Bezirksliga 2b – Runde 9 – die Zweite sagt zum Abschied sehr leise Servus

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In der letzten Runde der B2b gaben wir erstmals Bretter kampflos ab, und dann auch noch – wegen kurzfristiger, krankheitsbedingter Ausfälle – gleich zwei! Wir trugen es mit Galgenhumor, war der Abstieg doch schon besiegelt: “ Sechs tapfere und ahnungslose Kämpfer reisen zum letzten Auswärtsspiel zum SC Uttenreuth“, den wir anfangs in Verkennung der Lage als Konkurrent gegen den Abstieg gesehen hatten. Nach ca. 1 Stunde musste Ersatzmann Zlatko Zidar an Brett 6 die Segel streichen, weil einen fatalen Bauernvorstoß mit Figurenverlust übersehen hatte.

Bei Timon Götz (Brett 2) gegen Karl Miederer stand kurzzeitig das Brett in Flammen, als Timons Gegner mit einer Springergabel auf Turm und Dame den Schutz den eigenen Königs für einen Moment vernachlässigte. Timon konnte den weißen König so nach g4 bugsieren und mit dem richtigen Schach hätte er den Sack zumachen können, mit dem falschen Schach konnte er unter Figurenopfer zumindest noch Remis durch Stellungswiederholung erzwingen. 0,5:3,5. Zeitgleich schloss Andre Schilay (Brett 4) Frieden gegen Bernhard Albmayr nach weitgehend ereignislosem Spiel. Nach drei Stunden einigte sich auch Johannes Hierl (Brett 5) auf Remis, nachdem keine Seite entscheidenden Vorteil erlangen konnte und die Partie in ein ausgeglichenes Endspiel versandete. Kurz darauf verunglückte Niklas Rebler (Brett 8) gegen Dr. Lang als sein Turm kein Fluchtfeld vor dem Bauernangriff mehr hatte. 1,5:5,5.

Nichts dazugelernt aus seinem Fiasko gegen Hans Wagner (Sc Stein, 7. Spieltag) hatte Mattias Birkner (Brett 1) gegen Markus Böhme, der ihm mit Schwarz im Sizilianer abermals mit seinem schwarzfeldrigen Läufer das Leben zur Hölle machte. Die kurzfristige Möglichkeit zum Ausgleich aufgrund von Drohungen gegen den geschwächten schwarzen König vergab Mattias und so war nach 4 Stunden und 40 Zügen die Aufgabe überfällig. 1,5:6,5.

Damit beendet die zweite Mannschaft die Saison auf dem letzten Platz und muss in Zukunft in der Kreisliga 1 ihr Dasein fristen, hoffentlich mit der Unterstützung der jungen, hungrigen Nachwuchskräfte. Woran lag nun der Absturz? Zunächst spieten die Stammkräfte (Ranglistenplatz 1-9) nur 48 von 64 Partien, die übrigen fast 23 % wurden durch Ersatzleute gespielt. As war allerdings kein Nachteil, weil die Punktausbeute der Ersatzleute mit 39% deutlich höher lag als beim Stammpersonal (30%). Kurzum: die Stamm-Mannschaft hat geschwächelt. In der Rückschau durch die Partien ist alles vertreten: Schwächen „vor dem Tor“, einfache Abwehrfehler und schlichte Überforderung. Explizit auszunehmen aus dieser Kritik sind Johannes Hierl (40% Punktausbeute), Andre Schilay (50%), Christoph Reger (80%) und Maria Schilay (88%), die die Erwartungen erfüllten oder weit übertrafen.

