KJEM 2023 – Neumarkter Doppelsieg in der U16

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Bei den Kreis-Jugendeinzelmeisterschaften in Nürnberg waren mit Christoph Reger (U18), Andreas Hierl (U16), Leonhard Franke (U16) und Theo Markert (U10) erneut nur vier Neumarkter am Start. Dafür war die Neumarkter Delegation sehr erfolgreich: die „Großen“ holten einen kompletten Medaillensatz und auch Theo schnupperte am Podest.

DIe U16 und U18 spielten ein gemeinsames Turnier in einem erfreulicherweise großen 18-köpfigen Feld (7x U18, 9x U16). Christoph war an #2 gesetzt, Andreas und Leonhard an #7 und #9, was #4 und #5 in der U16 bedeuetete. Alle drei waren damit in der oberen Setzlistenhälfte und somit in der Auftaktrunde nomineller Favorit. Andreas fuhr den ersten Punkt am Schnellsten ein, nachdem sein Gegenüber in Zug 11 eine Figur stehen gelassen hatte. Auch Leonhard war mit drei Mehrbauern auf einem guten Weg, verlor dann aber seinen Springer. Mit je einem Turm auf dem Brett wäre er in Schwierigkeiten gekommen, nach dem Turmtausch waren Freibauern auf verschiedenen Flügeln zu viel für den gegnerischen Springer. Christoph komplettierte mit einem souveränen Sieg den perfekten Auftakt.
Leider gab es tags darauf in Runde zwei schon ein Vereinsduell zwischen Andreas und Christoph und das hatte es in sich. Andreas wählte eine fragwürdige Variante in der Eröffnung, so dass Christoph Druck auf den isolierten e3-Bauern aufbauen konnte. Als er in die Taktik-Trickkiste griff, wurde es unübersichtlich: Andreas beantwortete das Figurenopfer mit einem Gegenopfer und hatte objektiv die Partie gedreht. Doch im weiteren Verlauf wäre der einzige Gewinnzug ein Damenopfer gewesen und so endete die Partie remis, da Christoph mit wenig Bedenkzeit nichts besseres als ein Dauerschach fand. Die Engine zeigt dagegen gnadenlos Matt in 9 an, da dies aber kontraintuitiv den Damentausch beinhaltete, war das kaum zu erahnen. Derweil hatte Leonhard im Mittelspiel einen Bauern verloren, bekam dafür jedoch einen starken Läufer auf e5, der in drei Richtungen wirkungsvoll agierte. Aus dem Minusbauer wurden zwei Mehrbauern und Weiß konnte sich kaum noch rühren, als Leonhard den gegnerischen Turm auf b7 schlagen ließ und es wieder spannend zu werden drohte. Mit einem feinen Turmmanöver über die sechste Reihe sponn er aber ein Mattnetz, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Dies bescherte ihm in Runde drei ein Duell mit dem topgesetzten Titelverteidiger Marco Ammon (TSV Cadolzburg). Hierbei ließ sich Leonhard in der Eröffnung zu einem unbedachten Bauernzug hinreißen, wonach er auf einem rückständigen Bauern auf d3 sitzenblieb. Dies schränkte auch seine Manövrierfähigkeit ein und Marco nutze seinen Stellungsvorteil zum entscheidenden Bauerngewinn. Christoph und Andreas spielten jeweils Remis, hatten dabei aber jeweils einen kritischen Moment zu überstehen. Andreas hätte einen Bauern verlieren können, aber sein Gegenüber spielte von Anfang an konsequent auf Abtausch und ging an dieser Chance vorüber. Christoph hatte seine Entwicklung vernachlässigt und hätte in arge Bedrängnis geraten können, aber nach einer gegnerischen Ungenauigkeit bekam er die benötigte Zeit sich zu konsolidieren.
Turniertag drei brachte Christoph und Andreas Punkt Nummer drei. Dabei stand Christoph ausgangs der Eröffnung bedenklich, aber als sein Gegenüber den Abtausch seines starken Läufers zuließ, übernahm Christoph das Kommando und setzte zum unparierbaren Mattangriff an. Andreas hatte schnell Vorteil und auch er beendete die Partie mit einem durchschlagenden Angriff am Königsflügel. Leonhard blieb im Mittelspiel auf einem schlechten Läufer sitzen, doch als sich sein Gegner zu f4 hinreißen ließ, bekam er Gegenspiel. Später war ein Turmendspiel auf dem Brett mit vier (!) Freibauern am Damenflügel: a5 und c5 für Weiß, b5 und d5 für Schwarz. Hier beorderte Leonhard seinen König nicht schnell genug in die Mitte, verlor den d-Bauern und damit wäre die Sache gelaufen gewesen. Doch dann passierte etwas, bei dem man in Zeiten des Online-Schachs einen Mouseslip vermuten würde. Txb4 behält die Gewinnstellung, aber nach Tb3 rettete sich Leonhard ins Remis. In der letzten Runde kämpften damit alle Drei noch um den Turniersieg in ihrer Altersklasse. Andreas bekam es mit Spitzenreiter Marco zu tun, was etwas schade war, da zum einen Andreas nicht gegen einen direkten Konkurrenten um den Sieg in der U16 spielen konnte und zum anderen Christoph keine Chance hatte aus eigener Kraft Marco den Titel in der U18 streitig zu machen. Immerhin traf Christoph auf einen Konkurrenten aus der U18, aber es wurde schnell viel getauscht und der Punkt geteilt. Andreas griff derweil in der Eröffnung daneben, verlor einen Bauern und dies nutzte Marco wie schon im ganzen Turnier schnörkellos aus. Damit war die Tür für Andreas Kontrahenten in der U16 wieder offen, jedoch hatte Leonhard in der Eröffnung ersatzlos einen Bauern verloren. Trotzdem gelang es ihm zehn Züge später dank einer Fesselung in eine Position zu kommen, bei der ihm die Engine sogar leichten Vorteil gibt. Leonhard wiederholte die Züge, wobei seine Gegnerin aber hätte ausweichen und mit nun wieder besserer Stellung weiterspielen können.
In der Endabrechung waren Leonhard und Andreas als Gesamtfünfter und -sechster nun punktgleich, aber dank 16,0 zu 15,5 Buchholzpunkten ging der U16-Titel an Leonhard. Turniersieger und U18-Meister wurde Marco mit starken 5/5, dahinter waren Andrii Stopochkin (SC Noris Tarrasch Nürnberg) und Christoph mit je 3,5 Zählern auch Buchholz- und SoBe-gleich, so dass die Siegwertung den Ausschlag geben musste und hier hatte Christoph einen weniger auf dem Konto und musste mit Rang drei vorlieb nehmen.
Theo Markert spielte in der kombinierten U8/10 sein zweites Turnier mit vielen nervenaufreibenden Partien. In Runde vier etwa gab es eine wahre Zeitnotschlacht, in der seine Gegnerin und er mitunter nur noch Sekunden auf der Uhr hatten, mit dem besseren Ende für Theo. Nach sechs von sieben Runden hatte Theo vier Punkte gesammelt. Damit gehörte er hinter dem Spitzenreiter aus der U8, einem Quintett an U10-Spielern an, die in der letzten Runde um die Podestplätze kämpften. Theo bekam es jedoch mit dem Spitzenreiter zu tun und musste sich nach einer Unaufmerksamkeit geschlagen geben. Dies bedeutete einen guten fünften Gesamtplatz und Rang vier in der U10, einen Zähler hinter dem Trio auf dem Podest.

