoxen Eröffnungswahl ihrer Gegnerin Sara-Maire Hauner (SC Bavaria Regensburg) aus dem Konzept gebracht und hätte nach einem Bauernraub prompt die Dame verloren. Als ihre Kontrahentin diese Chance ausließ kam Fabienne zunehmend besser ins Spiel und entschied die Partie mit einem Schwerfigurenangriff am Königsflügel inklusive Figurenopfer.
Eva startete gegen die #3 der Setzliste Verena Kolb (SV Seubelsdorf) und kam ohne Probleme aus der Eröffnung. Zwar bekam Verena zunächst die e-Linie, doch Eva neutralisierte umgehen die gegnerischen Türme. Als Verena ihren Turm auf c2 zog sah Eva den richtigen Plan diesen einzusperren und so die Quali zu gewinnen. Doch als es soweit war diese mitzunehmen wollte sie mit einem Zwischenzug einen drohenden Bauernverlust vermeiden wonach der gegnerische Springer entscheidend angreifen konnte. Allerdings gab sich Verena mit einem Bauerngewinn zufrieden, doch da ihr Turm erstmal kalt gestellt war und Eva ihren aktivierte wäre das Remis greifbar gewesen, aber Eva verpasste die korrekte Fortsetzung und das Endspiel war nicht mehr zu halten.
Tag 2:
Schon in der zweiten Runde kam es zu einem Favoritinnenduell zwischen Maria und der Vorjahres Vize-Meisterin Vitalia Khamenya (SK Gräfelfing). Nachdem schon früh viel getauscht wurde gewann Maria einen Bauern und hatte eine aussichtsreiche Stellung erreicht. Leider wählte sie später als ein Bauer von ihr angegriffen wurde den falschen Deckungszug und Vitalia bekam die Chance nicht nur den Bauern zurück zu gewinnen, sondern auch Maria schlechte Bauern am Damenflügel zu verpassen. Das resultierende Springerendspiel ist vmtl. bei sehr genauem Spiel noch zu halten doch Maria wurden die Bauernschwächen zum Verhängnis. Dafür setzte Maria am Nachmittag schon Matt als die Partie kaum begonnen hatte, da ihre Gegnerin Svenja Butenandt (TV Tegernsee) einen vergifteten Bauern schlug.
Radena gambelte gegen Eva Ibrahim (TV Tegernsee), ließ eine Figur hängen und suchte ihr Heil im Königsangriff. Prompt konnte sie den gegnerischen Monarchen wenig später erlegen und feierte ihren Premierensieg bei einer Bayerischen. Am Nachmittag opferte Anna Erdösi (TV Tegernsee) eine Figur für zwei Bauern und der König von Radena stand sehr offen. Zunächst verpasste Radena eine Möglichkeit ihren König einigermaßen sicher zu platzieren, danach ließ auch ihre Gegnerin eine gute Gelegenheit aus. Trotzdem gewann sie die Figur zurück und für Radena sah es nicht gut bis ein Turmeinsteller die Partie kippte. Doch Radena lief noch in eine Falle, schlug eine hängende Figur und gab so die Deckung des Mattfeldes auf.
Fabienne bekam es in Runde zwei mit der Setzlistenzweiten Maria Kühne (FC Ergolding) zu tun. Es wurde auf unterschiedliche Seiten rochiert wobei zunächst Fabienne das bequemere Spiel hatte. Als sie mit b3 aber unnötigerweise der Gegnerin einen Angriffshebel bot ließ diese sich nicht lange bitten, öffnete die a-Linie und manövrierte einen Springer nach c3. Fabienne konnte zwar ihren König nach f2 evakuieren, doch die Niederlage zeichnete sich bereits ab. Mit dem Mute der Verzweiflung zog Fabienne ihre Königsflügelbauern weiter nach vorne und erschreckte ihre Kontrahentin mit einem Figurenopfer auf h6 derart, dass diese die Figur nicht nahm und lieber Remis anbot, was Fabienne auch annahm. Gegen Sabrina Heinze (SC Ammersee) kam Fabienne gut aus der Eröffnung, doch als die Partie richtig losgehen sollte, brachte sie sich mit einer übersehenen Bauerngabel sofort auf die Verliererstraße.