Bezirksliga 2b

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Deutsche Schulschachmeisterschaft WK III 2023

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Zum sechsten Mal hat sich das Willibald-Gluck-Gymnasium für die Deutsche Schulschachmeisterschaft qualifiziert, bei der man zuletzt 2009 Rang fünf belegt hatte. Nachdem man sich im März bei den Bayerischen Meisterschaften den Titel in der WK III gesichert hatte, trifft man nun vom 12. – 14. Mai in Kassel auf die besten Schulteams Deutschlands. Gespielt werden sieben Runden Schweizer System bei einer Bedenkzeit von 50 Minuten + 10 Sekunden. Gegenüber dem Titelgewinn bei der Bayerischen haben sich die Gluckerer mit Simon Koberstein (SC Postbauer-Heng) noch einmal verstärkt, hinzu kommen seine Vereinskollegen Jonah und Julian Cwiklik, Laura Sophie Bauer sowie Andreas Hierl. Das sehr ausgeglichen besetzte Team geht als #7 der Setzliste ins Rennen, die vom Amos-Comenius Gymnasium Bonn mit den Trunz-Schwestern und dem Gymnasium Schillerschule Hannover mit dem mit Abstand höchstgewerteten Spieler, Johannes von Mettenheim (2278), angeführt wird.

Am ersten Turniertag holte das WGG zwei Siege, musste sich aber dem späteren Dritten, dem Marta-Schanzenbach-Gymnasium aus dem badischen Gengenbach geschlagen geben. Tags darauf gab es zwei Unentschieden gegen das Adolph-Diesterweg Gymnasium Plauen sowie das Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden und einen hohen Sieg gegen das Herder-Gymnasium Berlin. Damit lag man vor der letzten Runde auf Rang fünf, bekam es aber am letzten Turniertag mit dem ungeschlagenen Spitzenreiter aus Bonn zu tun. Hierbei unterlagen Simon und Andreas den Trunz-Schwestern (Tamila auf Brett 4 holte 7/7), Laura spielte remis gegen ihren nominell stärkeren Gegner und Jonah konnte seinen Kontrahenten bezwingen, der zuvor alle sechs Partien für sich entscheiden konnte. In der Endtabelle wurde das WGG mit 8:6 Punkten guter Sechster, wobei der dritte Platz durchaus drin gewesen wäre.

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Bezirksliga 1 – Runde 8

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In der achten Runde der Bezirksliga 1 gelang unserer ersten Mannschaft ein hoher 6,5:1,5 Sieg gegen den SK Nürnberg 1911. Am Spitzenbrett bekam es Ralf Seitner mit dem zuletzt stark punktenden Quang Bach Duong zu tun. Beide blitzten die Züge herunter und landeten schnell im Endspiel, wo der Punkt geteilt wurde. Es folgten zwei weitere Unentschieden durch Martin Simon und Jozef Smyk. Während bei Martin schnell viel getauscht wurde, hätte Jozef noch gute Angriffsperspektiven gehabt. Für die Neumarkter Führung sorgte dann Sebastian Mösl. Er hatte ausgangs der Eröffnung die Initiative übernommen und mit einer Kombination die Quali erobert. Auch an den verbliebenen Brettern sah es gut aus und die Hoffnungen auf einen hohen Sieg stiegen. Matthias Bothe hatte den gegnerischen Vorstoß am Flügel mit der Öffnung des Zentrums beantwortet und gewann zwei Bauern. In der Folge harmonierten seine Figuren einfach besser und als eine Figur verloren gegangen war, hatte sein Kontrahent genug gesehen. Wolfgang Brunner hatte einen Bauern erobert, aber eine bessere Fortsetzung verpasst, so dass im Leichtfigurenendspiel die Sache noch nicht klar gewesen wäre. Doch nachdem sein Gegenüber einen Doppelrandbauern verpasst bekam, waren Wolfgangs verbundene Bauern nicht mehr zu stoppen. Damit war der Mannschaftssieg in trockenen Tüchern, da jedoch im Fernduell mit Zabo-Eintracht Nürnberg jeder Brettpunkt zählt, wurde an den Brettern von Andreas Niebler und Erwin Hirn versucht das Maximum herauszuholen. Andreas hatte eine komplizierte Stellung mit heterogenen Rochaden auf dem Brett und bereits viel Bedenkzeit verbraucht. Er behielt die Initiative, kam ohne Probleme über die erste Zeitkontrolle und fand dann die siegbringende Abwicklung. Erwin hatte früh ein Leichtfigurenendspiel erreicht, bei dem er dank Raumvorteils und aktiverer Figuren am Drücker war. Aber sein Gegenüber verteidigte sich zäh und erst nach über fünf Stunden fand Erwin doch noch ein Durchkommen. Durch den hohen Sieg gehen wir nun mit 2,5 Brettpunkten Vorsprung in die letzte Runde gegen den SK Rothenburg.

