Tata Steel Chess Masters 2021

Posted by Sebastian in Saison 20/21 | Kommentare deaktiviert für Tata Steel Chess Masters 2021

GM Alexander Donchenko bei der DSEM 2019 in Neumarkt (© Klaus Steffan)

Vom 16.-31. Januar findet das 83. Tata Steel Chess Masters in Wijk aan Zee statt. Dieses Jahr in abgespeckter Version ohne B- und C-Turnier sowie Amateur-Events. Im Masters befindet sich unter den 14 Teilnehmern neben Magnus Carlsen und Fabiano Caruana auch die Deutsche Nummer 1 Alexander Donchenko, der 2019 die Deutsche Schnellschachmeisterschaft in Neumarkt gewonnen hat.

Live-Übertragung bei Chess24

In Runde 12 sah alles danach aus als stünde Anish Giri kurz davor sein Heimturnier erstmals gewinnen zu können. Doch dann ließ er Alireza Firouzja noch ins Remis entschlüpfen und ging nur mit einem halben Punkt Vorsprung vor einem Verfolgertrio in die letzte Partie. Hier stand er gegen David Anton früh mit dem Rücken zur Wand und drohte sogar noch aus den Top-3 zu purzeln. Nach knapp 5 1/2 Stunden stand Giris Remis fest und da sein junger Landsmann Jorden Van Foreest seine Partie gegen Grandelius sehensswert gewinnen konnte, musste zwischen den beiden 8,5-Punktern die Entscheidung um den Turniersieg im Tie-Break fallen. Dieser sah zunächst zwei 5+3-Partien vor in denen Giri jeweils besser stand, aber nicht über ein Remis hinaus kam. Also musste eine Armageddon-Partie die Entscheidung bringen: Giri hatte mit Weiß 5 gegen 4 Minuten auf der Uhr, musste aber gewinnen. Im Mittelspiel investierte er eine volle Minute für einen Zug, stand aber klar besser. Als er von einem gegnerischen Zug überrascht wurde, überlegte er wiederum eine Minute und gab mit dem folgenden Zug seinen ganzen Vorteil aus der Hand. Mit 50 Sekunden gegen 1:30min hatte er nun einen Bauern weniger und obendrein ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Trotz der notwendigen Zuggeschwindigkeit stellte Giri Drohungen auf und Van Foreest verlor den Mehrbauern. Und nun nahm das Drama seinen Lauf… Im Zeitnotgetümmel verlor Van Foreest seinen Läufer und nun stand Giri mit wenigen Sekunden auf der Uhr auf Gewinn. In der Online-Übertragung endete die Partie nach dem 58.Zug von Giri mit Bedenkzeitüberschreitung, was besonders bitter gewesen wäre, da es ab Zug 60 drei Sekunden Inkrement je Zug gegeben hätte. Was tatsächlich passierte kann man sich auf dem Video der Live-Übertragung anschauen (Armageddon beginnt bei 6:56:20). Bei seinem 58.Zug hatte Giri mehrere Figuren umgeworfen, so dass das DGT-Brett mit der Übertragung stoppte. Tatsächlich folgten noch vier Züge, wobei Giri im 60.Zug fehlgriff und den Bauern von Van Foreest nicht mehr stoppen konnte. Damit sorte der 21-jährige für eine riesige Überraschung, war er doch als #11 der Setzliste (2671) ins Turnier gegangen. Doch mit der höchsten Leistung aller Teilnehmer (2839) mit vier Siegen und neun Unentschieden katapultierte er sich in den 2700er-Club. Die Deutsche Nummer 1 Alexander Donchenko blieb leider ohne Sieg – dieses Schicksal teilte er mit Duda, Wojtaszek und Anton – und belegte mit 3,5 Punkten den letzten Platz. Dabei war er u.a. gegen Vachier-Lagrave auf bestem Weg zum ganzen Punkt, aber auf dem Niveau werden kleine Fehler sofort bestraft. Donchenko spielte mutig und verlor damit auch den ein oder anderen halben Punkt.

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