Bezirksliga 1 – Runde 1

Posted by Sebastian in Saison 22/23 | Kommentare deaktiviert für Bezirksliga 1 – Runde 1

Wie im Vorjahr hieß der Auftaktgegner unserer ersten Mannschaft in der Bezirksliga 1 SW Nürnberg Süd 3. Erneut mussten wir auf zwei Stammkräfte verzichten, aber auch die Süder konnten nicht aus dem Vollen schöpfen. Der Wettkampf begann mit zwei frühen Punkteteilungen von Jozef Smyk und Martin Simon, ehe er Fahrt aufnahm. Johannes Hierl hebelte das gegnerische Bauernzentrum an, übernahm die Initiative und gewann einen Bauern. Mit einem starken Läufer auf der langen Diagonale griff er die Rochadestellung an und als sein Gegenüber den falschen Bauern einen Schritt nach vorne beorderte, war die Messe schnell gelesen. Wolfgang Brunner bekam es mit einem sehr talentierten Nachwuchsspieler zu tun, der unbekümmert zum Sturm auf die Rochadestellung ansetzte. Wolfgang wollte mit der Öffnung der g-Linie den Umstand ausnutzen, dass der weiße König keinen Bauernschutz mehr hatte, kam damit aber unter enormen Druck. Er gab die Dame für Turm und Figur, was der Engine überhaupt nicht gefällt, stellte aber mit nun koordinierten Figuren der gegnerischen Dame nach, was letztlich zur Zugwiederholung führte. Sebastian Mösl nutzte die geschwächten schwarzen Felder am Königsflügel, um seine Figuren für den Angriff auf den gegnerischen König in Stellung zu bringen. Auf dem Weg zum geplanten Figurenopfer hatte er aber viel Zeit verbraucht und als er just nach dem Opferschlag bemerkte, dass er etwas übersehen hatte, ging das große Flattern los. Mit unter einer Minute auf der Uhr wählte er eine Fortsetzung, die auf jeden Fall die Reißleine Dauerschach ermöglichte und da er sich mit einem Turm weniger nicht sicher war, ob es wirklich Matt werden würde, nahm er lieber den Spatz in der Hand. Es ist natürlich müßig zu erwähnen, dass der geplante Zug leicht zum Gewinn geführt hätte… Besser machte es Neuzugang Daniel Häckler bei seinem ersten Einsatz für den SKN. Er hatte zwar zu Beginn viel Bedenkzeit verbraucht, setzte dann aber zu einem kontrollierten Angriff am Königsflügel an, bei dem er Schritt für Schritt seinen Gegner weiter einschnürte, bis das Matt nicht mehr zu verhindern war. Damit stand es 4:2 für uns, aber an den verbliebenen beiden Brettern sah es nicht rosig aus. Ralf Seitner hatte einen Bauern eingebüßt und stand zwischendurch sehr bedenklich. Dank der Zeitnot seines Gegners, zog er aber nochmal den Kopf aus der Schlinge und am Ende stellte er gar noch erfolgreich eine Falle auf. Ein Bauerndurchbruch schien vom gegnerischen Turm leicht unter Kontrolle gebracht zu werden, doch dann wurde dieser Turm echt gefesselt und plötzlich gab es keine Verteidigung mehr gegen die Umwandlung. Somit war der Mannschaftssieg in trockenen Tüchern und es lief noch die Partie von Andreas Niebler. Dieser hatte aufgrund einer Fesselung einen Bauern verloren und später wurde der gegnerische Mehrbauer zu einem gedeckten Freibauern auf c6. Um die erste Zeitkontrolle herum kamen alle Schwerfiguren vom Brett und es stand ein Leichtfigurenendspiel mit Läuferpaar gegen Läufer und Springer auf dem Brett, bei dem Andreas versuchte eine Blockade aufrecht zu erhalten. Trotzdem hätte es die Chance zum entscheidenden Durchbruch gegeben, doch auf der Suche nach dem Gewinnweg überschritt der Gegner die Bedenkzeit. Unterm Strich stand damit ein 6:2 Erfolg, womit wir wie im Vorjahr als Tabellenführer in die Saison gestartet sind.