Turnierseite U16/18
Turnierseite U8/10

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Stadtmeisterschaft Auslosung Runde 5

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Die 5. Runde findet am 10.11.2023 statt.

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Termine November 2023

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Termine November 2023

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Jugendstadtmeisterschaft 2023

Posted by Sebastian in Jugend 23/24, Saison 23/24 | Kommentare deaktiviert für Jugendstadtmeisterschaft 2023

Die diesjährige Jugendstadtmeisterschaft wurde wieder in zwei Gruppen ausgetragen. In der Gruppe I traten leider nur drei Spieler an, die doppelrundig spielten. Nach dem ersten Durchlauf hatte jeder einmal gewonnen und einmal verloren, so dass schon zu befürchten war, dass es Stichkämpfe benötigen würde um den Sieger zu küren. Doch sowohl André Stettinger als auch Theo Markert konnten im zweiten Durchgang gegen Felix Sörgel gewinnen, so dass es ein Endspiel um den Titel zwischen den beiden gab. Theo hatte im Turmendspiel noch seinen a-Bauern und als André den Turmtausch zuließ, hätte Theo mittels Bodycheck seinen Bauern durchbringen können. Aber er zog zu früh mit dem Bauern und so konnte André auf direktem Weg seinen Monarchen ins rettende Eck befödern. Damit waren beide punktgleich, aber Theo hatte dank seines Erfolgs über André in der ersten Partie die bessere SoBe.

