Offene Stadtmeisterschaft Nittenau 2021

Posted by Sebastian in Saison 21/22 | Kommentare deaktiviert für Offene Stadtmeisterschaft Nittenau 2021

Nittenau scheint ein gutes Pflaster für Laura Sophie Bauer zu sein. Schon im Vorjahr hatte sie dort bei der Offenen Stadtmeisterschaft bei einem Gegnerschnitt von ~1750 2/5 geholt. Diesmal wäre sie beinahe ungeschlagen durch das Turnier gekommen. Nach vier Remis gegen in der Setzliste vor ihr Platzierte – u.a. gegen Regionalligaspieler Stephan Stöckl (SK Schwandorf/1975) in der ersten Runde – musste sie sich erst in der letzten Runde erstmals geschlagen geben und kam auf Rang 40.

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FIDE Online Olympiade 2021

Posted by Sebastian in Saison 20/21 | Kommentare deaktiviert für FIDE Online Olympiade 2021

Nach der Premiere im Vorjahr richtet die FIDE auch 2021 eine Online Olympiade aus, die vom 20.August bis 15. September mit 153 Nationen stattfindet. Die Teams wurden in vier Divisionen aufgeteilt, wobei die besten Drei sich für die nächst höhere qualifizieren können. Aufgrund des Einzugs in die Preliminary round 2020 war Deutschland für die Top Division gesetzt und tritt nun vom 8. – 10.September in Pool C an. Gegner sind Israel, Argentinien, Italien, Spanien, Russland, Ukraine, Tschechien, Paraguay und Lettland – die ersten Beiden qualifizieren sich für das Viertelfinale. Gespielt wird an sechs Brettern, wobei immer zwei Frauen, ein U20-Spieler und eine U20-Spielerin dabei sein müssen, mit eine Bedenkzeit von 15+5. Die erste Runde beginnt jeweils um 16h.

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Bericht beim DSB

Live-Kommentierung auf SchachdeutschlandTV
Partien auf Lichess

Es war ein schwerer erster Tag für das deutsche Team. Zwar konnte man sich zum Auftakt dank der beiden Erfolge auf den Jugend-Brettern etwas glücklich gegen Spanien mit 4:2 durchsetzen. Doch danach gab es gegen Top-Favorit Russland – mit Dubov, Artemiev, Goryachkina, Kosteniuk, Esipenko und Shuvalova – ein deutliches 0:6, wobei es an drei Brettern in der Zeitnotphase munter hin und her gegangen war. In Runde drei folgte das wohl mit vorentscheidende Duell um die Quali für das Viertelfinale gegen die ebenfalls topbesetzte Ukraine, die gegen Russland mit 1,5:4,5 den Kürzeren gezogen hatte. Rasmus Svane erspielte sich gegen den Weltklassemann Anton Korobov eine ausgezeichnete Stellung, verlor aber aufgrund von Verbindungsproblemen komplett den Faden und musste sich geschlagen geben. Sarah Papp und Lara Schulze quittierten ebenfalls eine Niederlage, dafür konnte Alexander Donchenko den Angriff seines Kontrahenten erfoglreich kontern. Elisabeth Pähtz und Frederik Svane gelang es sich aus schwieriegen Stellungen zu befreien und hatten Gewinnchancen, doch es kam nur noch ein Remis von Pähtz auf die Habenseite.
Tag zwei brachte drei Erfolge für das deutsche Team. Zunächst wurde Lettland mit 4:2 bezwungen, danach Tschechien mit 5,5:0,5 und zum Abschluss Paraguay mit 6:0. Damit kletterte Deutschland auf den dritten Rang, muss morgen alle Wettkämpfe gewinnen und auf einen Ausrutscher der Ukraine hoffen.
Eine Top-Performance des deutschen Teams am dritten Tag reichte leider knapp nicht. Nach einem 4:2 gegen Israel, folgte ein 5,5:0,5 gegen Argentinien sowie ein 5:1 gegen Italien. Da sich aber die Ukraine mit einem 3:3 gegen Italien sowie einem 3,5:2,5 gegen Spanien ins Ziel schleppte, reichte es als Dritter mit 14:4 Punkten nicht zur Qualifikation für das Viertelfinale.
Im Vorjahr hatte Gruppenplatz drei noch für die Playoff-Phase gereicht, da nur die Gruppensieger direkt ins Viertelfinale einzogen, während die Zweit- und Drittplatzierten deren Gegner ermittelten. Mit Titelverteidiger Russland war die Favoritenrolle auf den Gruppensieg klar vergeben und Russland demonstrierte seine Stärke mit neun souveränen Siegen. Das Duell mit Vorjahres-Viertelfinalist Ukraine entschied dann wie erwartet das Rennen um Rang zwei. Trotzdem kann Deutschland auf ein starkes Turnier zurückblicken, sieben Siege in diesem Feld sind alles andere als selbstverständlich und die Tatsache, dass man trotz der 1,5:4,5 Niederlage im direkten Vergleich am Ende zwei Brettpunkte mehr als die Ukraine hatte iste ebenfalls ein Fingerzeig.