Bezirksliga 1

Related Images:

Bezirksliga 2b 1. Spieltag

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23 | Kommentare deaktiviert für Bezirksliga 2b 1. Spieltag

Zum Saisonauftakt empfing die 2. Mannschaft in der Bezirksliga 2b den Schachclub Heilsbronn 1951. Unser Team trat mit 4 Ersatzspieler an, die teilweise kurzfristig einspringen mussten. Die Anfangsphase verlief zunächst ruhig, doch nach 2 Stunden Spielzeit gab es die ersten Ergebnisse: Andre Schilay einigte sich an Brett 4 mit Manfred Münster auf ein gerechtes Unentschieden, das dem weitgehend ereignislosen Spiel entsprach. An Brett 8 punktete unser Youngster Christoph Reger problemlos in einem Spiel auf ein Tor. Leider mussten wir die Führung sofort wieder abgeben, als Paul Neppert sich an Brett 5 dem starken Peter Schiefer geschlagen geben musste. Paul hatte seine Angriffschancen gegen den schwarzen König überschätzt. Zwar keimte kurz Hoffnung auf, als der Gegner die Dame für einen Turm und einen Läufer gab, im Anschluss beherrschten die gut koordinierten schwarzen Figuren das gesamte Brett und Weiterspielen war sinnlos. Eine Viertelstunde später gerieten wir an Brett 3 in Rückstand nachdem Christian Junker seine Dame am Königsflügel einsperren lies, und nur noch die Wahl zwischen Pest (Damenverlust) und Cholera (Verlust von Haus und Hof) hatte. Christian wählte die Pest und gab kurz darauf auf. Für den 2,5:2,5 Ausgleich sorgte nach gut 3 Stunden Mattias Birkner mit den schwarzen Steinen an Brett 1 gegen Erich Münster, der es mit dem altehrwürdigen Königsgambit versuchte. Allerdings konnte Münster für den geopferten Bauern keine Initiative entwickeln und Mattias hatte die Stellung rasch unter Kontrolle. Spannend wurde es noch einmal kurz als Weiß einen Läufer für 2 Bauern opferte und mit einem Freibauern auf der 7. Reihe, der Dame und den Türmen, drohte, dem exponierten König auf den Pelz zu rücken. Doch Mattias behielt den Überblick und nach einem erzwungenen Massenabtausch der Schwerfiguren streckte Weiß die Waffen. Tragisch, kurz und schmerzvoll verlief kurz darauf die Niederlage von Benedikt Münz gegen Jan Wiedemann an Brett 5: die Partie bewegte sich praktisch fast 40 Züge lang an der Null-Linie (kompletter Ausgleich), doch nach 2 abgelehnten Friedensangeboten griff Benedikt bei einer vermeintlich einfachen Turmtauschaktion zur falschen Zugreihenfolge und büßte einen Turm und damit die Partie ein. Stand: 2,5:3,5.

Ebenfalls tragisch – aber diesmal für Heilsbronn – verlief nach 4 Stunden die Endphase von Rudi Appls Partie gegen Gerd Essig. Nach wechselhaften Partieverlauf landeten die beiden in einem Turmendspiel, das bei normalem Spiel totremis wäre. Allerdings hatte Essig bereits einen Großteil seiner verfügbaren Bedenkzeit aufgebraucht und spielte bereits auf den letzten 3 Minuten und vergaß in voller Konzentration immer wieder nach seinem Zug die Uhr zu drücken (und damit seinen Timer zu stoppen und Rudis in Gang zu setzen). Der alte Fuchs Rudi lies sich nicht zweimal bitten, versank in tiefes Nachdenken, um schließlich auf Partieverlust durch Zeitüberschreitung zu reklamieren. Wie sagte der legendäre tschechische Großmeister und Fernsehkommentator Vlastimil Hort so schön:“So ist Rägel.“

Beim Gleichstand von 3,5:3,5 kämpfte noch unser Kapitän F. X. Beer an Brett 2 gegen Udo Röschinger. Die Stellung war sehr geschlossen, d.h. das Zentrum war blockiert, F.X. suchte nach Spiel am Damenflügel, während der Heilsbronner dauerhaft nach einem Durchbruch gegen den weißen König suchte. Leider gelang ihm dieser mit Springer, Turm, Dame und Bauern und das Matt gegen F.X. war die logische Konsequenz.