Endstand Gruppe I

Spannung war auch in Gruppe II zu erwarten, gab es mit Christoph Reger, Ivan Krushevsky, Andreas Hierl und Igor Malakov gleich vier heiße Kandidaten auf den Turniersieg. Das erste Favoritenduell gab es bereits in der Auftaktrunde, wobei Christoph gegen Ivan die Oberhand behielt. Derweil bezwang Andreas Noah Sellger und Igor setzte sich gegen Leonhard Franke durch. Andreas gewann auch in Runde zwei, während Christoph und Igor im ausgeglichenen Turmendspiel den Punkt teilten. In Runde drei hatte Ivan gegen Igor Vorteile, aber mit schlechter Bedenkzeit nahm er lieber das Unentschieden. Auch Andreas remisierte gegen Christoph und verteidigte somit die Tabellenführung. Daran änderte auch die vierte Runde nichts, in der Andreas gegen Ivan gewinnen konnte. Igor blieb ihm mit einem Sieg über Noah auf den Fersen, dagegen musste Christoph die erhoffte Titelverteidigung abschreiben, nachdem ihm trotz vier Mehrbauern ein kapitaler Aussetzer eine Niederlage gegen Leonhard bescherte. In der letzten Runde setzte sich Ivan gegen Leonhard durch, während sich Noah gegen Christoph mit einem taktischen Trick ins Dauerschach rettete. Im Duell um den Turniersieg verlor Andreas eine Qualität, so dass sich Igor zum Jugendstadtmeister küren konnte.

Endstand Gruppe II

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Stadtmeisterschaft Runde 4

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Puh! Von einem Spieltag wie dem vierten der Stadtmeisterschaft muss man sich auch als Zuschauer erst einmal erholen, und es ist nicht mal sicher, ob der Platz hier ausreicht, die großen und kleinen Dramen, die schachlichen Finessen gebührend zu würdigen.

Drama in vielen Akten – Noah vs. Leo

Die Partie zwischen Noah Sellger und Leonhard Franke glich einem Ritt auf der Rasierklinge. Leo ließ zu Beginn einen Springer einstehen, im Glauben dieser sei tabu, weil nach dem Rückschlag die Dame kein Fluchtfeld mehr habe. Doch Noah fand das Loch in der Variante und stand mit einer Figur mehr da.

Mit 11…Dh4?? dachte Leo, dass nach 12.hxg4 Lxg4
die Dame gefangen sei, doch Noah fand 13. g3! das die schwarze
Dame angreift und ein Fluchtfeld auf h1 öffnet.

Nur wenig später verlor Noah die Mehrfigur wieder, nachdem er eine Fesselung übersehen hatte. Als Leo im 23. Zug seinen Turm für einen Verteidigungsbauern opferte, hätte das die Kombination des Turniers werden können, hätte Leo sie nur richtig durchgerechnet!

Das Turmopfer 23…Txf2!! ist noch korrekt, aber nach dem
erzwungenen 24.Kxf2 Tf8+ 25. Ke3 spielte Leo leider 25…Dxg3+??,
anstatt mit 25…Dg5+! dem König alle Fluchtmöglichkeiten zu nehmen

und Matt zu setzen.

Noahs König konnte also zunächst auf den Damenflügel entkommen, und Leo warf mit jugendlichem Elan alles gegen den weißen Monarchen, auf ein Wunder hoffend. Und Wunder gibt bekanntlich immer wieder… Noah hatte zwischenzeitlich Turm und Springer mehr am Brett (auch, wenn die nicht am Spiel teilnahmen). und als die folgende Stellung am Brett war, konnte man meinen, dass er den Sack zumachen würde.

Schwarz gehen allmählich die Schachgebote aus und es scheint,
als würde die weiße Mattdrohung auf g7 die Partie entscheiden,
doch der feine Zug 36…Tg6! hält das Spiel offen. Der Turm darf
nicht geschlagen werden, weil sonst die Dame auf d1 mattsetzt.

So konnte Leo Stück um Stück Material zurückerobern und wegen des verwundbaren weißen Königs eine Gewinnstellung erreichen. Ein letztes Kuriosum trat kurz vor Schluss auf, als sich Noah ein übermenschlicher Rettungsweg auftat, den er leider nicht fand (finden konnte).

Nach der offensichtlichen Mattdrohung 42…a5? hätte 43.Dd6!!
oder De7 Remis halten können. Das Matt auf b4 ist gedeckt
und Schwarz hat keine Zeit zur Rückeroberung des Springers
oder Turms, da die weiße Dame dann über f8 oder f4 Dauerschach

erzwingen kann. Das ist nur für Engines sofort klar, und man kann
Noah keinen Vorwurf machen, dass er hier das natürliche 43.b3?
zog, wonach die Partie verloren is
t.