Eva fand sich am letzten Brett gegen Juliane Kißler (SC Noris Tarrasch Nürnberg) wieder. Nach zähem Beginn schuf Eva ihrer Gegnerin zunächst einen Doppelbauern und kam mit einem Abzugsangriff zu einem Quali-Gewinn. Danach folgte noch eine Figur und ein schnelles Ende auf der Grundreihe. Am Nachmittag kreuze Eva mit der nächsten Tarrascherin in Person von Claudia Laura Homfeldt die Klingen und überraschte dabei ihren Trainer mit einem „interessanten“ dritten Zug. Dadurch bekam Claudia das bequemere Spiel und Eva hatte viel Dusel als beide einen möglichen Figurenverlust von Eva übersahen. Danach bekam Eva die b-Linie und das aktivere Figurenspiel, wonach Claudia die Dame für Turm und Figur geben musste was sich Eva nicht mehr nehmen ließ.
Am Abend stand das Tandemturnier auf dem Programm bei dem Radena und Schwester Daiana die Neumarkter Farben vertraten. Beiden unterliefen abwechselnd ungültige Züge, doch immerhin eine Partie konnten sie für sich entscheiden. Nach sechs Runden und mannschaftsinternen Zwistigkeiten wollte Radena nicht mehr weiterspielen, so dass Sebi einsprang. In den verbliebenen drei Runden gab es noch einen Sieg gegen „DuDuDu“, so dass die „Superdamen“ am Ende auf Rang zwölf landeten.
Tag 3:
Maria holte heute gegen Amalia Stark (SK Rothenburg) ihren dritten Sieg, war dabei aber mit dem Glück im Bunde. Amalia opferte in der Eröffnung einen Bauern und bekam so das bessere Figurenspiel. Nachdem Maria ihre Entwicklung abgeschlossen hatte übersah sie eine Bauerngabel, die eine Figur gekostet hätte. Doch als Amalia diese Chance ausgelassen hatte kam Marias Turm auf die zweite Reihe und in wenigen Zügen war für Weiß nichts mehr zu retten.
Radena hatte gegen Lea Röll (Schach-Club Vaterstetten) bereits eine Figur eingestellt, doch als Lea übersah, dass nach einem Bauernzug die Dame auf h2 Matt setzen konnte schlug Radena gnadenlos zu.
Auch im Duell mit Schwester Laura Röll war Neumarkt das Glück hold. Fabienne verpasste im Mittelspiel eine Gewinnvariante und so kam Laura immer besser ins Spiel. Sie eroberte einen Turm und der nächste hing bereits, doch von den drei Schlagmöglichkeiten wählte Laura die mit Abstand schlechteste, denn diese kostete die Dame und die Partie.
Eva verpasste gegen Julia Joebges (SC Tarrasch 45 München) einen möglichen Bauerngewinn, ansonsten war nicht viel drin in der Partie. Nach 25 Zügen einigten sich die Beiden in etwas ungewöhnlicher Stellung auf Remis.
Den freien Nachmittag nutzte Angelika um mit den Kindern einen Abstecher zum Tegernsee inklusive Eisessen zu machen ehe das gute Wetter doch wieder vom Regen verdrängt wurde. Am Abend stattete Sebi zusammen mit den Tarraschern Hermann Krauß und Reiner Heimrath dem Casino in Bad Wiessee einen Besuch ab, da man dort die Möglichkeit hatte das Championsleague Halbfinalhinspiel zwischen Real Madrid und Bayern München auf Großbildschirm zu verfolgen. Auch hier gab es nicht das erwünschte Ergebnis und danach verspielte Sebi in kurzer Zeit noch Hermanns „ganzen Gewinn“ beim Roulette…
Tag 4:
Der Vormittag war ein einziges Desaster, denn anstatt die Chancen auf einen vorderen Platz zu erhöhen setzte es eine glatte Null! Dabei kam Maria gegen die Zweitplatzierte Jana Bardorz (TSV 1869 Rottendorf) gut aus der Eröffnung übersah später aber einen drohenden Spieß der die Dame kostete.
Radena verlor gegen die klar favorisierte Vanessa Wiemann (SV Seubelsdorf) sukzessive Material und musste sich geschlagen geben.
Fabienne legte die Partie gegen Constanze Maria Paoli (SC Alzenau) offensiv an, doch nach einem ungünstigen Tausch rollte der weiße Angriff ehe Fabienne ihren König aus der Mitte bekam. Zwar versuchte Fabienne alles aber nachdem das Zentrum geöffnet war ging letztlich doch eine Figur verloren.