Bezirksliga 1

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Vereinsmeisterschaft 2023 – Laura Bauer holt den Titel!

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Doppelschlag bei den letzten Spitzenpartien der VM Gruppe A. Die Ausgangslage war klar: Laura mit einem halben Punkt Vorsprung auf Jozef und einem auf Martin. Es war also zu erwarten, dass Jozef und Martin auf Sieg spielen würden, aber es kam anders. Laura kam mit Schwarz in einem sizilianischen Drachen gegen Martin ganz ordentlich aus der Eröffnung, wonach Martin mit einem Bauernsturm mit g4 und h4 stituationsgerecht den Angriff suchte. In der parallel verlaufenden Begegnung zwischen F.X. Beer und Jozef ging es in einer slawischen Verteidigung zunächst ruhig zu, bis Jozef im 17. Zug völlig untypisch einen fatalen Damenzug machte, der eine Figur kostete.

Wie konnte F.X. mit Weiß am Zug Jozefs 17. …Dc8?
sofort bestrafen?

F.X. ließ sich nicht lange bitten und zog 18. Dc7!, wonach mindestens eine schwarze Leichtfigur flöten geht.

In der Zwischenzeit konnte Martin gegen Laura trotz langem Grübelns nichts Entscheidendes erreichen, und im 23. Zug entschied sich Laura zu einem kühnen Figurenopfer, für das sie allerdings drei verbundene Freibauern auf der d- und e-Linie erhielt.

Hier hatte Laura mit 23. …Dc6?! den Springer
für den f- und e-Bauern geopfert. Wegen der Drohungen
gegen den offenen weißen König würde auch noch
der Bauer c3 verloren gehen.

Die Engine mäkelt an dieser Entscheidung zwar rum, aber offenbar waren sich Laura und Martin zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass Jozef inzwischen auf Verlust stand und Laura nur ein Remis benötigte. Mit Martins nur noch 1-2 Minuten auf der Uhr war das allerdings eine wettkampf-psychologisch sehr schlaue Entscheidung von Laura, zumal Martins Bauernsturm-Fantasien mit einem Schlag ihrer Grundlage beraubt wurden.

In der Folge konnte sich Martins Turm zwar auf Kosten eines weiteren Bauern Zutritt zum Feld f7 verschaffen, allerdings nur, um dort Dauerschach zu geben und das Remis abzuschließen.

Auch Jozef sah inzwischen kein Land mehr und musste F.X. die Hand zur Aufgabe reichen.

Damit hat sich Laura Sophie Bauer mit einem Punkt Vorsprung den Titel der Vereinsmeisterin 2023 gesichert! Herzlichen Glückwunsch!

Nicht schlecht für eine Zwölfjährige! Wer nun einstimmen möchte in die Klage ehemaliger sowjetischer Schachfans, die sich angesichts Garry Kasparows kometenhaftem Aufstieg beschwerten:“ Unsere Meister verlieren jetzt schon gegen Kinder. Da stimmt doch etwas nicht…“, dem sei hoffentlich mit GM Janis Klovans geantwortet: „Sie regen sich grundlos auf. Von diesem Kind werden Sie noch mehr hören.“ Nun ist Laura zwar kein Garry Kasparow, aber schauen wir zurück: feiner, positioneller Sieg gegen F.X., sicheres (Kurz-)Remis gegen Jozef, klarer Sieg gegen Rudi, glücklicher Sieg gegen Thomas uns ein ausgebufftes und couragiertes Remis gegen Martin.

Nun wäre es natürlich ein Traum, würden Laura und ihre begabten Altersgenossen aus Gruppe B in unseren Mannschaften tragende Rollen übernehmen, aber Vorhersagen sind ja bekanntlich schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Die übrigen Begegnungen der Gruppe A finden wie geplant in den kommenden zwei Wochen statt.