Sechs der acht Viertelfinalisten standen schon im Vorjahr im Viertelfinale. Armenien und Aserbaidschan haben es diesmal nicht geschafft, dafür Kasachstan und China.

Viertelfinale:
Kasachstan – USA 1:2 (4:2; 2,5:3,5; 2:4)
Indien – Ukraine 2:1 (4:2; 2,5:3,5; 5:1)
Russland – Ungarn 2:0 (3,5:2,5; 3,5:2,5)
Polen – China 0:2 (1,5:4,5; 2:4)

Im Viertelfinale setzten sich die Favoriten durch. China wurde im Vorjahr von der Ukraine in der Preliminary round aus allen Titelträumen gerissen und wäre diesmal in der Top-Division nach Niederlagen gegen Kasachstan und Armenien beinahe ausgeschieden, hätte der Iran nicht zwei Unentschieden gegen Rumänien und Griechenland abgegeben. Doch jetzt gab es zwei souveräne Siege gegen Polen, die 2020 erst im Armageddon des Halbfinales unterlagen. Russland musste sich erstmals in diesem Turnier strecken, um Ungarn zweimal mit 3,5:2,5 zu bezwingen. Indien war nach einem 4:2 im ersten Match und einer 2,5:0,5 Führung im zweiten schon so gut wie durch, doch dann kippten die Partien und die Ukraine glich aus. Im Gegensatz zum Vorjahr wird beim Stand von 1:1 nicht gleich eine Armageddon-Partie gespielt, sondern erst ein Blitz-Match (3+2). Hier setzte sich Indien dann deutlich mit 5:1 durch. Kasachstan gelang es gegen die USA zwei Partien zu drehen und Match eins mit 4:2 für sich zu entscheiden. Auch in Match zwei hätten sie den Rückstand beinahe noch ausgeglichen, doch die USA erzwang den Blitz-Entscheid. Hier gewannen beide Männer der USA und beide Frauen aus Kasachstan, so dass die Jugend-Bretter den Ausschlag gaben. Dort hatte Kasachstan zuvor alle vier Partien gewonnen, doch nun gingen beide an die USA, was besonders für Bibisara Assaubayeva bitter war, hatte sie zuvor doch alle ihre neun Partien gewonnen.

Halbfinale:
USA – Indien 2:1 (1:5; 4:2; 4,5:1,5)
Russland – China 2:0 (3,5:2,5; 4:2)

Russland setzte seine Siegesserie auch im Halbfinale fort und bezwang China mit 3,5:2,5 und 4:2. Damit war alles bereitet für eine Wiederauflage des Vorjahresfinales, das nach einem Ausfall eines großen Content Delivery Network, von dem ein Großteil der Welt und eben auch Indien betroffen war, abgebrochen werden musste, woraufhin beide Teams als Co-Sieger ausgerufen wurden. Die USA hat im Gegensatz zu den drei anderen Halbfinalisten bei den Herren nicht die Elite am Start und ging als Außenseiter ins Rennen. Trotzdem sah es lange nach Problemen für Indien aus, ehe sich doch der Reihe nach die Favoriten zum 5:1 durchsetzten. In Match zwei neigte sich die Waage sukzessive auf die Seite der USA, beginnend mit einem Fehler von Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der eine Anriffschance seines Kontrahenten übersehen hatte. Damit ging es in den Blitz-Entscheid, den beide schon aus dem Viertelfinale kannten. Auch da nach einer Führung Indiens und einem Rückstand der USA. Zunächst sah alles gut aus für Indien, doch dann häuften sich die Fehler, die ersten drei Bretter gingen allesamt verloren, am Juniorinnen-Brett setzte mit Matt in drei auf dem Brett obendrein die Verbindung aus und die USA zog mit einem 4,5:1,5 ins Finale ein.

Finale:
USA – Russland 0:2 (2,5:3,5; 2,5:3,5)

Es hat nicht viel gefehlt und die USA hätten auch gegen den nächsten Favoriten etwas holen können. Doch letztlich setzte sich Russland zweimal mit 3,5:2,5 durch und verteidigte damit den Titel. In 15 Wettkämpfen gab es 15 Siege, eine beeindruckende Performance.

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15. Int. Ortenburger Schach-Open 2021

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Beim Ortenburg Open musste sich Laura Sophie Bauer im B-Open nur dem Turniersieger geschlagen geben und wurde mit 4/5 starke Fünfte gleichbedeutend mit dem Sieg in der U12-Wertung.

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Quarantäne-Liga

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Seit dem 15. März gibt es auf Lichess die Quarantäne-Liga. Bei der 21. Auflage am 26. April war auch das Team des „SK Neumarkt“ erstmals am Start, das seitdem jeweils donnerstags und sonntags zwei Stunden lang gegen Mannschaften aus der ganzen Welt um Arena-Punkte kämpft.

UPDATE 12.09.:
Mit voller Mannschaftsstärke gelang in der Liga 13C als Sechster mit 97 Zählern der Klassenerhalt. Die meisten Punkte erzielte Martin Simon mit 32 (13/18 – Leistung 2211), vor Erwin Hirn mit 20 (9/16 – Leistung 2060), Michael Iberl mit 19 (8,5/18), Michael Held mit 12 (6/11), Niklas Rebler mit 8 (4/14) und Mattias Birkner mit 6 (3/10).