Somit haben wir das erste Saisonspiel mit 3,5:4,5 verloren. Schade, im Grunde war mehr drin. Unsere Ersatzspieler trugen immerhin 2 Punkte bei, vom Mannschaftsstamm kamen leider nur 1,5.

Bezirksliga 2b

Related Images:

Stadtmeisterschaft 4. Runde und Auslosung Runde 5

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Stadtmeisterschaft 4. Runde und Auslosung Runde 5

„Das wird ein kurzer Spieltag!“ prophezeite Leonhard Franke als er gerade im Begriff war gegen Martin Simon fürchterlich Schiffbruch zu erleiden. Als sollte dies das Motto des 4. Spieltags der Stadtmeisterschaft werden, wurde nicht nur Leonhard nach 18 Zügen Matt gesetzt, auch Christoph Reger warf nach 13 Zügen Jozef Smyk die Flinte ins Korn, und Philipp Kaufmann musste nach 19 Zügen gegen Johannes Hierl die Segel streichen. Zwar konnte Niklas Rebler gegen Rudi Appl etwas länger standhalten, doch auch er geriet nach 20 Zügen in die „Todesspirale“ und erreichte den 40. Zug nicht mehr.

Bedeutend länger geriet die Spitzenbegegnung der Runde zwischen Wolfgang Brunner und Mattias Birkner, der relativ bequem die Stellung ausgleichen konnte und Wolfgang zu einem Bauernopfer zwang, das jedoch durch Mattias schlechte Bauernstruktur und unkoordinierte Figurenstellung kompensiert wurde. Beim Übergang ins Endspiel griff Mattias fatal fehl, musste den Mehrbauern bei schlechter Stellung zurückgeben und büsste einen weiteren Bauern ein. Schließlich musste Wolfgang Springer und Läufer für einen Turm geben und höllisch auf Tricks mit dem Leichtfigurengespann achtgeben. Um Mitternacht verzichtete Wolfgang auf weitere Gewinnversuche und die müden Kämpen einigten sich auf Remis, obwohl die Stellung objektiv für Wolfgang klar gewonnen war…

Nach 4 von 7 Runden führt „der ewige Martin Simon“ mit 3,5 Punkten vor einem Verfolgertrio aus Mattias, Wolfgang und Jozef mit 3 Punkten.

Die 5. Runde findet erst am 18. November statt!

 

Related Images:

Stadtmeisterschaft 222 Auslosung 4. Runde

Posted by Mattias Birkner in Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Stadtmeisterschaft 222 Auslosung 4. Runde

Di 4. Runde findet am kommenden Freitag, 14.10.22 statt.

Related Images:

Monatsblitze September

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Monatsblitze September

Nur 7 spielwillige Spieler fanden sich am Freitag im Gesindehaus ein, um das Monatsblitzturnier auszutragen. Mit nur einer Niederlage gewann Martin Simon vor Mattias Birkner (punktgleich mit Jozef Smyk).

Da es nach diesem kleinen Turnier noch relativ früh am Abend war, spielten die danach Verbliebenen noch ein Turnier, das diesmal Jozef Smyk für sich entscheiden konnte.

Bei der erstmalige Austragung dieses Turniers, haben wir gelernt, dass zukünftige Monatsblitzturniere pünktlich um 21 Uhr starten und auf ca. 12 Runden begrenzt werden (z.B. doppelrundig), so dass in der Regel spätestens um 23 Uhr Schluss ist.

Related Images:

Termine Oktober 2022

Posted by Sebastian in Saison 22/23 | Kommentare deaktiviert für Termine Oktober 2022

Termine Oktober 2022

Related Images:

Erinnerung: Monatsblitzturnier am Freitag

Posted by Mattias Birkner in Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Erinnerung: Monatsblitzturnier am Freitag

Wie hier bereits angekündigt, findet am kommenden Freitag ein offenes Monatsblitzturnier statt (3min +2 sec.). Das Turnier wird zwischen 20 und 21 Uhr starten und so gestaltet, dass es nicht wesentlich später als 23 Uhr endet. So haben wir vorher noch Zeit für unser wöchentliches Training.