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Rapid Postbauer-Heng 2023

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Vier Neumarkter nahmen am diesjährigen Rapidturnier in Postbauer-Heng teil. In der U14 musste sich Ivan Krushevsky dem Setzlistenersten in Runde zwei geschlagen geben. Es folge ein Remis in Runde drei, ehe ihn eine Niederlage in der vorletzten Runde endgültig aus dem Rennen um die vorderen Plätze warf. Mit einem Sieg zum Abschluss kam er auf 4,5 Punkte und verpasste als Elfter knapp die Top-10. Eine erfoglreiche Turnierpremiere feierte Noah Sellger, der starke vier Zähler holte und dabei auch die amtierende Bezirksmeisterin bezwingen konnte. Auf Platz 23 im 46er Feld war er der beste DWZ-lose Teilnehmer. Vinzenz Schilay spielte die klassische „Schweizer-Schaukel“ – Niederlage gegen einen starken Gegner, gefolgt von einem Sieg über einen nominell Schwächeren, etc. – und belegte mit 3 Punkten Rang 30. In der U16 hatte Andreas Hierl in den Runden zwei und drei gegen starke Gegnerschaft, darunter den Turniersieger, das Nachsehen. Zwei Unentschieden in den letzten beiden Runden waren ein halber Zähler zu wenig für die Top-10 und er klassierte sich mit 4 Punkten auf Platz 14.

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Schach-WM: ein persönlicher Rückblick

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Ding Liren ist der 17. Schachweltmeister.
Die WM 2023 in Astana (Kasachstan) bot spektakuläre Partien und einen Anlass Spanisch zu lernen. Im spanischen Kommentatorkanal von Chess.com saßen drei spanische Großmeister an einem Tisch und kommentierten die entscheidende vierte Tiebreak-Partie so, dass die Stimmung im Bernabeu-Stadium dagegen Kindergeburtstag unter strenger Eltern-Aufsicht ist. Bei jedem „einzigen“ Zug Dings sprangen sie auf und jubelten als habe Karim Benzema Real mit einem Traumtor die Championsleague gesichert (ab 5:30:00). Nur dass Benzema eben nicht alle 3 Minuten ein Traumtor schießt.
Legendenstatus hat jetzt schon die „Bromance“ zwischen Ding und seinem offenbar einzigen Sekundanten von Rang, dem ungarischen Spitzen-Großmeister Richard Rapport, der Ding nicht nur schachlichen sondern offenbar auch psychologischen Beistand bot. Immerhin lag Ding im gesamten Wettkampf drei Mal in Rückstand und kämpfte sich mit präzisen Zügen und manchmal ein bisschen Glück („der gute Spieler hat immer Glück!“, J.R. Capablanca) zurück ins Match. Das einzige Mal als er in Führung ging – zum 2,5:1,5 im Tiebreak – war er prompt Weltmeister.
Spektakulär auch die Rapport angedichteten wechselnden bedruckten Shirts, mit denen zu jedem Spieltag Botschaften in die Welt gesandt wurden (über den Twitterkanal @RapportTshirt).

Wer sich schwertat mit der Fanrolle angesichts zweier Teilnehmer aus Ländern, die in der Sympathieskala zur Zeit einen schweren Stand haben (Russland, China), sollte sich an dem freuen, was Schach offenkundig zum Sport macht, und was dieser Wettkampf im Übermaß bot: Kampf, Drama, Resilienz, Verzweiflung und Happy End.
Ich war vor der WM der Meinung, dass mich der Wettkampf zwischen der Nummer 2 und 3 der Welt nicht interessiere, aber irgendwie hat sich für mich Magnus Carlsen durch sein infantiles Gehabe als Vorbild selbst disqualifiziert und mit Ding Liren einen würdigen, bescheidenen, ja, philosophischen Nachfolger gefunden. Allen Schachfreunden, die gelegentlich an der Komplexität des Spiels verzweifeln, sei hier ein Ding-Zitat aus der Abschluss-Pressekonferenz ans Herz gelegt, das ich versuche aus dem stockenden Dinglish zu übersetzen:

„Ich habe 26 Jahre auf alle erdenklichen Arten Schach trainiert. [Manchmal] war ich nicht so glücklich und suchte mühsam nach anderen Hobbies, die mich glücklich machen. [Aber dann] wollte ich einfach nur der Beste sein und von den Besten lernen. Ich glaube, dieses Match zeigt das Tiefste meiner Seele.“