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Europameisterschaft 2021: Vincent Keymer wird Vize-Meister!

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Bei der Europameisterschaft in Reykjavik sorgte der 16-jährige Vincent Keymer für Furore. Von Position #32 der Setzliste gestartet wurde er mit 8,5/11 Vize-Meister! Nach zwei Siegen zum Auftakt, wobei er in der ersten Partie zwischenzeitlich sehr bedenklich gestander war, unterlag er in Runde drei Alexey Sarana (RUS). Mit drei Siegen am Stück u.a. gegen Grzegorz Gajewski (POL) sowie einem Remis gegen Hovhannes Gabuzyan (ARM), kämpfte sich Keymer auf Rang sechs nach vorne. Nach einem dramatischen Erfolg über Weltklassemann David Navara (TCH) (Partie) gehörte er einem Spitzentrio an. Es folgte ein Remis gegen Rauf Mamedov (AZB), ehe er auf den neuen alleingien Spitzenreiter Anton Demchenko (RUS) traf. Dieser war bis dato ungeschlagen durch das Turnier gekommen, doch Keymer hatte ihn in den Seilen. In Zeitnot übersah er leider eine Verteidigungsidee und Demchenko entkam ins Remis (Partie). In der letzten Runde griff Daniele Vocaturo (ITA) im Endspiel fehl (Partie), so dass Keymer mit 8,5 Punkten zu Demchenko aufschließen konnte, der aber die besseren Feinwertungen aufwies. Dritter mit 8,0 Punkten wurde Sarana dank der besseren Feinwertung vor Bogdan-Daniel Deac (RUM), gefolgt von 14 Spieler mit je 7,5 Zählern. Darunter befand sich ein deutsches Quartett bestehend aus Niclas Huschenbeth (8.), Matthias Blübaum (11.), Daniel Fridman (16.) und Rasmus Svane (18.), die sich damit für den nächsten World Cup qualifiziert haben. Die 23 Quali-Plätze knapp verpasst haben Liviu-Dieter Nisipeanu (25.) und Alexander Donchenko (28.) mit je 7,0 Punkten.

Endstand

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Champions Chess Tour 2021 (9) – Aimchess US Rapid

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Mit dem Aimchess US Rapid findet vom 28. August – 05. September die letzte Etappe der Champions Chess Tour vor dem Finale statt. Sechs Finalisten stehen bereits fest (Carlsen, So, Aronian, Radjaov, Giri und Nepomniachtchi), zwei Quali-Plätze sind noch zu vergeben. Ihr CCT-Debüt geben diesmal Daniel Naroditsky, Eric Hansen und Awonder Liang. Letzterer bekam den Quali-Platz der Challengers Chess Tour, da Sieger Vincent Keymer einen Start bei der Europameisterschaft vorzog. Er wird dafür einen Platz bei einer Etappe der Champions Chess Tour 2022 bekommen.

Alle Partien werden wieder auf Chess24 von mehreren Kommentatoren-Teams live übertragen. Spielbeginn ist um 17h.

Bericht Tag 1
Bericht Tag 2
Bericht Tag 3

Vladislav Artemiev kam ungeschlagen durch die Vorrunde und sicherte sich mit 10,5 Punkten Rang eins vor Carlsen (10,0), Aronian und Firouzja (je 9,5) sowie So (verlor diesmal gleich drei Partien), Mamedyarov und Duda (je 9,0). Erstmals für die KO-Runde qualifizierte sich Leinier Dominguez Perez mit 8,0 Zählern dank der besseren Feinwertung gegenüber Anish Giri. Dieser blieb zwar als zweiter Teilnehmer ungeschlagen, gewann aber nur eine Partie und da sprach der Vergleich mit den sechs Erfolgen von Dominguez eine klare Sprache. Daniel Naroditsky setzte einige Highlights, ließ aber auch etliche Chancen ungenutzt, was zu Rang 12 mit 6,0 Punkten reichte. Viele gute Stellungen ohne resultierende Zähler hatte auch Eric Hansen, der mit 3,5 Punkten auf Rang 15 einlief, vor Awonder Liang (2,5).

VF:

