Bei der diesjährigen U14 Jugend-Stadtmeisterschaft sicherte sich Lorenz Schilay bereits zum vierten Mal in Folge den Titel. Er konnte alle Partien für sich entscheiden und lag damit einen Punkt vor seinem hartnäckigsten Verfolger Paul Neppert, der den Rest des Feldes ebenfalls sicher im Griff hatte. Rang drei holte wie im Vorjahr Johannes Hierl knapp vor Michael Donisch und Carl-Luca Späth.
Zu Ferienbeginn fanden sich neun Teilnehmer ein, so dass aus den sieben Runden CH-System ein Rundenturnier wurde. Zum Auftakt gab es durchweg Favoritensiege und im Schwesternduell behielt Daiana Burger die Oberhand.
In Runde zwei stand gleich das Favoritenduell zwischen Paul und Lorenz statt. Dabei gelang es Lorenz seine Dame in der langen Rochade-Stellung zu platzieren und Druck auszuüben. Paul suchte sein Heil in der taktischen Verwirrung und drohte nach einem Damenopfer die schwache gegnerische Grundreihe auszunutzen um ausreichend Material zurückzubekommen. Doch Lorenz behielt die Übersicht, befreite sich mit einem Springeropfer und hatte im Endspiel mit Dame gegen Turm und Figur keine Probleme mehr. Johannes setzte sich gegen Michael durch und auch die Brüder Henseler waren auf einem guten Weg zu ihrem ersten Punkt. Sebastian Henseler jagte Radena Burger in einer wilden Eröffnungsphase mit zwei offenen Königen die Dame ab und gewann. Daniel Henseler profitierte von einem groben Schnitzer von Carl-Luca in der Eröffnung und baute seinen Vorsprung später sogar auf Turm und Figur aus. Als Daniel schon alle Klippen umschifft zu haben schien, büßte er doch noch einen Turm ein und obendrein bekam Carl-Luca einen starken Königsangriff der zum schmeichelhaften Sieg reichte.
In der dritten Runde holte Lorenz seinen dritten Punkt nachdem Johannes überraschend früh die weiße Fahne gehißt hatte. Daiana kam zu einem glatten Sieg über Sebastian und gesellte sich somit zu Lorenz an die Tabellenspitze. Daniel überraschte Radena in der Eröffnung und Michael nutzte einen Überseher von Carl-Luca aus.
Das Führungsduo marschierte auch in Runde vier im Gleichschritt. Lorenz bezwang Carl-Luca und Daiana opferte gegen Daniel mutig eine Figur um die Rochadestellung zu schwächen. Daniel sah das Unheil nicht kommen und bediente sich nach der Springergabel auf f2 auch auf h1 und wurde in wenigen Zügen von Daiana sehenswert Matt gesetzt. Paul hatte gegen Johannes eine Qualität erobert und nutzte später die Kontrolle der e-Linie zum Damengewinn.
Nach der Mittagspause setzte Lorenz seinen Siegeszug gegen Radena fort und auch Daiana war gegen Michael kurz davor ihre weiße Weste zu behalten. Sie ließ ihr angegriffenes Material stehen und nachdem Michael zu schnell zugegriffen hatte, sah er sich einer undeckbaren Mattdrohung von Dh3 und Lf3 gegenüber. Mit einem letzten Trick – Lxf7+ – brachte er Daiana noch vom rechten Weg ab: sie schlug den Läufer und nun konnte Michael seine Dame mit Schach ins Spiel bringen und den Lf3 unschädlich machen. Nach Kxf8 wäre ihm dagegen nur noch die Aufgabe geblieben… Paul setzte sich indes gegen Carl-Luca durch und im Bruderduell behielt Daniel die Oberhand.
Runde sechs sah souveräne Favoritensiege von Lorenz und Paul gegen die Burger-Schwestern sowie einen Erfolg von Michael über Sebastian. Einen denkwürdigen Fight lieferten sich dagegen Johannes und Carl-Luca. Johannes eroberte eine Figur für zwei Bauern und hatte obendrein gute Angriffschancen auf den offenen Linien am Königsflügel. Doch Johannes machte sich das Leben selber schwer, geriet von einer Fesselung in die nächste und am Ende bekam Carl-Luca die Figur zurück. Im Turmendspiel wogten die Chancen hin und her und beide erhielten gefährliche Freibauern. Am Ende opferte Johannes seinen Turm und mit 17 Sekunden auf der Uhr zwang er Carl-Luca ins Remis einzuwilligen, da nun auch dieser seinen Turm für den letzten Bauern hätte opfern müssen.
In den letzten drei Runden gab es dann keine besonderen Vorkommnisse mehr, die Favoriten setzten sich unisono durch. Daher wurde auch Michael in der letzten Runde noch von Johannes im Kampf um Rang drei abgefangen, da er gegen Lorenz den Kürzeren zog.