Related Images:

JHV / Vereinsfeier 2022

Posted by Sebastian in Saison 22/23 | Kommentare deaktiviert für JHV / Vereinsfeier 2022

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Schachklubs Neumarkt berichtete der 1. Vorsitzende Sebastian Mösl über die Ereignisse der vergangenen Saison, die wie im Vorjahr unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stand.
Diesmal konnte – wenn auch mit einer Unterbrechung in den Wintermonaten – der Mannschaftsspielbetrieb durchgeführt werden. Die erste Mannschaft zeigte auch in der zweiten Saison nach dem Aufstieg in die Bezirksliga 1 eine starke Leistung und lieferte sich mit dem Ligafavoriten SC Jäklechemie ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft. Die Niederlage im direkten Duell brachte letztlich die Entscheidung und die Neumarkter belegten einen hervorragenden zweiten Platz. Das Team Neumarkt II trat erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga 2b an, war in jedem Wettkampf konkurrenzfähig und hielt als Vierter problemlos die Klasse. Eine schwere Saison hatte Neumarkt III in der Kreisliga 2 zu bewältigen und wurde Achter. Die U20-Mannschaft des Vereins musste die Saison ersatzgeschwächt bestreiten und belegte in der Bezirksliga 1 Rang zwei.
Maria Schilay erzielte bei den Bayerischen Meisterschaften in der U18 Platz vier und wurde zusammen mit ihrer Schwester Eva Schilay für die bayerische Auswahl bei der Deutschen Frauenmannschaftsmeisterschaft der Landesverbände nominiert.
Fünf Neumarkter nahmen an den Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaften teil, wobei Christoph Reger im C-Turnier als Elfter das beste Resultat erzielte. Vinzenz Schilay kam auf Platz 29, während im B-Turnier Timon Götz, Maria Schilay und Eva Schilay die Ränge 22, 26 und 37 belegten. Beim Wohlen Rössli Rising Open in der Schweiz wurde Christoph Reger starker Vierter.
Erfreulicherweise konnte erstmals seit 2019 wieder ein großes Schulschachturnier an der Theo-Betz-Schule durchgeführt werden, das mit 75 Teilnehmern sofort wieder großen Anklang fand. Das traditionelle Jugendzeltlager, die Grillfeier, die Teilnahme am Volksfestzug sowie am Sommercampus des Kreisjugendrings rundeten die Saison ab.

Bei einer anschließenden Vereinsfeier wurden die Sieger der Vereinsturniere sowie langjährige Mitglieder geehrt. Dabei erhielt zunächst Jozef Smyk nachträglich seinen Pokal als Vereinsmeister 2020. Er hatte sich in der Gruppe A vor Martin Simon und Thomas Hummel durchgesetzt, während die Gruppe B von Rudolf Appl vor Josef Franke und Niklas Rebler gewonnen wurde, die Gruppe C von Peter Gruber vor Leonhard Franke und Christoph Reger. Jozef Smyk holte auch den Titel bei der Neumarkter Stadtmeisterschaft mit dem bemerkenswerten Ergebnis von fünf Siegen in fünf Runden. Vize-Meister wurde Mattias Birkner vor Lorenz Schilay, der gleichzeitig die Jugendwertung für sich entscheiden konnte. Bei der Vereinsmeisterschaft 2022 holte Rekord-Vereinsmeister Martin Simon bereits zum 15. Mal den Titel vor Jozef Smyk und Franz Xaver Beer. In der Gruppe B setzte sich Leonhard Franke vor Christoph Reger und Johannes Hierl durch.
Danach wurden Josef Lehmeier und Lothar Beyer für ihre zehnjährige Mitgliedschaft geehrt. Eine goldene Ehrennadel erhielt Wolfgang Brunner der bereits seit 40 Jahren dem Schachklub die Treue hält. Dabei ist er seit 1991 in der Vorstandschaft aktiv, war von 1991 bis 2013 22 Jahre lang zweiter Vorsitzender des Vereins und bekleidet seit 2013 das Amt des Materialwarts. Der dreifache Vereinsmeister und Stadtmeister von 2004 ist auch sportlich eine wichtige Säule des Vereins, u.a. als langjähriger Stammspieler der ersten Mannschaft, deren Mannschaftsführer er seit 2001 ist. Wolfgang ist bei allen Vereinsaktivitäten mit helfender Hand dabei und mit seiner liebenswerten Art eine Bereicherung für den Verein. Für all das langjährige Engagement am und neben dem Brett herzlichen Dank!