Für Artemiev stand in seinem VF-Match gegen Dominguez viel auf dem Spiel, denn bei einem Einzug ins Halbfinale würde er MVL in der Gesamtwertung überholen und sich für das CCT-Finale qualifizieren. Doch nach einem Remis, bei dem Dominguez eine Chance ausgelassen hatte, geriet Artemiev in Rückstand. Er hatte die Dame für zwei Türme gegeben, übersah aber einen taktischen Schlag und verlor die Qualität. In Partie drei war Artemiev mit einer Mehrfigur auf dem Weg zum Ausgleich, verkalkulierte sich aber bei einer Opfervariante und musste mit einem Unentschieden vorlieb nehmen. Zum Abschluss hatte Dominguez die Sache eigentlich im Griff, doch dann nahm er einen vergifteten Bauern und Artemiev kam mit einem durchschlagenden Angriff zum 2:2 Ausgleich. Das zweite Match sah zunächst zwei Unentschieden, wobei Dominguez in der ersten Partie eine vielversprechende Abwicklung ausließ. So schlug Artemiev zuerst zu, als er mit feiner Taktik in ein gewonnenes Leichtfigurenendspiel abwickelte. Aber er musste sich in der letzten Partie seiner Haut erwehren, als Dominguez zur Attacke blies. Das Turmopfer war objektiv 0.00, aber Artemiev opferte seine Dame für einen Springer und es wurde kompliziert. Später zog Dominguez seine Dame auf das falsche Feld und um die drohende Springergabel zu vermeiden, musste er eine weitere Figur geben, was nicht mehr zu halten war.
Nachdem Carlsen im Halbfinale des World Cups an Duda gescheitert ist und auch seine Rekordserie vom Polen vergangenes Jahr beendet wurde, blickte man mit Spannung auf dieses Duell. Carlsen schien besonders motiviert und gewann Partie eins mit einem feinen Qualitätsopfer, das seinen verbundenen Freibauern den Weg frei machte. Nach einem Remis verschmähte Duda den Damentausch im Bestreben einen weiteren Punktetausch zu vermeiden, doch mit Damen auf dem Brett führte seine Variante schnell zum Verlust. Der zweite Tag begann wiederum mit einem Erfolg des Weltmeisters, dabei hatte er sogar einen Bauern eingestellt. Seine Stellung war aber so gut, dass Duda nun besser die Züge wiederholt hätte, denn danach wurde er war die Partie sehr einseitig. Nach einem Remis machte Carlsen in Partie drei im Turmendspiel den Sack zu. Diesmal bekam Duda gegen ihn einfach keinen Fuß auf den Boden.
Eine Paarung Aronian gegen Mamedyarov verspricht immer großes Entertainment, spielen doch beide gerne ohne Seil und doppelten Boden. Zum Auftakt hatte Mamedyarov alle Trümpfe in der Hand, aber Aronian entkam ins Endspiel mit nur einem Minusbauern. Die Experten fragten sich schon, warum er überhaupt noch weiter spielte, doch wenig später war aus dem Minus- ein Mehrbauer geworden und Aronian ging in Führung. Danach blies Mamedyarov am Königsflügel zur Attacke und als Aronian mit h5 seine Königsstellung weiter schwächte, war der Angriff von Erfolg gekrönt. Die dritte Partie gewann Aronian mit Mehrbauer im Turmendspiel, so dass Mamedyarov in Zugzwang war. Erneut bekam er einen gefährlichen Angriff am Königsflügel, aber Aronian fand eine Verteidigungsidee mit Turmopfer. Da Mamedyarov ein Remis nichts half, versuchte er noch etwas, fand sich aber bald in einem Mattnetz wieder. Tags darauf übernahm Aronian zum Auftakt die Initiative im Mittelspiel und Mamedyarov wurde die unsichere Königsstellung zum Verhängnis. Danach machte Aronian die Tür keinen Spalt mehr auf und sicherte sich mit zwei Unentschieden den Einzug ins Halbfinale.
Auf der vierten Etappe der CCT gab es letztmals das VF-Match zwischen Firouzja und So, das klar an So ging. Diesmal hatte Firouzja den besseren Start: zwar verpasste er eine erste Gewinnchance im Mittelspiel, als So aber später die Damen nicht tauschte, war die zweite Angriffswelle erfolgreich. In der folgenden Partie brachte Firouzja einen Bauern bis nach d2, der ihm letztlich ein Turmendspiel mit 3:0 Bauern bescherte. Auch in Partie drei stand Firouzja klar besser, wickelte aber in ein Endspiel mit Mehrbauer ab, wo der Punkt geteilt wurde. Nach einem schnellen Remis sowie einem Fehler im Turmendspiel schien die Sache am zweiten Tag schnell entschieden, denn Firouzja benötigte nun nur noch ein Remis aus zwei Partien. Aber sowohl der aggressive, keine Komplikationen scheuende Ansatz in Partie drei, als auch der solide Ansatz danach schlugen fehl. Im ersten Fall hatte So den passenden Konter parat, im zweiten setzte er Firouzja solange unter Druck, bis dieser im Turmendspiel doch noch danebengriff. In den folgenden Blitz-Entscheid ging So entsprechend mit Rückenwind und hatte beste Chancen in der ersten Partie, ließ Firouzja aber nochmal vom Haken. Danach wurde So von einem ungewöhnlichen Doppelangriff überrascht, versuchte noch Verwirrung zu stiften, doch letztlich sicherte sich Firouzja seine erste Halbfinalteilnahme bei der CCT.