So fand die Partie nach intensivem Kampf in Leonhard einen glücklichen Sieger und der Blutdruck der Beobachter war schon einmal auf Betriebstemperatur.

Wenig Aufregung am Spitzenbrett – Laura vs. Jozef

Am Spitzenbrett kämpften Laura Sophie Bauer und Jozef Smyk um die alleinige Tabellenführung. In einem offenen Spanier riskierten beide nicht viel, Laura hatte mehr Raum am Königsflügel, Jozef am Damenflügel und beide einigten sich im 38. Zug auf ein Remis, ohne das Endspiel „durchgeknetet“ zu haben. Die Tabellenführung bleibt damit bei Laura.

Die ungefähr ausgeglichene Schlussstellung.

ungeduldige Schachjugend – Martin gegen Ivan

Im zweiten Duell „Jugend gegen Erfahrung“ kämpfte Ivan Krushevsky (Jugend) gegen unseren Rekord-Vereins- und Stadtmeister Martin Simon (Erfahrung). Ivan wählte mit Schwarz einen „igel-ähnlichen“ Aufbau, bei dem Bauernvorstöße ins Zentrum zunächst unterbleiben und die schwarzen Figuren für einen sich bietenden Gegenstoß bereit gehalten werden.

Abgesehen vom schwarzen c- und dem weißen d-Bauern
hat Ivan einen vorbildlichen „Igel“ errichtet, der es für
Weiß nicht leicht macht, aussichtsreiche Pläne zu finden.

Die Schwierigkeiten, mit Weiß gegen einen Igelaufbau zu spielen, beschreibt der legendäre Schachtrainer Mark Dworetzki so:

„Weiß steht ideal, aber in dem Wort selbst steckt schon sein ganzes Problem, ein Ideal kann nicht mehr verbessert werden.“

Ivan konnte lange das Gleichgewicht und seine flexible Struktur bewahren. Erst als er ungestüm mit dem f-Bauern nach vorne stürmte, ergab sich für Martin eine taktische Chance auf Vorteil, die er allerdings nicht sah.

Ivans 17…f5?? erweist sich als Fehler, da der Bauer nun vom Läufer
geschlagen werden kann, 18.Lxf5!. Durch die Bauerngabel auf d6 und das
folgende Dxe6+ gewinnt man die Figur mit Zinsen zurück. Eine
Chance, die Martin übersah. Er spielte stattdessen 18…exf6 e.p.

Nach der verpassten Chance ließ Martin kurz darauf einen kleinen Trick Ivans zu, der einen wichtigen Zentralbauern kostete:

Nach Martins Fehler 27.f5?? (verbunden mit einem Remisgebot)
konnte Ivan mit 27…Lxe4! im Grunde eine Gewinnstellung erreichen.
Der Läufer ist wegen der Fesselung der Dame tabu. Nach
Damentausch bleibt der Läufer durch den Te8 gedeckt.

Damit erlangte Ivan eine Bauernwalze aus 5 Bauern, die die Entscheidung hätte bringen sollen, doch ließ er sich zu einem vorschnellen Vorstoß hinreißen und Martin ergriff die Chance zum Ausgleich.

Ivans Vorstoß 33…d5?? erhoffte sich den Tausch des weißen
b-Bauern gegen den schwarzen e-Bauern, doch nach 34.Tc3
nebst 35. a5! ist die schwarze Struktur zu geschwächt für
einen Sieg.

Besser als der ungestüme Vorstoß wäre die langsame Vorbereitung der Operation durch Verbesserung der Figurenstellung (z.B. durch 33…Tf4 ), oder die Stabilisierung der Struktur (z.B. durch 3..a5 oder 33…b5) gewesen.

Hier zeigt sich im Speziellen eine allgemeine Schwäche unserer starken Jungspieler: eine aussichtsreiche oder gar gewonnene Stellung auch gegen hartnäckigen Widerstand mit Bedacht zum Sieg zu führen will gelernt sein. Ein Martin Simon oder Jozef Smyk bricht eben nicht ein, wenn er mal zwischenzeitlich auf Verlust steht.

gefräßiges Pferd – Christoph vs. Wolfgang

Im nächsten Generationenduell hielt sich Christoph Reger mit dem Londoner System gegen Wolfgang Brunner lange gut und ausgeglichen, bis er den Verlockungen einen Bauerngewinns nicht widerstehen konnte und darüber seine Königssicherheit vernachlässigte.