Ding Liren, 17. Schachweltmeister

Sein dringendster Wunsch nach der WM: „nach Turin zu reisen und einmal Juventus live zu sehen.“ Sehr nett auch seine Antwort auf die Journalistenfrage, was er denn jetzt als Weltmeister zu tun gedenke: „Jetzt? Beantworte ich Ihre Fragen.“ War schon fast ein lupenreiner Yogiismus (benannt nach dem Baseballspieler Yogi Berra, der auf die Frage: „What time is it?“ antwortete:“ You mean now?“).

Olé.
PS: ein großartiges Portait des Weltmeisters vom berühmten, spanischen Schachreporter Leontxo Garcia (El Pais) findet sich hier (auf Englisch, ohne Bezahlschranke).

„Mein Spitzname ist Stiller Sturm“ (Interview mit Ding in der Zeit).

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Termine Mai 2023

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Bezirksliga 2b, 8. Spieltag

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Gegen den Tabellenzweiten Norris-Tarrasch Nürnberg 4 hatten wir die letzte, äußerst vage Chance auf den Klassenerhalt. Vage, weil NT 4 in Normalbesetzung im Schnitt gut 250 DWZ-Punkte höher bewertet ist. Und in solcher Besetzung traten sie auch an.

Nach 1 3/4 Stunden musste Thomas Hummel an Brett 2 gegen FM Oscar Hirn Lehrgeld zahlen, nachdem er 20 Züge gut mitgehalten hatte, dann aber in eine taktische Falle seines Gegners lief, die ihn eine ganze Figur kostete. Selbstverständlich gab er dann auf.

Nach 2 1/2 Stunden musste dann Timon Götz an Brett 3 gegen Dimitrios Vogiatzis die Waffen strecken, der Timon systematisch einengte und dauerhafte Stellungsschwächen verpasste. Schlag auf Schlag ging es weiter nach 3 Stunden als zunächst Christian Junker (Brett 4) Hermann Krauß‘ feinem Positionsspiel Tribut zollen musste und verlor, und gleich darauf gleichzeitig Eva Schilay (Brett 5) gegen Manfred Lutzky und Paul Neppert (Brett 7) gegen Arne Deschler aufgaben. Eva fand nie richtig ins Spiel und wurde am in einem sehenswerten Königsangriff aus dem Sattel gehoben. Paul ließ sich einen Läufer einsperren und fangen und als alles Gegenspiel verebbt war, ging auch noch sein König Baden (Matt).

So stand es schon 0:5 und bei den restlichen Partien sah es nicht schlecht aus, ging es aber nur noch um Kosmetik. Ruy Lopez empfahl bereits um 1560 :“Stelle das Brett so, dass die Sonne in die Augen deines Gegners scheint“. Als jedoch die tiefstehende Sonne unsere Gegner tatsächlich blendete, hängten wir als gute Gastgeber selbstlos Decken vor die Fenster. Mattias Birkner gelang an Brett 1 gegen Florian Walter nach langer Durststrecke mal wieder eine ordentliche Partie, in deren Verlauf er für aktives Spiel und ein potentes Läuferpaar zwei Bauern gab. Am Ende hatte er giftige Drohungen gegen den weißen König und hätte er nicht mit den letzten zwei Minuten auf der Uhr a tempo die erstrebte Remisabwicklung gespielt, sondern in Ruhe den stillen, siegbringenden Damenzug gesucht und gefunden, wäre mehr drin gewesen.

Ebenso bei Christoph Reger an Brett 8, der gegen Helmut Süß eine starke Partie spielte und mit dem Läuferpaar und einem starken Zentrum die Trümpfe auf seiner Seite hatte, aber durch etwas überstürztes Handeln den Vorteil einbüßte und das Remis annehmen musste.