Artemiev – Dominguez 2:2 3:1
Carlsen – Duda 2,5:0,5 2,5:0,5
Aronian – Mamedyarov 3:1 2:1
Firouzja – So 2,5:0,5 1,5:2,5 1,5:0,5

Bericht VF Tag 1
Bericht VF Tag 2

HF:

In den ersten beiden Partien zwischen Artemiev und Firouzja hatte jeweils Weiß einen Mehrbauern im Endspiel. Doch während Artemiev diesen Vorteil in einen Sieg ummünzen konnte, gelang dies Firouzja nicht. Danach hatte er auch mit Schwarz einen Mehrbauern im Endspiel, doch hier war die Remisbreite nie überschritten. Zum Abschluss erhöhte Firouzja das Risiko und prompt unterlief Artemiev ein Fehler, der entscheidendes Material kostete. Tags darauf gab es zunächst eine wilde Partie, die aber wiederum in einem Endspiel mit Mehrbauer mündete und erneut konnte Firouzja den Vorteil nicht verwerten. Dafür übernahm er in Partie zwei im Mittelspiel das Kommando und sorgte vor dem Endspiel für klare Verhältnisse. Doch Artemiev schlug umgehend zurück, auch wenn er die Partie zweimal gewinnen musste. Zum Abschluss hatte Artemiev alle Trümpfe in der Hand, aber ein falscher Bauernzug brachte Firouzja zurück ins Spiel und es ging in den Blitz-Entscheid. Hier waren beide Partien spannungsgeladen, aber in keinem der insgesamt 149 Züge konnte sich ein Spieler einen klaren Vorteil erarbeiten. Im folgenden Armageddon wählte Artemiev Weiß und sein Zeitvorteil begünstigte einen Fehler von Firouzja, der Figur und Partie kostete.
Überraschend ereignisarm ging das erste Match zwischen Carlsen und Aronian über die Bühne. Vier Unentschieden, wobei Aronian in Partie zwei vielversprechend stand, dafür in Partie drei eine feine Verteidigungsidee finden musste. Am zweiten Tag legte Carlsen dank eines druckvollen Angriffs vor. In Partie zwei hatte er die Chance zu erhöhen, doch am Ende stand genauso ein Unentschieden wie in der folgenden Partie, wobei hier Aronian eine gute Gelegenheit ausließ. Zum Abschluss übersahen beide Spieler, dass Carlsens Damenopfer eben doch nicht funktionierte und der Weltmeister zog ins Finale ein.

Artemiev – Firouzja 2:2 2:2 2:1
Carlsen – Aronian 2:2 3:1

Bericht HF Tag 1
Bericht HF Tag 2

Finale/Spiel um Platz 3:

Zum fünften Mal stand Carlsen in einem Finale der diesjährigen CCT, zum ersten Mal traf er dort auf Artemiev. Bei dessen zweiter Finalteilnahme wurde er zum Auftakt vom Weltmeister mit einem doppelten Bauernopfer unter Druck gesstzt und in Zeitnot griff Artemiev daneben. In der zweiten Partie war er ob seines Entwicklungsvorsprungs am Drücker, aber Probleme mit der Internetverbindung brachten ihn erneut unter massiven Zeitdruck und er büßte eine Figur ein. Danach war das fehlende Remis für Carlsen in Sichtweite, doch ein Mouseslip kostete ihm einen Bauern und die Partie. Zum Abschluss ließ er dann aber nichts mehr anbrennen und gewann Match eins mit 2,5:1,5. Mehr oder weniger dasselbe Bild sah man am zweiten Tag. In der Auftaktpartie geriet Artemiev in Zeitnot unter Druck und ihm unterlief der enscheidende Fehler. Danach stand er aussichtsreich, kam letztlich und aber nicht über ein Remis hinaus. Mit dem Rücken zur Wand erhöhte er das Risiko, musste aber feststellen, dass sein Bauern auf a2 keine Gefahr für Weiß darstellte, sondern umgekehrt sein König in die Schusslinie geriet und Carlsen machte den Sack zu. Damit feierte der Weltmeister den dritten Turniersieg auf der CCT 2021 und zog mit Wesley So gleich (die anderen Sieger waren Radjabov, Giri und Aronian). Artemiev war erst auf der siebten Etappe das erste Mal dabei, stand nun zweimal im Finale und schied einmal im Halbfinale aus. In der Gesamtwertung liegt Carlsen mit 339 Punkten an der Spitze, gefolgt von So (261), Aronian (170), Radjabov (133) und Giri (123).

Das Spiel um Platz drei ging aus gesundheitlichen Gründen kampflos an Aronian.

Artemiev – Carlsen 1,5:2,5 0,5:2,5
Aronian – Firouzja +:-

Bericht Finale Tag 1
Bericht Finale Tag 2

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Deutsche Meisterschaft 2021 – Neumarkter Mädels mit starken Resultaten

Posted by Sebastian in Jugend 20/21, Saison 20/21 | Kommentare deaktiviert für Deutsche Meisterschaft 2021 – Neumarkter Mädels mit starken Resultaten

Vom 22. – 29. August finden in Willingen die Deutschen Meisterschaften statt. Leider kann wie schon im Vorjahr die Deutsche U25-Meisterschaft nicht durchgeführt werden, an der wir 2016 – 2019 mit großer Delegation teilgenommen hatten. Dafür haben sich erstmals gleich zwei unserer Mädels für die Deutsche qualifiziert. Laura Sophie Bauer ist das dritte Jahr in Folge mit von der Partie, was noch keinem SKN-Mitglied zuvor gelungen ist. Nach ihrem starken vierten Platz im Herbst 2020 in der U10w, ist sie nun in der U12w am Start und geht als #11 der Setzliste ins Rennen. In der U18w hat sich #19 Maria Schilay als Bayerische Meisterin zum zweiten Mal nach 2013 für die DEM qualifiziert.