Hier schnappte sich Christoph mit 21. Sxe5?? den Zentrumsbauern.
Nach dem Springertausch und gefolgt von 22…Db6 wurde der
Druck gegen f2 zu groß. Stattdessen hätte 21.Sh4! (mit der Drohung
Sg6+) Weiß Zeit gegeben, seine Königsstellung zu sichern.

So konnte Wolfgang in ein gewonnenes Endspiel mit deutlichem Material-Plus überleiten, das sich Christoph nicht mehr zeigen ließ.

alle Turmendspiele sind Remis – Erwin vs. Thomas

Die anspruchvollste Partie des Abends lieferten sich Erwin Hirn und Thomas Hummel. Erwin hatte das ganze Mittelspiel über leichten Vorteil, aber erst beim Übergang ins Turmendspiel griff Thomas fehl und das entstehende Endspiel ist für Erwin (laut Engine) theoretisch gewonnen. Das Finden des Gewinnplans war allerdings alles andere als einfach.

Nicht einfach zu gewinnen für Weiß. Erwin fand die richtige
Strategie, den schwarzen h-Bauern nach h5 zu zwingen
und dann von hinten Druck gegen h5, e5 und ggf. b7 zu machen.
Allerdings muss auch er aufpassen, dass Schwarz keinen
gefährlichen Freibauern bildet.

Kurios – aber keine Seltenheit – , dass ein natürlich ausschauender Königszug Thomas die Chance zum Remis eröffnet hätte. Die Eleganz und Stringenz der Manöver ist eine Freude für jeden Schachliebhaber und ein genaueres Studium wert:

Nach 58.Kc4?? ist das Endspiel nur noch Remis. Schwarz
kann seinen Freibauern – gedeckt von Tf7 – nun nach f2
vorstoßen und den weißen Turm dauerhaft an f1 binden.
Schwarz hat dann viele Wartezüge mit dem Turm auf der f-Linie,
während Weiß mit seinem König nichts erreichen kann. Die
Eroberung des f-Bauern ginge nur auf Kosten des c-Bauern, was zum Remis reicht.

Bis zu Thomas letztem Zug wäre die Stellung noch Remis gewesen, obwohl Erwin den e-Bauern gewonnen hatte und mit dem König gefährlich nahe kam.

Mit 63…Kc6?? gab Thomas endgültig das Remis aus der Hand.
Dem weißen König steht e6 offen und der d-Bauer läuft durch.
Hätte Thomas stattdessen 63…Tf8! (oder Tf7!) gespielt, wäre für Erwin kein
Durchkommen gewesen: die Rückkehr zum Bauern f2 wird durch Tf3 unterbunden.
Nach dem Vorstoß e5 (nach Kd4) nimmt Weiß die Blockade Ke6 und Tf5 ein,
wonach die Zentrumsbauern fallen. Man beachte, dass Weiß wegen des
gebundenen Turms auf f1 keine Wartezüge hat.

Nach seinem letzten Fehler musste also Thomas die Waffen strecken, und Erwin zeigt sich nach seiner Auftaktniederlage gegen Ivan mit 3 aus 4 gut erholt und wieder im Rennen.

unternehmungslustige Schachjugend

Kräfteschonend war das 10-zügige Remis zwischen Andi Hierl und Johannes Hierl. Hintergrund war das in der Nacht beginnende 24-Stunden Blitzschach-Marathonturnier auf Lichess. Bei diesem gedenkt sich unsere Schachjugend die Nächte um die Ohren zu schlagen. („Besser als Saufen und Kiffen“, denkt sich der besorgte Schach-Papa).

aufstrebende Schachjugend

Insgesamt haben die U16-Teilnehmer bis zur Turnierhälfte einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und es ist zu hoffen, dass der Marathon gut verkraftet wird und der Endspurt auch gelingt.

