In der letzten Doppelrunde der U20 Bayernliga ging es für unser Team gegen Gastgeber Bechhofen und den SC Höchstadt. Wie zu Saisonbeginn gehofft hatten wir noch alle Chancen den Klassenerhalt zu schaffen, dazu bedurfte es aber mindestens dreier Punkte. Kein leichtes Unterfangen, da wir auch in diese Wettkämpfe als Außenseiter gingen, aber wir hatten in dieser Saison auch schon gegen stärkere Mannschaften unsere Konkurrenzfähigkeit unter Beweis gestellt. Doch erschwerend kam hinzu, dass wir wie schon in den beiden Doppelrunden zuvor wieder nicht in Bestbesetzung antreten konnten. Diesmal erwischte es uns gleich doppelt und wir mussten mit Simon Drechsel und Eva Schilay gleich auf zwei Stammkräfte verzichten. Trotzdem war die Chance auf die nötigen Punkte für den Klassenerhalt auf dem Brett, aber wir haben sie nicht genutzt und unterlagen sowohl Bechhofen mit 2:4 als auch Höchstadt mit 2,5:3,5. Da obendrein München Südost in der letzten Runde Forchheim bezwingen konnte, fielen wir noch einen Rang zurück und steigen als Siebter wieder in die Landesliga ab. Dabei hat die Mannschaft eine sehr gute Saison gespielt, aber letzten Endes haben wir einfach zu viel liegen gelassen und können uns gewaltig ärgern.
Gegen Bechhofen hatte Yannick Beesk die frühe Führung auf dem Fuß nachdem er eine Figur gewonnen hatte. Jedoch gab er danach unnötigerweise zwei Springer für einen Turm und nach weiteren Ungenauigkeiten wurde die Stellung mit Mehr-Quali zunehmend unkomfortabler bis sein König ins Freie getrieben und dort erlegt wurde. Der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten: Lorenz Schilay wähnte sich in ausgeglichener Stellung schon einen Zug weiter, dabei hatte er den angegriffenen Turm noch nicht weggezogen… Dafür zeigte Timon Götz bei seiner Bayernligapremiere eine sehr gute Leistung, drängte seinen Gegenüber Stück füt Stück in die Defensive, gewann einen Bauern und baute seinen Vorteil immer weiter zum 1:2 aus. Maria Schilay war in eine Eröffnungsfalle getappt und ihr König wurde über das ganze Brett gejagt. Aber nach einem Figurenverlust der Gegnerin war die Partie wieder offen. Nach wechselhaftem Verlauf schlug Maria mit einem zweizügigen Matt zu. Maximilian Lutter wurde im Mittelspiel in die Defensive gedrängt und der Druck nahm nach einem gegnerischen Qualitätsopfer für einen Bauern weiter zu. In beiderseitiger Zeitnot übersah Maxi einen Verteidigungszug der noch Widerstand hätte bieten können und wurde Matt gesetzt. Nun hatte Paul Neppert die undankbare Aufgabe beim Stand von 2:3 in leicht schlechterer Stellung auf Sieg spielen zu müssen. Entsprechend lehnte er ein Remisgebot ab und wich auch einer Zugwiederholung aus, was aber zur Folge hatte, dass eine Qualität verloren ging. Danach war die Partie nicht mehr zu halten und es stand letztlich eine vermeidbare 2:4 Niederlage zu Buche.
Da unser Tabellennachbar Höchstadt gegen Nürnberg Süd ebenfalls den Kürzeren zog, bestand noch die theoretische Chance mit einem 5:1 Erfolg im direkten Duell am Landesligameister des Vorjahres vorbeizuziehen. Gut das war nicht drin, aber ein Sieg hätte es eigentlich werden müssen. Doch der erste Nackenschlag war die überraschend frühe Niederlage von Timon. Er hätte in normaler Stellung seine Entwicklung beenden sollen und dann weiterschauen. Aber er wollte einen Angriff am Königsflügel lancieren, manövrierte sich dabei in einen Abzug, der einen Bauern kostete und ruinierte die schlechte Stellung danach endgültig. Das Bittere an dieser Niederlage war aber der einzügige Figurengewinn in der Eröffnung, der Timon leider entgangen war… Auch Yannick griff schon in der Eröffnung daneben, vermischte Eröffnungsvarianten und verlor deshalb einen Bauern. Im weiteren Verlauf kamen dann alle gegnerischen Figuren in den Angriff während Yannick mehr oder weniger auf der Grundreihe dem Ende entgegen sehen konnte. Maxi war gegen einen der Top-Scorer der Liga schnell in einem unspektakulären Mittelspiel gelandet in dem man sich auf Remis einigte. Maria konnte in einer Schlagvariante in der beide Spieler nicht die besten Züge fanden eine Figur für zwei Bauern gewinnen. Später kam noch eine Qualität hinzu und sie gewann problemlos. Lorenz kam aus der Eröffnung heraus zu druckvollem Angriff auf den unrochierten König und gewann letztlich eine Figur. Somit stand es 2,5:2,5 aber bei Paul sah es nicht mehr gut aus. Er verpasste es einen gegnerischen Zentrumsbauern rechtzeitig zu schlagen und spielte fortan mit einem Bauern weniger. Er versuchte so gut es geht die gegnerischen Drohungen zu neutralisieren, übersah aber in schwieriger Stellung einen Abzugsangriff. Somit endete der Wettkampf mit einer vollkommen unnötigen 2,5:3,5 Niederlage.#
Was bleibt nun als Fazit der dritten Bayernligasaison der Vereinsgeschichte, der ersten nach 17 Jahren? Auf der einen Seite die Freude über die gute Leistung der Mannschaft und dass man in jedem Wettkampf konkurrenzfähig war. Aber auf der anderen Seite der Ärger über die verschenkten Punkte und die verpasste Riesenchance auf den Klassenerhalt. Allein drei verlorene Gewinnstellungen haben vier Mannschaftspunkte gekostet und auf einmal wäre man schon in Podestnähe…
Dabei konnten wir nur in der ersten Runde in Bestbesetzung antreten und hatten acht Ersatzspielereinsätze. Diese machten ihre Sache mit 4/8 Punkten aber sehr gut. An den Spitzenbrettern haben wir mit 7,5/14 ordentlich gepunktet, Lorenz hat sogar die zweitbeste Bilanz aller Brett2-Spieler. Hinten war die Bilanz mit 7/14 ebenfalls gut, aber an den mittleren Brettern hätten es gerne mehr sein können als 2/14. Nun werden wir in der Landesliga einen neuen Anlauf versuchen – zumindest soll es nicht wieder 17 Jahre bis zum nächsten Bayernligaabenteuer dauern…
- R7: SC Höchstadt – SK Neumarkt
- R7: SC Höchstadt – SK Neumarkt