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Live-Stream

Die Partien werden auch auf Lichess live übertragen: U10/U12 U14/U16/U18

UPDATE: Lauras Gegnerin wickelte trotz reduziertem Materials in eine Isolani-Stellung ab, was Laura im Endspiel Vorteile gab. Nach dem Tausch der letzten Figur war das Bauernendspiel gewonnen und Laura wurde mit 6/9 starke Sechste. Hätte die neue Deutsche Meisterin heute nicht doch noch ihre erste Niederlage kassiert, wäre Laura wie im Vorjahr auch eine AK höher bei der Siegerehrung auf der großen Bühne gestanden.
Die Partie von Maria plätscherte 25 Züge ruhig dahin, ehe sie gewaltig an Fahrt aufnahm, als Maria die Entscheidung per Königsangriff suchte. In Zeitnot riskierte sie aber zuviel und hätte lieber einen Bauern zurückschlagen und danach ihren Angriff fortsetzen sollen. So schlug der gegnerische Bauer auf b2 weiter und Maria musste die drohende Umwandlung stoppen. Nach der Zeitkontrolle hatte sie eine Figur weniger, hatte aber ihre Dame bedrohlich nahe an den schwarzen Monarchen herangebracht. Prompt griff die Kontrahentin daneben, Maria gewann die Dame für einen Turm per Abzugsangriff und hatte ein mehrzügiges Matt auf dem Brett. Leider entschied sich Maria erst ihren Turm zurückzugewinnen, aber das gab der Gegnerin genau den einen Zug Zeit, um die Partie zu retten. Denn nun musste ob der unabwendbaren Bauernumwandlung Maria Dauerschach geben. Mit 4/9 und Platz 15 hat auch sie ein tolles Resultat erzielt.

R1: Laura Sophie Bauer – Ritu Chandrasekher (TuS Makkabi Rostock) 1:0
R2: Nora Eger (SSV Altenberg) – Laura Sophie Bauer 0:1
R3: Laura Sophie Bauer – Lisa Sickmann (Lübecker SV von 1873) 0:1
R4: Veronika Flierl (Schachfreunde München) – Laura Sophie Bauer 0:1
R5: Laura Sophie Bauer – Laura Huber (FC Ergolding 1932) remis
R6: Sarah Neininger (SV Oberursel) – Laura Sophie Bauer 1:0
R7: Laura Sophie Bauer – Cora Hergenröder (SC 1868 Bamberg) remis
R8: Johanna Richter (Sfr. Heidesheim) – Laura Sophie Bauer 0:1
R9: Veronika Lorenz (TSG Oberschöneweide) – Laura Sophie Bauer 0:1

R1: Eva Rudolph (Düsseldorfer Schachklub 14/25) – Maria Schilay 1:0
R2: Maria Schilay – Iva Cheredzhiyska (TV Tegernsee) 1:0
R3: Jana Bardorz (TSV 1869 Rottendorf) – Maria Schilay 1:0
R4: Maria Schilay – Emma Joe Trams (HSG Stralsund) remis
R5: Maria Schilay – Rita Nizamova (KSV Rochade Göttingen) remis
R6: Angelina Jacoby (Leegebrucher Schachfreunde) – Maria Schilay 0:1
R7: Maria Schilay – Ngoc Han Julia Bui (SV Dresden-Leuben) 0:1
R8: Hannah Zell (SV Jedesheim 1921) – Maria Schilay remis
R9: Maria Schilay – Ornella Falke (Elmshorner SC von 1896) remis

Tag 1:
Guter Auftakt für die Neumarkter Mädels! Laura konnte ihrer Gegnerin schon in der Eröffnung einen Turm abjagen und gewann die Auftaktpartie problemlos. Am Nachmittag ließ sie bei geschlossenem Zentrum ihren König in der Mitte und kam zu einem durchschlagenden Angriff am Königsflügel. In der dritten Runde kommt es nun zu einem weiteren Duell mit der amtierenden Deutschen U10 Meisterin Lisa Sickmann (Lübecker SV von 1873).
Maria wählte gegen ihre favorisierte Gegnerin in der Eröffnung nicht die korrekte Variante, wonach sie ihre Figuren nicht koordiniert bekam und letztlich einen Turm einbüßte. In Runde zwei kam es zum bayerischen Duell mit Iva Cheredzhiyska (TV Tegernsee), das bei der Bayerischen unentschieden endete. Diesmal konnte Maria früh eine Figur per Zwischenzug erobern und die Partie für sich entscheiden. Leider kommt es gleich zum nächsten bayerischen Aufeinandertreffen mit Jana Bardorz (TSV 1869 Rottendorf), die als Gastspielerin 2017 mit unserer U14-Mädchenmannschaft Bayerischer Meister geworden ist.