Am kommenden Freitag findet das Nachholspiel Derichev – Kaufmann statt. Die 5. Runde erfolgt am 10.11.23

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Regionalliga Nordost – Runde 1

Posted by Sebastian in Saison 23/24 | Kommentare deaktiviert für Regionalliga Nordost – Runde 1

Zum ersten Regionalliga-Wettkampf in der Vereinsgeschichte empfing unsere Erste den SC Noris Tarrasch Nürnberg 3. Die Tarrascher kamen nicht in Bestbesetzung (u.a. fehlte ihr FM auf Brett 1) und konnten ein Brett gar nicht besetzen, so dass Andreas Niebler kampflos gewann. An den verbliebenen Brettern waren die Gäste nominell meist leicht besser aufgestellt und so entwickelte sich ein enger Wettkampf. Das erste Ergebnis gab es in der Partie von Jozef Smyk, der im frühen Mittelspiel eine Punkteteilung anbot. Ein weiteres Unentschieden zeichnete sich bei Erwin Hirn ab, da nach und nach immer mehr Figuren getauscht wurden. Allerdings hätte der Gegner mit dem Tausch des letzten Turms ein gewonnenes Bauernendspiel erreichen können, dank Reservertempi und dem letztlich entscheidenden Bauernhebel. Nachdem er jedoch Erwin den Turm tauschen ließ, hatte er zwar einen gedeckten Freibauern, musste aber mit seinem König selbst im Quadrat der 2:1-Majorität am Damenflügel bleiben. In der Partie von Lorenz Schilay wurden in der Eröffnung munter Bauern zum Opfer angeboten und letztlich war es Lorenz, der den Mehrbauern hatte. Es wäre jedoch besser gewesen, sich um die Entwicklung zu kümmern, denn nun erwachte das Läuferpaar des Gegners zum Leben. Dank einer Mattdrohung konnte es sich Weiß leisten beide Türme hängen zu lassen und auch nach dem Damentausch kostete ein Freibauer eine Figur. Ralf Seitner war gegen seinen starken Kontrahenten zu sehr darauf bedacht Material vom Brett zu bekommen. Somit hatte dieser auch im Endspiel Entwicklungsvorsprung, was Ralf einen Bauern kostete. Da dies auch noch der passende Randbauer für den gegnerischen Läufer war, gab es im Leichtfigurenendspiel auch keine Tricks mehr. Fast folgerichtig gelang dem Neumarkter Rekord-Stadt- und Vereinsmeister Martin Simon der historische erste Sieg eines Neumarkters in der Regionalliga. Martin stand die ganze Partie über mit Raumvorteil und Läuferpaar sehr aktiv, öffnete schließlich die h-Linie, eroberte die siebte Reihe und schuf dadurch den entscheidenden Freibauern. Damit stand es 3:3 und es liefen noch die Partien von Sebastian Mösl und Mattias Birkner, wobei Ersterer mit dem Rücken zur Wand stand, Mattias aber schon früh eine aussichtsreiche Stellung auf dem Brett hatte. Auch Sebastian stand zunächst gut, wählte dann aber den falschen Plan, musste feststellen dass das eigentliche Vorhaben nicht funktioniert und hatte obendrein viel Bedenkzeit verbraucht. Eine taktische Idee des Gegners hatte er zwar zuvor schon am Horizont erspäht, als sie dann aber tatsächlich drohte, erinnerte er sich erst wieder daran, nachdem er die Uhr gedrückt hatte. So ging es mit einem Minusbauern ins Damenendspiel, wobei dies aufgrund des Freibauers im Zentrum nicht haltbar aussah. Mit zahlreichen Schachgeboten hielt sich Sebastian über Wasser und tatsächlich ging die Tür zum Remis noch einmal auf. Die Idee den Damentausch zuzulassen war zuvor aber immer an einem Tempo gescheitert und Sebastian hatte es nicht auf dem Schirm, das der gegnerische Bauer nun ein Feld weiter vorne stand und daher der rettende Königszug möglich war. So fand der schwarze Monarch einen Weg aus dem Schachregen und Sebastian musste das Handtuch werfen. Leider hatte derweil Mattias die Vorentscheidung verpasst und in Zeitnot war auch kein einfacher Gewinnplan in Sicht. Am Ende hatte er sich neben dem h-Bauern auch auf der a-Linie einen Freibauern geschaffen, musste dafür aber die gegnerischen Türme ins Spiel kommen lassen, die ein Dauerschach erzwangen. Damit stand nach über fünf Stunden eine letztlich ärgerliche 3,5:4,5 Niederlage auf dem Ergebnisbogen, dabei hätte die Regionalliga-Premiere auch gut andersherum ausgehen können.

Regionalliga Nordost

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Stadtmeisterschaft 2023 Auslosung Runde 4

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Stadtmeisterschaft 2023 Auslosung Runde 4

Die 4. Runde findet am 27.10.2023 statt.