Eva bekam mit Tamina Männer die verbliebene des Tarrascher U14-Trios zugelost. Tamina präsentierte sich in sehr guter Form und kämpfte überraschend bis zum Schluss um die Podestplätze. Eva erlaubte ihr unnötig die Besetzung des Zentrums und verpasste die Möglichkeit sich zu befreien und selbst aktiv zu werden. So brachte Tamina ihre Figuren in Stellung und als sich Eva zunehmend ungeschickt positioniert hatte brach die Stellung innerhalb von drei Zügen auseinander.
Damit hatte einzig Maria noch die Chance auf das Podest, bekam es am Nachmittag aber als Belohnung für ihre Niederlage gegen Jana nun mit der Setzlistenersten Nina Kunisch (TV-1900 Großostheim) zu tun. Nina hatte im Vorfeld starke Ergebnisse gezeigt und war eigentlich die Topfavoritin, hatte aber einen rabenschwarzen Dienstag mit zwei Niederlagen. Die beiden lieferten sich zunächst einen positionellen Kampf mit vollem Brett bis Nina einen Bauern opferte. Dafür musste Maria aber ständig auf f7 aufpassen und da beide nicht so recht wussten wie es nun weitergehen sollte einigte man sich auf Remis.
Radena gewann gegen Jana Steiner (SF Bad Tölz) schon im dritten Zug einen Bauern, verweigerte dann aber die Rochade was ihr zum Verhängnis wurde.
Fabienne lieferte sich einen harten Kampf mit Hanna Schmid (TV Tegernsee). Wieder kamen bei ihr unterschiedliche Rochaden aufs Brett, wobei sie im Zentrum einen Bauerntausch verweigerte und so kam Hanna zu einem gefährlichen Angriff. In sehr guter Stellung büßte sie dann einen Springer ein und nun war Fabienne am Drücker und brachte ihren Angriff siegreich zu Ende.
Eva bekam nun ausgerechnet ihre Freundin Sarah Hausmann (MTV Ingolstadt) zugelost, die sich ebenfalls am Vormittag mit einer Niederlage endgültig von einer vorderen Platzierung verabschiedet hatte. Sarah begann offensiv verpasste es aber mehr aus ihrem Raumvorteil zu machen. Dafür ließ Eva einen Bauerngewinn aus und so trennte man sich friedlich.
Tag 5:
Für Maria war vor der letzten Runde der Zug zur Deutschen noch nicht ganz abgefahren. Für Platz drei musste sie unbedingt gegen Vanessa Wiemann gewinnen und brauchte etwas Schützenhilfe von den Gegnern. Und was passierte? Alle spielten für sie und es hätte für Rang drei gereicht, nur Maria entglitt die Partie zusehends. Sie stellte erst einen Bauern ein, wenig später den nächsten und war letztlich mit dem Remis noch gut bedient.
Radena hatte gegen Svenja Butenandt nur einen Bauern weniger als sie anstatt zu rochieren mit Kd7 letztlich die Niederlage einleitete.
Fabienne hatte angesichts der Buchholzsituation keine Chance mehr auf das Podest zumal sie mit der Setzlistenersten Jessica Du (SC Erlangen 48/88) einen ganz schweren Brocken serviert bekam. Trotzdem spielte Fabienne offensiv, rochierte lang und griff am Königsflügel an. Doch Jessica war im Zentrum schneller und konnte dank einer Fesselung eine Figur erobern. Aber Fabienne ließ sich nicht beirren und nachdem die h-Linie offen war stand plötzlich sie auf Gewinn. Die Partie wogte hin und her doch irgendwann gelang es Jessica die Figuren zu tauschen und nach über 3 1/2 Stunden musste Fabienne die Waffen strecken.
Noch länger kämpfte Eva gegen Alina Damrich (SK 1929 Mainaschaff) um einen versöhnlichen Turnierabschluss. Mit schönen Manövern kam Eva zusehends besser ins Spiel und stand nach einem Bauerngewinn deutlich besser. Es hätte wohl vorteilhaftere Varianten gegeben doch Eva verließ sich auf ihren Freibauern am Damenflügel, aber im Endspiel Läufer gegen Springer verflachte ihr Vorteil und sie musste letztlich in die Punkteteilung einwilligen.
Bericht beim MTV Ingolstadt (mit Beweisfotos des tätlichen Angriffs auf den armen Neumarkter Jugendleiter…)
- Maria Schilay gegen Vitalia Khamenya (SK Gräfelfing)
- Radena Burger gegen Svenja Butenandt (TV Tegernsee)
- Fabienne Held gegen Maria Kühne (FC Ergolding)
- Eva Schilay gegen Tamina Männer
- Die Teilnehmerinnen der BayJEMw 2014