Tag 2: Laura kam gegen die Favoritin in ein ausgeglichenes Doppelturmendspiel. Dort agierte sie leider zu passiv und nachdem ihre Kontrahentin zuerst ihre Türme aktiviert hatte und dann noch mit ihrem König nach vorne marschierte, brach Lauras Verteidigung zusammen. Morgen steht nun auch für sie ein bayerische Duell auf dem Programm, sie trifft auf die Bayerische Meisterin Veronika Flierl (Schachfreunde München).
Maria schoß sich gegen die Deutsche U16-Meisterin von 2019 selbst ins Bein: ihr Versuch am Königsflügel anzugreifen, wurde taktisch widerlegt und damit war die Messe gelesen.

Tag 3: Veronika Flierl brach alle Brücken hinter sich ab und versuchte es mit einem Hauruck-Angriff, dem objektiv kein Erfolg beschieden sein sollte. Aber wie so oft wanderte man als Verteidiger auf schmalem Grat und nach einem falschen Zug musste Laura einen Turm geben. Doch nach einem kapitalen Aussetzer ihrer Gegnerin, bekam Laura den Turm zurück und die Partie war abermals gekippt. Sehr ärgerlich ist es, dass morgen mit Laura Huber (FC Ergolding 1932) gleich die nächste Bayerin wartet. Das ist jetzt bereits in der vierten Runde in Folge ein innerbayerisches Duell für unsere Mädels…
Maria brachte sich mit einem falschen Zug in der Eröffnung in die Bredouille und hatte Glück nur einen Bauern zu verlieren. Diesen bekam sie später zurück und war dank der besseren Bauernstruktur und der aktiveren Figuren am Drücker, bis sie erneut einen Bauern einbüßte. Mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett machte die Gegnerin aber keine Gewinnversuche mehr und man einigte sich auf Remis.

Tag 4: Im Laura-Duell gab es ein Unentschieden. Zwar hätte Laura Sophie im Mittelspiel die Gelegenheit gehabt die Initiative zu übernehmen, versäumte es aber ihren Damenflügel fertig zu entwickeln. So konnte Laura Huber zwei Bauern und einen Turm für zwei Figuren erobern, wonach der Punkt geteilt wurde. In der Nachmittagsrunde musste sich Laura mit derselben Eröffnung wie am Vortag auseinandersetzen. Diesmal verzichtete die Gegnerin auf einen schnellen Angriff und verfolgte einen positionellen Plan. Laura kam mit einem Minusbauern davon und die ungleichfarbigen Läufer machten Hoffnung, die Stellung halten zu können. Doch Laura lief in einen Doppelangriff, der Turm und Partie kostete.
Maria gewann einen Bauern per Abzugsangriff und hatte im Turmendspiel beste Aussichten auf ihren zweiten Sieg. Leider wählte sie eine falsche Abwicklung und am Ende blieben nur die Könige übrig. Am Nachmittag traf sie auf Angelina Jacoby (Leegebrucher Schachfreunde), mit der sie bereits bei der Deutschen U25B 2016 und der EU-Meisterschaft 2017 die Klingen gekreuzt hatte. Beide Male konnte sich Maria knapp durchsetzen. Diesmal kam Maria zu einem überraschend schnellen Erfolg: auf ihren Zentrumsvorstoß reagierte Angelina nicht richtig und wenige Züge später warf sie ob des unvermeidbaren Figurenverlusts das Handtuch.

Tag 5: Auch in Runde sieben gab es eine bayerische Paarung mit Neumarker Beteiligung, mittlerweile die Fünfte… (eine Sechste wäre auch noch möglich). In der Partie zwischen Laura und Cora Hergenröder (SC 1868 Bamberg) war das Gleichgewicht nie groß gestört und somit eine Punkteteilung das logische Resultat.
Maria hatte gegen die Setzlistendritte Julia Bui (SV Dresden-Leuben), die 2013 und 2015 Deutsche Meisterin in der U12 und der U14 geworden ist, eine ordentliche Stellung, als ein versteckter taktischer Schlag einen wichtigen Bauern kostete. Das Materialverhältnis konnte sie zwar umgehend ausgleichen, aber in der Folge war die Stellung mit einer unsicheren Königsstellung und dem Läuferpaar der Gegnerin schwer zusammenzuhalten. Marias Schwächen wurden attackiert, erst fiel ein Bauer, dann ein weiterer mit Liquidierung aller Figuren und das Bauernendspiel war verloren.

Tag 6: Laura verblieb heute zwar ausgangs der Eröffnung mit einer Bauernschwäche im Zentrum, aber die Gegnerin ließ sie mit einer Seelenruhe mit dem h-Bauern nach vorne marschieren und übersah dann noch eine Springergabel. Damit liegt Laura mit 5 Punkten auf einem sehr guten siebten Platz und trifft morgen auf die Setzlistendritte Veronika Lorenz (TSG Oberschöneweide). In dem engen Feld ist von Rang vier bis vierzehn noch alles möglich.
Maria stand zunächst etwas gedrückt und gerade als sie dabei war Gegenspiel am Damenflügel zu organisieren, akzeptierte sie ein frühes Remisgebot der Gegnerin. Auf Rang 17 liegend gehört Maria einem Pulk von Spielerinnen mit 3,5 Zählern an und bekommt es zum Abschluss mit der punktgleichen Ornella Falke (Elmshorner SC von 18969) zu tun.