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Kreisliga 1 – Runde 1

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Für die zweite Mannschaft heißt es nach zwei Jahren in der Bezirksliga 2 wieder Spieltag am Freitagabend. Zum Auftakt der Kreisliga 1 gelang ein 5:3 Erfolg bei der SG Mühlhof-Reichelsdorf/Schwabach 2, womit man sogar die Tabellenführung übernahm. Dabei feierten die jugendlichen Debütanten Andreas Hierl und Ivan Krushevsky eine erfolgreiche Premiere in der Zweiten und gewannen ihre Partien. Auch Christian Junker gestaltete seine Partie siegreich, während André Schilay die einzige Niederlage quittieren musste. Thomas Hummel, Franz Xaver Beer, Maria Schilay und Benedikt Münz spielten jeweils remis.

Kreisliga 1

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Stadtmeisterschaft Runde 3

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Stadtmeisterschaft Runde 3

An Stadtmeisterschaft Abenden beginnt normalerweise um 10 Uhr die Endspielstunde. Wenn die Geister, ermattet von den Finessen des Mittelspiels, am liebsten ins weiche Kopfkissen sinken würden, sich die schachlichen Reihen gelichtet haben und der Pulverdampf verzogen ist. Gerade dann gilt es, die Varianten exakt und tief voraus zu berechnen, damit am Ende nicht der eine Zug fehlt, der zwischen Sieg und schmerzlicher Niederlage steht.

Die Zuschauer wandern kiebitzend von einem Brett zum nächsten und denken:“Warum zieht er denn nicht endlich den offensichtlichen Zug?“, doch gemach!
Gerade Bauernzüge wollen gut überlegt sein, denn alle Schachspieler wissen:“Die Liebe und Bauernzüge sind für immer und ewig.“ Wie oft sind Partien durch unbedachte Bauernzüge (die man nicht mehr rückgängig machen kann) weggeworfen worden? (Selbiges soll auch in der Liebe schon vorgekommen sein, würde aber an dieser Stelle zu weit führen).
Und wie der Endspieler so lange über seinen nächsten Bauernzug grübelt, platzt ein Schachfreund mit einem dröhnenden „SERVUS!“ herein und die mühsam ausgetüftelten Varianten verwehen wie ein Bauchnabelfussel im Wind…
Nicht in den Genuss der zermürbenden Endspielphase kamen Johannes und Leonhard, die schon vorher die Waffen strecken mussten.

Leo kam gegen Erwin schlecht aus der Eröffnung und man hatte das Gefühl, dass er nicht recht wusste, wo seine Figuren optimal postiert seien. Als es zwischenzeitlich nach ungefährem Ausgleich aussah, griff Leo mit einem fatalen Königszug fehl und musste wenig später die Segel streichen.

Leos naheliegender Zug 24.Kf3?? erweist sich als Verlustzug,
weil nach dem Abtausch auf e3 und 25…Ld2 der schwarze Turm
auf e3 eindringt und mehrere Bauern oder eine Figur gewinnt.


Johannes hingegen kam ziemlich gut aus der Eröffnung, bis er fehlgriff und seine Dame wirkungslos auf den Königsflügel drängen ließ und einen Bauern verlor.

Nach 17.Le3 muss die schwarze Dame auf den
Königsflügel fliehen, außerdem fällt noch der
Bauer auf a7.

Wenig später erlaubte er Thomas noch seinen Turm einzusperren und weiterspielen war sinnlos.
Laura konnte gegen Andi Hierl durch einen kleinen taktischen Trick einen Bauern erobern und das entstehende Endspiel mit Läufer gegen Springer ziemlich souverän gewinnen. Damit übernimmt sie mit drei Punkten aus drei Partien die alleinige Tabellenführung.

Nach 17.f4?? funktioniert der Bauerngewinn 17…Sxb2!,
weil nach dem Zurückschlagen Db6 eine Figur zurückgewinnt.

Das Drama des Abends entspann sich zwischen den „rising stars“ Ivan Krushevsky und Christoph Reger, der einen rabenschwarzen Tag erwischte und mit Schwarz ziemlich schnell ziemlich schlecht stand, auch weil Ivan einen äußerst unangenehmen Läufer auf d6 einbetonieren konnte, der dem vielzitierten „rostigen Nagel im Knie“ (Wilhelm Steinitz, erster Schachweltmeister) sehr nahe kam.

Trotz des Monsterläufers auf d6 gelang es Christoph
den Läufer abzutauschen, die zwei c-Bauern zu eliminieren
und in ein 3 gegen 2 Turmendspiel überzuleiten.