Related Images:

Champions Chess Tour 2022 (7) – Julius Baer Generation Cup – Keymer im Halbfinale!

Posted by Sebastian in Online-Schach | Kommentare deaktiviert für Champions Chess Tour 2022 (7) – Julius Baer Generation Cup – Keymer im Halbfinale!

Vom 18. – 25. September findet die siebte Etappe der Champions Chess Tour statt und bei der Julius Baer Generation Cup ist auch die deutsche Nummer 1 Vincent Keymer mit von der Partie, der gerade erst dem Club der 2700er beigetreten ist. Neben weiteren Top-Talenten wie Praggnanandhaa und Arjun Erigaisi, mischen diesmal auch die Alt-Meister Vassily Ivanchuk und Boris Gelfand mit.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist jeweils um 18h.

Am ersten Tag erzielte Keymer zunächst zwei Unentschieden gegen Adhiban Baskaran sowie Liem Le, ehe er David Navara bezwingen konnte. In Runde vier griff er gegen Hans Niemann im Endspiel daneben und beendete den ersten Tag mit 5 Zählern auf Rang neun. An der Spitze liegt Magnus Carlsen mit 10 Punkten gefolgt von einem Quartett mit u.a. Ivanchuk, der seine Klasse eindrucksvoll zeigte und nur gegen Pragg in der Zeitnotschlacht den Gewinn vergab.

Bericht Tag 1

Tag zwei begann für Keymer mit einem vorteilhaften Turmendspiel gegen Levon Aronian. Nachdem Keymer seinen Gegenüber noch einmal in die Partie zurückgelassen hatte, ließ er sich die zweite Chance nicht entgehen. Danach lieferte er sich ein Zeitnotduell mit Pragg, bei dem er mit seinem Freibauern auf Gewinn spielte. Aber Pragg fand wie gewohnt auch mit wenigen Sekunden auf der Uhr die beste Verteidigung und als Keymer überzog, kippte die Partie. Dafür profitierte Keymer gegen Ivan Saric von einem Fehler im Endspiel und gewann. Zum Abschluss hatte er eine vorteilhafte Stellung gegen Ivanchuk, sah sich jedoch einem gefährlichen Königsangriff ausgesetzt. Lange Zeit gelang Keymer trotz Zeitnot der Tanz auf dem Drahtseil, doch am Ende musste er die Waffen strecken. Dies bedeutet erneut Rang neun im Zwischenklassement mit 11 Punkten. Aber es geht sehr eng zu, mit einem Erfolg in der achten Runde hätte er einen Sprung auf Platz vier gemacht. In Führung liegt Arjun Erigaisi mit 17 Zählern vor Pragg und Carlsen mit je 15.

Bericht Tag 2

Am dritten Tag kam Keymer zunächst zu einem überzeugenden Sieg gegen Jan-Krzysztof Duda dank eines durchschlagenden Königangriffs. Danach übernahm er gegen Boris Gelfand im Endspiel mit aktiven Figuren das Kommando und hätte an einer Stelle Dame für Springer gewinnen können. Keymer eroberte stattdessen per Doppelangriff den gegnerischen Springer, was ebenfalls ausreichend war. Allerdings hatte das Endspiel mit Springer gegen zwei Freibauern am entfernten Flügel noch Fallstricke und am Ende musste sich Keymer mit einem Remis begnügen. Dasselbe Resultat gab es gegen Christopher Yoo und auch hier ließ Keymer im Endspiel in der üblichen Inkrement-Schlacht eine große Chance liegen. In Runde 12 gegen Radoslaw Wojtaszek gelang es Keymer wiederum sich Vorteile im Endspiel zu erspielen und diesmal holte er sich auch den Sieg, nachdem sein Gegenüber einen feinen Zwischenzug übersehen hatte. Damit liegt Keymer mit 19 Punkten auf Platz fünf gut im Rennen um die Quali für die KO-Phase, muss morgen aber noch gegen den Führenden Carlsen (25), den Zweitplatzierten Erigaisi (24) sowie Anish Giri (16) antreten.