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Vorbereitungs Schnellschachturnier

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Zur Vorbereitung auf die neue Saison trugen wir ein Schnellschachturnier mit 20 Minuten Bedenkzeit aus. Nach fünf Runden hatte Kevin Beesk mit 4 Punkten die Nase vorne. Er hatte zwar das direkte Duell mit dem punktgleichen Martin Simon verloren, aber die deutlich bessere Buchholz. Rang drei ging an Johannes Hierl mit 3,5 Zählern, dank der besseren Buchholz gegenüber Zlatko Zidar.

Endstand

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Challengers Chess Tour (3)

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Vom 12. – 15. August findet die dritte Etappe der Challengers Chess Tour statt. Bei der Kramnik Challenge nehmen trotz dreier neuer Gesichter nur 16 Spielerinnen und Spieler teil, da derzeit viele Turniere wie bspw. die Frauen-Europameisterschaft parallel stattfinden.

Chess24 überträgt live, Spielbeginn ist jeweils um 16h.

Beim dritten Anlauf hat es geklappt. Nach den Rängen sechs und drei, konnte Vincent Keymer das dritte Turnier mit 11,5/15 gewinnen und qualifizierte sich damit für die nächste Etappe der Champions Chess Tour ab 28. August. Dabei glich die letzte Runde einer Achterbahnfahrt und war nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven…
Am ersten Tag holte Keymer 3,5/4 und übernahm die Führung. Dabei hatte er mit Christopher Yoo einen seiner ärgsten Kontrahenten bezwungen, benötigte aber auch viel Glück gegen Polina Shuvalova. Gegen sie stand Keymer vollkommen aussichtslos mit einem eingesperrten Läufer auf b1. Also griff er zu drastischen Maßnahmen: opferte zwei Bauern und den Läufer, um seine Dame aktiviert zu bekommen. Objektiv wurde dadurch seine Stellung zwar schlechter, aber die praktischen Chancen stiegen und tatsächlich entschlüpfte er ins Remis. Tag zwei begann mit einem weiteren Erfolg, aber in Runde sechs konnte er seinen Vortei im Endspiel nicht verwerten. Das Duell gegen den Setzistenersten Nodirbek Abdusattorov endete ebenfalls unentschieden, auch wenn Keymer mit zwie Mehrbauern im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern alles versuchte. Der große Dämpfer kam danach gegen Volodar Murzin, gegen den er in den beiden anderen Turnieren jeweils verloren hatte: im ausgeglichenen Endspiel griff Keymer fehl und verlor. Somit ging es mit einem halben Zähler Rückstand auf Awonder Liang und Abdusattorov in den dritten Turniertag. Keymer erzielte wiederum 3,5/4, wobei er diesmal sogar einen halben Zähler liegen ließ. Doch auch Liang holte 3,5 Punkte und verteidigte damit seinen Vorsprung. Zum Auftakt des letzten Turniertags gewann Keymer seine Partie, doch Liang drehte eine schlechte Stellung gegen Murzin. In Runde 14 kam es dann zum direkten Duell und Keymer baute seinen positionellen Vorteil Schritt für Schritt aus und ließ seinem Gegenüber keine Gegenspielmöglichkeiten. Damit hatte Keymer mit 11 Punkten die Führung übernommen, vor Liang (10,5) sowie Abdusattorov und Yoo (je 10). Dank des gewonnenen direkten Vergleichs, reichte Keymer ein Remis in der letzten Runde und für den Fall dass Liang nicht gewinnt, war Keymer in jedem Zweier- und Dreiervergleich dank der besseren Feinwertung (nach dem direkten Vergleich kommt die Anzahl der Siege) vorne. Aber die Achterbahn der letzten Runde nahm Fahrt auf… Keymer übersah einen taktischen Schlag gegen Dinara Saduakassova, musste eine Quali geben und stand auf Verlust. Daher richteten sich die Blicke auf die Partie zwischen Liang und Balaji Daggupati, in der Letzterer langsam die Initiative übernahm. Zudem war es Keymer gelungen mit seinem Läuferpaar die Turmlinien zu verstopfen, einen Bauern zu gewinnen und damit die Stellung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aber er ließ sich zu einem Springermanöver hinreißen, das ihm letztlich eine Minusfigur für zwei Bauern bescherte und ob der Königsstellung sah es nun wieder zappenduster aus. Zu allem Überfluss hatte Daggupati zuerst seinen klaren Vorteil verspielt und dann eine Figur eingebüßt, so dass Liang die Führung übernahm. Zum Glück tauschte Saduakassova die Damen und nach langen vergeblichen Versuchen Keymers Verteidigung zu knacken auch die Türme, so dass das notwendige Remis zum Turniersieg unter Dach und Fach war.

Bericht bei Chess24

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Posted by Sebastian in Allgemein | Kommentare deaktiviert für 21. Internationale Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft 2020

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