Christoph gelang es jedoch, sich aus der misslichen Lage zu befreien und in ein Turmendspiel mit 3 gegen 2 Bauern überzuleiten, das unter normalen Umständen stets Remis enden sollte. Jedoch übersah Christoph nach fast 20 ereignislosen Zügen – offenbar von plötzlicher Müdigkeit übermannt – einen einfachen Schlagzug Ivans, verlor einen seiner Bauern und reichte Ivan sofort und sportlich sehr fair die Hand zur Aufgabe.

Die längste Partie der Nacht spielten Jozef Smyk gegen Martin Simon. Die Partie geriet deshalb zeitlich so lang, weil beide Spieler im Endspiel ihre Operationen sorgfältig bedachten. Tatsächlich bewegte sich die Partie ab Zug 20 für 20 Züge auf der Null-Linie (d.h. die Engine bewertet die Stellung mit „Null Komma Null Null“, oder totalem Ausgleich). Erst nach knapp 4 Stunden Spielzeit waren beide des Manövrierens müde und reichten sich die Hand zum Friedensschluss.

Die Partien Kaufmann – Sellger und Brunner – Derichev werden am kommenden Freitag, 20.10.2023 nachgespielt, die vierte Runde findet am 27.10.2023 statt.

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Stadtmeisterschaft Auslosung Runde 3

Posted by Mattias Birkner in Allgemein, Saison 22/23, Turniere 22/23 | Kommentare deaktiviert für Stadtmeisterschaft Auslosung Runde 3

Im ersten Nachholspiel der zweiten Runde spielte Martin mit den weißen Steinen gegen Thomas, der es wieder einmal mit „seiner“ Aljechin-Verteidigung versuchte. Die Idee, die weißen Bauern frühzeitig nach vorne zu locken, um sie dann mit aktivem Figurenspiel zu attackieren, ging aus Thomas Sicht allerdings ziemlich schief. Nicht nur, dass er sehr wenig Raum für seine Figuren hatte, anstatt seinerseits die weiße Bauernkette anzuknabbern, ließ er sich zu einem Bauernvorstoß seiner Königsbauern hinreißen und geriet früh in Schieflage.

Nach Thomas unglücklichem 23…Sc8? übernahm
Martin mit 24.g4! das Kommando,
was die Bauern f5 und g6 unter Feuer nimmt.

Von da an ging rasch Berg ab und Thomas streckte im 43. Zug die Waffen.

A propos dubiose Eröffnungen: in der Zweitrundenbegegnung zwischen Erwin Hirn und Wolfgang Brunner machte Erwin – wie berichtet – acht Bauernzüge in Folge. Wie Wolfgang hinterher berichtete, liegt der Weltrekord der meisten aufeinander folgenden Bauernzügen in der Eröffnung bei 17! Aufgestellt von Emil Joseph Diemer beim Nürnberg Open 1984, der die Partie gegen Thomas Heiling zwar gewann, zur Nachahmung empfohlen ist die Eröffnung trotzdem nicht.

Stellung nach 17. f5. Diemers weiße Figuren
sind noch alle „zuhause“.

Im zweiten Nachholspiel der zweiten Runde kam Andi Hierl gut aus der Eröffnung gegen Philipp Kaufmann, und er konnte Philipp mit einem rückständigen Bauern auf c7 eine dauerhafte Schwäche verpassen. Andi versuchte im Mittelspiel eine zweite Schwäche zu provozieren, denn wir wissen alle:

Die Verteidigung von zwei Schwächen zugleich kann sehr schwierig werden, denn sie erfordert große Flexibilität von Seiten des Verteidigers – mindestens genauso groß wie beim Gegner. Setzt der Angreifer eine oder mehrere Figuren vom ersten Angriffsobjekt auf das zweite um, muss der Verteidiger oft das gleiche in der gleichen Zügezahl tun. Symbolisch lässt sich feststellen, dass zwei Schwächen ernster sind als zweimal eine Schwäche.

Max Euwe, 5. Schachweltmeister 1935-1937 und Strategie-Lehrmeister

Doch da griff Philipp fehl und erlaubte Andi, mit einem taktischen Trick in ein gewonnenes Endspiel überzuleiten.

Mit welchem taktischen Trick konnte Andi Philipps 24…f4?
bestrafen und einen Bauern gewinnen?
Nach dem Abtausch auf g7 gewinnt Dg4+ den Springer
auf d7 zurück. Das entstehende Endspiel ist für Weiß klar gewonnen.

Auslosung Runde 3

Die dritte Runde findet am kommenden Freitag, 13.10.2023 um 19:30 Uhr statt!

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