Mit 4 Stunden die längste Partie des Kampfes spielte Johannes Hierl an Brett 6 gegen Aylin Albayrak. Jojo konnte im frühen Mittelspiel einen Turm für einen Läufer und zwei Bauern erobern und in der Folge den schwarzen Monarchen in Freie z (auf das Feld d3) zu zerren. Allerdings fand er dort nicht die entscheidende Wendung für den Sieg, der auch in der Remis gegebenen Schlussstellung noch drin gewesen wäre.
So stand am Ende eine derbe 1,5:6,5 Schlappe, nach der uns nicht mal ein Wunder mehr vor dem Abstieg retten kann. Die Niederlage ist mit ihren vergebenen Chancen und außer Form gespielten Partien auch irgendwie sinnbildlich für die ganze Saison, hatten wir uns doch in der vorherigen Corona-Saison mit fast derselben Mannschaft gegen fast dieselben Gegner in 5 Begegnungen 22,5 Brettpunkte erspielt, und und den bisherigen 7 Begegnungen dieser Saison nur 18,5. Da wäre mehr drin gewesen. Schade.

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Weltmeisterschaft Nepomniachtchi – Ding Liren 7:7 (1,5:2,5 Tie-Break)

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Vom 09. – 30. April steht in Astana der nächste Weltmeisterschaftskampf an und das ohne den Weltmeister. Magnus Carlsen hat nach seinen Titelgewinnen 2013, 2014, 2016, 2018 und 2021 die Krone niedergelegt, etwas was in der Schachgeschichte bislang nur Robert Fischer 1975 getan hatte. Nun treffen der Sieger des Kandidatenturniers 2022 Ian Nepomniachtchi (RUS), der 2021 den WM-Kampf gegen Carlsen mit 3,5:7,5 verloren hatte und der Zweitplatizerte des Kandidatenturniers Ding Liren (CHN) aufeinander. Einer von beiden wird der neue Weltmeister, der 17. in der Geschichte.
Gespielt werden bis zu 14 Partien, im Falle eines Gleichstands müssen am 30. April Stichkämpfe in Schnell- und Blitzschach eine Entscheidung bringen. Die Bedenkzeit beträgt 2h für 40 Züge, eine weiter Stunde für die nächsten 20 Züge und danach 15 Minuten mit einem Zeitaufschlag von 30 Sekunden ab Zug 61.

Die Runden beginnen jeweils um 11h, beginnend mit Partie 1 am Sonntag.

Bei Chess24 gibt es eine Live-Übertragung kommentiert von Anish Giri und Daniel Naroditsky.

Bericht über die Eröffnungsfeier bei Chess24

Bericht zu Runde 1
Bericht zu Runde 2
Bericht zu Runde 3
Bericht zu Runde 4
Bericht zu Runde 5
Bericht zu Runde 6
Bericht zu Runde 7
Bericht zu Runde 8
Bericht zu Runde 9
Bericht zu Runde 10
Bericht zu Runde 11
Bericht zu Runde 12
Bericht zu Runde 13
Bericht zu Runde 14
Bericht Tie-Break

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Blitz-Vereinsmeisterschaft 2023

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12 Spieler fanden sich gestern Abend ein, um die Vereinsmeisterschaft im Blitzschach auszukämpfen, darunter viele Topspieler der ersten Mannschaft, was schon mal einen spannenden Verlauf versprach. Spannend war es dann aber gar nicht, wie Martin Simon die ersten acht Runden mit geballter Kraft durch das Feld pflügte und mit 100% führte. Erst in Runde 9 konnte Jozef Martin die erste Niederlage beibringen, wonach Martin aber immer noch einen komfortablen 2 Punkte Vorsprung besaß, den er sich natürlich im Endspurt auch nicht mehr nehmen ließ. Der Blitz-Vereinsmeister 2023 heißt damit etwas überraschend Martin Simon. Herzlichen Glückwunsch.

Sehr bemerkenswert ist auch das starke Abschneiden von Thomas Hummel mit 8 aus 11 , und von Ivan Krushevsky, dem leider einzigen Jugendlichen im Feld.

Da die Blitz-VM ein Teil des Super-Cup-Zyklus ist, gibt es hier einen aktuellen Stand, der mit dem baldigen Ende der Vereinsmeisterschaft wieder kräftig durcheinander gewürfelt wird.

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