Bericht Tag 3

In der ersten Partie des letzten Tages erzielte Keymer gegen Anish Giri ein Remis. Da auch seine Verfolger mit Ausnahme von Aronian nicht gewinnen konnten, blieb Keymers Ausgangssituation sehr gut, aber nun warteteten noch zwei schwere Brocken. Doch gegen Arjun Erigaisi – mit 2731 mittlerweile in den Top-20 der Weltrangliste angekommen – stand Keymer von Anfang an angenehm und erreichte ein Endspiel, das für seinen Gegenüber nur schwer zu verteidigen war. Erigaisi griff einmal daneben und Keymer verwertete zwei Mehrbauern im Springerendspiel. Damit hatte er als Dritter der Tabelle die Quali für die KO-Phase sicher. In der letzten Runde ging es gegen den mit Abstand führenden Weltmeister, doch Keymer hatte sogar Gewinnchancen. Später hätte er Carlsen mit einer unparierbaren Mattdrohung zum Dauerschach zwingen können, wählte jedoch den falschen Drohzug, bei dem Carlsen die Damen mit Schach tauschen konnte, wonach das resultierende Turmendspiel für ihn gewonnen war. Dies bedeutete immer noch einen hervorragenden fünften Platz für den jungen Deutschen mit 23 Punkten. Klarer Vorrundensieger wurde Carlsen (34), vor Erigaisi (25), Niemann (24) und Pragg (23). Zudem qualifizierten sich Le (22), Yoo (21) und Aroian (21), während u.a. Giri (21) und Duda (20) den Einzug in die Top-8 verpassten.

Bericht Tag 4

Viertelfinale:

Carlsen – Aronian 3:1
Erigaisi – Yoo 2:2 1,5:0,5
Niemann – Le 1,5:2,5
Praggnanandhaa – Keymer 1:3

Im Viertelfinale kam es zum hochspannenden Duell der beiden Top-Junioren Keymer und Pragg. Letzterer hat bislang in der CCT groß aufgetrumpft und in diesem Match-Format auch mehr Erfahrung. Aber Keymer ging in Führung, nachdem er einen Angriff mit dem h-Bauern mit einer feinen Mattkombination krönte. Es folgten zwei Unentschieden, in der letzten Partie jedoch bekam Pragg dank eines entfernten Freibauern auf der a-Linie in Verbindung mit Angriffsmöglichkeiten gegen den Monarchen auf der anderen Seite die Chance zurückzukommen. Keymer hielt im Zentrum dagegen, Pragg griff daneben und der d-Freibauer war nicht mehr zu stoppen. Damit zog Keymer ins Halbfinale ein, wo er auf Carlsen trifft. Dieser hatte zwar die Auftaktpartie gegen Aronian nach einem groben Fehler verloren, gewann aber die folgenden drei Spiele. Im zweiten Junioren-Duell ging Erigaisi zweimal in Führung, doch Yoo gelang es jeweils auszugleichen. Im Blitz-Entscheid sah es danach aus, als könnte mit Yoo erstmals der Spieler mit den schwarzen Steinen zum Erfolg kommen. Doch Erigaisi stellte eine Falle und legte erneut vor. In der zweiten Blitz-Partie eroberte Erigaisi eine Qualität und wickelte ins Remis ab. Liem Le setzte sich indes beim Stand von 1,5:1,5 in der vierten Partie gegen Niemann durch.

Bericht VF

Halbfinale:

Carlsen – Keymer 3:1
Erigaisi – Le 2:2 2:0

Vincent Keymer demonstrierte in der ersten Partie des Halbfinales gegen Carlsen eindrucksvoll, auf welchem Weg er sich befindet. Auch der Weltmeister zeigte sich im Interview beeindruckt von dieser Partie, in der Keymer dagegenhielt, sich sogar leichte Vorteile erspielte und letztlich den Punkt teilte. In Partie zwei gab es dasselbe Resultat, aber dann geriet Keymer in Schwierigkeiten und musste einen Bauern geben, um den König aus der Mitte zu bringen. Carlsen beging eine Ungenauigkeit und Keymer fand einen Weg mit gleicher Bauernzahl ins Endspiel zu gelangen. Dort drückte Carlsen mit seinem agilen Läufer gegen den Keymerschen Springer bis ein Fehler doch noch den Punkt kostete. Mit dem Rücken zur Wand kam Keymer in Partie vier schnell in eine schwierige Stellung, bei der seine Figuren schlichtweg nicht harmonierten, was der Weltmeister auszunutzen wusste.
Im zweiten Halbfinale sah es danach aus, als würde Erigaisi das Match gegen Liem Le in drei Partien entscheiden. Doch dann verpasste er den Gewinnzug und verlor zum Abschluss vollkommen den Faden, so dass Le zum 2:2 ausglich. Im Blitz-Entscheid war Erigaisi wieder obenauf und gewann beide Partien.

Bericht HF
Interview mit Vincent Keymer auf sportschau.de

Finale:

Carlsen – Erigaisi 2,5:0,5 2:0

Am ersten Finaltag unterstrich Carlsen nochmal seine starke Form in diesem Turnier. Zwar bekam Erigaisi in Partie eins einmal die Chance die Initiative zu übernehmen, doch danach übernahm der Weltmeister das Kommando. In einer spannenden Partie mit unterschiedlichen Rochaden erhöhte Carlsen im Anschluss mit feiner Taktik auf 2:0. Danach war er kurz davor Sieg Nummer drei einzufahren, ließ Erigaisi jedoch ins Remis entschlüpfen.
Tags darauf setzte Carlsen die Demonstration seiner Stärke fort, gewann die beiden ersten Partien mit nach eigener Aussage “anti-young-player chess” und kürte sich damit schnellstmöglich zum Turniersieger.

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

Related Images:

Bayer. Schnellschachmannschaftmeisterschaft Landesliga Nord

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Bayer. Schnellschachmannschaftmeisterschaft Landesliga Nord

Die Bayer. SSMM Landesliga Nord wurde dieses Jahr in Kelheim ausgetragen. Nur mit Mühe brachten wir die benötigten 4 Stammspieler zusammen, und so machten sich Jozef Smyk, Andreas Niebler, Mattias Birkner und Johannes Hierl am Samstag Morgen auf den Weg.

Auch andere Schachvereine hatten offenbar Schwierigkeiten, ihre Mannschaften zu füllen, denn insgesamt waren nur 6 Mannschaften vor Ort: SK Schwanstetten, SV Cadolzburg, SC Heilsbronn, SC Bavaria Regensburg, SC Windischeschenbach, SK Neumarkt. Es wurde deshalb entschieden, ein 5-rundiges Rundenturnier zu spielen (jeder gegen jeden). Der zweite Schock kam, als wir unsere trockenen Kehlen am Getränketisch laben wollten, das Hotel jedoch königliche 5€ für eine Flasche Mineralwasser verlangte! Der Frage, ob das Wasser aus der Ukraine importiert wurde oder unter immensem Energiebedarf gefördert wird, konnten wir nicht mehr nachgehen.

Da normalerweise erst ab Platz 11 abgestiegen wird, war der Klassenerhalt schon einmal gesichert. Zu Beginn erreichten wir ein glückliches 2:2 Unentschieden gegen den SC Windischeschenbach, wobei Mattias und Andi ihre kaputten Stellungen noch glücklich drehen konnten. In der Folge kassierten wir jedoch eine Klatsche nach der anderen., wovon besonders die Niederlage gegen Schwanstetten schmerzte. Jozef hatte schnell gegen Frank Leonhardt gewonnen, Mattias hatte eine gute Stellung gegen Frank Manthey, Andi kämpfte mit Mehrqualität gegen Lothar Cipra um den Sieg, für Jojo sah es an Brett 4 nicht so gut aus. Schließlich warf Mattias die Partie mit einem unbedachten Zug weg, und Andi musste froh sein, mit einem Remis davonzukommen.

Nach der Abschlussniederlage gegen Regensburg stand der letzte Tabellenplatz zu Buche und wir verließen fluchtartig das Etablissement in Richtung Heimat, wo Wasser und Bier noch erschwinglich sind. Topscorer unseres Teams war schließlich Andi (3 aus 5) vor Jozef (1,5 aus 5). Deutlich unterperformed haben Mattias (1 aus 5) und Jojo (0,5 aus 5).

Related Images: